Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Verbrennung

(1,154 words)

Author(s): Meinel, Christoph
1. Begriff Unter V. versteht man heute die unter Flammenbildung verlaufende Oxidation eines Stoffes, in der Regel durch Reaktion mit Sauerstoff. Chemisch (= chem.) vergleichbar sind das Rosten von Eisen und die Stoffwechselphysiologie der Atmung. Dass derart unterschiedlichen Phänomenen ein gemeinsamer Vorgang zugrunde liegt, hat man erst im ausgehenden 18. Jh. verstanden. 2. Korpuskulare Erklärungen Nach aristotelischer Vorstellung hat die V. mit dem Element Feuer zu tun, in der Tradition des Atomismus mit der vermuteten Existenz einer bes. kleinen und b…

Verdienstadel

(10 words)

s. Tugendadel

Verein

(4,921 words)

Author(s): Gierl, Martin
1. Begriff und Forschungsgeschichte V. bezeichnet eine formalisierte freiwillige Vereinigung, d. h. Privatgesellschaft. Im weiten Sinn der Assoziation (= Ass.) lassen sich dem Vereinswesen (= Vw.) der Nz. eine Vielzahl zeittypischer Formen zurechnen: Bruderschaften, Bünde, Landsmannschaften, Sekten, Konventikel (Collegium 3.), Sodalitäten, Sozietäten, Gesellschaften, Gemeinschaften, Klubs, Kasinos und Unitäten; darüber hinaus an seinem nicht statuarischen Rand Salons, Zirkel und Kreise; an seiner staatsoffiziösen Seite Akademien, Gew…

Vereinigungsfreiheit

(781 words)

Author(s): Rüdiger, Björn
1. Begriff Das Grundrecht der V. schützt das Recht, Vereinigungen (d. h. freiwillige, auf Dauer angelegte, organisierte Verbindungen) zu bilden, sich dort zu betätigen und ein- oder auszutreten. Die V. wurde bis in die 1850er Jahre neben der Versammlungsfreiheit als eine Ausprägung der Assoziationsfreiheit verstanden, deren Formen von der Korporation bis zur Volksversammlung reichten. Der Unterschied zwischen Versammlungen und Vereinen bestand dabei in der Assoziationsdichte, nicht aber im Assoziierungszweck [8. 11]. 2. Frühe Neuzeit Bis zum 19. Jh. bestimmten Korpor…

Vereinigungsvertrag

(10 words)

s. Staatsvertrag

Vereinödung

(874 words)

Author(s): Konold, Werner
Das dt. Wort » Einöde« leitet sich vom german. ôd, ahdt. uodil, ab und bezeichnet » Besitz«, »Erbgut«. Die Einöde ist der arrondierte, d. h. mit klaren Grenzverläufen versehene Besitz eines Einzelnen außerhalb des Dorfes, die V. der Vorgang, der zu einem solchen Besitztum führt [6]. Damit verbunden sind die Aufhebung des Flur-Zwangs und der Weideservituten, Grundstückszusammenlegungen, Hinausbau von Höfen aus dem Dorf auf die Feldflur und die Einführung des Anerbenrechts (Erbpraxis, ländliche) [7]. Eine direkt vergleichbare, synchron ablaufende Entwicklung gab es we…

Vererbung

(1,227 words)

Author(s): Müller-Wille, Staffan
1. Begriff Nicht nur die Biologie selbst, sondern auch V. als einer ihrer zentralen Begriffe ist ein Produkt der Moderne. Wie in der dt. Sprache noch deutlich erkennbar, verdankt er seine biologische Bedeutung der metaphorischen Übertragung des juristischen Erbrecht-Begriffs auf Phänomene der Zeugung und der Fortpflanzung von Lebewesen. Vor dem Ende des 18. Jh.s beschäftigten sich Naturphilosophen und Ärzte mit diesen Phänomenen überwiegend mit Blick auf die Entstehung von Einzelwesen, was eine solche metaphorische Übertragung nicht n…

Verfahrensinnovation

(13 words)

s. Innovation | Wandel, technischer

Verfall

(10 words)

s. Dekadenz

Verfassung

(6,235 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
1. Terminologie 1.1. Verfassung Das dt. Wort V. als Begriffsbezeichnung in einem spezifischen polit.-rechtlichen Sinn begegnet erst um 1800. Es geht allerdings auf eine ma. Wurzel zurück, die eine allgemein-rechtliche Aussage enthält: V. bezeichnet das Verfasste aufgrund einer Vereinbarung, das demnach einzuhalten ist, und damit auch den so geschaffenen Zustand. Diese Wortbedeutung begegnet noch im 18. Jh. wie etwa bei Christoph Martin Wieland in der synonymen Formel, man habe »sich in V. zu setzen,…

Verfassungsbruch

(1,120 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
1. Allgemeine Charakteristika V. bedeutet Änderung oder Aufhebung einer Verfassung (= Vf.), die nicht auf dem von ihr vorgeschriebenen Weg erfolgt, also vf.widrig ist. In der Regel ist damit eine umfassende Veränderung der Staats- und/oder Regierungsform verbunden. Da Vf.-Urkunden ihre Abänderung selbst festlegen, lässt sich demnach vom V. eine nach Regeln der Vf., also vf.konform ablaufende Vf.-Änderung leicht abgrenzen. Schwieriger gestaltet sich dies für Staaten ohne Vf.-Urkunde (Verfassung 7.). Ein »Bruch« kann hier nur die…

