Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Ziegen

(1,253 words)

Author(s): Rippmann, Dorothee
1. Allgemein Dat ovi capra lanam: »Die Z. übergibt dem Schaf die Wolle«. Dieser ma. lat. Topos des Überflusses im Sinn von »Wasser in die Donau Tragen« [3. 30] spielt mit dem wichtigsten ökonomischen Unterschied der beiden genügsamen, oft in einer gemeinsamen Herde gehaltenen Wiederkäuer: Als Woll-Lieferant war das Schaf unter den Bedingungen kommerzieller Tuchherstellung und -vermarktung der Z. ökonomisch überlegen. Ein Vorteil der Z.-Haltung lag jedoch in der höheren Milch-Effizienz. Vor diesem Hintergrund war die Bedeutung dieser Art der Viehwirtschaft je nach Wirtscha…

Ziegler

(1,229 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Allgemein Als Z. (franz. briquetier, engl. brickmaker) werden die Hersteller von Dachziegeln und Backsteinen bezeichnet. Deren Produktion entwickelte sich insbes. dort, wo Naturstein kaum verfügbar war ( Flandern, Ost-England, Norddeutschland, Niederlande; vgl. Baustoffe). Seit dem 11. Jh. sind Z. in nordital. Städten belegt; seit dem 13. Jh. waren sie in Korporationen der Maurer organisiert ( Baugewerbe) oder bildeten wie im 14. und 15. Jh. in Ferrara, Rom, Parma und Modena eigene Korporationen [3. 172–175]. Ab der Mitte des 12. Jh.s mehren sich Nachweise für d…

Zierpflanzen

(1,229 words)

Author(s): Schaier, Joachim
1. Allgemein Wie Nutzpflanzen gehören Z. zu den Kultur- Pflanzen, die kultiviert, gezüchtet und bewirtschaftet werden. Sie dienen kultischen und ästhetischen Zwecken, z. B. der floralen Verzierung von weltlichen und kirchl. Festen sowie von Gärten, zur Dekoration von Innenräumen, der Bekleidung oder als Körperschmuck. Bei Z. stehen die ästhetische Qualität (Wuchsform, Farbe, Duft; vgl. Geruch) und der Symbolgehalt im Vordergrund [2. 4]. Eine strikte Abgrenzung zu den Nutzpflanzen ist nicht immer möglich. So wurden Gemüse oder Kräuter durchaus auch aus äs…

Zigeuner

(1,927 words)

Author(s): Rheinheimer, Martin
1. Einwanderung Allgemeine Unsicherheit und latente Angst vor Not und Verarmung kristallisierten sich seit dem 15. Jh. an einer neu auftauchenden Gruppe von Fahrenden ( Fahrendes Volk), den sog. Z. Im 14. Jh. fanden sie sich überall auf dem Balkan; zu Beginn des 15. Jh.s erschienen dann erste Gruppen in Mitteleuropa, um 1420 in Frankreich und Italien; 1425 erreichten sie Spanien, und am Anfang des 16. Jh.s zuletzt auch die nördl. Peripherie Europas: die Brit. Inseln und Skandinavien. Oft wurden sie als »Tartaren«, »Heiden« oder »Ägypter« (daher engl. gypsies, span. gitanos) bezei…

Zimmermann

(14 words)

s. Baugewerbe | Holz | Werft

Zimt

(10 words)

s. Gewürze

Z (index) Location

(317 words)

Zabern, Frankreich Bauernkrieg Zacatecas, Mexiko Atlantische Welt Zagreb, Kroatien Gesellenwanderung | Ruthenische Kirchen Zakynthos/Zakinthos, Griechenland Kaufmannsdiaspora Zamość/Zamosch, Polen Osteuropa | Sephardim | Stadtgründung Zaporoze, Ukraine Kosaken Zaria, Nigeria Metropole Zarskoje Selo, Russland Schloss Zeitz, Sachsen-Anhalt Apanage | Werkvertrag Zempoala, Mexiko Brücke Zentralafrika, Religiöse Interaktion, globale | Zentralafrikanische Welt | Zwangsmigration Zentralasien, Kulturkontakt, globaler | …

Z (index) Subject

(2,337 words)

Zaddik, Frömmigkeitskulturen | Mystik Zadruga, Frerèche Zahl, Akustik | Arithmetik, universelle | Arithmetik, universelle | Arithmetik, universelle | Arithmetik, universelle | Harmonie | Logik | Mathematik, musikalische | Mathematische Wissenschaften | Naturwissenschaft und Religion | Rhythmus | Standardisierung | Tagwählerei | Tonkunst, islamische | Unterhaltungsmathematik | Wissenschaftssprache | Wissenschaftsutopie Zahlenmystik, Okkultismus | Zahl Zahltag, Jahrmarkt Zahlungsbilanz, Silber Zahlungsmittel, Banknote | Edelmetalle | Geldwirtsc…

Zink

(10 words)

s. Hüttenprodukte

Zinn

(1,074 words)

Author(s): Bartels, Christoph
1. Grundlagen Neben Eisen, Kupfer und Blei sowie den Edelmetallen ist Z. eines der wichtigsten, seit der Vorgeschichte genutzten Metalle (Hüttenprodukte). Sein Vorkommen ist an Granite gebunden. Abbauwürdige Lagerstätten sind selten [3. 11–17]: In Europa konzentrieren sie sich auf Cornwall und Devon sowie die »Erzgebirgische Z.-Provinz« im sächs.-böhm. Erzgebirge und im Fichtelgebirge. Weitere Lagerstätten in Frankreich ( Bretagne, Massif Central), auf der Iber. Halbinsel, in Italien sowie in den Sudeten hatten für die Nz. geringere Bedeutung [5. 348–373]. Die Z.-Erze – …

