Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Mobilität

(5,889 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Einleitung 1.1. Forschungsgeschichte Bis in die 1980er Jahre stieß das Thema der geographischen M. in der histor. Nz.-Forschung auf wenig Interesse. Man ging davon aus, dass die Gesellschaften vor 1800 räumlich einigermaßen stabil und Migrationen (= Mig.) Ausnahmen waren. Nur wenn Menschen keine andere Möglichkeit hatten, also im Krieg, bei Hungerkrisen, Naturkatastrophen oder schwerer politischer bzw. religiöser Unterdrückung, seien sie mobil gewesen. Dies erklärt, warum Glaubensflüchtlinge wie die Hugenotten und die iber. Juden oder die Emigration in die Kolonien weit mehr Aufmerksamkeit auf sich zogen als etwa die vergleichsweise alltäglichen Mig. von Wanderarbeitern und Handwerkern, Gesellen, Arbeitern und Soldaten. Dan…

Mobilität in den Künsten [Hinzugefügt 2017]

(3,802 words)

Author(s): Victoria Gutsche | Herausgeber: Jörg Wesche
1. Literatur 1.1. Begriff Bei M., verstanden als Bewegung im Raum (geographische Mobilität) sowie als Bewegung zwischen verschiedenen sozialen Schichten einer Gesellschaft (Soziale Mobilität), handelt es sich nicht um einen histor., sondern um einen analytischen Terminus, der in Bezug auf vielfältige, durchaus heterogene lit. Phänomene sowie lit. Praktiken und Akteure der Nz. Anwendung findet und dementsprechend unscharf ist [9].…
Date: 2016-11-01

Mode

(862 words)

Author(s): Rublack, Ulinka
Der Begriff M. leitet sich vom lat. modus ab, verweist also auf die »Art und Weise«, etwas zu tun. Er bezog sich im dt. Sprachraum ab dem 17. Jh. ausschließlich auf die Kleidungs-Ausstattung. Der engl. Begriff fashion stammt vom lat. facere (»herstellen«) und wird laut Oxford English Dictionary erstmals 1568 erwähnt, um eine modische Kleidungsausstattung zu bezeichnen. Schon seit dem 11. Jh. wurde Zentraleuropäern jedoch zunehmend bewusst, dass ihre Kleidung sich veränderte. Im dt. Sprac…

Modell

(15 words)

s. Architekturmodell | Modellstudium | Technisches Modell

Modellstudium

(1,095 words)

Author(s): Sölch, Brigitte
1. Definition M. bezeichnet das Studium nach dem lebenden Modell, das seit dem frühen 15. Jh. in Künstlerwerkstätten praktiziert und mehr als ein Jahrhundert später an den Kunstakademien institutionalisiert wurde. Im späten 16. Jh. deckte sich der ital. Begriff accademia vermutlich erstmals mit dem Studienfach Aktzeichnen [11. 85]. Den Schriftquellen, die vorwiegend das Studium männlicher Modelle erwähnen (wie Giorgio Vasari, Filippo Baldinucci, Giovanni Battista Passeri), steht eine Fülle von Aktzeichnungen gegenüber, deren Erforschung mit dem zentral…

Moderne

(4,225 words)

Author(s): Jaeger, Friedrich | Petri, Grischka | Hottmann, Katharina | Niefanger, Dirk
1. Allgemein Im dt. Sprachraum taucht das Substantiv M. seit dem späten 19. Jh. auf, während sich die franz. Begriffsbildung modernité seit dem ersten Drittel des 19. Jh.s und das engl. Pendant modernity sogar schon im 17. Jh. vereinzelt nachweisen lassen. Diese vergleichsweise frühe Etablierung des Wortes im Englischen hat dazu geführt, dass es in der engl. Wissenschaftssprache für die gesamte Neuzeit als modern times inklusive der Frühen Neuzeit im Sinne der early modern period Verwendung finden konnte. Zurückführen lässt sich der Begriff der M. auf die temporale Unterscheidung zwischen modernen und vergangenen Zeiten, wie…

Modernismus

(628 words)

Author(s): Christophersen, Alf
Der Begriff M. (von lat. modo, »soeben«, »jetzt«; vgl. Moderne) weist eine enorme Bedeutungsbreite und eine spezifische histor. Tiefendimension auf. Seit Mitte des 19. Jh.s steht er für Positionen in Literatur, Kunst, Musik und Architektur, doch dominiert der kirchliche Kontext seiner Verwendung. In Fortführung der schon antiken Opposition des »Alten« gegen das (wirklich oder vermeintlich) »Neue« begann sich seit dem frühen MA die Prägung modernus als Kennzeichnung einer Gegenwart durchzusetzen, die dem Vergangenen überlegen sein will (vgl. Moderne). Seit dem 10. Jh. …

Moduslehre (Kunst)

(1,062 words)

