Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Salisbury

(254 words)

Author(s): J. L. Flood
England, Kathedralbibl. der Ecclesia Sarum (Bistum seit 1075). Obwohl schon Bischof Osmund (1078–1099) als Schreiber und Büchersammler bekannt war und frühzeitig auch gewisse Einkünfte für die Beschaffung von Hss. verwendet wurden, wurde ein bes. Bibl.raum erst um 1445 eingerichtet. Unter den 224 erhaltenen Hss. gehören ca. 100 dem 9.–12. Jh. an. Die Bibl. besitzt ein Originalex. der verfassungsrechtlich wichtigen «Magna Charta libertatum» (1215). Zahlreiche alte Drucke, darunter viele naturwiss. Werke des 16. und 17. Jh.s stammen aus dem Besitz von Bischof Seth Ward. Mitte de…

Salisbury, Johann von

(8 words)

Siehe Johannes von Salisbury

Sallando, Pierantonio

(58 words)

Author(s): T. Frenz
* ca. 1460 in Reggio nell’Emilia, † 1539 / 1540 in Bologna, Schreiblehrer an der Univ. Bologna seit 1489, Kalligraph. Von S. sind 1483–1510 elf Hss. in humanistischer Minuskel und Kursive überliefert. T. Frenz Bibliography Wardrop, J.: P. S. and Girolamo Pagliarolo scribes to Giovanni II Bentivoglio. In: Signature N.S. 2. 1946, S. 4–30, Taf.S. 40

Sallberg, Harald

(86 words)

Author(s): T. Nielsen
* 8.10.1895 in Stockholm, † 14. 4. 1963 ebd., schwed. Graphiker, lehrte an der Hochschule für Kunst, deren Direktor S. 1955–1959 war. Er beherrschte mehrere graphische Techniken, bes. den Holzstich, den er u. a. in C. v. Linné «Fyra skrifter» (1939) und V. Moberg «Rid i natt» (1943) verwendete; er war zugleich ein Meister des Exlibris. T. Nielsen Bibliography Sandström, S. in: Svenskt konstnärslexikon. Bd. 4. Malmö 1951, S. 595–596 Ehrensvärd, U.: H. S.s exlibris. In: Svenska exlibris-föreningens årsbok 1965 / 1966, S. 9–18

Salle Silvestre

(6 words)

Siehe Hôtel Drouot

Salloch, William Siegfried

(187 words)

Author(s): J. L. Flood
* 11. 4. 1906 in Layss, Ostpreußen, † 4. 2. 1990 in Mount Kisko, New York, Anti-quar in New York. Nach der Promotion 1930 in Berlin arbeitete R. zunächst in Tübingen, dann im Verlagswesen in Leipzig. Der Arbeitsantritt als wiss. Bibliothekar an der Preußischen SB in Berlin wurde ihm wegen seiner Ehe mit einer «Nichtarierin» verweigert. 1936 emigrierte er mit seiner jüdischen Frau Marianne, geborene Blum (1909 bis 1989), nach New York, wo er bis 1939 beim Verlag J. J. Augustin arbeitete. Noch vor…

Sallust-Karte

(4 words)

Siehe TO-Weltkarte

Salmonsen, Isaac

(93 words)

Author(s): T. Nielsen
* 27. 2. 1846 in Kopenhagen, † 19. 7. 1910 ebd., dän. Buchhändler. Sein Name ist bes. mit der von ihm verlegten Enzyklopädie «Salmonsens store illustrerede Konversationsleksikon» (19 Bde. 1893 bis 1911) verbunden. Es war urspr. als eine Bearbeitung von «Meyers Konversations-Lexikon» (3. Aufl. Leipzig 1874–1879) gedacht, wurde aber eine rein dän.-norw. Arbeit unter Mitwirkung bedeutender Wissenschaftler (2. Ausg. 26 Bde. 1915–1930). S. hatte mehrere Vertrauensposten inne und leistete viel für die Ausbildung des buchhändlerischen Nachwuchses. T. Nielsen Bibliography Bang, J.:…

Salomon, Bernard

(285 words)