Zinngießer

(994 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Produkte und Verbreitung In Mitteleuropa wird Zinn seit dem 13. Jh. gewerbsmäßig durch Z. (auch Kannengießer; engl. pewterers) verarbeitet. Bereits aus dem 14. Jh. ist die Bildung erster Z.-Korporationen belegt (Zunft). Das zunächst nur in größeren Städten vertretene kleine Handwerk stand oft in Verbindung mit den Schmieden (wie die Kannengießer in Zürich seit 1336), doch organisierte es sich ab dem 15. Jh. meist in eigenen Korporationen wie in Wien (1416), Straßburg (1471), London (1473) und Odense (1496) sowie im 16. Jh. in S…

Zins

(966 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Begriff und Formen Der Begriff Z. – von lat. census »(Vermögens-)Schätzung«, »Abgabe« –, in älteren Quellen vielfach lat. interesse genannt (daher engl. interest, franz. intérêt; vgl. Interesse), bezeichnete bis ins 18. Jh. das Entgelt sowohl für die Überlassung eines Geld- oder Sach- Darlehens als auch für die Nutzung von Boden oder Immobilien (Pacht- oder Miet-Z., Grund- und Erb-Z.; vgl. Bäuerliche Besitzrechte; Leistungen, bäuerliche), seither in der Regel nur noch Ersteres (vgl. auch Anleihe; Kredit). Insbes. in den bäuerlichen Gemeinschaften war die Bezahlu…

Zinsverbot

(12 words)

s. Wucher | Zins

Zionismus

(10 words)

s. Diaspora

Zirkularitat

(10 words)

s. Zyklizität

Zirkus

(1,542 words)

Author(s): Michel, Alain
1. Begriff und Anfänge Der Begriff Z. (von lat. circus, »Ring«, »Rennbahn« für Pferde- und Wagenrennen, vgl. circenses, »Z.-Spiele«; franz. cirque; engl. circus, auch »runder Platz«) hat zwei Bedeutungen: zum einen das Z.-Programm (Kunstreiterei, Clownerie, Dressur, Boden- und Sprungakrobatik und Artistik wie Seillauf, Trapez, Equilibristik), dessen in sich geschlossene Darbietungen einem Wechsel von Spannung und Entspannung unterliegen; zum anderen die Spielstätte: ein mobiles Großzelt mit zwei bis vier Masten und zerlegbaren Sitzr…

Zivilehe

(798 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Grundlagen Mit Z. wird eine Form der Eheschließung bezeichnet, die nicht auf einer relig. Ehe-Definition basiert und nicht nach relig. Ritus geschlossen wird. Während die Ehe nach dem Verständnis der kath. Kirche ein Sakrament und nach dem der protest. Konfessionen ein Symbol der Verbindung Christi mit der Kirche ist (vgl. Kasualien), basiert die Z. auf der Idee, dass die Ehe einen privatrechtlichen Vertrag zwischen zwei Personen darstellt. Er wird vor Vertretern der bürgerlichen Gesellschaft geschlossen sowie von ihnen bezeugt und kann von den Vertrag…

Zivilgesellschaft

(2,250 words)

Author(s): Treiblmayr, Christopher
1. Begriffs- und Theoriegeschichte, Charakteristika 1.1. Grundlagen Die Vielzahl der Verwendungsweisen und unterschiedlichen Definitionen des Begriffs Z., die seit seiner in den 1980er Jahren einsetzenden Renaissance und globalen Verbreitung im Umlauf sind, lassen ihn als »Passepartout für nahezu beliebige Anliegen« [6] erscheinen. Zur zeitgenössischen Popularität des seit der griech.-röm. Antike bestehenden Ausdrucks, der gegen Ende des 20. Jh.s gewissermaßen als Neologismus wieder in die dt. polit. Sprache eingeführt wurde [4. 2], trugen neben seiner emanzipato…

Zivilgesetzbücher

(1,739 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
1. Bedeutung und Entwicklung Der Begriff Z. fasst jene umfangreichen Gesetzbücher zusammen, die gegen Ende der Nz., wie dies zeitlich und räumlich benachbarte Belege aus der Schweiz zeigen, als Zivilgesetzbuch (z. B. Solothurn 1841/1847) bzw. Codice Civile (z. B. Tessin 1837), auch als »Privatgesetzbuch« (z. B. Zürich 1856), aber meistens als » Bürgerliches Gesetzbuch« (z. B. Luzern 1831/1839) bezeichnet wurden. Sie regeln die mit den Synonymen Zivilrecht, Privatrecht und Bürgerliches Recht benannte Materie; darunter wurden nach der Definition eines der Z…

Zivilisation

(1,420 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der im Französischen wie im Englischen kurz nach 1750 aufkommende, bis 1820 in allen westeurop. Sprachen etablierte Begriff Z. (franz. civilisation, engl. civilis/zation, ital. civilizzazione, span. civilisación) bezeichnet ein Ideal der Aufklärung: ein Gemeinwesen, das aufgeklärte Werte – von polit. Freiheit über eine moderne Ökonomie bis zu Humanität, Bildung und Urbanität – so weit wie möglich verwirklicht hat und sie immer weiter perfektioniert. Z. war (und ist) insofern kein empirisches Faktum, sondern ein Leitwert bzw. ein ideologisches Programm, das…
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