Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Miasmen

(2,427 words)

Author(s): Gudermann, Rita
1. Allgemein Der aus dem Griechischen stammende Begriff míasma (»übler Dunst«, »Befleckung«) steht für eine krankheitserregende Verunreinigung der Luft, die als üble Ausdünstung vom Boden, aber auch von verwesender organischer Materie oder als Körpergeruch vom Menschen ausgehen kann (vgl. Geruch). Es handelt sich dabei um ein nach heutigem naturwiss. Verständnis falsches, gleichwohl über viele Jahrhunderte hinweg wirkmächtiges Paradigma zur Erklärung der Entstehung von Krankheiten, insbes. von Epidemien. Die der Luftverschmutzung zugeschriebenen schädlichen Wir…

Midrasch

(11 words)

s. Jüdische Literatur

Miete

(799 words)

Author(s): Löhnig, Martin
1. Begriff und Entwicklung Unter M. wird heute die Gebrauchsüberlassung einer beweglichen Sache oder Immobilie gegen Geld (M.-Zins) verstanden, während in Abgrenzung dazu die unentgeltliche Gebrauchsüberlassung als Leihe bezeichnet wird. Am Ende des MA hatte sich in Europa aus der sog. Erbleihe als erblichem und veräußerlichem dinglichen (also gegen alle Beteiligten am Rechtsverkehr wirkenden) Nutzungsrecht an einer Sache v. a. in den Städten die zeitlich begrenzte Gebrauchsüberlassung von Immobilien gegen M.- Zins als eigene Vertragsart entwickelt. Diese Entwic…

Migrantenkirche

(1,085 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Dieter Prankel, D. P.
1. Begriff In der Nz. etablierten Migranten (Mobilität; Einwanderung; Emigration; Siedlungsmigration) häufig ihre eigenen Religionsgemeinschaften, v. a. dann, wenn ihre Glaubensausrichtung in ihrem neuen Siedlungsgebiet nicht institutionell vertreten war. Auch wenn es entsprechende Institutionen gab, zogen sie es aufgrund von Sprache und persönlicher Vertrautheit häufig vor, bei der Ausübung ihrer Religion unter sich zu bleiben. Beispiele für den letzteren Fall sind die dt. kath. Kirche in Rom [7] und die protest. Kirchen der franz.sprachigen Wallonen in den N…

Migration

(17 words)

s. Emigration | Land-Stadt-Wanderung | Mobilität | Temporäre Migration

Mikroskop

(880 words)

Author(s): Schickore, Jutta
1. Frühe Entwicklung Einfache Vergrößerungsgläser wurden mindestens seit dem 13. Jh. benutzt. Die eigentliche Geschichte des M. (eines von einem Rohr eingefassten Linsensystems zur optischen Vergrößerung) begann um 1600, etwa gleichzeitig mit der des Teleskops (vgl. Optik). Erste Berichte stammen aus den Niederlanden. Auch in England, Italien und Frankreich begann man bald, M. zu bauen und zu benutzen. Die bekanntesten Mikroskopiker des 17. Jh.s sind die niederl. Naturforscher Antony van Leeuwenhoek und Jan Swammerdam, der ital. Arzt und Anatom Marcello Malpighi sowie …

Milch

(2,295 words)

Author(s): Orland, Barbara
1. Begriff M. ist die Nährflüssigkeit, die Mütter und weibliche Säugetiere zur Ernährung ihres Nachwuchses von sich geben. Seit ältesten Zeiten wird die M. verschiedener Tiere (Rind, Schaf, Ziege, Pferd, Esel, Wasserbüffel, Kamel) darüber hinaus vielfältig in der Küche eingesetzt. Im nzl. Europa wurden hauptsächlich Kuh-, Schaf- und Ziegen-M. genossen. Da M. ein schnell verderbliches Nahrungsmittel ist, verarbeitete man sie zu Butter, Molke, Dick- oder Butter-M., Frisch- und Fettkäse (Fettkonsum; s. u. 3.1.). In Südosteuropa und Asien dominierten speziell fermentie…

Militär

(2,869 words)

Author(s): Kroener, Bernhard
1. Begriff 1.1. Antike Wurzeln Der Begriff M. leitet sich wie engl. military oder franz. militaire von lat. militaris (»kriegerisch«, »soldatisch«) und res militaris (»Kriegswesen«) her; aus lat. militia (»Kriegsdienst«) sind Miliz, engl. militia, franz. milice etc. entwickelt. Ausgangspunkt des Wortfeldes »M./militärisch« (= mil.) bilden röm. mil. Rechtskodifikationen (überliefert etwa in der fragmentarisch erhaltenen Schrift De re militari, »Vom Kriegswesen«, des Lucius Cincius, 1. Jh. v. Chr.). Für die Entwicklung des abendländischen Kriegswesens wei…

Militärakademie

(680 words)

