Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Loci communes

(672 words)

Author(s): Töpfer, Thomas
1. Begriff L. C. (lat; wörtl. »gemeine Orte«, d. h. »Fundstellen«, »Hauptstellen«, entsprechend griech. tópoi) sind eine innerhalb der Bildungsbewegung des Humanismus entwickelte universelle wiss. Gliederungsmethode, welche zur Ablösung der von der Scholastik geprägten formalen Logik zugunsten der neuartigen praktischen Dialektik beitrugen. Texte und Wissensbestände wurden mittels L. C. – Philipp Melanchthon bezeichnete sie als »Urbilder und Normen aller Dinge« – nach praktisch-rhetorischen und pädagogisch-propädeutischen Aspekten gegliedert [3. 14]. Wissen s…

Logik

(1,525 words)

Author(s): Henrich, Jörn
1. Allgemein Die nzl. L. wurde maßgeblich von Aristoteles' sechs logischen Schriften, dem sog. órganon (griech., »Werkzeug«, »Methode«) bestimmt. Dieses umfasst die Schlusslehre in der Ersten Analytik (auch Syllogistik, »Kunst des Schließens«, genannt), die allgemeine Methodologie und Beweislehre in der Zweiten Analytik, die Theorie der Begriffsbildung und -verwendung (Topik), die Lehre vom Satz, die Kategorienlehre und die Sophistischen Widerlegungen. Die enorme Fruchtbarkeit, Relevanz und Allgemeinheit von Aristoteles' L. führt zu de…

Logistik

(14 words)

s. Militärverwaltung | Spedition | Verkehrsnetz

Lohnarbeit

(3,992 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff und Forschungsgeschichte Lohn gilt als Vergütung unselbständiger Arbeit, und als L. wird jede Arbeitsleistung gegen Lohn betrachtet, der – im Gegensatz zur Zwangsarbeit – ein freier Arbeitsvertrag zugrunde liegt. Die Frage, ob L. ein grundlegendes Phänomen der Nz. ist, ist von der Forschung nicht eindeutig beantwortet worden. Karl Marx sah die L. 1849 als ein Phänomen des Kapitalismus: »Die Arbeit war nicht immer L., d. h. freie Arbeit. Der Sklave verkaufte seine Arbeitskraft nicht an die Sklavenbesitzer … Der Leibeigene verkauft nur einen …

Lohnarbeitsvertrag

(10 words)

s. Arbeitsrecht

Lohnentwicklung

(10 words)

s. Realeinkommen

Lohnkonflikt

(10 words)

s. Arbeitsniederlegung

Lohnwerk

(887 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff Der dt. Nationalökonom Karl Bücher unterschied 1892 in seiner (aus der älteren historischen Schule der Nationalökonomie heraus entwickelten) Stufenlehre eine Abfolge von drei Wirtschaftsstufen [9. 256]: (1) die geschlossene Hauswirtschaft (reine Eigenproduktion, tauschlose Wirtsc…

Lokalverwaltung

(2,234 words)

Author(s): Brakensiek, Stefan
1. Gegenstand In den meisten Teilen des frühnzl. Europa gab es keine eigenständige L., da die örtliche Administration – im zeitgenössischen Verständnis die Handhabung der »guten Policey« (Polizei) – nahezu überall organisatorisch und personell mit anderen ›öffentlichen‹ Funktionen verwoben war, b…

Lokomotive

(982 words)

Author(s): Dougherty, Carolyn | Popplow, Markus
1. Anfänge Eine L. ist ein Triebfahrzeug auf Schienen. Nach der ersten Testfahrt 1804 kamen L. zunächst in Großbritannien zum Einsatz, ab den 1830er Jahren mit dem Export der Eisenbahn-Technologie weltweit ( Transport und Verkehr). Der Antrieb erfolgte bis ins 20. Jh. in der Regel durch Hochdruck- Dampfmaschinen, die in der Regel mit Kohle, zuweilen auch mit Holz oder später mit Schweröl, befeuert wurden. Die von L. erreichten Geschwindigkeiten führten zur Erfolgsgeschichte der Eisenbahn und einem substantiellen Anstieg des Güter- und Personenverkehrs im Landtransport. Vor 180…

Lotharische Legende

(785 words)

