Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Code Civil

(930 words)

Author(s): Pfister, Laurent
1. Entstehung Um den Rechtspluralismus des Ancien Régime abzuschaffen und eine auf Gesetz gegründete Rechtseinheit zu verwirklichen, sah die Revolutionsverfassung von 1791 den Erlass eines einheitlichen C. C. (» Bürgerliches Gesetzbuchs«) vor (vgl. Privatrecht). Zwischen 1791 und 1799 wurden vier Entwürfe erstellt, darunter drei durch Jean-Jacques Régis de Cambacérès; keiner davon wurde aber angenommen. Dass es 1804 in Frankreich zur Kodifikation des C. C. kam, erklärt sich aus dem Bemühen der Konsulatsregierung um Stabilität nach zehn Jahren der Französischen Revolut…

Code de Commerce

(19 words)

s. Handelsrecht | Napoleonische Gesetzbücher

Code de Procédure Civile

(22 words)

s. Napoleonische Gesetzbücher | Zivilprozess

Code d’Instruction Criminelle

(19 words)

s. Napoleonische Gesetzbücher | Strafprozess

Code Pénal

(862 words)

Author(s): Pfister, Laurent
1. Begriff C. P. ist die franz. Bezeichnung für ein Strafgesetzbuch. Insbes. versteht man darunter das 1810 unter Napoleon I. in Kraft getretene franz. Strafgesetzbuch, das zusammen mit dem Code Civil (1804), dem Code de procédure civil (1806), dem Code de commerce (1807) und dem Code d'instruction criminelle (1808) die Napoleonischen Gesetzbücher ( les cinq codes) ausmacht. 2. Der Code pénal von 1791 In Frankreich wurde die Kodifikation des gesamten Strafrechts in einem einzigen Gesetzeswerk zum ersten Mal zur Zeit der Französischen Revolution verwirklicht [4]. Der dritte Sta…

Codex Iuris Bavarici Criminalis

(663 words)

Author(s): Schlosser, Hans
Das Vorhaben des Kurfürsten Maximilian III. Joseph, den bayerischen Kurlanden »einen vollständigen neuen Codex Iuris Patrii« (»Kodifikation des Landesrechts«) zu geben, wurde erstmals 1751 mit der Verkündung des C. I. B. C., eines Strafgesetzbuchs, realisiert. Sein Verfasser war der Justizjurist und Geheime Ratskanzler Wiguläus Xaverius Aloysius Freiherr von Kreittmayr, eine schillernde Persönlichkeit der bayerischen Politik. Der Kodifikationsplan eines alle Rechtsgebiete erfassenden Codex Maximilianeus wurde 1753 durch eine Zivilprozessordnung ( Codex Iuris B…

Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis

(720 words)

Author(s): Schlosser, Hans
1. Entstehung und Geltung Im Zuge der durch Kurfürst Maximilian III. Joseph initiierten bayer. Gesetzgebungsreform, die in einem dreiteiligen Codex Maximilianeus alle Rechtsgebiete betraf, trat nach dem Codex Iuris Bavarici Criminalis (1751) und dem Codex Iuris Bavarici Iudiciarii (Zivilprozessordnung von 1753) der C. M. B. C. als das dritte und letzte Teilgesetz in Kraft; er wurde am 2. 1. 1756 verkündet. Wie bereits die früheren Teilgesetze war auch der C. M. B. C. ( »Zivilkodex«) ausdrücklich eine Reaktion auf die – zwar auf Preußen bezogene – Kabinettsordre Friedrich…

Codice Criminale Toscano

(17 words)

s. Leopoldinisches Strafgesetzbuch

Cofradía

(737 words)

Author(s): Bechtloff, Dagmar
Mit dem span.-portug. Begriff C. (von lat. confraternitas) werden Bruderschaften innerhalb der Kolonialgesellschaften in Übersee bezeichnet. Diese Laienvereinigungen haben ihren Ursprung im frühma. Europa. Mit einigen regional und zeitlich bedingten Abweichungen entwickelte sich das Bruderschaftswesen auf der Iber. Halbinsel ähnlich wie im übrigen Europa. Die Reconquista (d.h die Rückeroberung der islamisierten Teile der iber. Halbinsel durch Christen), und die damit verbundene christl. Re-Missionierung (Christianisierung) wiesen…

Collegium

(1,961 words)

Author(s): Wollny, Peter | Hardtwig, Wolfgang
1. College, Collège S. Kolleg; Universität 2. Collegium musicum Der lat. Begriff collegium – eine durch ein Gesetz (lat. lex) geschaffene Vereinigung – hat seit der Antike ein recht breites Bedeutungsfeld. Er bezeichnet im ursprünglichen Sinne eine Amtsgemeinschaft (z. B. ein C. von Beamten), aber auch einen Rat, eine Bruderschaft, Genossenschaft, Innung, Zunft oder Truppe sowie schließlich deren Versammlungs- oder Sitzungsort. Im spezielleren Sinn ist C. auch eine öffentliche, meist höhere Lehranstalt (engl. college, franz. collège; Kolleg; Universität). Schließlich …