Author(s): B. Hernad
(gen. le Petit Bernard), * um 1508 in Lyon als Sohn des Gürtelmachers Guillaume, † um 1561 ebd., Maler und Zeichner. 1540 ist S. in Lyon als Meister urkundlich nachweisbar. S. schuf Festdekorationen, Fassadenmalerei al fresco, Miniaturen und Entwürfe für Kunstgewerbe. Seit ca. 1546 arbeitete er als Illustrator für den Verleger Jean de Tournes in Lyon, dessen Ausg. in mehreren Sprachen, mehrmals hrsg., zu den einflußreichsten Büchern der franz. Renaissance gehörten. Zu den bekanntesten von S. ill…

Salomon-Inseln

(501 words)

Author(s): S. Innes | G. Pflug
(Solomon Islands), südpazifischer Inselstaat östlich von Papua Neu-Guinea, unabhängig seit 1978. Er umfaßt ein Gebiet von 725 Tsd. Quadratkilometern und besteht aus 21 größeren und fast 1000 kleineren Inseln mit einer Gesamtfläche von 27500 Quadratkilometern. Von den 427 Tsd. Einwohnern (1997) sind 93 % Melanesier, 4 % Polynesier und 1,5 % Mikronesier. 45 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre alt. Amtssprache ist Englisch. Der Gebrauch des Solomon Island Pidgin English ist weit verbreitet, da über 90 andere Spra-chen und Dialekte gesprochen werden. Die 1567 entdeckten Inseln w…

Salomons, Sir David Lionel

(434 words)

Author(s): A. Rabeler
* 28. 1. 1851 in London, † 1925 ebd., engl. Privatgelehrter, Erfinder und Büchersammler. S. stammte aus einer alteingesessenen jüdischen Kaufmannsfamilie. Nach dem Tod beider Eltern wurde er mit seinen beiden Schwestern in das Haus seines Onkels Sir David Salomons (1797–1873), dem ersten jüdischen Mitglied des engl. Parlaments und Oberbürgermeister von London, aufgenommen und erbte bei dessen Tod den Titel eines Baronet. Nach einem naturwiss. Studium an der Univ. von Cambridge, richtete S. sich …

Salomon und Markolf

(356 words)

Author(s): S. Griese
(Marcolfus, Morolf). König Salomon und Markolf sind die Protagonisten verschiedener im 15. Jh. bekannter Geschichten, die sich in zwei Erzählstränge scheiden lassen: Den ersten bilden der lat. Prosaroman «Dialogus Salomonis et Marcolfi» und die von ihm abhängigen volkssprachigen Texte des 14. und 15. Jh.s. Sie bestehen aus einem Redewettstreit und einer anschließenden Schwankreihe, in der Markolf seine Schlauheit erweist. Den zweiten Erzählstrang bildet das Brautwerbungsepos «Salman und Morolf»,…

Salon du Livre

(113 words)

Author(s): S. Pelgen
franz. Bezeichnung für Buchmesse; meint speziell die 1981 vom franz. Verlegerverband SNE (Syndicat National de l’Édition) ins Leben gerufene Pariser Buchmesse. Der S. ist zu einer festen Institution geworden, nachdem ein vorheriger Versuch zur Etablierung einer franz. Buchmesse, des «Festival du Livre» in Nizza, gescheitert war. Im Gegensatz zur intern. Frankfurter Buchmesse ist der Pariser S. eine auf den franz.sprachigen Buchmarkt zugeschnittene Verkaufsmesse, bei der nicht der Lizenzen-handel…

Saloniki

(4 words)

Siehe Thessalonīki

Salter, Georg

(256 words)

Author(s): H. Wendland
* 5.10.1897 in Bremen, † 31. 10. 1967 in New York, dt. Bühnenbildner, Maler, Graphiker und Buchkünstler. S. studierte in Berlin bei Ewald Dülberg und Harold Bengen, bevor er sich der dekorativen Male-rei zuwandte. 1925–1927 stattete er über 100 Schauspiele, Opern und Operetten mit Bühnenbildern aus. 1931–1933 lehrte er an der Kunstschule der Stadt Berlin. Seit 1927 gestaltete S. für die Verlage «Die Schmiede», Kiepenheuer und S. Fischer Buchausstattungen, insbes. werbekräftige Buch- und Schutzum…

