Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Zodiacus

(1,753 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Grundlagen »Kreis der Tiere« (griech. zōdiakós [ kýklos], lat. zodiacus) war bereits in der Antike die Bezeichnung für die sog. Sonnenstraße, d. h. die zwölf Zeichen, die den Tierkreis bilden: Steinbock, Wassermann, Fische, Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion und Schütze. Im geozentrischen Weltbild teilten diese Sternbilder den Kreisumlauf des Himmels in zwölf gleiche Abschnitte ein, die jeweils durch die Solstitien, d. h. die Sonnenwenden (Tag- und Nachgleichen im Frühjahr und im Herbst, längster und kürzest…

Zölibat

(1,276 words)

Author(s): Holzem, Andreas
1. Begriff und Traditionen Der Z. (von lat. caelebs, »unvermählt«, »ehelos«) ist ein – nicht an das Christentum gebundenes – Phänomen der Religionsgeschichte und bezeichnet die (eventuell temporäre) Enthaltsamkeit von Sexualität bzw. die dauernde Ehelosigkeit. Die Z.-Forderung vieler antiker Kulte folgte der Idee der »kultischen Reinheit«: Sexualität wirke (wie Blut und Krankheit) rituell verunreinigend und mache den Kontakt mit den Göttern wirkungslos oder gefährlich. Nur »reine« Opfer (sowie entsprechende Reinigungsriten) bewirkten demn…

Zoll

(1,830 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Begriff Z. (von spätlat. teloneum/telonium, »Z.-Haus«) bezeichnet eine Abgabe, die beim Transport eines Gutes über eine Z.- Grenze entsteht – sei sie innerhalb eines Staates ( Binnen-Z.) oder zwischen zwei Staaten (Außen-Z.). Binnen-Z. wurden v. a. dort erhoben, wo die Umgehung einer Z.-Station für den Händler oder Transporteur hohe Kosten verursacht hätte oder nicht möglich war. Im Landtransport geschah dies an wichtigen Brücken (Brücken-Z.), Furten, Tunnels, Stadttoren oder (Hauptverkehrs-)Straßen, zumal wenn diese (seit dem 18. Jh.) als Chauss…

Zollregal

(10 words)

s. Regalien

Zollverein, Deutscher

(1,156 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Rechtsnatur, Mitglieder Der Dt. Z. war seiner Rechtsnatur nach noch kein fester Staatenbund, stellte jedoch deutlich mehr als einen einfachen, auf einen zentralen Aspekt der Wirtschaft – das Zoll-Wesen sowie im weiteren Sinne den Außenhandel – ausgerichteten Handelsvertrag dar und kann daher seiner Funktionsweise nach als ein Vorläufer der (heutigen) internationalen Organisationen gelten. Im Z. schlossen sich durch den Zolleinigungsvertrag vom 22. 3. 1833 zum 1. 1. 1834 Staaten des Deutschen Bundes zum Zweck einer gemeinsamen Zoll- und Handelspolitik zusammen. In …

Zoologie

(2,767 words)

Author(s): Dröscher, Ariane
1. Begriffsgeschichte Der Begriff Z., aus griech. zṓion (»Lebewesen«, »Tier«) und lógos (»Wort«, »Vernunft«) zusammengesetzt (neulat. zoologia), umschreibt die biologische Erforschung tierischer Lebensformen und Funktionen sowie ihre entwicklungs- und stammesgeschichtlichen Ursprünge und geographische Verbreitung. Diese umfassende Bedeutung erlangte die Z. erst relativ spät, wahrscheinlich mit der 1661 erschienenen Zoologia physica des in Wittenberg Physik lehrenden Mediziners Johann Sperling. Dennoch war im Deutschen vorerst nur die Bezeichnung »T…

Zoologische Anatomie

(1,012 words)

Author(s): Dröscher, Ariane
1. Allgemein Bereits Aristoteles gab in seinem verlorengegangenen Werk De dissectione (»Über das Sezieren«) umfassende und illustrierte praktische Anweisungen zur Tierbeobachtung durch Sektion sowie Vivisektion [3]. Seine Historia animalium (»Tierkunde«) basiert auf der Idee der funktionellen Analogisierbarkeit von Organen unterschiedlicher Tiergruppen und enthält zahlreiche Gedanken zur Korrelation zwischen den verschiedenen Strukturen eines Organismus. In den folgenden Jahrhunderten diente die anatomische Untersuchung von Tieren, meist Schweinen oder Affen…

Zoologischer Garten

(891 words)

Author(s): Müller-Wille, Staffan
1. Menagerien Lebende Exemplare exotischer Tierarten oder wertvoller Zuchtsorten (Tierzucht) waren in der Nz. ein beliebtes Geschenk in diplomatischen Kontexten (Gabe). Für die Haltung dieser Tiere legten Fürsten und reiche Kaufleute sog. Menagerien an, die als Vorläufer des modernen Z. G. gelten können. Die Ankunft seltener Exemplare in solchen Menagerien sorgte oft f…

