Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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High Church

(14 words)

s. Low Church

Himmel

(1,246 words)

Author(s): Lang, Bernhard
1. Theozentrisches Himmelsbild Als H. wird im Christentum ein jenseits der irdischen Welt liegender, transzendenter Ort bezeichnet, der als Wohnstätte Gottes, der Engel, der Heiligen und der mit ewigem Leben belohnten Gläubigen gilt ( Jenseits). Während der gesamten Nz. blieb in der christl. Frömmigkeit (Frömmigkeitskulturen) und Theologie die ma. Ansicht erhalten, nach der sich das Wesen des H. theozentrisch beschreiben lässt: Im H. begegnen die Seligen Gott, den sie schauen und lobpreisen. Die Reformatoren blieben dieser Sicht verpflichtet; so Johannes Calvin: »Im Paradie…

Himmelsmechanik

(1,136 words)

Author(s): Giuccardini, Niccolò | Prankel, Dieter
1. Anfänge Die H., d. h. die Beschreibung der Bewegungen der Himmelskörper im Sonnensystem auf Grundlage der nzl. Mechanik, hat ihren Ursprung in Newtons Theorie der Gravitation (Schwere), genauer: in den von ihm formulierten und nur z. T. beantworteten Fragen des dritten Buches der Principia mathematica (1687). Zu den anspruchsvollsten dieser Probleme gehörten die planetarischen Störungen, die aus Wechselwirkungen der gravitierenden Massen des Sonnensystems resultieren (Planeten). Es ist bis heute schwierig, den Bahnverlauf von Körpern unter d…

H (index) Location

(2,173 words)

Ha Tien, Vietnam Überseechinesen Haarlem, Niederlande Bleichereigewerbe | Böttcher | Elektrische Instrumente | Kunstakademie | Reproduktionsgraphik | Ressourcennutzung Habsburgermonarchie, Raumforschung, historische Habsburgerreich, Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB) | Beamter | Bergrecht | Ehevermittlung | Eisenbahn | Elementarschule | Englische Revolution | Epidemie | Erbfolgekrieg | Exil | Feudalgesellschaft | Freihandelsimperialismus | Freiheitskriege | Freimaurer | Geheimgesellschaf…

Hinduismus

(771 words)

Author(s): Neubert, Frank
H. (zunächst engl. hindooism) ist seit ca. 1780 die (zunächst europ. Fremd-)Bezeichnung für die Religion Indiens, die als mit anderen Religionen – v. a. Christentum, Judentum, Islam – vergleichbar erachtet wurde. Das Auftreten des Begriffes kann als Höhepunkt einer konzeptionellen europ. Entwicklung bei der Beschäftigung mit ind. Religionen betrachtet werden. H. ersetzte zuvor gebrauchte Erklärungsbegriffe wie engl. brahmanism ( Brahmanismus) oder gentooism ( Gentilismus/Heidentum) [6. 56], wobei man sich von Beginn an des konstruierten Charakters bewusst war [6. 155]. S…

Hinrichtung

(10 words)

s. Todesstrafe

Hirn

(2,163 words)

Author(s): Bukowski, Evelyn
1. Struktur 1.1. Die Anfänge der Hirnforschung Die Geschichte der wiss. H.-Forschung ( Neurologie) beginnt im 6. Jh. v. Chr. im antiken Griechenland. Als erste H.-Forscher können Alkmaion von Kroton, Diogenes von Apollonia und Demokrit gelten [16]. Aus dem 4. Jh. v. Chr. stammen die hippokratischen Schriften ( Corpus Hippocratum), in welchen griech. neúron (»gespannte Bogensehne«) Bänder, Sehnen und Nerven bezeichnete [21]. Hippokrates sah das H. nur als eine Drüse an, erkannte aber bereits die Zweiteilung in die Gehirnhemisphären: »Das menschliche G…

Hirte

(831 words)

Author(s): Schöller, Rainer G.
H. wurden in allen in Europa praktizierten agrarischen Nutzungssystemen benötigt, z. B. in der Alpwirtschaft, der Pusztaweide, der Wanderschafhaltung (vgl. Transhumanz), bei der Stand-Weidewirtschaft (auch Heimweide genannt) mit meist täglicher Rückkehr der Tiere in die Ställe und der Waldweide mit Übernachtungseinrichtungen für H. und Vieh (z. B. der herbstlichen Waldmast der Schweine [10], der Ochsenhut im Bayerischen Wald und im Böhmerwald sowie der Rinderweide in den Mittelgebirgswäldern) [6]. Es gab in der Nz. selbständige H. (z. B. die H.-Bauern der Schw…

Historia literaria

(826 words)

Author(s): Gierl, Martin
1. Allgemein H. L. nannte man im 18. Jh. die systematische Geschichte der Gelehrsamkeit und der Gelehrten, d. h. sämtlicher gelehrter Literatur und ihrer Autoren. Im 19. Jh. sprach man von »Literärgeschichte«, um sie von der neu entstehenden Literaturgeschichtsschreibung zu unterscheiden. Als Verzeichnung, Kategorisierung und Aktualisierung des gesamten gelehrten Literaturbestands bot die H. L. die Grundlage für die planhafte Vermittlung, Erweiterung und Archivierung von Wissen. Entsprechend war sie in ihrer Hochzeit vo…

Historienbild

(2,637 words)

Author(s): Kirchner, Thomas
1. Grundlegung durch Leon Battista Alberti Das H. ist die malerische Wiedergabe eines bedeutsamen Ereignisses, wobei i. Allg. nicht unterschieden wird, ob es der Geschichte, Religion, Literatur oder Mythologie entnommen ist oder allegorisch eingekleidet wird [11]. Der Begründer der nzl. Kunsttheorie , Leon Battista Alberti, bezeichnete im zweiten Buch seines Malereitraktats Della pittura (1435/36) das H. als den Gipfel jeglicher Kunst, bedeutender noch als eine Kolossalstatue. Damit prägte er die Vorstellungen der nächsten Jahrhunderte. Er besti…

