Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Satchel

(4 words)

Siehe Buchtasche

Satinage

(5 words)

Glätte Satiniertes Papier

Satiniertes Papier

(128 words)

Author(s): H. Bansa
ein Papier, dem durch Behandlung in besonderen, aus Walzen bestehenden Glättmaschinen (Kalander und in Übernahme des engl. Begriffes auch Superkalander) beidseitig höherer Glanz und Glätte gegeben wurde als im Glättwerk der Papiermaschine (engl. calander) erreicht werden kann, u. a. um einen feineren Bilddruck zu ermöglichen. S. im engeren Sinne ist nicht gestrichen (Gestrichenes Papier), doch wird der Begriff auch für letzteres gebraucht, wenn es im Kalander behandelt wurden. Grad und Art der S…

Sattler, Joseph

(190 words)

Author(s): H. Wendland
* 26. 7. 1867 in Schrobenhausen, † 12. 5. 1931 in München, dt. Zeichner, Radierer und Illustrator. S. studierte 1886–1891 in München, war 1891 Lehrer an der Kunstgewerbeschule Straßburg, 1895–1904 in Berlin, 1904–1918 in Straßburg, danach in München ansässig. Dort war er Mitarbeiter der Zss. «PAN» und «Simplicissimus». S. gehörte zu den Künstlern um 1890–1900, die aus der Stil-Unentschiedenheit jener Zeit ausbrechen wollten, um neue Formen der Ill. zu suchen. Dem Jugendstil in der Buchkunst hat …

Satz

(204 words)

Author(s): P. Neumann
entsteht durch das Aneinanderreihen von Buchstaben, Schriftzeichen, Drucktypen, Ziffern oder Gießmatrizen zur unmittelbaren Herstellung einer Text-Druck-form oder Text-Kopiervorlage. Als Herstellungsverfahren diente zwischen dem 15. und 20. Jh. der Bleisatz, dessen als Hand-oderMaschinensatz gefertigtes Endprodukt aus Drucktypen (Lettern) oder Gußzeilen bestand. Er wurde durch den Fotosatz, zeitweilig auch Lichtsatz gen., ersetzt, während die älteren Verfahren nur noch von Handpressen und einige…

Satzanordnung

(87 words)

Author(s): P. Neumann
Bezeichnung für die Anordnung der Zeilen auf einer Druckseite. Im Normalfall werden sie als Blocksatz auf gleiche Breite ausgeschlossen (Ausschließen). Beim links- oder rechtsbündigen Flattersatz dürfen die Zeilen innerhalb einer Zone an einer der beiden Kanten frei auslaufen. Ist diese Zone sehr eng gehalten, handelt es sich um Rauhsatz. Zeilen kleinerer Textgruppen oder Überschriften können auf Mittelachse symmetrisch oder frei und asymmetrisch ausgerichtet werden. P. Neumann Bibliography Renner, P.: Die Kunst der Typographie. 3. Aufl. Berlin 1948, S. 166–168 Luidl, P.: T…

Satzanweisung

(52 words)

Author(s): P. Neumann
Als Arbeitsgrundlage für die Satzherstellung erfaßt ein Formular die satztechnischen Angaben je nach Technologie und Auftragsart. Bestimmt werden Schriftwahl und Schriftgröße, Durchschuß oder Filmvorschub, Satzbreite, Einzug und Auszeichnungen usw., auch die Vorschriften für den Umbruch und die Korrekturgänge. P. Neumann Bibliography Lexikon der grafischen Technik. 7. Aufl. Leipzig 1986, S. 505

Satzbenummerung

(4 words)

Siehe Titelnummerungstechnik

Satzbild

(4 words)

Siehe Satzanordnung

Satzbogen

(73 words)

Author(s): P. Neumann
Diese Maßeinheit entsteht durch die Auftei-lung des Gesamtumfangs eines Werkes nach Druckformen. Bei mittlerem Seitenformat wird ein S. 32 Seiten, bei größerem jedoch nur 16 oder 8 Seiten aufweisen. Für eine rationelle Fertigung ist vorteilhaft, wenn die Zahl der Seiten insgesamt sich dieser Gliederung einfügt, doch können am Schluß eines Werkes auch halbe oder Viertelbogen gebildet werden. P. Neumann Bibliography Lexikon der grafischen Technik. 7. Aufl. Leipzig 1986, S. 505 bis 506

Satzbreite

(24 words)

