Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Technisches Zeichnen

(1,996 words)

Author(s): Popplow, Marcus
1. Entwicklung und KontextualisierungDas T. Z. der Nz. nutzte vielfältige Formen der Visualisierung technischer (= techn.) Objekte zum Zweck der Reflexion, Kommunikation und Archivierung. Seine Geschichte und formalen wie funktionalen Charakteristika sind eng mit der Architekturzeichnung verbunden, insofern sich die Berufsfelder von Architekten und Ingenieuren im Verlauf der Nz. erst langsam voneinander lösten.Auf den ersten Blick scheint die nzl. Entwicklung des T. Z. stringent auf zwei Ziele zuzulaufen. Das erste lag darin, möglichst anspreche…
Date: 2019-11-19

Technologie

(3,030 words)

Author(s): Meyer, Torsten
1. BegriffDer dt. Ausdruck T. bezeichnet das Wissen über den Gegenstandsbereich der Technik, v. a. das wiss. Wissen über Funktionsprinzipien technischer (= techn.) Artefakte und Systeme. Er unterscheidet sich damit vom engl. technology, das nicht nur die wiss. Reflexion über, sondern auch den materiellen Gegenstandsbereich der Technik selbst meinen kann. Ein solches umfassenderes Verständnis liegt auch dem Begriff des Technologietransfers zugrunde, der auf die Diffusion von techn. Artefakten und techn. Können zielt. Die in der T. sich spiegelnde Verwissenschaftlich…
Date: 2019-11-19

Technologietransfer

(5,771 words)

Author(s): Hausberger, Bernd | Popplow, Marcus | Reith, Reinhold
1. Begriff Die Vermittlung von technischem (= techn.) Wissen und Können erfolgte in der Nz. in verschiedenen Kontexten: zunächst in Haushalt, Betrieb oder Institutionen durch Ausbildung bzw. Zusammenarbeit; dies wird als vertikaler Transfer bezeichnet. Andererseits verbreiteten sich techn. Wissen und Können horizontal von Region zu Region, zwischen polit. definierten Territorien oder auch in globaler Perspektive zwischen Kontinenten. Solcher T. konnte aktiv gefördert werden, z. B. von Territorialherren;…
Date: 2019-11-19

Tee

(1,627 words)

Author(s): Menninger, Annerose
1. Weltwirtschaft 1.1. Herstellung und Konsum in ChinaDie Erfindung des Heißgetränks T. geschah in China. Zusammen mit Nordindien und Myanmar (Birma) stellte das südwestl. China das natürliche Verbreitungsgebiet der T.-Pflanze dar. Die Entwicklung verlief in mehreren Schritten über Jahrhunderte: Einem nur zu Arzneizwecken kreierten, extrem bitteren Extrakt aus gekochten T.-Blättern folgten gepresster T.-Kuchen, pulverisierter T., getrockneter loser Blatt-T. und schließlich unter den Dynastien Yuan (1271–1368) und Ming (1368–1644) der grüne und schwarze T. Diese Innov…
Date: 2019-11-19

Teichwirtschaft

(1,060 words)

Author(s): Ebert, Jochen
1. Allgemein Die T. zur Produktion von Süßwasserfisch für den Eigenbedarf und Verkauf war in zahlreichen Regionen Mitteleuropas bis ins 18. Jh. wesentlich weiter verbreitet als heute. Unter einem Teich verstand man sowohl ein natürlich stehendes als auch ein künstlich aufgestautes Gewässer, das für die Fischzucht genutzt wurde. Wichtigste Nutzfische waren Karpfen, Hechte und Forellen. Die für die Anlage künstlicher Teiche notwendigen Erdarbeiten veränderten nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch den Wasser-Haushalt der Landschaft [3. 37 f.].Jochen Ebert2. Verbrei…
Date: 2019-11-19

Teilungen Polens

(1,128 words)

Author(s): Gabriel, Martin
1. Vorgeschichte Die drei T. P. – oder korrekt: die T. des Doppelstaates Polen-Litauen – in den Jahren 1772, 1793 und 1795, die auch für die spätere Geschichte der poln. Nation tiefgreifende Zäsuren darstellen, sind nur vor dem Hintergrund sich verändernder Mächtekonstellationen in einer Zeit zu verstehen, in der das zaristische Russland sich seinen Platz unter den Großmächten zu sichern trachtete und das revolutionäre Frankreich die traditionellen Monarchien Europas verunsicherte (vgl. Europa 5.3.).Die expansionistischen Pläne des von Katharina II. regierten Russländisch…
Date: 2019-11-19

