Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Wochenzeitung

(872 words)

Author(s): Münch, Roger
1. Anfänge Die ersten gedruckten Zeitungen (= Zt.) Europas erschienen einmal pro Woche. Dies hing v. a. mit dem wöchentlichen Eingang der Post zusammen, aus der die Herausgeber die neuesten Nachrichten entnahmen und für ihre Zt. aufbereiteten. Darüber hinaus bestimmte das jeweils gewährte Druckprivileg die Erscheinungshäufigkeit. Die meisten Herausgeber hatten die Druckerlaubnis für nur eine Ausgabe pro Woche; diese Regelung konnte man allerdings durch den geschickten Einsatz von Beilagen oder Nebenausgaben teilweise umgehen. Die nzl.…

Wohlerworbene Rechte

(1,004 words)

Author(s): Otto, Martin
1. Begriff W. R. (lat. iura quaesita, engl. vested rights, franz. droits aqcuis) bezeichnen im vom Röm. Recht beeinflussten Europa Rechtspositionen, die einer Einzel-Person oder einer Gruppe durch Rechtsakt verliehen wurden. Von anderen Rechten waren sie nicht inhaltlich, sondern allein durch die Art ihres Erwerbs abgrenzbar [10. 42]. Zugrunde lag die Vorstellung, dass Rechtstitel, sofern sie nicht durch den Naturzustand begründet waren (»natürliche Rechte«), eines besonderen Verleihungsaktes bedurften, um (wohl-)erworben zu sein. Typische …

Wohlfahrt

(10 words)

s. Staatszweck

Wohnbau

(2,364 words)

Author(s): Lang, Astrid
1. Definition Als W. wird diejenige private Architektur bezeichnet, die zum Zwecke des Wohnens, d. h. zur kontinuierlichen Unterbringung einer oder mehrerer Familien bzw. Lebensgemeinschaften gestaltet wird und architektonisch primär auf die Befriedigung der alltäglichen praktischen und sozialen Grundbedürfnisse ausgerichtet ist. Weitere Aspekte des W. wie u. a. die Wehr- und Schutzfunktion (Festungsbau), Repräsentation (Palast; Schloss; Villa), Erholung oder der Empfang von Gästen stehen im Vergleich dazu…

Wohnkultur

(2,380 words)

Author(s): Mohrmann, Ruth-E.
1. Begriff und Quellen W. ist in der Wissenschaftsterminologie ein relativ junger Begriff, der sich erst etabliert hat, seit in den 1980er Jahren der erweiterte Kultur-Begriff gebräuchlich wurde. W. umfasst das häusliche Leben in seiner gesamten materiellen Ausprägung und den sich hierin manifestierenden individuellen und kollektiven Geschmacksvorlieben. Die Gestaltung der alltäglichen Wohnumwelt ist auch als ein soziokultureller Vermittlungsprozess von Wohnvorstellungen und -mustern zu betrachten, der Mentalitätsunterschiede und differierende Lebensstile erke…

Wohnverhältnisse, städtische

(1,556 words)

Author(s): Mohrmann, Ruth-E.
1. Begriff, Quellen und Forschungsgeschichte Unter städt. W. werden die baulichen und räumlichen Voraussetzungen verstanden, die der Bevölkerung im begrenzen städt. Areal Wohnraum zur Verfügung stellen. Die W. sind stets im histor. Wandel und im engen Zusammenhang mit den jeweiligen sozioökonomischen Verhältnissen zu betrachten. Wohnen in der Stadt vollzog sich ebenso in adligen Palästen und patrizischen Bürgerhäusern wie in den schmalen und dunklen Fachwerk-Häusern von Handwerkern und den kümmerlichen Keller- oder Dachwohnungen von Tagelöhnern. Nicht nur die Grö…

Wolf

(14 words)

s. Raubtiere | Werwolf | Wildtiere

Wolffianismus

(1,539 words)

Author(s): Borchers, Stefan
1. Definition Als W. wird die Verbreitung, Rezeption und Weiterentwicklung der Philosophie des dt. Gelehrten Christian Wolff (1679–1754) bezeichnet. Der W. war ein wichtiger Bestandteil insbes. der dt. Aufklärung. Während die Ausdrücke »wolffisch« und »wolffianisch« im 18. Jh. mitunter synonym gebraucht wurden, zielt der heutige Begriff W. auf eine in sich heterogene Bewegung, die sich von dem, wofür Wolff selbst stand, durchaus lösen konnte. 2. Wolff'sche Philosophie und Wolffianismus Christian Wolff hatte Anregungen von Ehrenfried Walter von Tschirnhaus und Gottfried …

Wolgaweg

(1,865 words)

Author(s): Adamczyk, Dariusz
1. Zwischen Ostsee und Kaspischem Meer Die Interaktionen zwischen dem Norden sowie Osten Europas und der mediterranen sowie westasiat. Welt wurden bis ins 19. Jh. vornehmlich entlang der Flussläufe organisiert: über Donau, Dnjestr, Dnjepr und Don zum Schwarzen und über die Wolga zum Kaspischen Meer. Der W. war meist die bedeutendste Handelsroute, da er über die Kama unmittelbar mit den besten Pelzgebieten in der Taiga verknüpft war, über die Landenge zum Don auch als Weg in den Mittelmeerraum benutzt werden konnte sowie unmittelbar mit den Ka…

