Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur

Get access Subject: Jewish Studies
Edited by: Dan Diner

Von Europa über Amerika bis zum Vorderen Orient, Nordafrika und anderen außereuropäischen jüdischen Siedlungsräumen erschließt die Enzyklopädie die neuere Geschichte der Juden von 1750 bis 1950.

Rund 800 Stichwörter präsentieren den Stand der internationalen Forschung und entwerfen ein vielschichtiges Porträt jüdischer Lebenswelten - illustriert durch viele Karten und Abbildungen. Übergreifende Informationen zu zentralen Themen vermitteln ca. 40 Schlüsselartikel zu Begriffen wie Autonomie, Exil, Emanzipation, Literatur, Liturgie, Musik oder Wissenschaft des Judentums. Die Enzyklopädie stellt Wissen in einen Gesamtkontext und bietet Wissenschaftlern und Interessierten neue Einblicke in die jüdische Geschichte und Kultur. Ein herausragender Beitrag zum Verständnis des Judentums und der Moderne.

Die Enzyklopädie Jüdischer Geschichte und Kultur Online basiert auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie Jüdischer Geschichte und Kultur von J.B. Metzler Verlag (2011–2015), herausgegeben von Dan Diner.

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Selbsthass

(3,043 words)

Author(s): Reitter, Paul
Den Begriff »jüdischer Selbsthass« prägte 1921 der jüdisch-österreichische Journalist und Pamphletist Anton Kuh (1890–1941), der ihn gegen die von ihm abgelehnte Rede vom »jüdischen Antisemitismus« abgrenzte. Der deutsch-jüdische Philosoph Theodor Lessing (1872–1933) knüpfte, ohne dies kenntlich zu machen, in seiner Studie Der jüdische Selbsthass (1930) an Kuh an und trug damit maßgeblich zur Popularisierung des Begriffs bei. Die Rezeption des Begriffs blieb trotz seiner Ambivalenz lange Zeit von negativen Konnotationen bestimmt. Seit de…

Semitistik

(3,480 words)

Author(s): Johnston, Elizabeth Eva
Die moderne Semitistik nahm ihren Ausgangspunkt in der von christlichen Orientalisten des 19. Jahrhunderts betriebenen Exegese der Bibel. Deren Erzählungen gaben Anlass zu kontroversen Vorstellungen über das Volk der Semiten, dessen Herkunft, Entwicklung und Sprache. Die Historisierung der Bibel ( Bibelkritik) und die Etablierung der Sanskrit-Philologie in Europa gingen mit einer zunehmenden Differenz zwischen semitischen und indoeuropäischen Studien einher. Mit Hinzutreten …

Sepharad

(3,287 words)

Author(s): Ray, Jonathan
Seit dem Mittelalter bezeichneten die im muslimischen al-Andalus lebenden Juden diese Region, später auch das gesamte christliche Spanien mit dem biblischen Ländernamen Sepharad. Nach ihrer Vertreibung von der Iberischen Halbinsel 1492/1497 ließen sie sich vor allem in Westeuropa, der Mittelmeerregion sowie im Osmanischen Reich nieder, wo sie im Lauf der Zeit aus verschiedenen iberischen religiösen Bräuchen und sprachlich-kulturellen Eigenheiten eine spezifische Tradition entwickelten, deren Urs…

Sepharadim

(1,704 words)

Author(s): Ray, Jonathan
Als Sepharadim werden die Nachfahren der seit dem Spätmittelalter von der Iberischen Halbinsel (hebr. Sepharad) ausgewanderten oder vertriebenen Juden bezeichnet. Die Sepharadim entwickelten eine durch halachische, liturgische und sprachlich-kulturelle Eigenheiten gekennzeichnete distinkte, als sephardisch bezeichnete Tradition. Die kulturellen Unterschiede zwischen sephardischen und aschkenasischen Juden in der Diaspora setzten sich auch im osmanischen Palästina und im Staat Israel fort. Bereits jüdische Flüchtlinge und Auswanderer, die zur Zeit der b…

Sexualwissenschaft

(3,147 words)

Author(s): Herrn, Rainer
Die wissenschaftliche Erforschung der Sexualität bildete sich in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts als eigene Disziplin heraus. Wesentliche Kontexte waren Forderungen nach sexueller Gleichberechtigung und Bestrebungen zur Sexualreform. Mehrere Sexualwissenschaftler waren jüdischer Herkunft, so auch Magnus Hirschfeld (1868–1935), der zu einem ihrer politisch aktiven Wortführer avancierte und mit dem 1919 in Berlin eröffneten Institut für Sexualwissenschaft die erste wissenschaftliche Ein…

Sezessionskrieg

(3,282 words)

Author(s): Sarna, Jonathan D. | Ristau, Daniel
Im Sezessionskrieg (1861–1865) zwischen der Union und den Konföderierten standen sich in den Vereinigten Staaten auch jüdische Soldaten gegenüber. Viele von ihnen waren patriotisch motiviert oder erkannten im Eintritt ins Militär ein Mittel zur sozialen Integration. Dennoch sahen sich Juden während des Amerikanischen Bürgerkriegs auch verstärkt antijüdischen Anfeindungen ausgesetzt, gegen die sie sich mit öffentlichen Kampagnen zur Wehr setzten. Der Krieg verfestigte die regionalen Unterschiede …
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