Telegraphie

(8 words)

s. Balkentelegraph | Elektrische Telegraphie | Optische Telegraphie
Date: 2019-11-19

Telekommunikation

(2,008 words)

Author(s): Beyrer, Klaus
1. BegriffDer Begriff T. dient seit dem frühen 20. Jh. als Sammelbezeichnung für verschiedene Formen der Nachrichten-Übertragung. Eine Schrift des Franzosen Édouard Estaunié von 1904 ( Traité pratique de télécommunication électrique) bündelt in dieser Wortprägung Entwicklungen der Telegraphie und der Telephonie [8. 965]. Unter dem Einfluss nachrichtentechnischer Innovationen erfuhr das Substantiv Kommunikation (lat. communicatio, engl./franz. communication) im 20. Jh. einen Bedeutungswandel zu »Verständigung, Informationsaustausch«. Das Wortbildung…
Date: 2019-11-19

Teleologie

(4 words)

s. Gottesbeweis | Ursache
Date: 2019-11-19

Teleskop

(976 words)

Author(s): Gaulke, Karsten
1. AllgemeinDas T. (von griech. tḗle, »weit«, und skopeín, »beobachten«) gehört mit dem Mikroskop und der Vakuum-Pumpe zu den technischen Erfindungen, welche die Naturforschung im 17. und 18. Jh. am stärksten beeinflussten (vgl. Wissenschaftliche Instrumente). Es erschloss einen Makrokosmos jenseits des mit dem menschlichen Auge Sichtbaren und veränderte die Vorstellungen vom Kosmos und die Selbstverortung des Menschen darin grundlegend.Karsten Gaulke2. Frühe FormenIn der ersten Dekade des 17. Jh.s wurde vermutlich von holländ. Brillen-Machern das Linsen-T. erfunden…
Date: 2019-11-19

Temperament

(893 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. ModellDas Modell der vier T. (von lat. temperamentum, »richtige Mischung«) blieb in der Nz. – wie schon in Antike und MA – das gebräuchlichste Schema, den Charakter von Individuen zu beschreiben. Die von Aristoteles und Galen vollendete antike Einteilung in vier Grundtypen – den Sanguiniker, den Melancholiker (Melancholie), den Choleriker und den Phlegmatiker – stellte die Kategorien bereit, als deren je spezifische Kombination das einzelne Subjekt erklärt wurde. Zwar sei, so formulierte Freiherr von Knigge 1788, »mehrentheils in dem Segelwerke jedes Erdensohns ei…
Date: 2019-11-19

Temperatur

(5 words)

s. Kleine Eiszeit | Klima
Date: 2019-11-19

Tempo

(827 words)

Author(s): Möller, Hartmut
1. Allgemein S. Beschleunigung; Schnelligkeit; Zeit2. Musik 2.1. BegriffDas T. sei, schrieb Wolfgang Amadeus Mozart am 25. 10. 1777 an seinen Vater, »das nothwendigste und härteste und die hauptsache in der Musique« [1. 83]. Seit dem 18. Jh. bezeichnete das ital. Wort tempo (von lat. tempus, »Zeit«) im dt. Sprachraum die Art und den Grad der Geschwindigkeit(en) von Musik. Der vielschichtige, sich einer bündigen Definition entziehende Begriff vermittelt die aus der ma. und frühnzl. Mensuralmusik und -theorie stammenden Bedeutungen von einerseits Zeiteinheit, andererseits M…
Date: 2019-11-19

Temporäre Migration

(1,026 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. AllgemeinIm Gegensatz zur dauerhaften ist bei der T. M. die Rückkehr nach einer Abwesenheit von der Heimat fest eingeplant. Dabei unterscheidet man für die Nz. zwischen zwei Formen von Migranten: denjenigen, deren Arbeit eine mehrjährige Abwesenheit erforderten und solchen, die nur in einem Teil des Jahres abwesend waren und den Rest mit Arbeit auf ihrer eigenen – in der Regel klein- oder unterbäuerlichen – Landwirtschaft verbrachten. Im Folgenden geht es um die erste Gruppe (zur zweiten Gruppe vgl. Arbeitsmigration; Sai…
Date: 2019-11-19

Tennis

(1,119 words)

