Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Ahnenprobe

(791 words)

Author(s): Graf, Klaus
Die A. (Adelsprobe) war der Nachweis oder die Darstellung der Herkunft von 4, 8, 16 usw. adeligen Ahnen. Die v. a. im dt.-sprachigen Raum bedeutsame A. war ein normatives Instrument der Exklusion, das einen institutionellen oder genossenschaftlichen Binnenraum gegen unerwünschte Eindringlinge abschotten sollte. Bei der A. in Form der sog. »Aufschwörung« mussten die Probanden und Zeugen eidlich die Herkunft – Adel und eheliche Geburt der Ahnen, oft kombiniert mit weiteren Eigenschaften wie Stiftsmäßigkeit, Angehörigkeit zur Reichsritterschaft (oder zur…

Ahnenverehrung

(822 words)

Author(s): Kaser, Karl
Das Abstammungsdenken gewann im westl. frühnzl. Europa an Bedeutung. Der Verweis auf die Abstammung (Ahnenprobe) diente dem Adel, aber auch anderen sozialen Gruppen der Legitimation von bzw. dem Anspruch auf höhere Positionen in einer zunehmend differenzierten Sozialstruktur. Diese Art von Abstammungsdenken ist von der A., die im östl. und südöstl. Europa weit verbreitet war, in funktionaler Hinsicht zu unterscheiden. Der A. als Praktik der Aufrechterhaltung von Beziehungen zu den verstorbenen männlichen Vorfahren begegnen wir in erster Linie in stark patriarchal…

A (index) Figure person

(618 words)

Abadie, Paul d.J.; Architekt, 1812-1884 Historismus Abdulcelil Levni, gest. 1732 Tonkunst, islamische Abenragel, Albohazen; Philosoph, Astrologe, 11.Jh. Zodiacus Abresch, Johann; Landwirt, Kaufmann, 1804-1861 Politische Bewegungen Achard, Franz Karl; Chemiker, 1753-1821 Zucker Adam, erster Mensch Nacktheit | Sünde | Sünde Adams, John; Präsident der USA 1797-1801, 1735-1826 Unabhängigkeitserklärung (USA) Adelmann, Georg; Arzt, 1777-1865 Gewerbepathologie Aertsen, Pieter (gen. Lange Pier); Maler, 1508-1575 Stillleben Aesop, Aisopos; Fabeldichter, 6.Jh. v.Chr.

A (index) Figure Subject

(670 words)

Abend, Romantik Abendmahl, Jesus Christus | Musik, kirchliche | Protestantismus | Reformation Abenteuerroman, Gattung | Ritterroman | Robinsonade Ablass, Reformationsjubiläum Abschreckung, Ehre | Ehre | Kriminalgeschichte | Kriminalität | Mord | Pranger | Standrecht | Strafe | Strafkolonie | Verbannung Abstraktion, Moderne Achtzigjähriger Krieg (1568-1648), Europa Ackerbau, Bodenbearbeitung | Bodenbearbeitung Ackerwalze, Bodenbearbeitung Adelshochzeit, Verkehr und Transport Aderlass, Bader Adler, Barrikade | Gottesbilder | Kupf…

Akademie

(2,270 words)

Author(s): Gierl, Martin
Die Entwicklung öffentlichkeitsgliedernder Institutionen war zentrales Element nzl. Geschichte. Neben der Universität war die A. wesentliche Einrichtung im Bereich der Organisation von Wissen und Kultur. 1. Begriff 387 v. Chr. hatte Platon ein Haus nordwestl. Athens in einem nach dem attischen Heros Akademos benannten Kulturbezirk für seine Philosophenschule erworben; der Hain mit Gymnasion, Gärten und Kultstätten gab ihr seinen Namen, Akadḗmeia. Als einerseits geordneter Verband mit Scholarch, »Älteren« und »Jüngeren«, der andererseits ohne Curriculum …

Akademische Freiheit

(960 words)

Author(s): Asche, Matthias
Die ursprüngliche Bedeutung von A. F. meint die Rechte der Universität als Korporation und die daraus abgeleiteten Privilegien ihrer Angehörigen. Grundlage hierfür war ein kaiserliches Privileg von 1158 ( Authentica habita), welches den Scholaren die freie Wahl des Gerichtsstandes am Studienort ( libertas scholastica) zugestand. Zunächst nur auf Studenten in Bologna bezogen, gewannen diese Regelungen durch die Aufnahme in päpstliche und kaiserliche Universitätsprivilegien nachhaltigen Einfluss auf die Gestaltung der Rechtsstellung aller…

Akademische Grade

(950 words)

Author(s): Rasche, Ulrich
1. Formen und Zeremoniell Das Recht zur Erteilung von A. G. ist den Universitäten kraft Gewohnheitsrecht zugewachsen oder durch kaiserliche oder päpstliche Privilegien verliehen worden (Akademische Freiheit). Es zählte zu wesensbestimmenden Klassifikations- und Identifikationsmerkmalen einer nzl. Universität. Die Grade strukturierten ursprünglich das mehrstufig (lat. gradus: »Stufe«) angelegte Universitätsstudium, das im höchsten Fall aus vier aufeinander aufbauenden Studienebenen bestand: der ersten Ebene bis zum Erwerb des Bakkalaureats in der Philosophi…

Akklimatisation

(752 words)

