Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Sobornost

(1,557 words)

Author(s): Smirnov, Igor Pavlovitsch
1. Allgemein Zu Beginn des 19. Jh.s entwarfen Mitglieder der russ. Intelligenzia (vgl. Russländische Gesellschaften 1.6.) ein Bild der Periode vor der Herrschaft Peters I. (reg. 1682–1725), das Kritik an der von der Regierung von oben herab verbreiteten westeurop. Aufklärung transportierte und das Spezifische Russlands betonte [11]; [15]. Gerade in dieser Betonung des Eigenen zeigte Russland seinen europ. Charakter [12]. Für diese Debatte der russ. Geistesgeschichte [18]; [14] ist S. ein Schlüsselbegriff, ohne den auch die russ. Geschichte allgemein unverständlich bleibt. 2…

Sodalitäten, humanistische

(1,240 words)

Author(s): Helmrath, Johannes
1. Begriff und Funktionen Als S. (lat. Sing. sodalitas, auch: academia, contubernium, coetus, cohors) bezeichneten sich die in Süddeutschland und Ostmitteleuropa um 1500 anzutreffenden regionalen, selbstorganisierten Vergesellschaftungen der Humanisten als neuer Bildungs-Elite, deren enges briefliches Kommunikationsnetz dafür die Voraussetzung bildete. Die Mitglieder dieser Gesinnungs-, Arbeits- und Festgemeinschaften waren weder in sozialer Herkunft noch Beruf homogen; sie unterschieden sich somit von traditionellen Bru…

Sodomie

(14 words)

s. Homosexualität | Sittendelikte | Unzucht

Solarenergie

(2,973 words)

Author(s): Bleidick, Dietmar
1. Allgemeines Sonnenlicht und Sonnenwärme wirken auf der Erde als Antrieb für zahlreiche chemische, biologische und physikalische Prozesse und bilden damit eine wesentliche Grundlage des Lebens. Bis ins 20. Jh. basierten alle zur Verfügung stehenden Energie-Formen auf der S. Im engeren Sinne waren dies die Windenergie und die Wasserkraft, aber auch die Muskelkraft und nachwachsende Brennstoffe wie Holz, im weiteren Sinne fossile Energieträger wie Kohle und Torf, die auch als gespeicherte S. bezeichnet worden sind. Schon in den frühen Hochkulturen und bei vielen Natur…

Sold

(12 words)

s. Soldat | Söldner

Soldat

(2,600 words)

Author(s): Kroll, Stefan
1. Begriff Der Begriff S. setzte sich im Laufe des 17. Jh.s in den meisten zeitgenössischen Quellen als Bezeichnung für einen Mann durch, der sich über einen (Dienst-)Vertrag und Eid auf die Kriegsartikel an einen Kriegsherrn band und dafür im Gegenzug einen regelmäßigen Sold (mhdt. solt, von altfranz. sold, ital. soldo, »Münze«, »Entlohnung«) und weitere Vergünstigungen (in der Regel ein einmaliges Handgeld, Verpflegung, Unterkunft und Arbeitskleidung) erhielt [3]; [2]; [1]. Er folgte als zum Kriegs-Dienst Verpflichteter begrifflich dem Reisläufer, Landsknecht und Söldne…

Soldatenhandel

(1,757 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter | Sikora, Michael
1. Überblick Die frühnzl. Staaten waren bei der Rekrutierung ihrer Armeen und Kriegsflotten meist auf bezahlte Berufs-Soldaten anstelle von Wehrpflichtigen angewiesen (vgl. Werbung; Heeresreformen). Vor der Franz. Revolution und der napoleonischen Zeit gab es nur zögerliche Versuche eines allgemeinen Militärdiensts. Erst die Erfolge, die Frankreich damit erzielte (Levée en masse), ermutigten die meisten europ. Staaten – mit der Ausnahme Großbritanniens und europ. kolonialer Streitkräfte –, zu Beginn des 19. Jh.s die generelle Wehrpflicht einzuführen. Berufssoldaten k…

Soldatenmagie

(924 words)

Author(s): Funke, Nikolas
1. Unverwundbarkeitspraktiken Die Frühe Nz. kannte eine Vielzahl magischer Praktiken, die Unverwundbarkeit versprachen. Ab dem frühen 17. Jh. wurden sie im dt. Sprachraum vornehmlich als »Passauer Kunst« bezeichnet. Soldaten, die sich dieser Form der Magie bedienten, wollten dadurch »fest« oder »gefroren« (d. h. unverwundbar) werden. Traditionell wurden magisch-relig. Amulette und Medaillen verwendet [11], um sich vor Verwundung zu schützen; auch diese nicht originär militärischen magischen Praktiken fanden unter Soldaten Anwendung. Im Lauf der…

Soldatenvermietung

(10 words)

s. Soldatenhandel

Söldner

(3,227 words)

Author(s): Rink, Martin
1. Begriff und Kennzeichen Der S. bezeichnet einen Krieger, der gegen Sold (mhdt. solt, von ital. soldo, »Münze«, »Entlohnung«) Kriegs-Dienste aufnimmt. Im Gegensatz zu angeworbenen Landeseinwohnern, die aufgrund einer herrschaftlichen, gleichsam öffentlich-rechtlichen Verpflichtung Dienst leisten (Wehrpflicht), ist der S. gemäß gängiger Diktion v. a. durch materielle Motive gekennzeichnet (vgl. Soldat). Seinen Dienst leistet er auf Grundlage einer freien Vertragsbindung als direkter Auftragnehmer des Kriegsherrn oder von vermittelnden Kriegsunternehmern. Le…

