Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Uomo universale

(701 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der ital. Begriff U. U. (»Universalmensch«) bezeichnet einen Menschen, der auf allen Gebieten des Lebens, Wissens und Schaffens außergewöhnliche Fähigkeiten aufweist und Herausragendes leistet. Bekannt wurde er durch Jacob Burckhardt, der in seiner Cultur der Renaissance in Italien (1860) die Entstehung des Leitbildes eines universal begabten, universal gebildeten Subjekts als den Höhepunkt der für die Renaissance typischen »Entwicklung des Individuums« beschrieb (Individualität): »Wenn nun dieser Antrieb zur höchsten Ausbildung der Pers…

Urbane Kulturen

(18 words)

s. Stadt | Stadt, global | Urbanität

Urbanisierung

(2,258 words)

Author(s): Keller, Katrin
1. Begriff und Forschungsgeschichte Der Begriff U. bezeichnet das Phänomen des exorbitanten Wachstums von Städten, das sich seit dem Einsetzen der Industrialisierung bes. in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s zunächst in Europa, später auch in allen anderen Regionen und Gesellschaften der Welt feststellen lässt (vgl. Metropole, mit Abb.). In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch eine Erweiterung des wiss. Begriffes U. in zweierlei Hinsicht durchgesetzt: (1) U. hat im wiss. Kontext nicht mehr eine allein quantitative Dimension [10. 11 f.]; [8. 40]; [12. 11 f.]. Über das Anwachs…

Urbanistik

(12 words)

s. Stadtbaukunst | Städtebau

Urbanität

(1,414 words)

Author(s): Rau, Susanne
1. Begriffsgeschichte U. ist aufgrund seines lat. begrifflichen Vorläufers urbanitas ein relativ alter Sachverhalt. Nach Cicero steht U. für kultivierte Verhaltensweisen und höfliche Umgangsformen, bisweilen für humorvolle Rede ( Ad familiares 3,7,5; 7,6,1; De oratore 1,17; 1,159; 2,227 f., 2,231; 2,236; 3,42 f.; 3,161). Diese Eigenschaften wurden den Bewohnern der Städte (insbes. Roms) zugeschrieben und ländlich-ungehobeltem Verhalten entgegengestellt. In Rhetoriklehren stand der Begriff für eleganten Stil und feine Ausdrucksweise (Quintilian, Institutio orator…

Urfehde

(776 words)

Author(s): Blauert, Andreas
1. Allgemein In ma. Rechtsquellen wird die U. gelegentlich als lat. caucio oder confirmatio ( »eidliche Versicherung« oder »eidliches Versprechen«) bezeichnet. Für das Lexicon juridicum (1721) Samuel Oberländers, eines späten Zeitgenossen des U.-Wesens, war die U. »eine Art einer Caution« oder »eydliche Versicherung« [3. 724 f.], mit der der U.-Schwörende auf Rache bzw. ursprünglich auf weitere Fehde verzichtete. Die moderne Forschung versteht unter der ausgebildeten U. des 16. und 17. Jh.s den beurkundeten oder in Amtsbüchern protokollierten Eid,…

Urheberrecht

(859 words)

Author(s): Dölemeyer, Barbara
1. Begriff Der Begriff U. bezeichnet heute das Recht des Urhebers (Schöpfers) an seinem geistigen Werk (in Literatur, Kunst, Musik und Wissenschaft) mit seinen vermögensrechtlichen (Verwertungsrechte) wie persönlichkeitsrechtlichen Ausprägungen (Urheberpersönlichkeitsrecht). Allgemeine Grundsätze zum rechtlichen Schutz des Urhebers sind auf dem europ. Kontinent seit der Wende vom 18. zum 19. Jh. entstanden. Für England stellt ein Gesetz von 1709 (Act 8 Anne c. 19) den Beginn genereller Normierung dar [6. 100–153]. 2. Frühe Neuzeit Geistig-schöpferische Leistungen a…

Urkunde

(903 words)