Verfassungsgeschichte

(2,397 words)

Author(s): Grothe, Ewald
1. Definition Mit dem Begriff der V. sind nach heutigem Verständnis sowohl die »realhistor.« Verfassungs-Entwicklungen als auch deren Historiographie gemeint. Die V. ist ein Teilgebiet der Rechtswissenschaft und der Geschichtswissenschaft. In der Jurisprudenz wird sie als selbstständiger Rechtsbereich oder als Teil der Rechtsgeschichte bzw. des Öffentlichen Rechts (lat. ius publicum) angesehen [4. 35–42]. 2. Italienische und französische Wurzeln Die V.-Schreibung als spezifischer Teilbereich histor.-juristischer Forschung war vor dem 19. Jh. vornehmlich in Italie…

Verfassungsrecht

(1,674 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
1. Allgemeines Mit der Ausdifferenzierung der europ. Rechtsordnungen im 18. Jh. in Privatrecht bzw. Zivilrecht (auch Bürgerliches Recht), Zivilprozessrecht, Strafrecht, Strafprozessrecht und Verwaltungsrecht (Polizeyrecht, polit. Gesetze) entstand als weiterer Teil das V. Wie insbes. Privatrecht und Strafrecht unterlag es, jedenfalls in Kontinentaleuropa, der Kodifikations-Bewegung, d. h. seiner Regelung in einem Gesetzbuch mit Ausschlusswirkung insbes. unter den Bezeichnungen Konstitution, Verfassung (= Vf.) bzw. Vf.-Urkunde oder Charte, wie dies…

Verfluchung

(10 words)

s. Fluchen

Verfügungsrecht

(1,471 words)

Author(s): Gorißen, Stefan | Zwanzger, Michael
1. Wirtschaft 1.1. Begriff Mit dem Begriff V. (engl. property rights) werden im Kontext der Neuen Institutionenökonomik diejenigen Rechte bezeichnet, die die Handlungsmöglichkeiten von Wirtschaftssubjekten an knappen Ressourcen bestimmen. V. spezifizieren und konkretisieren Eigentums- und Vermögensrechte und beziehen sich auf die Berechtigungen, (1) über bestimmte Ressourcen und Nutzungsformen unter Ausschluss anderer Wirtschaftssubjekte zu verfügen, (2) Güter substantiell (materiell und formal) zu verändern, (3) sich die Erträge aus der…

Vergeltung

(10 words)

s. Strafzweck

Vergewaltigung

(2,729 words)

Author(s): Griesebner, Andrea | Lorenz, Maren
1. Begriff V. (abgeleitet von »Gewalt«, »gewaltigen« bzw. mhdt. »gewaltig thun«) bezeichnete bis ins 20. Jh. vorwiegend physische Gewalt gegen Personen, Dinge oder Institutionen [12]. Seit den frühen german. Rechten fanden für das heute unter V. verstandene Sexualdelikt v. a. die Ausdrücke » Notzucht« bzw. »Notzüchtigung« oder aber »Schändung«, »Schwächung«, »Entehrung«, »Ehrenberaubung« Verwendung; vgl. engl. rape (von lat. rapere, »mit Gewalt rauben«) bzw. franz. rapt, ab 1791 dann viol, span. violación (von lat. violentia, »Gewalt«) und ital. stupro (von lat. stuprum, …

Vergnügung

(956 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Zedlers Universal-Lexicon definierte 1746 V. als »denjenigen Affect, der vom Anschauen oder aus dem Genusse der Vollkommenheiten entstehet«, sei es etwa in der Musik, in der Architektur oder in der wiss. Erkenntnis. Der Akt des Genusses stelle die V. dar, wobei des »Gemüths Vergnügungen die reinesten und nützlichsten sind«. Im Sinne der Philosophie der Aufklärung stehe die V. der Zielvorstellung der Glückseligkeit nahe [1. 748–750]. Krünitz' Oeconomische Encyclopädie assoziiert 1851 Vergnügen etwas körperhafter mit » Lust, Wollust, Freude, Ergötzung, etc.« u…

Verhüttungstechnik

(939 words)

Author(s): Bartels, Christoph
Um Erze zu Metallen verarbeiten zu können, müssen chemische und physikalische Prozessketten in Gang gesetzt und im Sinne einer sicheren Reproduzierbarkeit beherrscht werden. Allerdings verfügte man bis weit ins 18. Jh. hinein nur eingeschränkt über das benötigte chemische und physikalische Wissen. Messeinrichtungen und -verfahren waren nur sehr begrenzt objektivierbar. Temperaturen konnte man nicht genau messen, sondern nur abschätzen. Lediglich Gold- und Silber-Gehalte von Erzen, Zwischenprodukt…

Verjährung

(761 words)

Author(s): Pahlow, Louis
1. Begriff Unter V. versteht man die Einwirkung der Zeit auf ein Recht, das dadurch etwa in seinem Bestand oder in seiner Durchsetzung beeinträchtigt wird. V. gründet sich darauf, dass jemand binnen einer gewissen Frist seine Rechte nicht geltend macht. Sie findet sich außer im Privatrecht und im Strafrecht auch in anderen Rechtsgebieten, u. a. dem Verwaltungsrecht. 2. Privatrecht Mit der Rezeption des römisch-kanonischen Rechts wurden auch dessen traditionelle Grundsätze der Ersitzung weiterentwickelt, d. h. eines Eigentums-Erwerbs des Besitzers einer Sache, an der…
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