Zoroastrismus

(11 words)

s. Antike Religionen

Zucht

(16 words)

s. Disziplin | Kirchenzucht | Sozialdisziplinierung | Züchtigungsrecht

Zuchthaus

(1,821 words)

Author(s): Bretschneider, Falk
1. Begriff Der Begriff Z. umfasste in der Frühen Nz. ein heterogenes Ensemble von kommunalen oder staatlichen Institutionen unterschiedlicher Zwecksetzung [1]: Sie soll…

Züchtung

(12 words)

s. Pflanzenzucht | Tierzucht

Zucker

(3,453 words)

Author(s): Menninger, Annerose | Jatzlauk, Manfred
1. Zuckerrohr 1.1. Gewinnung …

Zufall

(2,229 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick Kontingenz und Z. sind Begriffe, mit denen Menschen seit Beginn der Geschichte versuchen, die Welt, v. a. die wechselvollen, unerwarteten Lebenslagen und Naturerscheinungen zu verstehen. Sie gehören zum selben Bedeutungsfeld, wobei Kontingenz als die grundsätzliche Offenheit bzw. Unbestimmtheit der menschlichen Existenz und ihrer Geschichte verstanden wird. Der Z. dagegen wird in konkreten Handlungszusammenhängen herangezogen, um z. B. bestimmte Ereignisse zu begründen. Z. tritt histor. in unterschiedlichen Erscheinungsformen auf…

Zukunftserwartung

(924 words)

Author(s): Mader, Eric-Oliver
Als hypothetische Vorstellungen von zukünftigen Ereignissen haben Z. handlungsleitende Funktion und werden in Abhängigkeit von Zeit-Konzepten formuliert. 1. Endzeiterwartungen Das Zeitkonzept, auf dem bis ins 17. Jh. in Europa weit verbreitete Z. beruhten, bezog sich auf Gott und wurzelte in der christl. Vorstellungswelt des MA. Künftiges Geschehen schien durch die Vergangenheit präfiguriert und durch göttliche Vorsehung gelenkt. Für die Geschichte der Christenheit bis ins 16. Jh. prägend war hierbei die »ständige Erwartung der Letztzeit einerseits…

Zunft

(2,545 words)

Author(s): Brandt, Robert | Buchner, Thomas
1. Definition Z. waren formelle, obrigkeitlich anerkannte und formal wie sozial hierarchisch strukturierte Korporationen von Handwerkern, die in weiten Teilen Europas vom Hoch- und SpätMA bis teilweise ins 19. Jh. existierten. In den Quellen finden sich europaweit regional unterschiedliche Begriffe, im dt. Sprachraum etwa neben Z. auch Gilde, Gaffel, Amt, Innung, Zeche oder Mittel [14. 21–29]. Z. umfassten i. Allg. Meister (und ggf. deren Witwen) eines oder mehrerer ähnlicher Gewerbe. Obwohl mit der Etablierung des Z.-Wesens seit dem SpätMA auch der Z.-Zwang eingeführt w…

Zunftaltertümer

(879 words)

Author(s): Schmidt, Patrick
1. Begriff und Bedeutung Als Z. werden Gegenstände bezeichnet, die sich im Besitz der Zünfte befanden und von denen postuliert wird, dass sie bes. mit den gemeinschaftlichen Aktivitäten der Zunftmitglieder verbunden und für die Korporationen identitätsstiftend gewesen seien. Zu den Z. zählen z. B. Zunft-Siegel, -Fahnen und -Zeichen [8], aber auch Objekte, die relig. Handlungen und dem Totengedächtnis dienten – seltener Werkzeuge oder Handwerks-Erzeugnisse. Häufig werden unter den Z. die sog. Willkommpokale und Zunftladen verstanden, die in der handwerksg…

Zunfthaus

(1,021 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Bedeutung und Verbreitung Bei der Herausbildung von informellen und formellen Zusammenschlüssen bzw. Korporationen von Handwerkern, Krämern, Kaufleuten und Geschlechtern spielten Versammlungsorte wie Trinkstuben eine zentrale Rolle [2]. Zünfte (= Zt.) reservierten Stuben in Gasthäusern und mieteten oder kauften Häuser, um sie zu geselligen, aber auch gewerblichen Zwecken zu nutzen [4. 441]. Der Ankauf von Z. (bzw. Gilde- oder Amtshäusern) seit der zweiten Hälfte des 14. Jh.s zeigt die gesellschaftliche und polit. Bedeutung der Zt. und ihr Selbstbewusstsein [10. 250]. Zu…

Zunftrevolution

(10 words)

s. Zunftunruhen
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