Author(s): Rieke-Müller, Annelore
Unter A. (auch Akklimatisierung) versteht man heute die Einführung nicht endemischer Wildtiere und Pflanzen sowie ihre Gewöhnung an eine neue, klimatisch fremde Umgebung mit dem Ziel ihrer Fortpflanzung. Der Begriff bezeichnet sowohl eine vom Menschen seit Jahrhunderten angewandte Methode als auch einen in der Natur vorkommenden Prozess [4. VII]; [5. 71]. In der Medizin, insbes. in der Tropen- und Kolonialmedizin, wurde er auch auf den Menschen angewandt [3]. In der Biologie erst in der Nz. theoretisch begründet, kam es bis ins 20. Jh. hinein nicht zu einer kla…

Akkord

(911 words)

Author(s): Küster, Konrad
Der Begriff A. hat zwei musiktheoretische Bedeutungsfelder, ein älteres, allgemeines und ein neueres, spezielleres. In beiden wird eine Beziehung zum Musizieren mit Instrumenten hergestellt, denn A. geht auf den mittellat. Begriff chorda (»Saite«) zurück. Die ältere Begriffstradition verweist auf den Vorgang, Musikinstrumente zu stimmen: Diese werden in A. zueinander gebracht. Ebenso bezeichnet A. das Ergebnis, das Miteinander »gestimmter« Instrumente. Prinzipiell kann eine Singstimme hinzutreten, doch das instrumentale Prinzip ist ü…

Akkordlohn

(10 words)

s. Stücklohn

Akkulturation

(11 words)

s. Interkulturelle Beziehungen

Akkusationsprozess

(10 words)

s. Inquisitionsprozess

Aktdarstellung

(10 words)

s. Modellstudium

Akte

(10 words)

s. Archiv

Aktenversendung

(707 words)

Author(s): Oestmann, Peter
Die A. ist eine Besonderheit der frühnzl. Rechtspflege. Häufig entschieden Gerichte die bei ihnen anhängigen Rechtsstreitigkeiten nicht selbst, sondern schickten die Akten mit der Bitte um Rechtsbelehrung an ein Spruchkollegium, zumeist an Juristenfakultäten. Deren Entscheidung verkündete das anfragende Gericht schließlich den Parteien gegenüber als eigenes Urteil. Die A. hat ihre Wurzeln sowohl im ma. ital. als auch dt. Recht. Funktional ersetzte sie den aus dem dt. SpätMA bekannten Oberhofzug [1. 84]. Im Zuge der Rezeption des röm. Rechts ging das überlegene Rec…

Aktie, Aktiengesellschaft

(1,477 words)

Author(s): Walter, Rolf | Denzel, Markus A.
1. Aktie Das Wort Aktie (= A.; von lat. actio, »klagbarer Anspruch«) im Sinne von »Anteilsschein« kam über die Niederlande als Lehnwort ins Deutsche. Dies erklärt sich dadurch, dass aktienmäßige Beteiligungen zuerst in den Niederlanden vorkamen. A. bezeichnet das Rechtsverhältnis des Aktionärs gegenüber der Aktiengesellschaft (= Ag.). Die A. repräsentiert sowohl einen Teil des Grundkapitals als auch ein Anteilsrecht des Aktionärs. Durch die A. werden heute sowohl Vermögensrechte (z. B. Gewinnanspruch, Be…

Aktienrecht

(10 words)

s. Gesellschaftsrecht

Aktualität

(1,146 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Anfänge Die A. von Informationen war seit der Renaissance in steigendem Maße ein Erfordernis der Politik und des sich entwickelnden Handelskapitalismus. Dies führte zur Ausbildung von arbeitsteiligen Systemen der professionellen Übermittlung von Nachrichten. Städte, Höfe, Klöster und Kaufleute stellten Boten ein (Botenwesen). Reiterstafetten wurden nach Ausweis der Quellen erstmals von Herzog Giangaleazzo Visconti (reg. 1395–1402) in Mailand eingeführt. Dort haben sich erste Überreste jener » Stundenzettel« erhalten, mit denen die Geschwindigkeit der Nach…

Akustik

(1,111 words)

Author(s): Klotz, Sebastian
1. Einleitung Die Entwicklung der A. (ursprgl. Wissenschaft vom Schall und seiner Wahrnehmung) steht in enger Wechselwirkung mit der Musiktheorie, der Philosophie sowie mit den praktischen Kenntnissen von Musikern, Instrumentenbauern (Instrumentenmacher) und experimentell aufgeschlossenen Naturphilosophen (Nautik, Astronomie, Kosmographie). Sie stellte ein Erprobungsfeld für die Allianz der freien und der mechanischen Künste (Artes liberales, Artes mechanicae), für neue Experimentalanordnungen und…

Akzise

(948 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein
Eine A. ist eine Abgabe, die auf Konsumgüter erhoben wird (Konsum). Die Pflicht, die Abgabe zu entrichten, trifft nicht direkt eine bestimmte Person oder einen Haushalt, da die Summe nur gezahlt wird, wenn eine bestimmte Ware erworben wird. Daher kann man die A. den indirekten Steuern zuordnen, die etwa auf Dienstleistungen erhoben werden (sog. Stempelsteuern) oder auf den Handel mit Waren (Abgaben an öffentlichen Waagen oder Mautstellen und Zölle). Direkte Steuern hingegen werden von Personen erhobe…
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