Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Khanat

(1,872 words)

Author(s): Fragner, Bert G.
1. Allgemeines K. bezeichnet ein politisches Territorium, dessen Herrscher den Titel »Khan« (dt. besser: Chan) trägt [7]. Nach Tschinggis Khans Tod 1227 bürgerte sich das Recht auf diesen Titel als Privileg seiner Nachkommen ein. Ihr Einflussgebiet umfasste zunächst auch Persien, Russland und China, in der Nz. jedoch v. a. Zentralasien. Asien war im 19. Jh. durch die Expansionen Russlands und Großbritanniens geprägt. Das British Empire hatte sich auf dem ind. Subkontinent festgesetzt ( Kolonialismus), das Russländische Reich in Sibirien bis zum Stillen Ozean und i…

Kholopen

(773 words)

Author(s): Nolte, Hans-Heinrich
K. waren in der Frühen Nz. Hörige in Russland (Russländisches Reich), zeitgenössisch übersetzt mit »Knechte« oder »Leibeigene« (Leibeigenschaft). Eine heutige Übersetzung mit »Sklave« [2] ist irreführend, da die K. prozessfähig, zum Eid auch gegen ihren Herrn befähigt waren und vom Kirchenrecht geschützt wurden. Außerdem erhielten sie bei Verletzung ihrer Ehre einen Rubel – wie das Grundgesetz von 1649 ( Ulozhenie) festlegte [1. 10.94; 20 u.ö.]. Sie waren bei aller Rechtsminderung also nicht »sozial tot«. Sklaven im Sinn von engl. chattle waren in Russland Kriegsgefangene …

Kiltgang

(760 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Bedeutung und Verbreitung K. ist eine v. a. im alemannischen Sprachraum geläufige Bezeichnung für einen nächtlichen Werbebrauch junger Männer (Partnerwahl). Das bereits ahdt. belegte Wort kilt bedeutete ursprünglich späte Abendzeit, dann auch das Wachbleiben oder Arbeiten bis in die späte Nacht. Die Verben kilten oder kelten bezeichneten z. B. im Elsass allgemein den Brauch, sich zum Feierabend zu Arbeit und Unterhaltung in der Licht- oder Spinnstube zu treffen, also für eine Tradition, die Mädchen und in manchen Regionen auch Erwachsene einschloss [1. 704]. In der Volksku…

Kinderarbeit

(1,310 words)

Author(s): Papathanassiou, Maria
1. Allgemein Im Zusammenhang der K. werden in der histor. Forschung unter »Kindern« die Untervierzehnjährigen, unter »Arbeit« v. a. die Erwerbsarbeit, mitunter aber auch alle Formen wirtschaftlicher Beschäftigung verstanden. In dt.sprachigen Enzyklopädien begegnet man dem Begriff erst nach der Mitte des 19. Jh.s. Er entstand vermutlich ab dem späten 18. Jh., als die Konzentration kindlicher Arbeitskräfte in den sich entwickelnden Manufakturen und Fabriken Nord- und Westeuropas K. sichtbar machte. Im Rahmen de…

Kindergeburtstag (Hinzugefügt 2017)

(1,026 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Christlicher Kulturkreis Kindergeburtstage wurden in der europ. Frühen Nz. erst seit dem beginnenden 18. Jh. in nennenswerter Form bedacht und gefeiert. Bis dahin galten die Geburt eines Kindes (Kindheit) und sein Überleben (Kindersterblichkeit) als gottgewollt. Kath. Auffassungen zufolge waren Kinder zudem mit der Erbsünde behaftet. Eine Feier im modernen Sinne verbot sich daher v. a. aus relig. Gründen. Hinzu kommt, dass die datumsgetreue Verzeichnung des Geburtstages und damit das Wissen des Geburtsdatums sich nur langsam in brei…

Kinderhexe

(837 words)

Author(s): Bähr, Andreas
Als K. werden Heranwachsende im Alter von unter 18 Jahren bezeichnet, die in der Frühen Nz. der Teufelsbuhlschaft bezichtigt wurden und dafür mit dem Tode bestraft werden konnten (Hexe; Hexenprozess). Die Prozesse um »Teufelskinder«, deren Verbreitung zwischen 1580 und 1660 den allgemeinen Wellen des Hexenbrennens gefolgt war, erhielten im letzten Drittel des 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jh.s ihre größte Bedeutung. Als Opfern von Magie und Zauberei, als »Behexten«, kam Kindern im Rahmen des Hexenglaubens stets ein besonderer Stellenwert zu. Als Hexen …

