Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Epidemie

(1,364 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Krankheiten und SeuchenDie korrekte Zuordnung nzl. Seuchen durch die moderne Krankheitslehre ist durchweg problematisch; selbst die Evidenz übereinstimmender Symptome ist zweifelhaft. Dies gilt für die Vielzahl der pestilenzialischen Fieber ebenso wie für scheinbar eindeutig identifizierbare Krankheiten, hinter denen sich prinzipiell alle möglichen Infektionen mit Massencharakter verbergen konnten. Die gelehrte Welt des 15./16. Jh.s kannte zwar aus der antiken Überlieferung und aus frühen Drucken, etwa von Giovanni Boccaccios Decamerone (1348–1353), die bedr…
Date: 2019-11-19

Epidemiologie

(840 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die E. (von griech. epídēmos, »im Volk verbreitet«, und lógos, »Lehre«) beschreibt Auftreten, Ursachen und Verteilung von gesundheitsbezogenen Zuständen, Ereignissen und Risiken in Populationen und sucht Wege, mit diesem Wissen Gesundheit wiederherzustellen und zu fördern sowie Krankheiten durch Prävention zu verhindern. Das epidemiologische (= epid.) Wissen wird i. Allg. angewandt, um Gesundheitsprobleme der Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Erste Bemühungen um die E. im wiss. Sinne fanden im 17. Jh. statt.Wolfgang Uwe Eckart2. Demographische Epidem…
Date: 2019-11-19

Epigramm

(820 words)

Author(s): Althaus, Thomas
1. BegriffDas E. als Kleinpoesie am Rande des Gattungsspektrums der Lyrik wurde in der Nz. zum Textschema für die knappe Vergegenwärtigung und Analyse von Erfahrungen. Der ursprünglichen Bedeutung nach war es in der griech.-röm. Antike auf Grabmälern oder Weihgeschenken als »Inschrift eingeritzt« (griech. epígramma). Das Buch-E. erinnert dies nur noch als seinen Ursprungsmythos und imitiert durch Kürze, als meist zweizeiliger ( »Distichon«) oder vierzeiliger Text, die Engräumigkeit solcher Aufschrift. Das befördert seine Qualität als zugespitzte Bemerkung…
Date: 2019-11-19

Epigraphik

(988 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und FunktionDer Begriff E. (von griech. epigraph椃; » Inschrift«) kam im Deutschen erst im 18. Jh. auf, im Französischen sogar erst 1838. Gleichwohl gehört das Aufzeichnen, Sammeln und Klassifizieren antiker Inschriften (= I.) auf Stein und Metall zu den ältesten, verbreitetsten und angesehensten Formen nzl. Altertumskunde und Archäologie. Die Gründe variierten. Wenn F. A. Wolf 1807 erklärte, dass die E. »nicht durch die Formen von Seiten der Schönheit wichtig [sei], sondern durch die grammatischen, lexikalischen, geographischen, histori…
Date: 2019-11-19

Episkopalismus

(777 words)

Author(s): Wassilowsky, Günther
1. DefinitionEin weiter E.-Begriff erfasst sämtliche kirchenpolitische Handlungsmuster und ekklesiologische Theorien (Theorien von Kirche), in denen das Bischofsamt als das Grundprinzip der Kirchenverfassung aufgefasst wird. Im Unterschied zum Protestantismus beinhaltet der theoretische E. in der ma. und Römisch-katholischen Kirche nicht die staatsrechtliche Legitimation des landesherrlichen Kirchenregimentes (vgl. Episkopalsystem), sondern eine theologisch und kanonistisch argumentierende Grundlegung der bischöflichen Struktur von Kirche. Das im Laufe d…
Date: 2019-11-19

Episkopalsystem

(751 words)

Author(s): Schneider, Bernd Christian
E. bezeichnet eine juristische Theorie, die erklärt, warum dt. evang. Fürsten die Kirchen in ihren Ländern bischöflich (episkopal, lat. episcopale) leiteten. Im Deutschland der Reformationszeit (1517–1555) schloss sich kaum ein amtierender Bischof der Reformation an. Gleichzeitig forderten die evang. Stände, dass die amtierenden Bischöfe keine Jurisdiktion mehr über evang. Bürger ausüben dürften (Gerichtsbarkeit). Stattdessen übernahmen die evang. politischen Eliten selbst, also Fürsten und Stadträte, die Leitung bei der Einfüh…
Date: 2019-11-19

Epistemologie

(2 words)

s. Erkenntnistheorie
Date: 2019-11-19

Epitaph

(1,692 words)

Author(s): Csuk, Siglinde | Gersmann, Gudrun
1. Kunst 1.1. BegriffDas Wort E. (griech. epitáphios, »das zum Grab Gehörende«) bezeichnete in der Antike die zum Lob des Verstorbenen gehaltene Grabrede. In Europa wurde der Begriff bereits ab dem MA sowohl für die Grabinschrift und die literarische Gedenkschrift als auch für das an Kirchenwand oder Friedhofsmauer angebrachte Denkmal zum Gedächtnis an einen Verstorbenen verwendet [6]; [7]. Epitaphien können gemalt oder skulptiert sein, aus einer Inschriftentafel oder aus Inschrift und Bild bestehen. Konstituierendes Merkmal des E. ist die Inschrift. Sie vermittelt biograp…
Date: 2019-11-19

