Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Ehe

(4,750 words)

Author(s): Ulbrich, Claudia | Klein, Birgit E.
1. Europäische Gesellschaften 1.1. Allgemein Der Begriff der E. bezeichnet eine auf Dauer angelegte Beziehung zwischen Mann und Frau, die ihre Legitimität aus einer göttlichen oder staatlichen Ordnung erhält. Als gesellschaftliche Institution ist sie von grundlegender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Geschlechterdifferenz (vgl. Geschlecht; Geschlechterrollen) in einer Gesellschaft und der mit ihr verbundenen sozialen und symbolischen Ordnung. Auf die E. bezogene konventionelle, kirchliche und zivilrechtliche Ordnungen (Eherecht) regeln und k…

Eheauflösung

(1,858 words)

Author(s): Scholz-Löhnig, Cordula
1. Definition E. bildet den rechtlichen Oberbegriff für alle Möglichkeiten zur Trennung einer Ehe. Nach heutigem Verständnis würde man v. a. an die Ehescheidung denken. In der Nz., in der das kirchliche Eherecht noch prägend war, ist es sinnvoll, nach kath., protest. und säkularem Recht zu unterscheiden. Den Ausgangspunkt für die Entwicklung des E.-Rechts in der Nz. bildete die Auffassung des kanonischen Eherechts, die von der Unauflöslichkeit einer gültig geschlossenen sakramentalen Ehe ausging [7. 240 ff.]: »Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht sc…

Ehebruch

(917 words)

Author(s): Scholz-Löhnig, Cordula
1. Tatbestand In der Nz. konnte der Tatbestand des E. in der Regel von verheirateten Frauen und Männern verwirklicht werden. Der E. hatte strafrechtliche (s. u. 2.) und zivilrechtliche (s. u. 3.) Folgen, die weder regional noch für Mann und Frau einheitlich waren. In der Nz. prägten christliche Vorstellungen das Verständnis des E.-Tatbestands. E. konnten verheiratete Männer und Frauen gleichermaßen begehen, wenn sie durch außerehelichen Beischlaf ihre Treue-Pflichten aus dem Sakrament der Ehe verletzten [6]; [2]; [1]. Diese Auffassung von E. setzte sich in den Rechtsb…

Ehehindernis

(12 words)

s. Ehekonsens | Eheschließung

Ehekonsens

(938 words)

Author(s): Ehmer, Josef
1. Begriff Der Begriff des E. wurde im nzl. Eherecht in zweifacher Weise verwendet: Im kirchlichen Eherecht bezeichnete er zum Ersten die Übereinstimmung bzw. Willenserklärung von Mann und Frau, die Ehe schließen zu wollen ( Eheschließung). Zum Zweiten diente der Begriff aber in zahlreichen dt. Territorien – v. a. im 18. und 19. Jh. – als Bezeichnung für die Heiratserlaubnis bzw. Ehebewilligung durch Obrigkeiten und Behörden. In der Habsburgermonarchie sprachen staatliche Dekrete zur Mitte des 18. Jh.s vom »obrigkeitlichen Consens zur Verehligung« und i…

Eheliches Güterrecht

(14 words)

s. Güterrecht, eheliches

Ehe, morganatische

(16 words)

s. Ehe zur linken Hand

Eherecht

(2,144 words)

Author(s): Scholz-Löhnig, Cordula
1. Definition Das E. als Gegenstand des Privatrechts umfasst im Wesentlichen folgende drei Bereiche: das Zustandekommen einer gültigen Ehe ( Eheschließung), das Leben in der Ehegemeinschaft (Ehewirkungen, s. u. 5.) und die Auflösung der Ehegemeinschaft ( Eheauflösung) [11. 20]. 2. Zuständigkeit für die Ehegesetzgebung Das frühnzl. E. war ein durch die Kirche geprägtes Recht, das ma. weltliche Vorstellungen und Rechte zugunsten christl. Auffassungen und kirchlichen Rechts (Kirchenrecht) verdrängt hatte [12]. Dieser Befund gilt für das materielle und das prozessua…

Eheschließung

(2,291 words)

Author(s): Scholz-Löhnig, Cordula
1. Voraussetzungen Das Eingehen einer gültigen Ehe war in der Nz. an bestimmte rechtliche Voraussetzungen geknüpft, um diese für das Gemeinwesen äußerst wichtige Lebensgemeinschaft insbes. als Fortpflanzungsgemeinschaft zu kontrollieren und zu sichern. Dieses Ziel versuchte man durch Ehehindernisse und Formvorschriften zu erreichen; z. T. schränkte man aus Gründen der Kontrolle auch die E.-Freiheit ein, indem man einer Heiratserlaubnis vorschrieb (Ehekonsens). Regelungen, die die E. und den zwischen den Ehegatten entstehenden Vertrag betrafen, waren zu Beginn d…