Kindersterblichkeit

(724 words)

Author(s): Vögele, Jörg
Der Begriff der K. wird häufig als die Anzahl der Sterbefälle von Kindern zwischen dem ersten und dem fünften Lebensjahr (oder vom zwölften bis zum vollendeten 59. Lebensmonat) pro Jahr pro tausend Kinder in der entsprechenden Altersgruppe definiert. Die Altersparameter werden jedoch von Statistik zu Statistik unterschiedlich gehandhabt. Während ein statistischer Bericht beispielsweise Kinder von der Geburt bis zum fünften Lebensjahr berücksichtigt, schließen andere alle Kinder vom zweiten bis zum zehnt…

Kinder- und Jugendliteratur

(2,059 words)

Author(s): Kümmerling-Meibauer, Bettina
1. Begriffsbestimmung In neueren Begriffsbestimmungen wird K.u. J. als Oberbegriff für die gesamte Produktion von Werken für Kinder und Jugendliche festgelegt [4. 2 ff.]. Ihr Spektrum kann alle Gattungen umfassen, die auch in der Literatur für Erwachsene anzutreffen sind. Der Begriff hat je nach Verwendungszweck verschiedene Bedeutungen, die unterschiedliche Korpusbildungen nach sich ziehen: (1) die Gesamtheit der von Kindern und Jugendlichen rezipierten Texte (Kinder- und Jugendlektüre), (2) die ausdrücklich für Ki…

Kinderzimmer

(925 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Begriffsgeschichte und Definition »Kinderstube« oder »Kinderkammer« sind vereinzelt seit dem ausgehenden 16. Jh., breit seit dem 18. Jh. belegt [8. 589–593]; [5. 13]; [3]. Zedlers Universal-Lexikon definiert 1742 die Kinderstube als »dasjenige Gemach und Zimmer in dem Hause, allwo die kleinen Kinder mit denen Muhmen und Ammen sich befinden, und darinnen gepfleget werden« [1]. Dies verweist auf den Ursprung des K. als denjenigen Raum, in dem Kleinkinder gestillt wurden. Es war daher ebenso ein Rückzugsraum für Frauen wie ein Aufenthaltsort von Kindern (Kindheit). Dies k…

Kindesaussetzung

(10 words)

s. Findelhaus

Kindesrecht

(1,491 words)

Author(s): Scholz-Löhnig, Cordula
1. Begriff Unter K. versteht man die Rechte des Kindes gegenüber seinen Eltern und anderen Pflege- und Erziehungspersonen (vgl. Vormundschaft). Bezüglich der Rechte des Kindes gegenüber seinen Eltern ist das K. der Spiegelbegriff zum Elternrecht. Die Rechte des Kindes hingen in der Nz. vielfach von seiner ehelichen oder nichtehelichen Geburt ab. Im Folgenden werden die Rechte des Kindes unter der Prämisse der ehelichen Abstammung besprochen; zu Abweichungen bei unehelicher Geburt vgl. Unehelichkeit. Als eheliche Kinder galten in der Nz. grundsätzlich alle Kinder, d…

Kindestötung

(964 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Definition Unter »K.« (lat. infanticidium; engl./franz. infanticide) versteht man die schuldhafte, meist vorsätzliche Tötung eines Kindes durch die Mutter, den Vater oder beide Eltern. Sie kann gewaltsam geschehen oder aber durch Vernachlässigung bzw. Aussetzen des Neugeborenen [3. 353]. In der Regel wird damit in Europa jedoch bes. die Tötung eines neugeborenen unehelichen Kindes (Unehelichkeit) bei oder sofort nach der Geburt (Neonatizid) durch seine Mutter bezeichnet. Für diese engere Fassung des Delikts wird in der Forschung in der Regel der Begriff Kindsmord benütz…

K (index) Figure person

(348 words)