Salthenius, Daniel

(119 words)

Author(s): M. Komorowski
* 16. 3. 1701 in Marken bei Uppsala, † 29. 1. 1750 in Königsberg, Theologe, Bibliophile. S. wurde nach dem Studium in Uppsala und Halle 1729 Professor der Philosophie, 1732 der Theologie in Königsberg. Seine Bibl. von etwa 22 Tsd. Bdn. war eine der umfangreichsten und bedeutendsten Privatbibl.en in Preußen. Sie enthielt 300 Bibelausg. und 3202 im reich annotierten Auktionskat. von 1751 als Rariora und Rarissima bezeichnete Werke, die Fürst J. A. Jabłonowski nahezu vollst. erwarb. M. Komorowski Bibliography Salthenius, D.: Bibliothecae viri Danielis Salthenii Libri rariores …

Salt Lake City

(282 words)

Author(s): G. Gabel
Utah. Bibliotheken. a. ÖB. Die 1898 gegr. Salt Lake City Public Library unterhält neben der Zentrale fünf Zweigbibl.en. Als besondere Sammelgebiete werden die Gesch. der Mormonen und des Staates Utah gepflegt. 2000 verfügte sie über einen Lit.bestand von ca. 650 Tsd. Bdn. und 1800 lfd. Zeitschriften. Das Salt Lake County Library System, gegr. 1938 und für die Lit.versorgung der S. umgebenden Gemeinden zuständig, unterhält 16 Zweigstellen. Bestand 2000: ca. 1,1 Mio. Bde., 3000 lfd. Zeitschriften. Encyclopedia of Library and Information Science. Vol. 26.New York 1979, S. 286–290 b. …

Salto, Axel

(89 words)

Author(s): T. Nielsen
* 17. 11. 1889 in Kopenhagen, † 21. 3. 1961, dän. Maler, Graphiker und Keramiker. Zur Buchkunst hat er vielfach beigetragen; er war kein Illustrator im herkömmlichen Sinne: seine Ill. sind nicht der Typographie untergeordnet, machen aber mit dem Text eine graphische Ganzheit aus. Die antike Lit. (u. a. Ovid, Sappho) war ihm oft eine Anregung; er hat auch Bücher über seine eigene Kunst sowie sehr originelle Kinderbücher herausgegeben. Seine Einbandpapiere genossen große Beliebtheit. T. Nielsen Bibliography Gelsted, O.: A. S. København 1962;Thieme-Becker Bd. 29, S. 356–357

Saltzer (Salzer), Emanuel

(139 words)

Author(s): I. Bezzel †
† nach 1573, Buchdrucker. S. wurde als erster namentlich bekannte Buchdrucker an die 1561 gegr. fürstliche Druckerei nach Lauingen berufen, das damals die zweite Residenzstadt des Fürstentums Pfalz-Neuburg war. Etwa 65 von S. firmierte Drucke aus den Jahren 1563–1572 sind bekannt, doch stammen vermutlich auch zwei Drucke von 1573 aus seiner Offizin. Er brachte vor allem theologische Schriften der reformatorischen Richtung, Verordnungen des Pfalzgrafen Wolfgang, lat. Gedichte des am Lauinger Gymn…

Salutati, Coluccio

(133 words)

Author(s): G. Pflug
1331 in Stignano bei Pistoia, † 4. 5. 1406 in Florenz, Humanist, Politiker und Büchersammler. S. war Sekretär bei den Päpsten Urban V. und Gregor XI. in Rom, wo er auch zum Poeta laureatus gekrönt wurde. Seit 1374 lebte er in Florenz, wo er als Staatskanzler tätig war. In seiner Geisteshaltung wurde er stark von Gian Francesco Petrarca beeinflußt. Er entdeckte Ciceros Schrift «Ad familiares» und regte Gian Francesco Poggio Bracciolini zur Schaffung der «Antiqua Littera» genannten humanistischen …

Saluzzo

(287 words)