Author(s): Hohrath, Daniel
M. oder Kriegsschulen waren Einrichtungen zur Ausbildung künftiger Offiziere. Der Begriff M. (franz. académie militaire, engl. military academy etc.) stand für eine Vielzahl unterschiedlicher Institutionen, so dass sein Auftauchen in den Quellen nur begrenzt aussagekräftig ist. Die Bandbreite reichte v. a. im späten 18. Jh. vom theoretischen Ideal einer am Akademie-Gedanken orientierten Stätte zur Förderung der Kriegswissenschaften durch Fortgeschrittene [3] bis hinunter zu euphemistisch als M. bezeichneten Elementarschulen für jugendliche Offiziersanwärter ( Ka…

Militärische Revolution

(1,542 words)

Author(s): Meumann, Markus
1. Definition und terminologische Probleme Bei der M. R. (engl. military revolution) handelt es sich um ein v. a. in der angelsächs. Geschichtswissenschaft weitverbreitetes Forschungskonzept. I. Allg. wird darunter die Durchsetzung eines Ensembles militärtechnischer und taktischer Innovationen unter Einschluss der von diesen bewirkten bzw. mit diesen in Wechselwirkung stehenden Veränderungen in Strategie, Militärapparat und (staatlicher) Verwaltung verstanden; diese Innovationen besaßen somit per definitionem grundsätzliches, über das Militär hinausweis…

Militärkritik

(10 words)

s. Militär

Militärmedizin

(1,399 words)

Author(s): Dross, Fritz
1. Militär und Medizin Die mediz.-chirurgische Handbuchliteratur hat unter Verweis auf antike Vorbilder chirurgisch tätigen Ärzten stets den Krieg als Lehrmeister empfohlen. Wichtige Autoren besaßen Kriegserfahrung, von Hieronymus Brunschwig und Ambroise Paré im 16. Jh. über Thomas Sydenham und Janus Abraham Gehema im 17. Jh. bis zu Lorenz Heister, John Pringle und Jean Dominique Larrey im 18. Jh. Es ist davon auszugehen, dass viele der frühnzl. Chirurgen wenigstens einen Teil ihres Berufslebens in militärischen Diensten verbrachten. Auch chi…

Militärmusik

(1,150 words)

Author(s): Hofer, Achim
1. Begriffsumfang und Einflüsse Die Vielschichtigkeit des Ausdrucks M. erlaubt keine eindeutige Definition. Er bezieht sich z. T. auf Musikformationen des Militärs, also auf die Ausführenden, sodann auf die Musik selbst sowie auch auf ihre Funktionen. Letztere reichen von rein militärmusikal. (wie etwa der akustischen Befehlsübermittlung, der Regelung des Gleichschritts, dem psychologischen »Antrieb«) und herrschaftlich-repräsentativen bis hin zu verschiedenen Formen der Unterhaltung und konzertanten Darbietung. Diese Vi…

Militärrecht

(1,689 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff und Gegenstand Unter M. lässt sich ohne Rücksicht auf den jeweiligen zeitgenössischen Sprachgebrauch jegliches Recht verstehen, welches das Militär betrifft, insbes. die rechtlichen Normen, die dessen innere Verfassung, Verwaltung und Konflikte sowie dessen Außenbeziehungen zur Bevölkerung und zum Staat oder sein Verhalten in kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Staaten regeln. Begriffsgeschichtlich ist M. jedoch die seit etwa 1800 zunehmend verwendete Übersetzung des lat. ius militare. Bis dahin war dafür durchgehend von Kriegsrecht die Rede …

Militärseelsorge

(752 words)

Author(s): Strauß, Angela
In der Nz. wurden Armeeangehörige in ihrer Religionsausübung von Geistlichen betreut, die dem Militär auf unterschiedliche Weise zugeordnet waren. Während auf kath. Seite die M. in der Frühen Nz. meist von Ordens-Angehörigen wahrgenommen wurde, agierten auf protest. Seite zunehmend den jeweiligen Landeskirchen zugeordnete Feldprediger. Mit der Einrichtung des stehenden Heeres institutionalisierten die jeweiligen Landesherren das Militärkirchenwesen [4]. Die M. umfasste Gottesdienst, Abendmahl bzw. Eucharistie, Predigt, Krankenversorgung, Taufe, Trauu…

Militärstrafrecht

(10 words)

s. Standrecht

Militärtechnik

(14 words)

s. Artillerie | Militärverwaltung | Waffentechnik

Militärverwaltung

(2,290 words)

Author(s): Kapser, Cordula
1. Definition Aufstellung, Ausrüstung und Unterhaltung von Streitkräften zählen zu den Aufgaben der M. Diese wurden in der Frühen Nz. auf unterschiedliche Weise wahrgenommen. Grundsätzlich ist für diese Epoche zwischen einer privatwirtschaftlich geprägten und einer staatlich angebundenen M. bzw. zwischen einer nicht institutionalisierten, zeitlich befristeten und einer institutionalisierten, auf Dauer angelegten M. zu unterscheiden. Nicht institutionalisiert war die M. im 15., 16. und 17. Jh. zur Zeit der …

Miliz

(12 words)

s. Militär | Wehrpflicht
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