Author(s): Rosenberg, Heidrun
1. Begriffsverständnis in der Kunst Der lat. Begriff des Modus (= Md.) bedeutet ursprünglich »Maß«, »Art und Weise«; er bezeichnet nicht ein Ding oder einen Zustand an sich, sondern eine Relation zu etwas anderem, das durch seine bestimmte Seinsweise erst seine spezifische »gute« Erscheinung gewinnt: Als einen dem dt. »rechten Maß« nahekommender Begriff, der Qualifizierung durch eine bestimmte Quantifizierung meint und sich zugleich auch in eine ethische Dimension öffnet, verwendet ihn Horaz: » Est modus in rebus, sunt certi denique fines./Quos ultra citraque nequit …

Mogulreich

(2,759 words)

Author(s): Conermann, Stephan
1. Einleitung Das M. war ein von 1526 bis 1858 bestehender indo-pers. Staat mit einem Zentrum um die Städte Delhi, Agra und Lahore. Im 17. Jh. umfasste es beinahe den gesamten Subkontinent und Teile des heutigen Afghanistan. Neben dem Osmanischen Reich (ca. 1300–1923) und dem iran. reich (1501–1722; Islam) war es der dritte große muslim. Herrschaftsverbund in der Frühen Nz. Bis weit in das 16. Jh. hinein bildete das M. den Mittelpunkt eines globalen Handelsnetzwerks um den Indischen Ozean. Mit der…

Monarchie

(7,844 words)

Author(s): Asch, Ronald G. | Leonhard, Jörn
1. Typen monarchischer Herrschaft Die M., d. h. die Regierung durch einen König oder anderen souveränen Herrscher mit königsähnlicher Machtstellung und Würde (Souveränität), mochte er nun der erbliche Repräsentant einer Dynastie oder der Träger einer auf Lebenszeit durch Wahl verliehenen Krone sein, war im frühnzl. Europa der Normalfall von Herrschaft, jedenfalls für größere Reiche und Territorialstaaten jedweder Art. Mit gewissem Recht ist die These vertreten worden, »der Weg zum modernen Machtstaat führt in Europa in jedem Fall über die M.« [74. 36]. Auch Fürstentümer, di…

Monarchisches Prinzip

(667 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
Das M. P. stellte nach 1800 eine Reaktion auf die Lehre von der Volkssouveränität dar (Souveränität). Die Staatsgewalt liege nicht, wie von dieser betont und rechtspolitisch gefordert, in den Händen des Volkes, sondern gehe vom Monarchen aus (Monarchie). Dessen Stellung sei nicht aus einer konstitutionellen Verfassung ableitbar, sondern nur aus alten, gewachsenen Rechtstiteln wie etwa Privilegien sowie Gewohnheitsrecht, und ergebe sich aus der Vererbung in einer Dynastie (vgl. Legitimität; Legitimismus). Somit schließt das M. …

Monarchomachen

(789 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Begriff M. (griech. für »Königsbekämpfer«) wurde 1600 durch den lat. Traktat De regno et regali potestate, adversus Buchananum, Brutum, Boucherium et reliquos monarchomachos libri sex (»Sechs Bücher über das Königtum und die königliche Gewalt, gegen Buchanan, Brutus, Boucher und die anderen M.«) des schott. Monarchisten William Barclay geprägt. Die Bezeichnung sollte alle zeitgenössischen Politiktheoretiker denunzieren, die sich für eine Begrenzung der Macht der Monarchie einsetzten und den Widerstand dagegen bis hin zum Tyrannenmord für legitim erklär…

Monatsnamen

(12 words)

s. Kalender | Zeitrechnung

Mönchtum

(2,871 words)

Author(s): Mertens, Benedikt | Wendebourg, Dorothea | Prokschi, Rudolf | Hacker, Sebastian Maximilian
1. Begriff Die Begriffe M., Mönch und monastisch, vom griech. mónachos (»allein lebend«) hergeleitet, stehen für eine durch Abgrenzung von der sozialen Umwelt und konzentrierte Hinwendung zum Göttlichen bestimmte ehelose Lebensform (Zölibat), die in vielen religiösen Traditionen beheimatet ist. In der westl. Kirche bildet das M. die älteste, nicht aber wie in den oriental. Kirchen die einzige Form der christl. Orden. Als Mönchsorden gelten bes. die unter dem Einfluss der Regel des Benedikt von Nursia entstandenen Benediktiner und Zisterzienser sowie we…

Mond

(12 words)

s. Sonne und Mond

Monetarisierung

(10 words)

s. Geldwirtschaft

Mongolen

(836 words)

Author(s): Theobald, Ulrich
Während Attilas hunnische Horden nach dem 5. Jh. noch lange im Gedächtnis Mittel- und Westeuropas blieben, sind die M. kaum ein Thema in dessen frühnzl. Quellen; die türk. Heere stellten eine viel akutere Gefahr für die Christenheit dar (Türkenkriege). Nur der Eroberungszug des Tamerlan (Timur Lenk) um 1400 in Vorderasien weckte noch die Erinnerung an den »M.-Sturm« des 13. Jh.s (z. B. in der Schedel'schen Weltchronik, 1493). Ganz anders sieht die Quellenlage in Osteuropa aus, wo sich die russ. Fürstentümer über Jahrhunderte hinweg gegen die Tataren wehren mussten. Da das Russl…

Monismus

(10 words)

s. Dualismus
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