Author(s): A. Nuovo
Stadt in Piemont. Vom 12. bis zum 16. Jh. war S. die Hauptstadt der gleichnamigen Markgrafschaft und während der Renaissance das wichtigste Kulturzentrum in Piemont. Über den Zeitpunkt der Einführung des Buchdrucks in S. wird noch diskutiert: Der Ort, an dem die Ausg. des «Doctrinale» des Alexander de Villa Dei am 31. 7. 1478 mit einem Kommentar des Facino Tiberga aus S. von Jean Fabre de Langres (GW 1042) gedr. wurde, ist bisher unklar. Fabri führte nämlich die Buchdruckertechnik in Turin ein u…

Salvador, El

(6 words)

Siehe El Salvador

Salvá Pérez, Vicente

(204 words)

Author(s): K. Wagner
* 1786 in Valencia, † 1849 in Paris, sowie sein Sohn Pedro Salvá y Mallén, * 1811 in Valencia, † 1869 ebd., in Valencia ansässige Buchhändler und Bibliophile. Politische Umstände zwangen S., zeitweise in England und Frankreich Exil zu suchen. In London gründete er die «Spanish and Classical Library», mit M. Bossange in Paris die «Librería Hispano Americana». Er veröff. Kat. seines Unternehmens, so «A Catalogue of Spanish and Portuguese Books» (1826 ff.). Sein Sohn Pedro erstellte den Kat. der Pr…

Salvatore da Bologna

(86 words)

Author(s): A. Nuovo
ist der erste Drucker in Sardinien. Am 1. 10. 1493 veröff. er in Cagliari «auf Wunsch des Lehrers Nicolò d’Agrada Aragonese» das «Speculum ecclesiae» des Hugo de San Caro (in katalanischer Sprache. Ein einziges Ex. dieses Druckes wird in der LB in Palma de Mallorca aufbewahrt. A. Nuovo Bibliography Haebler, K.: Bibliografia iberica del siglo XV. P. 1. La Haya / Leipzig 1903 (ND New York um 1965), Nr. 318 Balsamo, L.: La stampa in Sardegna nei Secoli XV e XVI. Florenz 1968.

Salvius, Lars

(103 words)

Author(s): T. Nielsen
*18. 9. 1706 in Stigtomta (Södermanland), † 4. 3. 1773 in Stockholm, schwed. Buchdrucker und Verleger. S. war kein gelernter Buchdrucker, kam aber durch Heirat mit einer Buchdruckerwitwe in das Buchgewerbe, das er von Grund aus neugestaltete. 1747 beendete er (mit Einverständnis der Behörden) das Privileg der Buchbinder, gebundene Bücher feilzuhalten, und erwirkte 1752 das Recht für die Buchdrucker, auch Buchhandel zu betreiben. 1757 gründete er eine Buchhandlung mit Leihbibl. in Stockholm. Die …

Salzaquatinta

(105 words)

Author(s): B. Schulz
ist ein veraltetes Verfahren zur Herstellung von Kupferdruckplatten, das durch eine Kornrasterstruktur den Druck von Bildern mit halbtonartiger Wirkung ermöglicht. Auf die angewärmte, mit normalem Ätzgrund überzogene Metallplatte siebt man erhitztes Salzpulver. Die Körnchen sinken dank ihrer Schwere durch den Grund auf das Metall. Nach dem Erkalten legt man die Platte in Wasser und löst das Salz heraus. Das freigelegte Metall wird durch Ätzen vertieft. Im Abdruck ist die S. schwarzpunktig im Gegensatz zu der Kolophonium- Aquatinta, die weißpunktig ist. B. Schulz Bibliography Z…

Salzburg

(2,237 words)

Author(s): P. R. Frank | O. Mazal
Stadt und Land. Nach früher Christianisierung wurde S. unter Erzbischof Arn (785–821) 789 Erzbistum, mit einem bedeutenden Scriptorium (Österreich). Als selbständiges Reichsfürstentum, den Habsburgern nahe, erlebte S. eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte, ausstrahlend in den Süden und Südosten. Die von Benediktinern 1623 gegr. Univ. wurde ein Zentrum katholischer Aufklärung. 1805 fiel S. an Österreich, 1810–1816 an Bayern, danach wieder an Österreich. P. R. Frank 1. Buchmalerei. Nach dem Zusammenbruch der röm. Provinzialorganisation in den Alpen- und Dona…

Salzer Verlag GmbH

(180 words)