Columbian Exchange

(1,424 words)

Author(s): König, Hans-Joachim
1. Definition Der Terminus C. E. beschreibt die sich seit der Entdeckungsreise des Christoph Kolumbus (1492) vollziehende, von den Zeitgenossen allerdings nicht in ihrem Ausmaß wahrgenommene Interaktion zwischen Europa und Amerika. 1972 legte der US-amerikan. Historiker Alfred W. Crosby Jr. dar, dass Kolumbus' Expeditionen in die Neue Welt ebenso große Auswirkungen in biologischer wie in kultureller Hinsicht hatten, wenn nicht gar größere [2]; vgl. [1]. Seitdem wird der Begriff C. E. verwendet, um den enormen und vielfältigen Austausch zwischen Europa und Amerika, in…

Commedia dell'Arte

(741 words)

Author(s): Mehnert, Henning
Der Terminus C. D. A. (»Berufstheater«; von ital. commedia, »Lustspiel/Theater« und arte, »Kunst/Gewerbe«) taucht erst im 18. Jh. in den theoretischen Schriften Carlo Goldonis auf; die Schauspieler und Schauspieltruppen, die diese Typen- und Stegreif-Stücke seit dem 16. Jh. aufführten, verwendeten ihn nie. Goldoni unterschied damit das Theater-Spiel der Masken und Improvisationen von der schriftlich niedergelegten Charakterkomödie, die er selbst pflegte. Die Schauspieler nannten ihr Betätigungsfeld la Commedia degli Zanni (»Dienerkomödie«), la Commedia a sogge…

Common Law

(2,996 words)

Author(s): Reimann, Mathias
Im weitesten Sinne versteht man unter dem C. L. das Rechtssystem bzw. Recht, das sich im ma. England zu entwickeln begann und sich dann im Laufe der Nz. und Moderne weltweit, insbes. in den von Großbritannien kolonialisierten Ländern, verbreitete. Im Einzelnen kann der Begriff des C. L. vier ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Ursprünglich war es das von den königlichen Gerichten geschaffene »gemeine«, d. h. für ganz England einheitliche Recht im Gegensatz zu den Partikularrechten. Später meinte man mit …

Commonwealth

(849 words)

Author(s): Asch, Ronald G.
Das Wort C. bezeichnet im Englischen im 16. Jh. einerseits ganz allgemein das Gemeinwesen (im Sinne des lat. res publica) als Einheit von staatlicher und gesellschaftlicher Ordnung, andererseits aber auch das mit dieser Einheit verbundene Gemeinwohl. Der so geprägte Begriff war nicht antimonarchisch, stellte aber doch eine Ergänzung zur Definition Englands als realm (»Reich«) oder kingdom (»Königreich«), also als Reich eines Monarchen, dar. Um die Mitte des 16. Jh.s wurde C. zu einem Schlüsselbegriff für jene Vertreter eines oft christl. geprägten …

Communis opinio

(635 words)

Author(s): Schröder, Jan
1. Begriff Die C. O. (lat. für »allgemeine Meinung«, »herrschende Lehre«) ist ein Phänomen in den Wissenschaften und im Alltagsleben. Eine Theorie der C. O. entwickelte sich seit dem MA v. a. in der Argumentationstheorie als einem Teilgebiet der Logik und in der Rechtswissenschaft. 2. Argumentationstheorie In der Argumentationstheorie ( Topik) des MA und der Frühen Nz. spielte die C. O. eine bedeutende Rolle. Nach den Maximen, die mit dem Topos ab au(c)toritate (»aus Autorität«) verbunden waren, beanspruchte die Meinung eines Fachmanns die Vermutung, richtig zu …

Composite monarchy

(13 words)

s. Personalunion

Concetto

(1,633 words)

Author(s): Bremer, Kai | Kanz, Roland
1. Literatur C. (ital.; von lat. conceptus, »Zusammenfassung«/»Gedanke«) ist ein in zahlreiche westeurop. Kultursprachen übernommener Begriff (span. concepto/ conceto, engl. conceit), der von Ernst Robert Curtius mit »scharfsinnige« oder »spitzfindige« Ausdrucksweise und »Sinnspiel« [2. 298, 301], von Hugo Friedrich als »eine möglichst abnorme Pointe, ein frappierendes Sinn- oder Gedankenspiel, vielsagend, stechend, ausgefallen« [3. 636 f.] umschrieben wird, jedoch neutraler als »Begriff«, »Entwurf« oder »Gedanke« übersetzt werden kann. Deswegen k…

Confessio Augustana

(18 words)

s. Augsburger Religionsfriede | Bekenntnis | Luthertum

Connaisseur

(12 words)

s. Dilettant | Geschmack
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