Sole, Solebrunnen

(15 words)

s. Salinentechnik | Salz

Solidarpathologie

(1,023 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition S. bezeichnet die systematische Ursachenerforschung der Krankheiten (griech. pathología, d. h. die Lehre von deren Entstehung, Verlauf und Zeichen) auf der Grundlage pathologisch-anatomischer Veränderungen einzelner Organe oder Körpergewebe (lat. solida, »feste Bestandteile«). Sie grenzt sich gegen die Humoralpathologie ( Humorallehre) ab, in der das nichtflüssige morphologische Substrat des Organismus lediglich als Schauplatz säftephysiologischer Vorgänge gilt. 2. Anfänge Morphologische Veränderungen der Gewebe und Organe des tierischen und…

Sonate

(2,280 words)

Author(s): Noeske, Nina
1. Begriff Der Begriff S. (von ital. sonare, suonare, »klingen«, »erklingen lassen«, »ein Instrument spielen«) bedeutet wörtlich »Klangstück« und begegnet erstmals in der zweiten Hälfte des 14. Jh.s in der ital. Literatur. Während S. hier noch als unspezifische Sammelbezeichnung für das Erklingen von Musik verwendet wird, bezeichnete das Wort im 16. Jh. kurze, meist instrumentale Musikstücke. Bereits vor 1500 trat der Begriff sonata speziell im Zusammenhang mit Bläserfanfaren auf und wurde schließlich im gesamten 16. Jh. zunächst in Italien, schließlich …

Sondersprache

(855 words)

Author(s): Jütte, Robert
1. Sprachliche Absonderung und Außenseitertum S. sind wie Fachsprachen gruppenorientiert, unterscheiden sich aber von diesen durch eine weitgehend mündliche Überlieferung und den bewussten Ausschluss Nicht-Zugehöriger durch Kodierung. Voraussetzung für die Entstehung einer S. ist die Interaktionsgemeinschaft [7]. Wichtig für die Herausbildung einer S. war auch in der Nz. die Tatsache, dass es eine große Zahl von Menschen gab, die durch Gesetz und ständische Ordnung vom bürgerlichen Stadtleben und von der ländlichen Sesshaftigkeit …

Sonett

(962 words)

Author(s): Mayer, Mathias
Das S. ist eine weit verbreitete Gedichtform mit begrenztem, aber histor. unterschiedlich gefülltem Aufbau. Die insgesamt 14 Verse sind asymmetrisch in zwei Teile gegliedert – zunächst in zwei vierzeilige Quartette und zwei dreizeilige Terzette mit je zwei Reimen, später mit drei Reimen in den Terzetten. Es war die erfolgreichste Variante unterschiedlicher Entwicklungsexperimente im Umkreis der 14-zeiligen Canzonenstrophe. Vielfach ist das nzl. S. der Liebesthematik gewidmet; es bietet aber auch der Reflexion, der Meditation und der Kunstthematik Raum. Das S. prägte nach…

Sonnenuhr

(1,212 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Obwohl es die scheinbare Einfachheit der Konstruktion nicht sofort vermuten lässt, ist die S. kein Chronometer ( Uhr), sondern ein astronomisches Instrument, das den Stand der Sonne zur Berechnung der geographischen Breite eines Ortes sowie zur Anzeige der Mittagszeit (Sonnenhöchststand), der Tages- und der Jahreszeit in Abhängigkeit von der Sonnendeklination, den Äquinoktien, Solstitien (Sonnwenden) und der Ekliptik nutzt. Ihre Gestaltung wurde durch Kenntnisse der Astronomie und künstlerische bzw. zeittypi…

Sonne und Mond

(2,292 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Allgemein Der Himmel mit S. und M. (den Zentralgestirnen von Tag und Nacht) ist seit dem Beginn der Menschheitsgeschichte in allen Kulturen Gegenstand der mythisch-symbolischen und der wiss. Phantasie wie der Wissbegierde; auch relig. Riten nehmen in vielen Kulturen der Welt bis heute Bezug darauf [21. 9–135]. In der astronomischen Wissenschaft der frühen Kulturen diente die Himmelsbeobachtung der praktischen Erkenntnis und Vorhersage des Laufes von S., M. und Sternen, in den christl. Kulturen dann auch der Berechnung der beweglichen Feiertage im Kirchenjahr [13] (Zeitmessu…

Sonntag

(863 words)

Author(s): Spehr, Christopher
Der S. (lat. dies solis, engl. Sunday), der ursprünglich den zweiten Tag der antiken griech.-röm. Planetenwoche (in der jeder Tag nach einem Planeten benannt war) bildete, prägt die europ. Kulturgeschichte wie kein anderer Wochentag. Seine einzigartige Bedeutung erlangte der auf den jüd. Sabbat (Feiertage 2.) folgende Tag in christl. Überlieferung durch die Auferstehung Jesu Christi (Mt 28, Mk 16, Lk 24, Joh 20), die ihm den Ehrentitel »Herrentag« (Offb 1,10) eintrug und seit Bestehen der christl. Gemeinde dazu führte, dass am S. Gottesdienst gefeiert wird [2]. Zum theologischen…

Soteriologie

(10 words)

s. Erlösung

Souveränität

(2,753 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff S. (engl. sovereignty, franz. souveraineté, lat. summum imperium, maiestas) als Begriff des Staatsrechts und Völkerrechts bezeichnet seit der Frühen Nz. einerseits die Eigenschaft einer Person (z. B. des Fürsten), einer Personengruppe (z. B. des Magistrats bzw. Rats) oder des gesamten Volkes, die höchste Staatsgewalt innezuhaben und auszuüben (sog. innere S.), andererseits die Unabhängigkeit eines Staates nach außen, die sich in dessen Anerkennung als Völkerrechtssubjekt niederschlägt. Daraus ergibt sich, dass der Begriff der S. eng mi…
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