Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Quacksalber

(1,260 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff und Umfeld Der aus quack- (»schreien«, »quacken«) und - salver (von ahdt. salbari, »Arzt«, oder lat. salvare, »heilen«) zusammengesetzte Begriff Q. (engl. quack, franz. charlatan, ital. ciarlatano) steht meist für jemanden, der sich als Heilkundiger ausgibt und ohne Berechtigung praktiziert, gelegentlich auch für zugelassene Heiler, die marktschreierisch (lat. circumforaneus) [2] ihre Kunst oder Heilmittel feilbieten. Q. sind vereinzelt seit der ersten Hälfte des 16. Jh.s nachweisbar, so etwa in einem Rechtstext aus Rügen (1531; » arsten [Ärzte] und alle ander…

Quadraturmalerei

(10 words)

s. Scheinarchitektur

Quadrivium

(11 words)

s. Artes liberales

Quäker

(962 words)

Author(s): Martin, Lucinda
1. Begriff und Lehre Q. (von engl. to quake, ›zittern‹) oder ›Relig. Gesellschaft der Freunde‹ ( Religious Society of Friends), wie die seit dem 19. Jh. gebräuchliche Bezeichnung lautet, bilden eine christl. Religionsgemeinschaft, die Mitte des 17. Jh.s im Nordwesten Englands entstand und insbes. in den engl.sprachigen Ländern sowie in einigen Staaten Lateinamerikas und Afrikas verbreitet ist. Q., Mennoniten und die Church of the Brethren (›Brüderkirche‹) werden heute zu den drei histor. Friedenskirchen gezählt. Als Gründer der relig. Bewegung gilt der Handwerker und L…

Qualitätskontrolle

(1,731 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff und Qualitätsprobleme Der Begriff Qualität (von lat. qualitas, ›Güte‹, ›Beschaffenheit‹) war zunächst in der Heilkunde gängig (vgl. Humorallehre) und setzte sich erst im 17. Jh. unter franz. Einfluss ( qualité) in der Kaufmannssprache durch. Qualitätsbewusstsein kam zuvor auch in synonymen Begriffen wie ›gude wercke‹ zum Ausdruck. Geprüfte Arbeit wurde auch als ›Meisterwerk‹, als ›geschautes‹ bzw. ›gerecht geschaut' Gut‹ bezeichnet. Den Gegensatz zu solchen als Kaufmannsgut bewerteten Arbeiten bildete die ›unprobmäßige‹ oder ›wandelbare‹ Arbeit. Sebastian …

Quantifizierung und Messung

(2,076 words)

Author(s): Rammer, Gerhard | Steinle, Friedrich
1. Begriff Unter Q. wird die zahlenmäßige Erfassung einer definierten Größe verstanden. Zusammen mit der Angabe eines Maßes oder einer Skala ist die Q. einer Größe eine Voraussetzung für ihre M. Die Q. durchdrang schon seit der Antike viele Bereiche des täglichen Lebens (Längen, Zeit, Maße und Gewichte), des Handwerks und der Technik (vgl. auch Metrologie). Demgegenüber geht es hier um die Q.u. M. in den auf die Natur bezogenen Wissenschaften ( Physikalische Wissenschaften; Chemische Wissenschaften). Deutlich zu unterscheiden ist Q. von einer eigentlichen Mathematisierung, v…

Quartier

(12 words)

s. Einquartierung | Segregation

Quecksilber

(901 words)

Author(s): Weitensfelder, Hubert
Das silbrig glänzende Q. ist das einzige bei Raumtemperatur flüssige Metall. Das eher seltene Element wird überwiegend aus Zinnober (Q.-Sulfid) gewonnen. Die Zahl der abbauwürdigen Lagerstätten ist gering: Allein die Mine in Almadén in der span. Region Ciudad Real lieferte fast die Hälfte aller je geförderten Q.-Mengen, gefolgt von Idria im ehemals habsburgischen Krain (heute Idrija, Slowenien), das seit 1493 auf einen Anteil von ca. 13 % kam. Die größte dt. Lagerstätte bei Obermoschel in der Rheinpfalz war weit weniger bedeutend. In Verbindung mit anderen Metallen bildet Q…

Quellenedition

(846 words)

Author(s): Rosenke, Stephan
Unter Q. versteht man die Edition von gesammelten geschichtswiss., theologisch, literaturwiss. etc. relevanten histor. Texten. Diese werden dabei einer wiss. Kritik unterzogen und teilweise mit einem kritischen Apparat sowie Registern erschlossen. Wenngleich es erste Ansätze zu einer kritischen Würdigung von Quellen und Urkunden bereits im MA gab, wurden sie erst im Humanismus in großen Sammlungen veröffentlicht. Deren Herausgeber bezogen ihr methodisches Rüstzeug aus der Philologie, insbes. der Textkritik, und der Bibelkritik. Die frühen Humanisten befassten…

Querelle des anciens et des modernes

(1,275 words)

Author(s): Chihaia, Matei
1. Begriff Die Bezeichnung Q. D. A. E. D. M. (franz.; ›Streit der Alten und der Neuen‹) fasst eine Reihe von Streitfragen und polemischen Schriften zusammen, welche im 17. und 18. Jh. die neuere Kunst, Literatur und Wissenschaft und die Errungenschaften des klassischen Altertums wertend miteinander verglichen (vgl. Antikerezeption). Die Q. kreiste um die klassizistische Frage, ob die Gegenwart der Antike überlegen sei und welche Epoche folglich vollkommene, nachahmungswürdige Vorbilder hervorgebracht habe. Insofern war die Q. eng mit der Dis…

Querelle des femmes

(18 words)

s. Querelle des sexes

Querelle des sexes

(1,440 words)

Author(s): Zimmermann, Margarete
1. Begriff Das Wort Q. geht zurück auf lat. querel(l)a (›Klage‹, ›Beschwerde‹, ›Anklage‹); altfranz. querelle (›Widerspruch‹, ›[juristische] Klage‹, ›Streitgespräch‹, seit dem 14. Jh. auch ›Streitpunkt‹, ›Anliegen [in einem Streitfall]‹). Der in sich mehrdeutige Begriff bezeichnet sowohl den ›Streit um die Geschlechter‹, den › Streit der Geschlechter‹ wie auch den ›Streitpunkt der Geschlechter(frage)‹ (Geschlechterrollen). Der Erstbeleg in einem histor. Quellentext für querelle des dames findet sich in Martin Le Francs Le champion des dames (1440; ›Der Verteidiger d…

Quietismus

(771 words)

Author(s): Matthias, Markus
1. Begriff und Gegenstand Q. (von lat. quies, ›Ruhe‹, ›Stille‹, ›Passivität‹) war ursprünglich die in Italien aufgekommene polemische Bezeichnung für eine im roman. Katholizismus beheimatete theologische und spirituelle relig. Bewegung des späten 17. und frühen 18. Jh.s, deren spektakuläres Hauptmerkmal das wortlose ›Gebet der Stille‹ (ital. orazione di quiete) war. Davon ausgehend wird jede relig. oder weltanschaulich begründete Haltung der ethischen oder polit. Passivität als Q. bezeichnet. Der Q. ist eine mystische Frömmigkeit ( Mystik), welche sogar die im Gewan…