Wolle

(4,623 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Einleitung Zusammen mit dem Leinen-Gewerbe war die Wollverarbeitung (= Wv.) in der Frühen Nz. die wichtigste einheimische Fasern nutzende Branche des europ. Textilgewerbes. Gewerberegionen entstanden oft aufgrund einer »Kommerzialisierung bäuerlicher Technologien« [3]. Erst der Aufstieg der Baumwoll- und Seiden-Verarbeitung im Verlauf des 18. Jh.s beendete die dominierende Stellung des Wollgewerbes (= Wg.). In England stellte es aber noch 1801 hinsichtlich der Wertschöpfung den bedeutendsten Wirtschaftszweig dar; erst 1831 wurde es von Baugew…

Wörterbuch

(1,610 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Unter einem W. (lat. dictionarium, ital. dizionario, vocabulario, franz. dictionnaire bzw. glossaire, span. diccionario, engl. dictionary) versteht man ein (meist alphabetisch angeordnetes) Verzeichnis, das den Wortschatz einer Sprache ganz oder in bestimmten Teilen präsentiert, um jedes Wort entweder als solches zu kommentieren oder dessen Entsprechung(en) in einer oder mehreren fremden Sprache(n) aufzuführen. In der Nz. dienten W. keineswegs nur pragmatischen Zwecken des Sprachunterrichts bzw. der Verständigung auf Reisen, Pilgerreisen, Missio…

Wucher

(2,125 words)

Author(s): Häberlein, Mark | Hofer, Sibylle
1. Begriff und Gegenstand W. bezeichnet heute die Übervorteilung eines Marktteilnehmers bei Waren- und Kreditgeschäften sowie beim Abschluss von Arbeitsverträgen unter Ausnutzung der Notlage, des Leichtsinns oder der Marktunkenntnis des Betroffenen und wird im bürgerlichen Recht sowie im Strafrecht geahndet. Die moderne Definition geht allerdings von einer Unterscheidung zwischen W. und – prinzipiell gerechtfertigter – Zins-Nahme aus, die sich erst in der Nz. entwickelte. Im AT werden W. und Zins (= Z.) als die Ausbeutung Bedürftiger unterschiedslos abgelehn…

Wundarznei

(1,755 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition W. war in der Frühen Nz. die manuelle oder operative Behandlung von Krankheiten, im engeren Sinne die Wundbehandlung. Das Wort W. ist seit dem 14. Jh. belegt (mhdt. wunt-arzâtîe; auch wundartzat, wontarzte). Die Straßburger Zunftordnung berichtet 1461 über alle »artzote und artzotinne, wundeartzot, scherer und bader« [1]. Seit dem SpätMA waren synonym Chirurgie (= Ch.) bzw. chirurgus (von lat. chirurgia, griech. cheirurgikḗ [ téchnē], »handwerkliche Kunst«) sowie gelegentlich auch medicus vulnerarius (»Wundenarzt«) gebräuchlich [7]; [2]; [3]; [4]; [5]; [6]; [9…

Wunder

(2,758 words)

Author(s): Kuhn, Thomas Konrad
1. Kontexte und Forschungsperspektiven Der Wunderglaube (= Wgl.) – bzw. als W. bezeichnete individuelle wie kollektive Erfahrungen – findet sich in unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Epochen mit diversen Erscheinungsweisen, Deutungsmustern und Funktionen. Als Ausdruck sowohl einer subjektiven Glaubenshaltung als auch eines spezifischen Weltbildes, das die Möglichkeit der Veränderbarkeit der Welt impliziert, ist er nicht nur im relig. Kontext präsent. Er verknüpft Deutungen von Realität mit e…

Wunderheilung

(1,527 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff und Übersicht Wunder (= Wd.) sind in allen Religionen eine Möglichkeit, außergewöhnliche, die Alltagserfahrung übersteigende Ereignisse als Werk einer Gottheit, einer heiligen Person, aber auch des Teufels, von Dämonen und Geistern zu erklären (Teufelsglaube; Dämonologie). Die Grenzen zur Magie sind dabei fließend und nicht immer genau bestimmbar. Wd. werden entweder durch die Gottheit selbst oder durch ihre »Werkzeuge«, d. h. durch Heilige oder heiligmäßig lebende (z. B. sich durch Askese auszeichnende) Menschen, durch Reliquien oder heilige Orte bewirkt. Ware…

Wunderkammer

(15 words)

s. Kunstsammlung | Kuriositätenkabinett | Sammlung, gelehrte

Würde

(2,008 words)

Author(s): Eckert, Georg
1. Allgemein W. (lat. dignitas, franz. dignité, engl. dignity) war ein Grundprinzip der frühnzl. Ständegesellschaft. Sie drückte in besonderer Weise polit. und soziale Machtansprüche aus. Zunächst bezeichnete W. die Sonderstellung des Menschen als Ebenbild Gottes in der Schöpfung, ordnete jedoch auch die Verhältnisse der Menschen untereinander. Eine herausgehobene W. war seit dem MA an Institutionen gebunden, die den göttlichen Auftrag zur Weltgestaltung vorzüglich zu erfüllen schienen. Solche sakrale Autorität legitimierte geistliche und weltliche Ämter, aber auch…

Wüstung

(979 words)

Author(s): Ebert, Jochen
1. Begriff Der Begriff W. ist von dem seit der Mitte des 14. Jh.s gebräuchlichen Begriff wustunge als Bezeichnung für aufgegebene Siedlungen und landwirtschaftliche Nutzflächen abgeleitet [8. 113]. Um die Vielfalt der Entsiedlungsvorgänge zu fassen, ist der Begriff seit Beginn der wiss. W.-Forschung um die Mitte des 19. Jh.s präzisiert und erweitert worden. So werden W. nach den betroffenen Siedlungselementen unterschieden in Dorf-W. und Flur-W., räumlich in partielle (Teil-W.) oder totale W. sowie zeitlich in temporäre und…