Author(s): P. Neumann
Die Breite einer Zeile wird heute meist nach dem metrischen System bestimmt, doch sind auch traditionelle Typographische Maße noch gebräuchlich. P. Neumann

Satzbrett

(38 words)

Author(s): P. Neumann
Im Bleisatz diente das einheitlich bemessene Holzbrett, auch Formbrett genannt, zur Ablage und zum Transport der fertiggestellten Kolumnen. Dank seitlicher Fußleisten konnten die S.er übereinander gestapelt oder in mit Schienen versehene Regale eingeschoben werden. P. Neumann

Satzdifferenz

(4 words)

Siehe Satzidentität

Satzeinrichtung

(20 words)

Author(s): P. Neumann
allg. Ausdruck für die vom Auftraggeber oder Gestalter gewünschten typographischen Gestaltungsgrundsätze und satztechnischen Details einer Satzarbeit. P. Neumann

Satzerschwernisse

(80 words)

Author(s): P. Neumann
bilden alle vom einfachen Text abweichenden Besonderheiten, die im Werksatz bei dessen Erfassung und Verarbeitung die Mengenleistung vermindern, weil erhöhte Aufmerksamkeit und zusätzliche Manipulationen erforderlich sind. Das können handgeschriebene oder unübersichtliche Mss., häufige Schriftmischungen oder spezielle Sonderzeichen, eine Vielzahl von Namen und Ziffern oder fremde Sprachen sein. Der größere Zeitaufwand beeinflußt die Preiskalkulation; im Bleisatz wurden früher den im Akkordlohn arbeitenden Setzern bes. lohntarifliche Zuschläge gewährt. P. Neuma…

Satzfehler

(18 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
ist der in Wahrheit zutreffende, aber unübliche Begriff für Fehler im Textdruck. Druckfehler C. W. Gerhardt

Satzform

(25 words)

Author(s): P. Neumann
Bezeichnung für eine Druckform, die ausschließlich Schrift und keinerlei Bildelemente aufweist. P. Neumann Bibliography Lexikon der grafischen Technik. 7. Aufl. Leipzig 1986, S. 506

Satzidentität

(123 words)

Author(s): S. Corsten
ist bei älteren Veröff., bes. solchen des 18.Jh.s, festzustellen, wenn dieselbe Druckform für Einzelausg. und Gesamtausg. eines Autors verwendet worden ist (Sammelausg.). Es kommt auch vor, daß derselbe Satz für unterschiedliche Formate benutzt wurde. In einem solchen Fall mußten die Formen umgeordnet und neu «ausgeschlossen» werden. So existieren die beiden ersten Bde. von Klopstocks Werken, die 1798 bei Göschen herauskamen, mit identischem Satz in Quart und Oktav. Zuweilen beschränkten sich di…

Satzinterne Varianz

(94 words)

Author(s): S. Corsten
ist die Folge von beabsichtigten und ungewollten Änderungen am Satz während des Druckvorgangs. Weil das an den in der Druckpresse befindlichen Formen geschah, spricht man auch von Preß-korrekturen. Dadurch entsteht jedoch zu Unrecht der Eindruck, als handele es sich bei den Varianten stets um Verbesserungen oder Berichtigungen. Die S., die in Drucken des 15.–19. Jh.s vorkommt, stellt die Textkritik deswegen vor bes. Probleme. Sie kann mit Hilfe des Hinman-Collators zuverlässig festgestellt werden. S. Corsten Bibliography Boghardt, M.: Analytische Druckforschung. Ein met…

Satzkosten

(32 words)

Author(s): P. Neumann
können nach der durchschnittlichen Mengenleistung pro Tausend Buchstaben oder nach dem erforderlichen Zeitaufwand vorausgeschätzt, ermittelt und berechnet werden. Von Einfluß sind dabei Besonderheiten und Satzerschwernisse. Kalkulation der Herstellungskosten P. Neumann

Satzproben

(61 words)

Author(s): P. Neumann
werden dem Auftraggeber oder Buchgestalter in Form von Musterzeilen der gewählten Schrift in gewünschter Größe und mit vorgesehenem Durchschuß vorgelegt, um die Eignung und Wirkung beurteilen zu können. Proben aller Schriften ihres Programms oder ihres Bestandes mit unterschiedlichen Anwendungsbeispielen zeigen die Schriftmusterbücher der Schriftlieferanten oder der Druckereien. P. Neumann Bibliography Lexikon der grafischen Technik. 7. Aufl. Leipzig 1986, S. 506

Satzprogramm

(61 words)

