Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Waldenser

(4 words)

s. Soziale Bewegungen, religiöse
Date: 2019-11-19

Waldläufer

(895 words)

Author(s): Trenk, Marin
W. waren junge Männer aus Frankreich, die im franz. Kanada der Nz. enge Kontakte zu den Indianern unterhielten und zumindest Teile des Jahres bei diesen lebten. La Nouvelle France (Neufrankreich) war keine Siedlungskolonie, weshalb die Geschichte des franz. Kanada (1608–1763; Kolonialreich 4.) frei von Landkonflikten mit der indigenen Bevölkerung ist. Die vorherrschenden Interessen Frankreichs waren der Pelzhandel und die kath. Mission. Folglich waren die Franzosen auf eine enge Kooperation mit den indian. Völkerschaften angewiesen. Franzosen jeglich…
Date: 2019-11-19

Waldweide

(826 words)

Author(s): Selter, Bernward
Die Landwirtschaft der Frühen Nz. betrieb Nutztier-Haltung in den meisten Regionen vorwiegend unter dem Aspekt der Selbstversorgung mit tierischen Produkten, der Nutzung tierischer Muskelkraft (vgl. Anspannung, tierische) und der Produktion von Dünger (Düngung). Eine Verbesserung der Viehwirtschaft scheiterte oft am Futter-Mangel. Vor den Allmendeteilungen im 19. Jh. fehlte es oft an ausreichendem Weide- und Wiesenland; der Anbau von Futterpflanzen setzte außerhalb der Intensivgebiete (z. B. Niederlande, Südengland, Norditalien) oft erst im 18. …
Date: 2019-11-19

Walfang

(1,091 words)

Author(s): Lesger, Clé
1. AllgemeinWal ist die übliche Bezeichnung für die Meeressäuger der Gattung Cetacea, die in zwei Gruppen zerfällt. Die Bartenwale ( Mysticeti) haben ein siebartiges Gebilde (Barten) im Mund, mit dem sie Plankton aus dem Meerwasser filtern. Die Zahnwale ( Odontoceti) ernähren sich von verschiedenen Tintenfischarten; zu ihnen gehören auch die Narwale, deren Stoßzähne in MA und Früher Nz. als vermeintlich von Einhörnern stammend gehandelt wurden. Bartenwale, insbes. der Grönlandwal ( Balaena mysticetus), die aufgrund ihrer Langsamkeit leicht zu erlegen sind, wurden f…
Date: 2019-11-19

Walkmühle

(1,055 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Technik Als Walken bezeichnet man das Treten, Schlagen oder Pressen von Textilien im Wasser unter Zusatz von Walkerde (feine Tonerde), Urin und/oder Seife, wodurch eine größere Dichte, Resistenz und Reinigung erreicht wird. Tuche werden dabei filzig und konnten bis auf ein Drittel der Maße einlaufen [1]. Die Fußwalke ist bereits für das antike Pompeji belegt [3. 40 f.]; [9. 117].Mit der Nockenwelle, mit der man Drehbewegungen in ein lineares Auf und Ab oder Hin und Her umsetzen kann, wurde das Walken schon im HochMA mechanisiert [8. 228]. Die W. gilt daher als one of the most import…
Date: 2019-11-19

Wallfahrt

(1,529 words)

Author(s): Fischer, Michael
1. AllgemeinUnter W. (auch Pilgerfahrt, Betfahrt, Bittfahrt; lat. peregrinatio religiosa) wird eine relig. motivierte Reise zu einem Kultort verstanden. Der Begriff ist seit dem 14. Jh. verbreitet und leitet sich von mhdt. wallen (»zu Fuß gehen«, »wandern«) ab. Grundlegend für das relig. Phänomen der W. war der Glaube, dass sich an bestimmten Orten die Erfahrung und Wirkung des Heiligen oder Göttlichen in besonderer Weise manifestiere. Hinzu kam die Vorstellung, dass die W. ein gottgefälliges Werk sei, welches im Diesseits und bes. im Jenseits Vorteile bringe. Anthropologisc…
Date: 2019-11-19

