Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Whigs

(1,110 words)

Author(s): Lottes, Günther
1. Historische Wurzeln: Die »Glorious Revolution« Die Wh. waren eine engl. Parlaments- Partei, die am Ende der Restaurationszeit ( Restoration of the Stuarts, 1660–1689) entstand und zusammen mit der polit. Konkurrenzpartei der Tories die parlamentarische polit. Kultur Englands und nach der Parlamentsunion von 1707 mit Schottland ganz Britanniens wesentlich prägte. Ursprünglich eine polemische Fremdbezeichnung, die auf radikalprotest. schott. Rebellen anspielte, wurde Wh. schnell zur Eigenbezeichnung. Die Parlaments-Parteien entstanden im Zuge der sog. Exclusion Cri…

Widerstand

(4,964 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang | König, Hans-Joachim
1. Allgemein W. gegen die Obrigkeit ist in der Nz. als Regulativ zur Ausübung von familialer, ökonomischer, kirchl. und polit. Herrschaft zu verstehen. Er ersetzte in gewisser Weise spätere Regulative wie die Kontrolle der Regierung durch das Parlament und die Kontrolle von Institutionen, Kirchen und Unternehmen durch eigene Organe, die teils auf demokratischem Weg zustandekommen, teils als Behörden fungieren. Solche Kontrollinstanzen von Herrschaftsausübung jeglicher Art fehlten in der Frühen Nz.…

Widerstandsrecht

(3,059 words)

Author(s): Scattola, Merio
1. Begriff W. (lat. ius resistendi, franz. droit de résistance) gilt in der polit. Lehre als das Recht zur Ausübung individueller oder kollektiver Gewalt gegen einen ungerechten Befehl der polit. Obrigkeit; dies stellt die höchste Form von polit. Gehorsamsverweigerung dar [5. 92–95]. In diesem Sinn wirkte es, obwohl noch nicht als ausgeformtes juristisches Institut verstanden, schon in der Antike. Man kann ein implizites von einem expliziten W. unterscheiden. Ersteres gilt für die Antike; Letzteres wurde im Lauf des MA entwickelt und i…

Wiedergeburt

(1,429 words)

Author(s): Thiede, Werner | Sparn, Walter
1. Begriff W. (Übersetzung von griech. palingenesía bzw. lat. renascentia) war in der Nz. meist die christl. Metapher für den (einmaligen) Vorgang einer der natürlichen vergleichbaren geistlichen Geburt einer Person, d. h. der zweiten, für ihr ewiges Leben entscheidenden Geburt. Der Ursprung, das Gespräch Jesu mit Nikodemus (Joh 3), blieb präsent; wie die paulinische Formel »neue Schöpfung« wurde der Begriff von Anfang an mit dem Akt der Taufe verknüpft (u. a. Tit 3,5 f.; Sakrament). In loser Anknüpfung an seine gelegen…

Wiederkunft Christi

(17 words)

s. Chiliasmus | Eschatologie | Millenarismus

Wiedertäufer

(10 words)

s. Täufer

Wiederverheiratung

(900 words)

Author(s): Ehmer, Josef
W. bzw. Wieder- Heirat war im nzl. Europa weit verbreitet. Eine wesentliche Ursache dafür lag in der hohen Mortalität, die verheiratete Frauen und Männer häufig mit dem Verlust ihres Ehe-Partners und der Entscheidung konfrontierte, ihr weiteres Leben als Witwe/r zu verbringen oder nochmals den Ehebund einzugehen. Diese Entscheidung wurde von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Faktoren und nicht zuletzt vom Geschlecht beeinflusst und war dementsprechend vielfältig. Zugleich werden aber auch relativ gleichförmige Strukturen und Funktionen der W. sichtbar [4]. Eine…

Wiederverwertung

(2,136 words)

Author(s): Stöger, Georg
1. Allgemein W. – seit den 1970er Jahren auch als »Recycling« bekannt – impliziert in Abgrenzung zum Wieder- oder Weiterverwenden ( Trödel) und Wiederherstellen ( Reparatur) die Nutzung von nicht mehr benötigten/verwendbaren Materialien oder Produkten in Form von sog. Sekundärrohstoffen, wobei in der Nz. vielfältige Überschneidungen und enge Beziehungen zwischen diesen Bereichen bestanden. Insgesamt waren große Teile der nzl. Ökonomie von intensiver Ressourcennutzung geprägt; dies schloss die Mehrfachnutzung von Materialien und die Verwertung von Nebenpr…

Wiegendruck

(12 words)

s. Druckmedien | Inkunabel

Wiener Klassik

(14 words)

s. Klassiken, europäische

Wiener Kongress

(2,126 words)