Author(s): P. Neumann
Bezeichnung für die im Fotosatz erforderliche Software zur Satzherstellung, die in modularer Form für ein bestimmtes Fotosatzsystem oder für ein Standard-Betriebssystem entwickelt wurde. Die S.e unterscheiden sich individuell und anwendungsbezogen je nach den besonderen Aufgaben, neben einem Grundprogramm verfügen sie mindestens über ein dt. Silbentrennprogramm. P. Neumann Bibliography Dorra, M. / Walk, H.: Lexikon der Satzherstellung. Itzehoe 1996, S. 246–247

Satzrechner

(46 words)

Author(s): P. Neumann
Er dient in der modernen Satztechnik zur Speicherung und Verarbeitung eingegebener Daten und setzt sich aus einer Zentraleinheit mit Steuerwerk, Rechenwerk und Arbeitsspeicher sowie aus Kanälen zu peripheren Geräten zusammen. P. Neumann Bibliography Dorra, M. / Walk, H.: Lexikon der Satzherstellung. Itzehoe 1996, S. 247

Satzregeln

(59 words)

Author(s): P. Neumann
bestimmen normativ die zweckmäßige und ästhetisch befriedigende Satzausführung, um gute Lesbarkeit und ein harmonisches Satzbild zu erreichen. Wichtig sind die Ausschließregeln, um Ungleichmäßigkeiten der Wortzwischenräume auszugleichen; die Behandlung von Versalien und Kleinbuchstaben, um geschlossene Wortbilder zu erzielen; die Trennregeln. Was früher der geschulten Arbeit des Schriftsetzers anvertraut war, berücksichtigen im Fotosatz weitgehend die Satzprogramme automatisch. P. Neumann

Satzreif

(36 words)

Author(s): P. Neumann
wird ein geprüftes und mit Satzanweisungen versehenes Manuskript erklärt, wenn es ohne zusätzliche Kontrollen und Bearbeitungen unmittelbar der Setzerei überantwortet werden kann. P. Neumann Bibliography Lexikon der grafischen Technik. 7. Aufl. Leipzig 1986, S. 506

Satzschiff

(20 words)

Author(s): P. Neumann
ein Setzschiff, das zum Aufbewahren einzelner Satzteile als Stehsatz in dafür eingerichteten Regalen oder Schränken dient. P. Neumann

Satzschließen

(4 words)

Siehe Schließzeug

Satzspiegel

(95 words)

Author(s): P. Neumann
Bezeichnung für die von Text und Abb. gebildete Fläche einer Ztg.-, Zs.- oder Buchseite, die aus praktischen und ästhetischen Gründen ein aufeinander abgestimmtes Verhältnis zum Format der Einzelseite und der sich gegenüberliegenden Doppelseiten aufweisen muß, einschließlich der Kolumnentitel und Fußnoten. Als Richtschnur können rechnerisch ermittelte Maßverhältnisse für den S. und die Papierränder herangezogen werden (Goldener typographischer Modul). Für vorbereitende Entwurfsarbeiten oder einen Klebeumbruch nutzt man vorgedr. S.rahmen als Leermuster. P. Neumann B…

Satzstützen

(54 words)

Author(s): P. Neumann
Bezeichnung für erhabenes Blindmaterial oder einzelne Typen, die zum Auffüllen einer Buchseite dienten, um in der a Handpresse eine waagerechte Lage des Druckbogens zu garantieren. Aus der Frühdruckzeit sind Beispiele bekannt, wo diese meist unabsichtlich eingefärbt und mitgedruckt wurden. P. Neumann Bibliography Schmidt, A.: Technische Beiträge zur Inkunabelkunde. In: Gut.-Jb. 1927, S. 9–23.

Satztitel

(79 words)

Author(s): P. Neumann
Der Titel eines Buches oder Textbeitrages in Form eines selbständigen Satzes, oft in der Wiedergabe eines Zitates oder eines Sprichwortes. Bei der bibliothekarischen Titelaufnahme wird in diesen Fällen, auch nach den Instruktionen für die alphabetische Katalogisie-rung der preußischen Bibl.en (PI), das erste Wort nach dem Artikel als Ordnungswort angezeigt, ansonsten die genaue Wortfolge beibehalten. P. Neumann Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu den Instruktionen für die alphabetische Katalogisierung der preußischen Bibl.en. 3. Aufl. Wiesbaden 1962 u. ö., S. 240–243.