Author(s): Mallinckrodt, Rebekka von
1. Begriff und Anfänge T. (spätma. und frühnzl. meist jeu de paume) war ein Ballspiel für zwei bis vier Personen, bei dem ein handtellergroßer Ball mit der flachen Hand (franz. paume), später mit einem Handschuh und ab dem frühen 16. Jh. zunehmend mit einem Schläger über eine mit Fransen behangene Kordel in das gegnerische Feld befördert und von dort noch im Flug oder nach der ersten Berührung mit dem Boden zurückgeschlagen werden musste. Das Spiel verlief nach wesentlich komplexeren Regeln als das heutige T., bezog u. a. seitliche Schrägdächer mit ein und ermöglicht…
Date: 2019-11-19

Teppich

(1,089 words)

Author(s): Lang, Heinrich
1. Allgemein In überlieferten Handelsakten und Inventaren der Nz. variieren Bezeichnungen für den Handel mit T., bei denen nach der Herstellungsart oriental. Knüpf-T. von europ. Wirk-T. zu trennen sind [4. 9]; [10. 3 f.]; [1]. Die Vertriebswege beider Güter waren grundsätzlich verschieden, sodass man sinnvoll auch zwei Marktsysteme unterscheiden kann.Heinrich Lang2. Orientalische KnüpfteppicheVisuelle Quellen, insbes. Gemälde der Renaissance, zeigen den weit verbreiteten Gebrauch von oriental. Knüpf-T. als Fuß- oder Bodenbelag, als Überwurf über…
Date: 2019-11-19

Tercio

(851 words)

Author(s): Sikora, Michael
Der Begriff T. bezeichnete die größten Einheiten der span. Infanterie in der Zeit der habsburgischen Herrschaft vom ersten Drittel des 16. Jh.s bis zum Beginn des 18. Jh.s. Seine Herkunft ist unklar; er leitete sich vielleicht von einer ursprünglichen Drittelung einer Streitmacht, von der üblichen Zahl von 3 000 Soldaten oder aus der Kombination verschiedener Waffenarten ab.Angesichts der dominierenden Stellung, die Spanien bis zum Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) in Europa einnahm, kann T. als Inbegriff der militärischen Macht Spaniens dieser Zeit verstanden werde…
Date: 2019-11-19

Terreur

(2,447 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. ForschungAls extreme Ausprägung der Französischen Revolution in ihrer radikalen Hochphase (1793/94) hat die T. ( Schreckensherrschaft) in der Geschichtsschreibung seit jeher leidenschaftliche Kontroversen hervorgerufen. Doch die alten Streitfragen zwischen konservativen und liberalen, marxistischen und »revisionistischen« Historikern, ob die T. nun die logische Konsequenz der revolutionären (= rev.) Ideologie von 1789 ( thèse du complot) oder eine defensive Reaktion auf die innen- und außenpolit. Krisenlage der Revolution (= Rev.; thèse des circonstances) gewese…
Date: 2019-11-19

Territorialstaat

(801 words)

Author(s): Schennach, Martin
1. BegriffT. ist ein maßgeblich von der dt.sprachigen Forschung geprägter Begriff. Er knüpft an die erstmals 1939 vorgenommene Differenzierung zwischen dem ma. Personenverbandsstaat und dem sich in SpätMA und der Frühen Nz. allmählich formierenden institutionalisierten Flächenstaat an [3] und dient der Beschreibung des frühmodernen Staates in Abgrenzung zum MA (vgl. Territorium 1.). In der dt. Rechts- und Verfassungsgeschichte wird unter T. in engerem Sinn zudem das Herrschaftsgebiet weltlicher und geistlicher Reichsfürsten verstanden [11. 146]. Deren Rechtsstellung …
Date: 2019-11-19

Territorium

(2,291 words)

Author(s): Stauber, Reinhard
1. Begrifflich-methodische ProblemeUnter T. wird heute im allgemeinen Sprachgebrauch das Gebiet eines autonomen Staatswesens in seiner flächenhaften Erstreckung verstanden. Die Begrifflichkeit noch des 18. Jh.s war demgegenüber breiter und umfasste Assoziationsfelder wie Gebiet, Landstrich oder Grund und Boden, bezeichnete aber auch schon konkret eine herrschaftlich durchdrungene Fläche, »das Land, so einem Potentaten, Fürsten, oder einer Republic zustehet und worüber sie zu befehlen hat« [1. 1139]. Im modernen wiss. Sprachgebrauch bedeutet T. eine staatlich…
Date: 2019-11-19
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