Author(s): K. Gutzmer
in Bietigheim-Bissingen, hervorgegangen aus dem 1891 in Heilbronn von Eugen Salzer (1866–1938) gegr. Verlag, der am 17. 3. 1999 als S. neu gegr. wurde. Neue Gesellschafter wurden Barbara Salzer-Grethe, die Enkelin des Firmengründers Eugen S., die bereits 1981–1987 im Eugen Salzer Verlag tätig war, und Thomas Bez, geschäftsführender Gesellschafter der G. Umbreit GmbH & Co. KG. Am Anfang des Verlags standen evangelisch-religiöse Lit., Regionalia u. a. Bei der Umgründung wurden wesentliche Teile au…

Salzmann, Christian Gotthilf

(366 words)

Author(s): K. Gutzmer
* 1.6.1744 in Sömmerda, † 31. 10. 1811 in Schnepfenthal bei Gotha, dt. Pädagoge und Schriftsteller. S., zunächst evangelischer Pfarrer in Erfurt, ab 1781 Professor an Johann Bernhard Basedows Philanthropin in Dessau, gründete 1784 eine Knabenerziehungsanstalt in Schnepfenthal, die weithin bekannt wurde. Um Volksaufklärung durch Verbreitung wiss. Erkenntnisse zu fördern, gründete er die «Buchhandlung der Erziehungsanstalt in Schnepfenthal». Nach einer Übereinkunft mit dem Gothaer Hofbuchdrucker A…

Samaran, Charles

(95 words)

Author(s): T. Frenz
* 28. 10. 1879 in Cravencères-l’Hôpital, Département Gers, † 1982 in Nogaro, Département Gers, franz. Historiker, lehrte seit 1927 an derÉcole Pratique des HautesÉtudes, seit 1933 an derÉcole des Chartes, 1941–1948 war er Directeur des Archives en France. S. ist Autor zahlreicher Publikationen aus dem Bereich der Historischen Hilfswissenschaften (bes. der Paläographie) und der franz. Gesch., Mitinitiator und -herausgeber der Reihen «Catalogue des manuscrits datés» (seit 1931) und «L’histoire et ses méthodes (Encyclopédie de la Pléiade)» (seit 1961). T. Frenz Bibliography Fav…

Samaritanische Schrift

(183 words)

Author(s): E. G. L. Schrijver
Fortsetzung der paläo-hebräischen Schrift, wahrscheinlich im 1. Jh. v. Chr. entstanden, mit einer deutlich selbständigen Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte. Das traditionelle Judentum übernahm im Gegensatz zu den Samaritanern die aramäische, und nicht die hebräische Schrift. Die Samaritaner entschieden sich wahrscheinlich deshalb zur paläo-hebräischen Schrift, weil man diese ältere Schrift als authentischer betrachtete. Der wichtigste Text in der Schrift ist der samaritanische Pentateuch. Im …

Samarkand

(88 words)

Author(s): H. Walravens
alte Stadt in Transoxanien, im MA Zentrum islamischer Gelehrsamkeit; 1856 russ., seit 1990 Teil der Uzbekischen Republik. Ca. 300 Tsd. Einwohner. Größte Bibl. ist die UB (ca. 1,6 Mio. Bde.). Bemerkenswert sind auch die Bibl.en des Landwirtschaftsinstituts (gegr. 1929, ca. 250 Tsd. Bde.) und des Instituts für Architektur und Bauwesen (ca. 400 Tsd. Bde.). Als Besonderheit ist zu nennen das Forschungsinstitut für Schafzucht mit einer Bibl. von 55 Tsd. Bänden. H. Walravens Bibliography Crow, Y. in: Encyclopaedia of Islam. Bd. 8. Leiden / London 1995, S. 1031–1038

Sambia

(777 words)

Author(s): I.-D. Wolcke-Renk
(Republic of Zambia) ist ein Binnenstaat in Afrika. Er grenzt im Norden an den Kongo (früher Zaire), im Nordosten an Tansania, im Osten an Malawi, im Südwesten an Moçambique, im Süden an Simbabwe und Namibia, sowie im Westen an Angola. Auf einer Fläche von 752.614 km2 leben 9,381 Mio. Menschen (1995), also 12,5 Einwohner je km2. Die Hauptstadt ist Lusaka; Amtssprache ist Engl., daneben gibt es mindestens sieben Hauptsprachen. Der Besuch der siebenjährigen Grundschule ist Pflicht. Die Analphabetenrate lag 1990 bei 27,2 % der über 15jährigen. Es gibt …