Kaiser, Friedrich; Dichter, 1814-1874 Verfassung Kanitz, Otto Ludwig von; Adliger, Stifter, 1661-1724 Mausoleum Kant, Immanuel; Philosoph, 1724-1804 Philosophie Karl Eugen, Carl Eugen; Herzog von Württemberg, 1728-1793 Verkehr und Transport Karl I., Charles I (Stuart); engl. König, 1600-1649 Monarchie Karl II., Charles II (Stuart); engl. König, 1630-1685 Hundehaltung Karl V., Carlos I.; Röm. König, Kaiser, span. König, 1500-1558 Dynastie | Religionskriege Karl VI., Kaiser, 1685-1740 Barockarchitektur | Bauskulptur | Bibliothek | Zeremonielle Literatur Karlstadt, And…

K (index) Figure Subject

(685 words)

Kaaba (Kaʿba), Pilgerreise Kaffee, Kakao | Osmanische Gesellschaft Kaffeehaus, Muslimische Gesellschaften Kaiser, Rechtsphilosophie und Naturrecht Kalender, Ornament Kalkül, Analysis Kalligraphie, Muslimische Gesellschaften | Stil | Stil | Sultan Kamin, Chinoiserie | Interieur | Interieur | Interieurbild | Laboratorium Kannenkunst, Maschine Kannibalismus, Kolonialismus | Neue Welt | Newe Zeitung | Brasilien Kanone, Ballistik | Erfindung | Geometrie | Hochseeschifffahrt | Requerimiento | Waffen | Waffen Kanzel, Kirchenausstattung Kapelle, …

K (index) Location

(2,548 words)

Kabul, Afghanistan Islam | Karawanenhandel | Mogulreich Kabylei, Algerien Kolonialkriege | Muslimische Gesellschaften | Siedlungskolonie Kaffa, Ukraine Sklavenmarkt Kairo, Ägypten Expansionen | Globale Interaktion | Jüdische Gesellschaft | Levantehandel | Mamluken | Medizin | Metropole | Metropole | Moschee | Osmanisches Reich | Patriarchate, christliche | Pilgerreise | Schriftkulturen, außereuropäische | Schriftkulturen, außereuropäische | Schule | Stadt, global | Stil | Sunna, Sunniten | Tourismus Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz Beamtenausbildung | Wi…

K (index) Subject

(11,435 words)

Kaaba (Kaʿba), Pilgerreise Kabbala, Bruderschaft | Erkenntnistheorie | Erlösung | Esoterisches Corpus | Feiertage | Frömmigkeitskulturen | Hasidismus | Haskala | Literaturtheorie | Magie | Magie | Messias | Mystik | Pantheismus | Phantastische Literatur | Schöpfungslehre | Seelenwanderung | Synagoge | Theologie | Theosophie | Weltbild | Licht und Schatten Kabeljau, Fischerei | Ressourcennutzung Kabinett, Geheimer Rat | Landesbehörden | Militärverwaltung | Minister | Persönliches Regiment | Premierminister | Salon | Sammlung, gelehrte |…

Kindheit

(2,966 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Begriff und Forschung Histor. lässt sich K. weniger als biologische Tatsache, sondern primär als kulturell variable soziale Konstruktion beschreiben und untersuchen ( Lebenslauf). Die Erfahrungen des Kindseins und die lebensgeschichtlichen Bedeutungen, die der K. zugeschrieben werden, differierten daher auch in der Nz. stark. Die Forschung interessierte sich bislang vorrangig für (normative) Vorstellungen und Konzepte von K. Dies ist in der besonderen Quellensituation begründet: Kinder hinterließen kaum direkte Z…

Kindsmord

(10 words)

s. Kindestötung

King in Parliament

(16 words)

s. Parlament

Kipper- und Wipperzeit

(1,174 words)

Author(s): Schneider, Konrad
1. Begriff Die Bezeichnung K.u.W. – zunächst für eine Geldkrise 1619–1623 mit Schwerpunkt im Alten Reich verwendet – stammt von »Geldkippen« genannten handlichen und weit verbreiteten Schnell-Waagen, mit deren Hilfe übergewichtige Münzen aus dem Umlauf ermittelt und »ausgekippt« (niederdt. kippen, »beschneiden«) bzw. von der Waage »gewippt« wurden, um dann eingeschmolzen und in geringerwertiges Geld umgeprägt zu werden. Dieser Vorgang war zwar illegal, aber wegen der ungleichen Gewichte des Umlaufgeldes bis ins 19. Jh. hinein üblich und Teil ei…
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