Author(s): Krauer, Rezia | Sonderegger, Stefan
U. sind schriftliche Aufzeichnungen, die nach bestimmten Bedingungen abgefasst und beglaubigt werden und einen Vorgang von rechtserheblicher Natur zum Inhalt haben. Für die Zeit bis zum 14. Jh. bilden sie mangels anderer Archiv-Quellen die wichtigsten sog. schriftlichen Überreste der Vergangenheit. Demnach wird das MA als U.- und die Nz. als Aktenzeitalter bezeichnet [2. 81 f.]. Es wird zwischen Kaiser- und Königs-U., Papst-U. und Privat-U. unterschieden, wobei unter dem Begriff Privat-U. gemeinhin alle jene U. subsumiert werden, die nicht von Kön…

Urkundenfälschung

(10 words)

s. Fälschung

Urlaub

(948 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriffsdefinition Wenn heute Schweizer, Österreicher oder Bayern in die Ferien, Engländer in die holidays, Franzosen in die vacances, die meisten Deutschen jedoch in den U. fahren, verbergen sich dahinter histor. Bezüge. Die frühnzl. Definition von U. unterscheidet sich grundlegend von heutigen, die mit Freizeit [10] und Ortsveränderung bzw. Reisen assoziiert werden. Der Begriff U. hängt etymologisch mit »Erlauben« zusammen und bedeutete laut Zedlers Universal-Lexicon »nichts anders als die Erlaubnis, Nachsicht oder Vergünstigung derer Obern, daß ihre Un…

Ursache

(1,739 words)

Author(s): Eckert, Georg
1. Allgemein Die Reflexion auf die U. ( lat. causa, franz./engl. cause) bedeutete die Reflexion auf das, was die Welt im Inneren und Äußeren zusammenhält. U. zeigten Naturabläufe, aber auch Handlungsmöglichkeiten in polit.-sozialen Zusammenhängen an. Die Betrachtung der zwei auch im MA intensiv diskutierten aristotelischen Final-U. (Zweck-U.) Gott und Seligkeit wurde im Verlauf der Nz. von der Untersuchung der Wirk-U. in Welt und Materie geschieden. Technik (Mechanik) und Naturwissenschaft erarbeiteten neu…

Urteil

(2,578 words)

Author(s): Eckert, Georg | Otto, Martin
1. Philosophie 1.1. Allgemein U. meint allgemein das Vermögen und den Akt von Unterscheidung und Entscheidung. Einen Ort hatte der aus der Antike und aus der Scholastik überlieferte Begriff (lat. iudicium; vgl. engl. judgement, franz. jugement) in der Nz. in allen Wissenschaften und Künsten, im Recht (s. u. 2.), in der Politik, aber auch in der lebensweltlichen Praxis mit ihren vielerlei Handwerken und Tätigkeiten. Im Besonderen war stets umstritten, ob Vernunft, Verstand oder äußere und innere Sinne die höchste Autorität in der …

Urteilssammlung

(10 words)

s. Rechtsliteratur

US-Amerikanisch-Mexikanischer Krieg

(750 words)

Author(s): Rinke, Stefan
Der K. zwischen Mexiko und den USA, der 1846 ausbrach, wurde zu einem Fanal für die zwischenstaatlichen Beziehungen in den Amerikas. Er war und ist bis heute der erste und einzige formale K. der Vereinigten Staaten gegen ein lateinamerikan. Land. Lange Zeit galt die Annexion von Texas (vgl. Texanische Unabhängigkeit) als der entscheidende K.-Grund. Doch bestand dieser vielmehr darin, dass die Westgrenze des neuen Bundesstaats und damit die Grenze zwischen Mexiko und den USA umstritten war. Der US-Präsident James K. Polk wollte den Konflikt zunächst anscheinend friedlich…