Epoche

(3,297 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Kanz, Roland | Riedl, Peter Philipp
1. Geschichte 1.1. BegriffDas griech. Wort epoch椃 (»das Anhalten«) meinte in der antiken Alltagssprache das Innehalten in der Rede oder in einer Bewegung, in der Astronomie das Zusammentreffen zweier Himmelskörper und in philosophischen Zusammenhängen den Verzicht darauf, ein Urteil zu fällen (Skepsis). In der Nz. dominierten zunächst die beiden letzten Bedeutungen. Einen histor. Sinn nahm der Begriff erst allmählich an. Bis ins 18. Jh. bezeichnete er dabei nicht einen bestimmten Zeitabschnitt, sondern das Ereignis, das diesen eröffnete. Noch 1771 konnte J. Ch. Gatterer in…
Date: 2019-11-19

Epos

(5 words)

s. Heldendichtung | Religiöses Epos
Date: 2019-11-19

Equity

(776 words)

Author(s): Henrich, Dieter
E. hat im engl. Recht eine über den Wortsinn ( »Billigkeit«) hinausgehende Bedeutung. Man versteht darunter (nach einer Formulierung des engl. Rechtshistorikers Frederic William Maitland) that body of rules administered by our English courts of justice which, were it not for the operation of the Judicature Acts, would be administered only by those courts which would be known as Courts of Equity (»jenes von unseren engl. Gerichtshöfen angewandte Regelwerk, das, gäbe es die Judicature Acts nicht, ausschließlich von den Courts of E. angewandt würde«) [3. 1]. Die Courts of E. und die vo…
Date: 2019-11-19

Erbauungsliteratur

(2,241 words)

Author(s): Eybl, Franz
1. »Erbauung« und Erbauungsliteratur »Erbauung« bezeichnet die Fortentwicklung im christl. Glauben in individueller wie in kollektiver Hinsicht. Die architektonisch-handwerkliche Metapher vom Erbauen verweist bereits in der Bibel auf zwei Sinnebenen: zum einen auf das Subjektive des individuellen Glaubens, zum anderen – im Sinne der Gemeinschaft der Gläubigen – auf das Soziale der Gemeinde und der Kirche (vgl. 1. Kor. 8; 10,23; 14). Beides soll durch entsprechende pastorale Handreichungen gefördert und »e…
Date: 2019-11-19

Erbfeind

(1,439 words)

Author(s): Wrede, Martin
1. BegriffsgeschichteDas mhdt. Wort erbevînt bezeichnete den Teufel. In der Folge ließ sich der frühnzl. E. auf zweierlei Weise verstehen: Er war entweder der »eingeschworene«, grundsätzliche Feind der Christenheit mit eschatologischer Qualität oder aber der dauerhafte, »ererbte« Feind als histor. Phänomen. Beide Aspekte waren nahe verwandt, da eine lang andauernde, gleichsam ewige (Erb-)Feindschaft im Prinzip nur gegenüber einer Macht vorstellbar und legitim war, die nicht auf der Basis christl. Werte…
Date: 2019-11-19

Erbfolge

(6 words)

s. Dynastie | Erbrecht | Thronfolge
Date: 2019-11-19

Erbfolgekrieg

(2,022 words)

Author(s): Plassmann, Max
1. EinleitungBeim E. handelt es sich um eine kriegerische Auseinandersetzung, die nach dem Tod eines Herrschers um seine Nachfolge geführt wird. Der E. als Kriegstyp ist daher immer mit einer dynastischen Herrschaft verbunden und zu allen Zeiten dort zu finden, wo eine solche Herrschaft durch unklare Erbfolgesituationen oder Aussterben in die Krise gerät ( Dynastie). Der E. prägt bes. die europ. Kriegs-Geschichte, v. a. die des späteren 17. und des 18. Jh.s. Dies ist geradezu die klassische Zeit der E.: Devolutionskrieg (1667–1668), Pfälzischer E. (1688–1697), Spanischer E. (1…
Date: 2019-11-19

Erbpraxis, ländliche

(2,570 words)

Author(s): Fertig, Georg
1. BegriffDie L. E. bezeichnet die Weitergabe von bäuerlichem Besitz. Sie umfasst sowohl die Nachfolge in der Betriebsführung als auch die Verteilung des Vermögens – also von Geld, Mobilien, Immobilien und Anspruchsrechten – auf die Erbberechtigten. Sie ist mehreren übergeordneten Kategorien zuzuordnen und deshalb aus sehr unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Perspektiven wie auch vom Aspekt des Erbrechts betrachtbar.In ökonomischer Sicht handelt es sich um eine familiale Form von unentgeltlichen Transfers zwischen den Generationen, ähnlich wie das bei fami…
Date: 2019-11-19

Erbrecht

(887 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
E. bezeichnet jene Rechtsnormen, welche das Schicksal des Vermögens ( Nachlass) einer Person (des Erblassers) nach dessen Tod (Erbfall) regeln. In der Nz. verdrängten Erbfolge- und Polizeiordnungen sowie schließlich die Kodifikationen (z. B. Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch von 1812, Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten von 1794) das Gewohnheitsrecht. Dem E. kam nun überwiegend Verteilungsfunktion zu, da es aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung für eine Vermögensausstattung der großjährigen Kinder zu…
Date: 2019-11-19

Erbsünde

(2 words)

s. Sünde
Date: 2019-11-19

Erbuntertänigkeit

(2 words)

s. Leibeigenschaft
Date: 2019-11-19

Erbvertrag

(4 words)

s. Erbrecht | Testament
Date: 2019-11-19
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