Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Föderalismus

(1,071 words)

Author(s): Härter, Karl
1. Definition F. bezeichnet die Theorie und Praxis einer dauerhaften organisatorischen Verbindung mehr oder weniger autonomer politischer Gebilde zu einem übergeordneten politischen und rechtlichen Ganzen, als dessen wesentliche Ausprägungen Bundesstaat und Staatenbund gelten [4]; [7]. In histor. Perspektive ist dieses auf den modernen Staat zentrierte Modell jedoch zu modifizieren. Bünde waren wesentliche Elemente der ständischen Herrschaftsstrukturen des frühnzl. Europa, die Rechteinhaber, Herrschaftsträger, Städte, Orte, Provinzen, Territ…

Föderation

(10 words)

s. Konföderation

Folklore

(10 words)

s. Volkskultur

Folter

(2,212 words)

Author(s): Zagolla, Robert
1. Allgemein Folter, verstanden als Zufügung von körperlich-seelischen Schmerzen durch einen Träger obrigkeitlicher Gewalt mit dem Ziel der Informationsgewinnung, Einschüchterung oder Bestrafung (so die Anti-Folter-Konvention der UN von 1975), ist ein universales Phänomen [2]; [9]. Als Tortur (»peinliche Befragung«) kam ihr im Beweis-Verfahren des frühnzl. Strafprozesses jedoch eine spezifische Rolle zu [3]; [6]; [10]. Sie war definiert als rechtlich geregeltes, durch einen Richter angeordnetes Zufügen körperlicher Schmerzen, mit dessen Hilfe mang…

Förderung (Bergbau)

(13 words)

s. Bergbautechnik

Forschung

(4,213 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Gierl, Martin
1. Allgemein 1.1. Begriff Für das Streben, das vorhandene Wissen gezielt zu erweitern, gab es in der Nz. auffällig viele Bezeichnungen. Neben den gebräuchlichen lat. Begriffen explorare (»erkunden«), scrutari (»ergründen«), experiri (»erproben«) und probare (»ausprobieren«) nannten Enzyklopädien des 17. Jh.s etwa lat. aucupari, ( per) contari, requitare, rogitare, ( in) vestigare, quaerere, inquirere, sciscere, ( sci) scitari. Wer dergleichen tat, war ein scrutator, percontator, rimator, ( in) vestigator oder in- bzw. perquisitor. Aus diesen Begriffen entstanden E…

Forschungsreise

(1,991 words)

Author(s): Lüsebrink, Hans-Jürgen | Müller-Wille, Staffan
1. Beginn und Institutionen Die systematische Beschreibung und Verzeichnung von Natur-Verhältnissen und -Produkten sowie der Bevölkerungen, Sprachen und Kulturen fremder Länder begleitete die europ. Expansion von Anfang an. Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492) und des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama (1497/98) schufen sowohl die portug. als auch die span. Krone Institutionen, die den Handel zwischen Mutterland und den neuen Kolonien kontrollieren sollten: die Casa da Índia e Mina in Lissabon (gegr. 1498) und die Casa de la Contratación in Sevil…

Forstakademie

(685 words)

Author(s): Bruning, Jens
Wie im nzl. Handwerk allgemein üblich, wurden zukünftige Jäger (Jagd) und Förster bzw. Forstbeamte für ihren Beruf durch eine ausschließlich praktisch ausgerichtete und durch Nachahmung gekennzeichnete Lehre ausgebildet (Berufsbildung). Erst seit dem letzten Drittel des 18. Jh.s setzte eine mit theoretischen Anteilen durchsetzte Ausbildung nach wissenschaftlichen Methoden ein (u. a. Waldbau, Forstschutz, Forstnutzung, Saat- und Pflanzverfahren, standortgerechte Holzartenwahl, Bestandsgründungen, Vermessung un…

Förster

(753 words)

Author(s): Selter, Bernward
Der Beruf des F. reicht im mitteleurop. Raum bis ins frühe MA zurück. Die in den ma. königlichen und herrschaftlichen Bannforsten meist als adlige Lehensträger mit Verwaltungsaufgaben und forstlicher Gerichtsgewalt wirkenden Forstmeister (lat. magister forestariorum) wurden wie auch die ihnen unterstellten F. (lat. forestarii) in der Nz. durch landesherrliche Forstbedienstete ersetzt. Letztere unterstanden in der Regel der Domänen- und Finanzverwaltung, ihre Ämter waren häufig erblich. Die auf lokaler Ebene eingesetzten Forstmeister und Ober-F. sorgten …

Forstwissenschaft

(983 words)