Satzzeichen

(121 words)

Author(s): G. Pflug
(auch Syngrapheme) sind graphische Zei-chen zur Abb. von Sprachstrukturen in der geschriebenen Sprache. Sie geben in alphabetischen Schriften syntaktische Verhältnisse wieder, z. B. das Ende eines Satzes durch einen a Punkt, ein Ausrufe- oder a Fragezeichen, die Gliederung von Sätzen durch a Komma, a Doppelpunkt, a Anführungszeichen, Klammern oder a Gedankenstriche. a Interpunktion G. Pflug Bibliography Gollnick, P.: Vollst. Satzzeichenlehre. 8. Aufl. Göttingen 1970 Gallmann, P.: Graphische Elemente der geschriebenen Sprache. Tübingen 1985 Behrens, U.: Wenn nicht alle…

Satzzuschläge

(52 words)

Author(s): R. Golpon
sind Preisaufschläge für die Satzherstel-lung bei schlecht lesbaren Mss. und satztechnischen Erschwerungen, die einen höheren Zeitaufwand erfordern. Satzerschwernisse sind vor allem komplizierter Satz, z. B. fortwährender Wechsel der Satzparameter, viele Sonderzeichen, Ausgleichen von Versalien, und spezielle Satzarten wie Tabellensatz, Formsatz, Formelsatz. R. Golpon Bibliography Walk, H.: Lexikon Electronic Publishing. Itzehoe 1996.

Säuberlich, Otto

(120 words)

Author(s): P. Neumann
* 11. 10. 1853 in Neuschönefeld bei Leipzig, † 6. 10. 1928 in Leipzig, dt. Druckereibesitzer und Fachschriftsteller. Nach kaufmännischer Ausbildung leitete er seit 1875 die Musiknotendruckerei F. W. Garbrecht in Leipzig, die 1880 von Oscar a Brandstetter übernommen wurde. Gemeinsam mit seinem Schwager Brandstetter hat S., dem die technische Leitung oblag, dieses Unternehmen zu einem anerkannten graphischen Großbetrieb entwickelt. Aus einer Aufsatzfolge im Börsenbl. entstand 1913 sein «Buchgewerb…

Saubert(us), Johannes

(168 words)

Author(s): S. Corsten
* 26. 2. 1592 in Altdorf (Altorf) bei Nürnberg, † 2. 11. 1646 in Nürnberg, Theologe und Bibliothekar. Der 1618 zum Professor ernannte S. bekleidete seit 1637 das Amt des Ersten Predigers an St. Sebaldus in Nürnberg. Damit war die Leitung der StB verbunden. Von S.s Amtsführung zeugen ein systematischer und ein alphabetischer Kat. der Abt. Theologie von 1641. Neben zahlreichen theologischen Veröff. schrieb S. eine 1643 ersch. «Historia bibliothecae typographiae itemque Catalogus librorum proximis …

Saucke, Kurt

(366 words)

Author(s): K. Gutzmer
* 10. 9. 1895 in Hamburg, † 22. 2. 1970 ebd., dt. Buchhändler. Nach kaufmännischer Ausbildung, Teilnahme am Ersten Weltkrieg und Rückkehr aus engl. Kriegsgefangenschaft begann S. seine Laufbahn 1919 in der Buchhandlung L. Friederichsen & Co., Hamburg, deren Teilhaber er 1922 wurde. Gemeinsam mit seinem Neffen Ernst L. Hauswedell und dem Drucker Paul Hartung rief S. 1927 den Dt. Buchclub ins Leben, aus dem er sich 1929 wieder zurückzog. Am 10. 4. 1928 gründete er seine Sortimentsbuchhandlung Kurt Saucke & Co. mit den bevorzugten Arbeitsgebieten Lit., Geisteswissens…

Saudi-Arabien

(1,197 words)

Author(s): L. Wiederhold
(al-Mamlaka al-[halfringleftsuperscript]Arabīya as-Sa[halfringleftsuperscript]ūdīya), Staat auf der Halbinsel Arabien, bis 1919 unter osmanischer Herrschaft, seit 1919 Teil des haschemitischen Königreichs, seit 1932 unabhängiges Königreich, absolute Monarchie, gegliedert in 13 Provinzen und zugleich in 103 Verwaltungsbezirke, Fläche 2,24 Mio. km2, ca. 20 Mio. Einwohner (1997), 72 % der Bevölkerung sind Araber mit saudi-arabischer Herkunft, die übrigen Bevölkerungsanteile bilden Gastarbeiter aus anderen arabischen Staaten, Süd- und …

Sauer

(749 words)