Historik

(904 words)

Author(s): Blanke, Horst Walter
1. Begriff H. (lat. ars historica; »histor. Kunst«) bezeichnet die systematische Selbstreflexion der Fachhistorie auf ihre Wissenschaftlichkeit [14]. Sie wird durch Arbeiten zur Historiographie-Geschichte ergänzt [12]; [17]. 2. Humanismus Bereits einzelne antike Autoren (z. B. Lukian) äußerten sich zu geschichtstheoretischen Problemen, erstmals im Humanismus jedoch etablierte sich die H. als eine eigene Textgattung [11]. Mit den Schriften von F. Patrizi (1560) [9] und J. Bodin (1566) [3] wurde eine gesamteurop. Tradition begründet, die, von einigen Modifikati…

Historiker

(2,098 words)

Author(s): Blanke, Horst Walter | Walther, Gerrit
1. Allgemein 1.1. Begriff Ein H. ist den meisten Lexika des 19. und 20. Jh.s zufolge ein »Geschichtsforscher und -schreiber«, so auch bei Grimm [1] (vgl. Historiographie). Autoren, die sich mit geschichtlichen Sachverhalten beschäftigen, gab es seit Beginn der Schriftlichkeit in Europa ( Homer und Moses, oder Herodot, Thukydides, Livius, Polybios und Tacitus). Erst seit der Spätaufklärung bildete sich aber ein eigenständiger Beruf des H. heraus. In seiner Einleitung zur Übersetzung eines Texts des franz. H. Mably ( Von der Art die Geschichte zu schreiben) differenzierte A. L. …

Historiographie

(2,718 words)

Author(s): Süßmann, Johannes
1. Begriff Die ersten Belege für den Begriff H. (von griech. historía, »Geschichte«, und gráphein, »schreiben«) finden sich im 1. Jh. in einer Glosse zum Werk des Iosephus Flavius ( Contra Apionem 1,134) und in einer Abhandlung des Bischofs Eustathios von Antiochia aus dem 4. Jh. Wahrscheinlich stammt der Ausdruck von griech. Rhetoriklehrern, die betonen wollten, dass histor. Aufzeichnungen lit. gestaltet werden müssen. Ins Lateinische wurde der Begriff nicht übernommen; durch den Humanismus wurde er jedoch als neulat. Lehnwort in die westeurop. Sprachen vermittelt: ital. stor…

Historiographie, jüdische

(15 words)

s. Wissenschaft vom Judentum

Historische Methode

(1,200 words)

Author(s): Nordalm, Jens
1. Begriff Der Begriff der H. M. meint die sich stets wandelnden gelehrten Regeln, nach denen die menschliche Vergangenheit als Geschichte vergegenwärtigt wird. Darunter fallen Regeln, wie das tatsächlich Geschehene aus empirischen Zeugnissen (den sog. Quellen) zu präparieren ist, Regeln zum Schreiben der Geschichte (der sog. Historiographie) und Regeln zur gedanklichen Vorgehensweise auf dem Weg von einzelnen Tatsachen und Geschehnissen zur Erkenntnis der bedeutungsvollen Zusammenhänge, die man gemäß den je geltenden Konventionen und St…

Historische Rechtsschule

(1,990 words)

Author(s): Haferkamp, Hans-Peter
1. Begriff Die H. R. – benannt nach Friedrich Carl von Savignys Aufruf zur Gründung einer »geschichtlichen Schule« des Rechts 1814/15 [5]; [4] – gilt als prägende wissenschaftsgeschichtliche Strömung innerhalb der dt. Rechtswissenschaft des 19. Jh.s und – trotz ihrer spezifisch rechtswiss. Ziele – häufig auch als eine Ausprägung des Historismus. Gegen die philosophischen Naturrechts-Systeme, gegen die »Willkür« eines Gesetzgebers, aber auch gegen bloßen »gesunden Menschenverstand« forderte Savigny zur Gründung einer Rechtswissenschaft auf, …

Historischer Roman

(1,620 words)

Author(s): Lampart, Fabian
1. Definition Der H. R. ist eine Untergattung des Romans, in der authentische histor. Personen, Ereignisse und Verhältnisse in unterschiedlichen Graden der Fiktionalisierung gestaltet werden bzw. in der Fiktion und Historie in narrativen Konfigurationen überkreuzt werden (Fiktionalität). Der Begriff H. R. (engl. historical novel, franz. roman historique, ital. romanzo storico) konstituierte sich in den europ.-angloamerikan. Literaturen ab 1820 im Rahmen der Rezeption der Romane Walter Scotts, ist jedoch bereits für das 18. Jh. nachweisbar. Das Problem de…

Historische Schule

(1,178 words)

Author(s): Stegmüller, Dagmar
1. Begriff und Problem Unter H. S. verstand man im Deutschland des 19. Jh.s allgemein eine informelle Gruppe von Historikern oder histor. arbeitenden Gelehrten, die einander in Erkenntnisinteresse, Methode und Geschichtsbild ähnelten, sich bestimmten Lehrerpersönlichkeiten zugehörig fühlten und gewisse politisch-weltanschauliche Positionen teilten. Benannt wurden solche H. S. nach einzelnen Persönlichkeiten (z. B. B. G. Niebuhr oder L. von Ranke), nach Universitäten (»Tübinger Schule« [1]) oder Weltanschauungen (»romantische« oder »liberale« bzw. »boru…
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