Walztechnik

(930 words)

Author(s): Pichol, Karl
1. AllgemeinEine »Walze« in einfachster Form ist ein zylindrischer Körper, der um seine Längsachse drehbar ist, wobei auch tonnenförmige, kegelige oder andere Mantelflächen technisch verwendet werden können. Im runden Querschnitt und der Möglichkeit einer kontinuierlichen Drehung liegen die Vorzüge der Walzen begründet.Walzen waren bereits in der Antike zum Ebnen der Gänge in den Ringschulen bekannt. Vitruv beschreibt (in Buch 10 seiner Zehn Bücher über die Architektur) den Transport von Säulenschäften. Die auf die Erde gelegten zylindrischen Säulen hatten an den…
Date: 2019-11-19

Wandel, technischer

(6,726 words)

Author(s): Reith, Reinhold | Popplow, Marcus
1. Begriff und historiographische Traditionslinien 1.1. Ältere AnsätzeDer Begriff T. W. hat in der technikhistor. Forschung jenen des »technischen (= techn.) Fortschritts« weitgehend verdrängt [53. 19 f.]. Letzterer – oft Hand in Hand mit der Identifizierung von techn. »Revolutionen« verwendet – stand in der technik- und wirtschaftshistor. Forschung meist in Verbindung mit dem Produktivitäts-Paradigma bzw. der Erforschung des Wirtschaftswachstums. Der Blick galt – in der Tradition des Taylorismus bzw. mehr noch des Fordismus – v. a. der Erhöhung…
Date: 2019-11-19

Wanderarbeit

(1,049 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Definition Wanderarbeiter (= W.er) verkörperten in der Nz. einen Typus mobiler Arbeitskräfte, die aufgrund freier und primär wirtschaftlich motivierter Entscheidung vorübergehend an einem anderen Ort als ihrem ständigen Wohnsitz tätig waren, meist kürzer als ein Jahr ( Arbeitsmigration). Ihre temporäre Migration erforderte spezifische Regelungen mit den zurückbleibenden Haushaltsangehörigen, mit den Mitwanderern, manchmal mit der gesamten (ländlichen) Herkunftsgemeinde. Die Wandersaison in der Landwirtschaft (v. a. in Ernte-Zeiten) wie auch in jenen Gew…
Date: 2019-11-19

Wanderbühne, Wanderschauspieler

(7 words)

s. Komödiant | Komödie | Schauspieler/in
Date: 2019-11-19

Wandergewerbe

(4 words)

s. Hausierhandel | Wanderarbeit
Date: 2019-11-19

Wanderhandel

(2 words)

s. Hausierhandel
Date: 2019-11-19

Wandermusiker

(708 words)

Author(s): Rode-Breymann, Susanne
1. Spielleute und MusikantenIm MA waren Spielleute, zumeist als fahrende Musiker/innen, aber auch in anstellungsähnlichen Verhältnissen an Höfen oder in Städten, zentrale Akteure der europ. Musik-Kultur. Sie spielten zur Unterhaltung (Unterhaltungsmusik), zum Tanz, auf dem Land, auf Straßen, Plätzen, Jahrmärkten, in Wirtshäusern (Wirtshausmusik) wie auch bei Turnieren und anderen repräsentativen Anlässen an Höfen. Sie musizierten für verschiedene Gesellschaftsschichten und beherrschten ein dementsprechend (auch internat…
Date: 2019-11-19

Wandmalerei

(2,393 words)

Author(s): Bierbaum, Kirsten Lee
1. Definition und ForschungDer Begriff W. bezeichnet diejenigen Maltechniken, bei denen eine aufgehende Wand im architektonischen Innen- oder Außenraum zum Bildträger wird (im Gegensatz zur Deckenmalerei), unabhängig davon, ob auf eine Putzschicht, auf Mauerwerk oder Stein gearbeitet wird. Die ortsfeste Bindung der W. an die Architektur beeinflusst maßgeblich ihren Werkprozess, ihre materiellen Eigenschaften, ihre formale Ästhetik sowie ihre Funktion. Grenzfälle, die ebenfalls Aufgaben der monumentalen W. übernehmen können, sind die Marouflage (das Anbringen von ö…
Date: 2019-11-19