Author(s): G. Gabel
(auch Saur, Sower), älteste und bedeutendste dt.stämmige Druckerfamilie Amerikas. 1. Christoph(er) S. d. Ä. (* 1693 in Laasphe an der Lahn, † 25. 9. 1758 in Germantown, Pennsylvania). S. emigrierte 1724 nach Amerika und ließ sich in Germantown nieder, wo er sich religiösen Gruppierungen anschloß und seinen Broterwerb in verschiedenen Berufen suchte, bis er 1738 eine Druckpresse erwarb und damit zum ersten dt.stämmigen Drucker und Verleger Amerikas wurde. Als erste Schrift brachte er 1738 «Eine E…

Sauer-Bibel

(147 words)

Author(s): G. Gabel
auch Germantown-Bible genannt, die erste in einer europäischen Sprache publizierte und die zweite in Nordamerika gedr. Bibel, wurde 1743 in 1200 Ex. von Christoph(er) Sauer d. Ä. herausgebracht. Die Typen für die «Biblia, Das ist: Die heilige Schrift Altes und Neues Testament» hatte Sauer aus der Egenolff-Lutherischen Schriftgießerei in Frankfurt a. M. bezogen, als Textgrundlage wählte er die Luther-Übers. sowie für kleinere Sektionen die Schwenkfelder und Berleburger Bibel-Ausgaben. Die im Quar…

Sauer(kraut)

(67 words)

Author(s): R. Golpon
Bei der im Buchdruckgewerbe noch bis Anfang des 20. Jh.s verbreiteten Bezahlung nach Mengenleistung (Berechnen) die Bezeichnung für bereits berechnete (bezahlte), aber noch nicht fertiggestellte Arbeit. Im Gegensatz dazu nannte man vorgeleistete, aber noch nicht bezahlte Arbeiten Süß(kraut). R. Golpon Bibliography Neubüger, H.: Encyklopädie der Buchdruckerkunst. Leipzig 1844 (ND ebd. 1984), S. 191 Bauer, F.: Handbuch für Schriftsetzer. 6. Aufl. Frankfurt a. M. 1922, S. 298

Sauerländer

(1,032 words)

Author(s): K. Gutzmer | F. G. Maier / S. Möll
Verlage in Aarau (Schweiz) und Frankfurt a. M. Stammvater der Firmen war Elias S. (1702–1768), der die 1613 von Caspar Rötel gegr. Buchdruckerei in Erfurt geerbt hatte. Sein Sohn Johann Christian S. (1745 bis 1805) heiratete 1771 die Tochter des Frankfurter Druckers Johann David Scheper (1702–1771) und führte den Betrieb unter eigenem Namen weiter. Aus der Ehe gingen 13 Kinder hervor. Der vierte Sohn, Heinrich Remigius S. (1776–1847), begann seine Ausbildung im väterlichen Betrieb als Drucker un…

Saugfähigkeit

(180 words)

Author(s): H. Bansa
ist die Fähigkeit eines Materials, hier also von Papier, Flüssigkeit, vorzüglich Wasser, aufzunehmen. Die hohe S. der Zellstoff-Faser, woraus Papier überwiegend besteht, ist für Hygienepapiere erwünscht, muß aber für Verpackungs-, für die meisten technischen und für graphische Papiere herabgesetzt werden. Dies geschieht durch die Leimung, bei Pergaminpapier auch durch scharfe (schmierige) Mahlung der Fasern, das diese zu porenarmen Kleinsteinheiten fibrilliert. Durch Imprägnieren mit Ölen und Wa…

Saugpapier

(52 words)

Author(s): H. Bansa
unspezifischer Sammelbegriff für Papiere, die Wasser, Tinte oder andere Flüssigkeiten in kurzer Zeit und großer Menge aufnehmen. Solche S.e bestehen aus rösch gemahlenem Faserrohstoff und sind nicht oder nur schwach geleimt. H. Bansa Bibliography Handb. der Papier- und Pappenfabrikation. Hrsg. von J. Sändig. 2. Aufl. Bd. 2. Niederwalluf 1971, S. 1596–1597

Saugpostpapier

(58 words)

Author(s): H. Bansa
auch Abzugpapier gen., nach DIN 6730 ein voluminöses, d. h. aus rösch gemahlenem Faserrohstoff bestehendes, schwach geleimtes und geglättetes Papier, das sich zum Herstellen von Kopien von einer Druckform eignet, die nach Feuchtung Druckfarbe abgibt (Hektographie, Schablonenvervielfältigung). H. Bansa Bibliography Handb. der Papier- und Pappenfabrikation. Hrsg. von J. Sändig. 2. Aufl. Bd. 2. Niederwalluf 1971, S. 1597