Author(s): Selter, Bernward
1. Begriff und Anfänge bis zum 17. Jahrhundert Der Begriff der F. (heute Wissenschaft und Lehre von den ökologischen und biologischen Gesetzmäßigkeiten von Wald-Ökosystemen sowie von der nachhaltigen multifunktionalen Wald-Bewirtschaftung) taucht als Forderung einer wiss. Grundlegung der Forstwirtschaft erstmalig 1765 in Carl Gottlieb Grotes Entwurf der Forstwissenschaft auf. Bevor sich im 18. Jh. eine autonome F. herausbildete, fand forstliches Wissen in der bäuerlichen Ökonomie und in frühen forstlichen Rechtstexten seinen Niederschlag. Di…

Fortschritt

(2,122 words)

Author(s): Sparn, Walter | Walther, Gerrit
1. Begriff Das um 1770 aus dem franz. progrès gebildete Wort »F.« bezeichnet wie dieses und seine Äquivalente (engl. progress, improvement, advancement; ital. progresso) die spezifisch nzl. Auffassung geschichtlicher Bewegung und Veränderung im Unterschied zu älteren Bewegungsbegriffen wie »Weg«, »Wachstum« oder » Entwicklung«. Zwar können auch schon die lat. Wortwurzeln (lat. progressus, profectus, processus) die Veränderung der Dinge hin zum Besseren bedeuten; das an kosmischen Zyklen orientierte Weltbild der Antike, aber auch die christl. Vorst…

Fortsetzung, literarische [Hinzugefügt 2017]

(3,417 words)

Author(s): Nora Ramtke | Herausgeber: Jörg Wesche
1. Allgemeines Unter lit. F. sind Anschlusspublikationen zu verstehen, die auf eine oder mehrere zeitlich vorangehende Publikationen referieren und dabei implizit oder explizit einen Werkzusammenhang bilden bzw. nahelegen. F. weisen dabei üblicherweise Kontinuitätssignale unterschiedlicher Art auf; am offensichtlichsten stellen Erzählstrukturen die Verbindung zwischen F.-Sequenzen her, etwa das Auftreten gleicher Figuren, eine räumlich wie zeitlich bruchlos gestaltete erzählte Welt sowie eine Hand…
Date: 2016-11-01

Fortuna

(12 words)

s. Glück | Schicksal

Fossilien

(814 words)

Author(s): Pickert, Susanne
Der Begriff Fossil (lat.; wörtl. »Ausgegrabenes«) stammt aus dem Bereich der Mineralogie und umfasste in der Frühen Nz. alle soliden Substanzen, die in der Erdkruste gefunden wurden: neben Mineralien, Salzen, Erden, Artefakten (etwa Gemmen, Steinbeilen und Keramikgefäßen) auch F. im modernen Sinne, d. h. versteinerte Reste von Pflanzen und Tieren. Für Letztere existierte noch kein spezieller Terminus. Erst Ende des 17. Jh.s nahm das Wort F. allmählich die moderne Bedeutung an. In Antike und MA wurden Versteinerungen organischen Materials häufig als Mineralien angesehen. …

Fotografie

(10 words)

s. Photographie

Fracht

(14 words)

s. Binnenschifffahrt | Transport und Verkehr

Franc

(10 words)

s. Franken

Franken

(638 words)

Author(s): Schneider, Konrad
Unter der Bezeichnung F. oder franc (die Herkunft der Bezeichnung ist unklar, vermutlich von »Frankreich«) wurden verschiedene Münzen geprägt, deren Herkunft jeweils in Frankreich lag – die ältesten unter ihnen waren franz. Goldmünzen des 14. Jh.s. Der franz. König Johann II. ließ neben anderen Goldmünzen den franc à cheval (mit einer Abbildung des reitenden Königs) und sein Nachfolger Karl V. neben dem franc à cheval auch den franc à pied (Abbildung des stehenden Königs) prägen, die umgerechnet einer livre tournois (»Tourneser Pfund«, von lat. libra) entsprachen. Nach den Ver…

Frankoflämische Musik

(1,529 words)

Author(s): Möller, Hartmut
1. Zum Begriff Von den bedeutenden Komponisten des 15. und 16. Jh.s wurden auffallend viele im wallonisch-franz. und fläm.-niederl. Sprachraum geboren, großenteils ausgebildet und auch wirksam, der heute zu Belgien und Nordostfrankreich gehört. Als Bezeichnung für Heimat und Wirkungsbereich dieser Sänger, Musiker und Komponisten ist das Attribut »frankoflämisch« angemessener als die ältere Bezeichnung »niederländisch«, die nicht zufällig zwischen 1825 und 1831 aufkam, als sich das 1815 nach dem Wiener Kongress entstandene Königreich d…
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