Sambix, Felix van

(237 words)

Author(s): A. R. A. Croiset van Uchelen
* ca. 1553 in Antwerpen, † 4.6.1642 in Delft, Schreibmeister. Ab Juli 1571 war S. Mitglied der St.-Ambrosius-Gilde der Antwerpener Schulmeister, ab 1586 franz. und niederl. Schul- und Schreibmeister in Delft. Er gewann am 23. 12. 1589 (oder am 3. 1. 1590) bei einem Schreibmeisterwettbewerb in der Rotterdamer Schreibschule des Aert van Melderts den «Prix de la Plume Couronnée» vor Salomon Henrix und Jan van den Velde. Hochgeschätzt von seinen Kollegen war S. der verehrte und einflußreiche niederl…

Sambucus, Johannes

(168 words)

Author(s): P. Neumann
(eigentlich: Zsámboky, Janós), * 1531 in Tyrnau (Trnava), † 1582 in Wien, österr.-ungar. Schriftsteller und Bibliophile. Der in Wien tätige Arzt und Hofhistoriograph Maximilians II. veröff. historische Schriften, Ausg. und Übers. antiker Autoren. Sein Hauptwerk waren die «Emblemata» (Antwerpen, Plantin 1564 u. ö.), ferner eine Porträtslg. «Icones veterum aliquot recentium medicorum philosophorumque» (ebd. 1574 u. ö.). Die von ihm meist in Frankreich und Italien erworbenen 530 Hss., davon 384 gri…

Samizdat

(193 words)

Author(s): H. Röhling
russ. Kurzwort für Selbstverlag (sam sebja izdat), geprägt in den 1940er Jahren. Es fand allg. Anwen-dung für die Zensur umgehenden privaten Veröff. in der Sowjetunion und im Ostblock vor dessen Zerfall. Ab 1959 von immer größerer Bedeutung, auch durch die Entste-hung von Zss. in einer Auflagenhöhe zwischen zehn und 1000, deren Zahl zwischen 1986 und 1989 von zehn auf 323 stieg, veröff. der S. lit. und dokumentarische Werke, die zum bedeutendsten, vor allem zeitgenössischen Teil der russ. Lit. g…

Sammelatlas

(148 words)

Author(s): P. H. Meurer
(Kompositatlas, in der Einzahl auch Kartensammelband, gebräuchlich auch franz. Atlas factice) ist – im Grund nur im teilweisen Gegensatz zum Verlegeratlas – eine Slg. von urspr. losen Kartenblättern, die erst nachträglich vom Käufer oder einem späteren Besitzer buchförmig zusammengefaßt wurden. In der Altkartenforschung sind S.en wichtig, weil sich oft nur hier Ex. von Karteneinblattdrucken erhalten haben. Im 17. und vor allem im 18. Jh. wurden von privaten Sammlern, aber auch zu Repräsentations…

Sammelauftrag

(177 words)

Author(s): G. Pflug
einer Bibliothek. Der S. legt für eine Bibl. diejenigen Gebiete fest, aus denen sie für ihren Bestandsaufbau ihre Auswahl trifft. Gewöhnlich ist er durch die Aufgabenstellung der Bibl. explizit vorgegeben, etwa durch die Institution, in welche die Bibl. eingegliedert ist (z. B. Univ., Institut, Unternehmen), aber auch durch die spezielle Aufgabenstellung z. B. als LB im Rahmen des Pflichtexemplarrechts (Pflichtex.) oder als Musikoder Blindenbibliothek. Doch kann auch bes. für Spezialslg. oder in…

Sammelausgabe

(146 words)