Saugrain

(367 words)

Author(s): A. Labarre
franz. Familie mit zahlreichen Buchhändlern und Druckern in Lyon und Paris, die von 1555 bis mindestens 1802 tätig waren. 1. Jean S. (* 1518 in der Diözese Evreux, † 1581 in Paris) war 1555–1573 als Buchhändler und Drucker in Lyon tätig. Er gab mehr als 110 Werke heraus. 1562 bis 1566, als Lyon von Hugenotten beherrscht war, druckte er rund 40 protestantische Bücher. 1568 wurde er zum Stadtdrucker ernannt. 1573 ließ er sich in Pau als Drucker des Königs von Navarra und Buchhändler der Académie nieder. 2. Abraham S. (* 1567 in Lyon, † 22. 4. 1622 in Paris) zweiter Sohn von Jean, w…

Sauklaue

(160 words)

Author(s): G. Pflug
ist seit der Mitte des 19. Jh.s eine abwertende Bezeichnung für eine schlecht lesbare Handschrift. Wie in der mündlichen Rede steht auch die schriftliche Äu-ßerung in einem ständigen Spannungsverhältnis zwischen dem sozialen Kommunikationsanspruch und einem individuellen Ausdruck. Diese individuelle Gestaltung der Handschrift kann sich in einer von psychischen Seelenzuständen oder charakterlichen Eigenschaften beherrschten individuellen Schriftgestaltung ausdrücken, welche die Lesbarkeit des Tex…

Säulenbücher

(176 words)

Author(s): R. Fuhlrott
wurden jene Architekturbücher des 15. bis 18. Jh.s genannt, die sich mit der Konstruktion, Proportion und Ausschmückung/Verzierung von Säulen befaßten. Die Säule galt in der griech. Architektur als wichtigstes Merkmal der Baukunst. Die Renaissance forderte die Rückkehr zu diesem klassischen Vorbild. Nach den zahlreichen Umwandlungsversuchen im MA war es zunächst notwendig, die Proportionierung der Säulen theoretisch zu durchleuchten und ihre Grundstruktur – Postament, Säule und Gebälk – sowie di…

Saumur

(338 words)

Author(s): A. Labarre
Stadt im Anjou mit ca. 20 Tsd. Einwohnern. 1. Buchdruck. Zu Ende des 16. Jh.s wurden im Auftrag des Buchhändlers Guillaume Martinet einige Bücher gedruckt. 1600 gründete der Gouverneur Philippe de Duplessis-Mornay (1549–1623) in S. eine protestantische Akademie und berief den Drucker Thomas Portau. Dieser stammte wahrscheinlich aus La Rochelle und war 1590–1594 in Paris, dann 1594–1600 in Niort als Drukker tätig. Durch die Akademie wurde in S. das 17. Jh. zum goldenen Zeitalter des Buchdrucks, i…

Saur, K. G.

(372 words)

Author(s): K. Gutzmer
GmbH & Co. KG, Verlag in München, gegr. 1948 als Ingenieurbüro für Betriebs- und Büroorganisation von Karl-Otto Saur (1902–1966). Die Verlagstätigkeit begann mit Dokumentationen und Index-Büchern aus den Bereichen Wirtschaft und Technik, z. T. in Losebl.form, die ab 1956 u.d.T. «Handb. der Intern. Dokumentation und Bibliographie» zusammengefaßt und ab 1974 als «Handb. der Intern. Dokumentation und Information» weitergeführt wurden (bis 1998 18 Bde., z. T. in mehreren Aufl.). 1966 erfolgte die Um…

Saurloch (Surloch), Sixt (us)

(330 words)

Author(s): P. Amelung
* um 1440/1445, † 1504/ 1505, Augsburger Handwerker, der sich als einer der ersten mit der Einrichtung von Druckereien und der Herstellung des entsprechenden Zubehörs befaßte. In den Augsburger Steuerbüchern kommt er (immer ohne Berufsbezeichnung) 1465–1504 vor, seine Witwe noch bis 1509. Auch in den Augsburger Ratsprotokollen und Stadtgerichtsbüchern taucht er mehrfach auf. Am 4. 8. 1472 beauftragte ihn Melchior von Stammheim, seit 1458 Abt des Augsburger Klosters St. Ulrich und Afra, eine klos…
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