Wappen

(3,759 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Lück, Heiner | Biller, Josef H.
1. Begriff, Entstehung und FormenW. (von mhdt. wâpen, »Waffen«; franz. armoiries; engl. [ coat of] arms [1]) waren in der abendländischen Ständegesellschaft des MA und der Nz. wichtige Symbole für den Rang und Stand, die Abkunft und die Beziehungen eines Individuums, einer Familie (Familienwappen) oder einer Korporation. Sie entstanden um 1100 in jenen Regionen (Mittel-)Europas, in denen die Feudalgesellschaft am tiefsten verwurzelt war: in (Nord-)Frankreich, Burgund, England, Schottland und im Westen des Alten Reichs. Von do…
Date: 2019-11-19

Warenhausarchitektur

(1,160 words)

Author(s): Kalusok, Michaela
1. Vorstufen Markt- und Lagerhallen gelten als Vorstufen der W., die bis in die Antike zurückreichen [9. 9–21]. Daneben wurden bereits bestehende Architekturen als Verkaufsplätze genutzt. So waren z. B. in der Stoa, einer bevorzugt am griech. Marktplatz errichteten großen Säulenhalle, auch Verkaufsstände und Läden untergebracht. Auch die röm. Basilika, ursprünglich Magistratsversammlungs- und Gerichtsort, war ein multifunktionaler Bau und diente Kaufleuten und Bankiers als Markthalle. Im MA fungierten Laubengänge und Loggien an Rathäusern und anderen öffentlich…
Date: 2019-11-19

Warenkunde

(861 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. GrundlagenDie W. bezeichnet die systematische wiss. Auseinandersetzung mit den gehandelten Waren. Der Begriff W. tritt erstmals am Ende des 18. Jh.s in Johann Beckmanns zweibändiger Vorbereitung zur Waarenkunde (1793/1800) auf, die als Grundstein der W. gilt [2]. Im Französischen und im Englischen gibt es keinen eigenständigen Begriff; dagegen bezeichnet ital. merceologia die W. als wiss. Gegenstand, der an den Wirtschaftsfakultäten seit 1850 gelehrt wird [6. 190].Die wiss. Beschäftigung mit den Waren hat eine lange Tradition: Als einer der frühesten waren…
Date: 2019-11-19

Wärmelehre

(3,171 words)

Author(s): Borrelli, Arianna
01. AllgemeinVom Untergang der aristotelisch-galenischen Elementen-Lehre in der Renaissance bis zur Entstehung der modernen Thermodynamik um die Mitte des 19. Jh.s bestanden im europ. Kulturraum stets unterschiedliche Ansichten über die Natur der Wärme, von denen keine allgemeine Anerkennung fand. In diesem Zeitraum war die W. keine in sich abgeschlossene Disziplin, und Diskussionen über Natur und Eigenschaften der Wärme fanden stets im Rahmen breiterer naturphilosophischer Debatten statt (Naturphilosophie). Dabei konnten die verschiedenen Ansichten sowohl…
Date: 2019-11-19

Wärmestoff

(2 words)

s. Wärmelehre
Date: 2019-11-19

Wäscherei

(1,099 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. AllgemeinDas Waschen der Wäsche vollzog sich in der Nz. nach sozialen Kontexten unterschiedlich [6]; [9]; [4]: Bei adligen Gutsherrschaften sowie in patrizischen oder großbürgerlichen Haushalten, die größere Textilienvorräte besaßen, wurde mehrmals im Jahr »große Wäsche« gehalten. Sie verfügten mitunter über eine eigene Waschküche sowie einen Wasch- und Trockenplatz und holten zusätzliche Lohnwäscherinnen ins Haus, deren Bezahlung manchmal in Taxordnungen festgelegt war [12. 333]. Daneben gab es häufiger auch die »kleine« Wäsche: Im Haushaltsbuch von Anton Tucher au…
Date: 2019-11-19
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