Author(s): S. Corsten
Bes. im 18. Jh. kam es häufig vor, daß ein Verlag ein Werk gleichzeitig als Einzelausg. und als S. veröffentlichte. Dabei war der Satz in beiden Ausg. normalerweise identisch; nur die Titelbl. und meist auch die Paginierung mußten neu gesetzt werden. So liegen die beiden ersten Aufl. von Lessings «Minna von Barn-helm» (1767 und 1770) als Einzelveröff. und in der S. «Lustspiele» vor und zwar von demselben Satz (bei der 1. Aufl. überwiegend!). Wegen der Satzidentität sind beide Ausg. für die Textk…

Sammelband

(433 words)

Author(s): S. Corsten
Als S. wird ein Buchbinderbd. bezeichnet, der mehr als drei bibliographisch selbständige Schriften (Bibliographische Einheit) vereinigt. Maßgeblich ist dabei ausschließlich der Wille des Besitzers. Häufig finden sich in einem S. Schriften ähnlichen oder verwandten Inhalts. Wo derartiges nicht zu erkennen ist, müssen andere Ursachen für die Vereinigung zum S., etwa ein gleichzeitiger Zugang in eine Bibl., vermutet werden. In ma. Bibl.en haben S.e zahlenmäßig den bei weitem größten Teil des Bestandes ausgemacht. Nach einem 1409 angelegten Kat. enthielt d…

Sammelbestellung

(153 words)

Author(s): K. Gutzmer
S. ist eine Bestellung auf mehrere Ex. eines Buches für eine Personengruppe. Sie hat den Vorteil, daß Angehörige einer Personengruppe (Körperschaft o. ä.) bei geringem Bearbeitungsaufwand mit der benötigten Menge eines Werkes beliefert werden. Wenn die Lieferungsbedingungen des Verlages es erlauben, können bei S.en Mengenpreise (Staffelpreise) gewährt werden, wie im Sammelrevers 1993 (2, b) und im Spartenpapier (I, 5) festgelegt. Hat der Verlag Mengenpreise nicht festgelegt, so hat der Besteller…

Sammeldruck

(4 words)

Siehe Orloffdruck

Sammelgebiet

(381 words)

Author(s): G. Wiegand | P. Neumann
1. Bibliotheken Das S. ist nächst dem Bestandsumfang das Merkmal einer Bibl., durch das sie am meisten charakterisiert wird. Es bezeichnet den Inhalt einer Bibl. und bestimmt damit, welchen Nutzungsinteressen sie dienen kann. Anders gewendet besagt dies, daß das S. in erster Linie von der Aufgabe abhängig ist, der die Bibl. dient oder – im Falle eines überlieferten, nicht mehr aktuellen S.es – gedient hat. Ein lebendiges S. erfordert einen kontinuierlichen Bestandsaufbau nach adäquaten Erwerbungsg…

Sammelgrundsätze

(4 words)

Siehe Erwerbungsgrundsätze

Sammelhandschrift

(76 words)

Author(s): P. Neumann
Bezeichnung für mehrere Hss. meist geringeren Umfangs, die durch ihren Einband vereint wurden und weder thematisch noch formal zusammengehören müssen. Auch innerhalb einer Hs. können unterschiedliche Texte aneinandergefügt sein, um den Beschreibstoff gänzlich auszunutzen. Oft haben Sammler von Liedern beispielsweise Texte verschiedener Herkunft als Abschriften in einer S. zusammengestellt. Für die Überlieferungsgesch. können dabei wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. P. Neumann Bibliography Metzlers Lit.lexikon. Hrsg. von G. und I. Schweikle. 2. Aufl. S…

Sammelprospekte

(4 words)

Prospekte Werbung

Sammelrevers

(297 words)

Author(s): H. Marré
(Preisbindungsrevers). Der sog. feste Ladenpreis für Bücher, genauer: die vertikale Preisbindung im Buchhandel, bedurfte einer Ausnahme vom allg. Verbot von Preisabsprachen durch das dt. «Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen» (Kartellgesetz). Voraussetzung ist eine individuelle Vereinbarung zwischen jedem preisbindenden Verlag und jedem seiner Händler-Kunden innerhalb der BRDeutschland. Anstelle unzähliger Einzelverträge hat die Praxis ein S.-System entwickelt: jeder Beteiligte, Verleger und Buchhändler, unterschreibt einmalig seine Ver…

Sammelrichtlinien

(4 words)

Siehe Erwerbungsgrundsätze
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