Author(s): Pyta, Wolfram
1. Vorgeschichte Der vom 1. 11. 1814 bis zum 11. 6. 1815 abgehaltene W. K. besaß die Aufgabe, die noch ungelösten territorialen und polit. Fragen zu regeln, welche der nach den Napoleonischen Kriegen und antinapoleonischen Befreiungskriegen geschlossene Erste Pariser Frieden (30. 5. 1814) offen gelassen hatte. Dieser Friedensschluss der europ. Mächte mit dem besiegten napoleonischen Frankreich hatte gewichtige Vorgaben getroffen, die den Handlungsspielraum der in Wien tagenden Monarchen und Staatsmänner beschränkten. So hatte er die Grenzen Frankreic…

Wiener Schlussakte

(17 words)

s. Deutscher Bund | Wiener Kongress

Wiesenbau

(2,139 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Entwicklung und Nutzung Vor dem Übergang zur Landwirtschaft waren große Teile Europas mit Wald bedeckt. Offene Grasflächen bildeten sich erst im Neolithikum unter der Einwirkung menschlicher Tätigkeit, zunächst an Orten, an denen der Wald durch intensive Weidenutzung licht geworden war (Waldweide), später auch in Flusstälern, wo die andauernde Feuchtigkeit den Ackerbau erschwerte. Die Nutzung dieser Flächen als Wiese im engeren Sinne, d. h. durch die Grasmahd zur Gewinnung von Winterfutter, scheint sich jedoch erst in der Römerzeit entwickelt zu h…

Wilder, edler

(14 words)

s. Edler Wilder

Wilderei

(1,024 words)

Author(s): Ludwig, Ulrike
1. Jagd als Herrschaftsrecht W. ist das unberechtigte Jagen von Wildtieren und die unberechtigte Aneignung bestimmter tierischer Gegenstände (etwa abgeworfener Geweihstangen) oder toter Tiere. Die Aneignung von toten Tieren bzw. Teilen von Tieren firmiert mitunter auch als Jagdfrevel. Das Delikt der W. (Kriminalität 6.5.) entstand zugleich mit der Etablierung der Vorstellung einer personell eingeschränkten Berechtigung zur Jagd. Die Anfänge hierfür können in der Ausbildung eines besonderen Gebietes unter Königsrecht gesehen werden, in dem seit dem frühen MA das Jagd-Reg…

Wildnis

(1,535 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick W. bezeichnet seit jeher die unkultivierte Natur und verweist damit auf die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes Kultur als Kultivierung der Natur, im Sinne des gezielten Eingriffs in die ansonsten chaotisch, d. h. ohne erkennbare Ordnung, existierende oder sich entwickelnde Natur. In der jüd.-christl. Tradition bieten Schöpfung (Schöpfungslehre) und Paradies als Bilder des aus dem Chaos, der ursprünglichen Wüstenei und Leere entstehenden Kosmos und des ursprünglichen Garten Eden Bild…

Wildtiere

(1,459 words)

Author(s): Selter, Bernward
1. Definition Als W. werden diejenigen Tiere bezeichnet, die – anders als die Haus- und Nutztiere – nicht domestiziert sind. Auch unter den W. werden zahlreiche Arten vom Menschen genutzt, einige als Raubtiere bis heute bekämpft. Bis ins 17. Jh. klassifizierte man gemäß anthropozentrischer Sichtweise die Tiere nach dem Nützlichkeitsaspekt: »Die Hauptkriterien, nach denen Tiere gruppiert wurden, lauteten eßbar und ungenießbar, zahm und wild, nützlich und schädlich« [10. 255]. Der Begriff »wild« taucht in den Quellen in verschiedenen Abstufungen auf, die von »fas…

Wille

(2,681 words)

Author(s): Eckert, Georg
1. Überblick Der menschliche W. (lat. voluntas und arbitrium) stand im Zentrum zahlreicher Debatten der Frühen Nz. Was ihn zu Entschlüssen und Taten bewege, war ebenso umstritten wie die Frage, was ihn bewegen solle. Bei der Suche nach den Ursachen von Handlungen griffen Theologie, Philosophie und Naturphilosophie ineinander. Spezifische soziale, rechtliche und polit. Institutionen und Prozeduren hatten zum Ziel, den W. als Strebevermögen zu hemmen oder zu fördern. Zunächst erschien er eher als heils- u…

Wille, freier [Hinzugefügt 2017]

(1,764 words)

Author(s): Gunda Werner
1. Grundlagen und Entwicklungen bis zur lutherischen Reformation In der Auseinandersetzung um den f.W. treffen zwei grundlegend unterschiedliche anthropologische Grundannahmen aufeinander, die vereinfacht gesprochen dem Menschen den f.W. zu- oder absprechen. Die einen denken den Menschen in einer optimistischen Perspektive: Der Mensch hat demnach seine Freiheit, die sich im f.W. ausdrückt, trotz der Sünde behalten. Die weniger Optimistischen sehen die Freiheit, und mit ihr den f.W., durch die Sünde gänz…
Date: 2016-11-01

Willensfreiheit

(12 words)

s. Determinismus | Wille
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