Author(s): Oestmann, Peter
Die L. L. ist eine frühnzl. Theorie, welche die Geltung des Röm. Rechts (Gemeines Recht) in Deutschland erklärt. Sie besagt, Kaiser Lothar III. von Supplinburg habe 1137 durch ein Gesetz dessen Anwendung im Hl. Röm. Reich angeordnet. Hintergrund der L. L. sind Überlegungen spätma. und frühnzl. Juristen, weshalb das unter der Herrschaft des oström. Kaisers Justinian im 6. Jh. erstellte Corpus Iuris Civilis, die große Kodifikation des (spät-)antiken Röm. Rechts, viele Jahrhunderte nach dem Untergang des Röm. Reiches in weiten Teilen Europas als weiterhin geltendes Recht angesehen wurde ( …

Lotterie

(866 words)

Author(s): North, Michael
1. Begriff und Entstehung Die L. (von ital. lotto, franz. lot, »Anteil«, »Los«) entwickelte sich als Glücksspiel in der Frühen Nz. Bereits zuvor war in den oberital. Städten im 14. und 15. Jh. die Vergabe von öffentlichen Ämtern durch Losziehung aus einem Lederbeutel bewerkstelligt worden. Per Los entschied man auch darüber, welche Anteilszeichner an der Stadtschuld von der Zinsausschüttung profitieren sollten, sofern diese nicht für alle ausreichte. Indem einige Unternehmer die Namen der Kandidaten zunächst durch beliebige weibli…

Louis d'or

(14 words)

s. Krone (Münze)

Low Church

(759 words)

Author(s): Null, John Ashley
Die Begriffe Low Church and High Church bezeichnen Parteien innerhalb der Kirche von England und der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft (Anglikanismus), die entweder eine »niedere« oder eine »hohe« Sicht der Kirche als Institution vertreten. Die Rede von einer L. Ch. kam nach Englands Glorious Revolution von 1688 auf, als die neue Whig-Regierung latitudinarian bishops ernannte, d. h. Bischöfe, die Vernunft und Mäßigung betonten statt – wie ihre Vorgänger – die Autorität der apostolischen Tradition, und die sich für Versöhnung mit den protest…

Luft

(1,232 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Allgemein Die L. war in dem seit der Antike gültigen tetradischen Aufbau der natürlichen Welt eines der vier Elemente. Sie galt als gewichtsloses Element zwischen Feuer sowie Erde und Wasser. Im Heidelberger Schicksalsbuch wurde bald nach 1491 auf die Verbindung der L. mit den Erscheinungen des Wetters hingewiesen: »Jn dem lufft werden manigerlay verwandelung fewrs wassers vnd windts. Wässerig als regen taw reiff schne hagel nebel« (107 r; [2]). Die zerstörerischen Wirkungen der L. durch Wind und Sturm werden nicht erwähnt und waren in der Nz. auch nur selten das T…

Luftfahrt

(787 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Entwicklung der Theorie Bereits im 14. Jh. wurde auf der Basis der aristotelischen Physik mehrfach logisch geschlossen, dass der sublunare Luftraum mit Schiffen befahrbar sein müsste. Das Prinzip der Luftschifffahrt ( Aeronautik) wurde mangels Umsetzungsmöglichkeiten im 15. Jh. durch Versuche verdrängt, den Flug nach Art der Vögel zu verwirklichen ( Aviatik, mit Abb.). Zu Beginn des 16. Jh.s wies Leonardo da Vinci in seinem Manuskript Sul volo degli uccelli (1505; »Über den Vogelflug«) darauf hin, dass es dazu einer starken Antriebskraft bedürfe und dass di…

Luftreinhaltung

(10 words)

s. Luftverschmutzung

Luftreise

(960 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Theoretische Überlegungen und Experimente zur Luftfahrt wurden…

Luftverschmutzung

(2,387 words)

Author(s): Stolberg, Michael
1. Neuzeitliche Wahrnehmung Im heutigen öffentlichen Bewusstsein gilt die L. als ein Problem der modernen Industriegesellschaften. Die Aufmerksamkeit für sie reicht historisch jedoch viel weiter zurück als gemeinhin angenommen, und mit ihr auch die Angst vor ihren Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen. Das hat seinen Grund in der zentralen …

Lüge

(963 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Ein Zeitalter der Verstellung Wer es aus einer postmodernen Perspektive unternimmt, in der Frühen Nz. Diskurse auf der Grundlage von Texten zu vergleichen, ist verloren [1]. In einer Periode, die durch religiös motivierte Gewalt, absolutistischen Konformitätsdruck und schließlich die Vernunft-Ideologie der Aufklärung charakterisiert war, war es oft notwendig, die eigene Meinung zu verbergen. Als Leitfaden der Interpretation nzl. Texte sollte daher gelten, was Niccolò Machiavelli am 17. 5. 1521 an Francesco Guicciardini schrieb: »Seit langer Zeit habe ich wed…
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