Ehevermittlung

(739 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
E. kann auf privater Basis erfolgen oder gewerbsmäßig betrieben werden. Bestanden in Europa gegen die private E. durch Eltern oder Verwandte von kirchlicher oder staatlicher Seite nie Einwendungen, so war die gewerbliche E. aus theologischen, rechtlichen und sittlichen Gründen stets einer gewissen Kritik ausgesetzt. Die Grenzen zwischen privater und gewerbsmäßiger E. ließen sich jedoch teilweise schwer ziehen, da es in vielen Regionen als Brauch galt, auch privat geleistete Vermittlungsdienste bei Zustandekommen einer Ehe zu belohnen. Die Praxis der privaten E. war in …

Ehe zur linken Hand

(793 words)

Author(s): Scholz-Löhnig, Cordula
1. Definition Die E. Z. L. H., auch morganatische Ehe genannt, ermöglichte Männern des Hochadels, eine nichtebenbürtige Frau zu ehelichen ( Ebenbürtigkeit) und damit das Zusammenleben mit ihr zu legitimieren, ohne dass diese an den Standes- und Vermögensrechten partizipieren konnte. Diese Eheform existierte daher in der Nz. in Europa überwiegend als ein Rechtsinstitut des Fürstenrechts (Privatfürstenrecht) [1. 180]; [3. 16, 18, 32ff.]. 2. Juristische Konstruktion Die E. Z. L. H. war aufgrund kirchlichen Einflusses im MA zwar hinsichtlich des Ehebandes eine…

Ehre

(2,076 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Forschungslage Die aktuelle Forschung begreift E. nicht mehr als eher statische moralisch-rechtliche Größe, sondern als histor. wandelbares, komplexes Regelsystem wechselseitiger Wertzumessung, das maßgeblich sowohl individuelle Selbstachtung als auch rollen- und gruppenspezifische Wert- und Rangvorstellungen und damit entsprechende Verhaltenserwartungen erzeugte. Demzufolge werden vornehmlich detaillierte Analysen je besonderer Fälle der Konstruktion, Infragestellung, Verteidigung und Dekonstr…

Ehrendelikte

(12 words)

s. Beleidigung | Ehre

Ehrenstrafen

(12 words)

s. Ehrverlust | Strafe

Ehrenzeichen

(744 words)

Author(s): Kloosterhuis, Jürgen
Die E. sind sichtbar getragene Abzeichen, die eine vom gesellschaftlichen Konsens abhängige, auszeichnende Wertigkeit demonstrieren. In dieser Hinsicht rangieren sie meist hinter den ihnen nah verwandten Orden. Unbeschadet der umgangssprachlich geläufigen, aber unpräzisen Synonymstellung von Orden und E. sind beide am sichersten durch einen bei der jeweiligen Stiftung statuierten, quantitativen Aspekt zu unterscheiden; so ist die Anzahl der Träger eines bestimmten E. in der Regel weit größer als die von Mitgliedern ein…

Ehrgeiz

(1,000 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Schon in seiner lat. Ursprungsform war ambitio ein moralisch ambivalenter Begriff. Seit Cicero meinte er nicht nur den »Umgang«, mittels dessen sich ein Amtsbewerber bei seinen Wählern bekannt machte, sondern auch ein bes. nachdrückliches, rücksichtsloses Streben nach Ämtern und Würden. Seit Augustinus stand eine solche Haltung in einem schwer überbrückbaren Gegensatz zum christl. Gebot der Demut und Bescheidenheit. Theologen aller Konfessionen missbilligten das Streben nach »eitler Ehre« ( Luther). »Eergeizlich« – die um 1500 geläufige dt. Wortbildun…

Ehrverlust

(702 words)

Author(s): Hofer, Sibylle
1. Allgemein Der Ehre kam in der Nz. juristische Bedeutung nicht nur in Form des strafrechtlichen Schutzes gegen Ehrverletzungen (Beleidigung) zu, sondern auch dadurch, dass die Rechtsstellung des Einzelnen mit seiner Ehrbarkeit in Verbindung gebracht wurde. Eine unversehrte allgemeine bürgerliche Ehre galt als Voraussetzung für volle Rechtsfähigkeit (Person), während E. zu Beschränkungen bei der Ausübung von Rechten führte. 2. Begriff Die Terminologie spiegelt die Rechtsgeschichte des E. wider. Zum Teil wurde in der dt. Rechtswissenschaft bis ins 19. Jh. der lat. Begriff in…

Eid

(927 words)

Author(s): Luminati, Michele
1. Begriff Unter einem E. versteht man die Anrufung Gottes als Zeuge der Wahrheit einer Aussage oder eines Versprechens. Der E. verknüpft Rechts- und Heilsordnung und zählt als ethnologisches Urphänomen zu den rechtlichen und religiösen Selbstverständlichkeiten der alteurop. Welt bis zum Ende des Ancien Régime. Zum E. gehören immer Rede und Gestus. Die E.-Formel ist oft als bedingte Selbstverfluchung gestaltet, bei der Gott zum Rächer des Meineides wird. Zum typischen E.-Gestus gehören die Erhebung der Schwurhand sowie die Berührung heiliger Gegenstände. 2. Reformation und E…

Eidgenossenschaft

(11 words)

s. Schweizerische Eidgenossenschaft
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