Uskoken

(802 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Die U. (kroat. für » Flüchtlinge«, abgeleitet vom Verb für »(hin)einspringen«) waren eine kath. Volksgruppe im nördl. Balkan. Sie waren ihrer Herkunft nach Flüchtlinge aus den von der osman. Expansion betroffenen ehemals christl. Balkangebieten. Sie zählten in der Frühen Nz. zu den Gruppen, die – vergleichbar den Freibeutern – z. T. im Auftrag einer Staatsmacht Menschenraub betrieben und ihre Opfer (wie diejenigen von Kriegsgefangenschaft und Piraterie) der Zwangsmigration aussetzten. Die Gefangenen wurden dabei entweder gegen ein Lösegeld repatriiert oder i…

Usus modernus Pandectarum

(772 words)

Author(s): Repgen, Tilman
Als U. M. P. (»zeitgemäßer Gebrauch der Pandekten«, d. h. der Texte des spätantiken röm. Corpus iuris civilis) bezeichnet man eine rechtsgeschichtliche Epoche, die ihren Anfang im 16. Jh. nahm und bis um 1800 dauerte; ihr Name leitet sich von Samuel Stryks Werk Specimen usus moderni pandectarum (1690) ab (s. u.). Sie verlief weithin parallel zur Epoche des Vernunftrechts (vgl. Rechtsphilosophie und Naturrecht) und war ein gesamteurop. Phänomen. Charakteristisch ist ein bestimmter Umgang mit den Rechtsquellen, wobei das rezipierte röm.-kanonische Recht die zentra…

Utilitarismus

(2,397 words)

Author(s): Eckert, Georg | Sommer, Andreas Urs
1. Definition Die diversen Spielarten des U. sind konsequentialistisch, d. h. ihnen ist die Orientierung an den Folgen von Handlungen gemein; ihre Maxime bildet das Prinzip der Nützlichkeit. Als eher unscharf konturierte Denkform erlebte der U. im weiteren Sinne in der Frühen Nz. eine steile Karriere zum handlungsleitenden Paradigma. Zugleich meint der U. im engeren Sinne ein scharf konturiertes philosophisches Programm, zu dem sich mehrere Denkströmungen im späten 18. Jh. vereinten. 2. Dimensionen Versteht man U. im weiteren Sinne als Sammelbegriff ideengeschichtl…

Utilität

(12 words)

s. Utilitarismus | Wissensutilität

Utopie

(5,946 words)

Author(s): Velten, Hans Rudolf | Weber, Wolfgang E.J. | Schmale, Wolfgang
1. Literatur 1.1. Begriff und Bestimmung Die lit. Gattung der U. (nzl. Kunstwort von griech. ou-tópos, »Nicht-Ort«) hat ihren Ursprung in der 1516 erschienenen neulat. Utopia des engl. Humanisten Thomas More (Morus). Als Prototyp der lit. U. prägte dieses Werk nicht nur ihren Namen, sondern auch die darauf bezogenen späteren Texte, welche im Rückblick die Gattung konstituieren. Definitorisch können diese als von Reise- oder anderen Rahmenerzählungen abhängige, fiktionale Entwürfe vorbildlicher, vernünftiger Gesellschaftsordnungen ohne Anspruch auf Verwirklichung …

Ut pictura poesis

(1,036 words)

Author(s): Knopp, Katrin Simona
1. Herkunft und Bedeutung Der Diskurs des U. P. P. (lat.; »Wie die Malerei, so die Dichtung«) war in der Nz. von der Rezeption der Ars poetica des Horaz geprägt (14 v. Chr., Vers 361 ff.), der seinerseits eine bei Plutarch überlieferte Sentenz ( De gloria Atheniensium 346F) des Simonides von Keos (6. Jh. v. Chr.) aufgegriffen hatte: Malerei sei stumme Poesie und Poesie redende Malerei [6]. Humanisten und Künstler der Nz. nutzten Horaz' Aussage, um die Malerei zu den Artes liberales zu erheben, sowie ab dem 16. Jh. im Paragone (Künste-Rangstreit) zwischen Dichtung und Malerei…
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