Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Sandgußverfahren

(370 words)

Author(s): C. Reske | S. Corsten
Beim S. wird geschmolzenes Metall in aus Formsand (feiner Sand mit Beimischungen von Ton/Lehm) modellierte Hohlformen gegossen. Die dem gewünschten Endprodukt entsprechenden Modelle werden vor dem Gießvorgang aus der Form genommen, mit Ausnahme der Wachsmodelle, da sich diese durch Hitze verflüssigen und durch den Gießkanal abfließen können (Wachsausschmelzverfahren). Die Sandform geht bei der Herausnahme des fertig gegossenen Formstücks verloren. C. Reske Daß die Lettern für den Buchdruck auch im S. hergestellt werden können, hat der engl. Buchforscher J…

San Diego

(187 words)

Author(s): G. Gabel
California. Bibliotheken. 1. UB. a. San Diego University, gegr. 1898 als College, 1921 zur Lehrerausbildungsstätte erweitert und 1971 zur Univ. erhoben. Lit.bestand der Bibl.: ca. 1,1 Mio. Bde. und 1,5 Mio. Mikroformen. b. University of San Diego. Die von der katholischen Kirche getragene Univ. wurde 1949 als College für Mäd-chen gegr. und 1972 zur Univ. erweitert. Die Bibl. verwahrt ca. 650 Tsd. Bände. c. United States International University. Die Bibl. der 1952 als California Western University gegr. und 1966 umbenannten Univ. bietet den Studierenden ein…

Sändig

(285 words)

Author(s): K. Gutzmer
Verlage und Antiquariate in Wiesbaden und Vaduz, hervorgegangen aus dem 1923 in Leipzig von Emil S. (1875–1940) gegr. Deutschen Verlag, der technische und populär-historische Bücher herausbrachte. Ab 1937 firmierte der Verlag als «Dr. S. Verlagsges.». Dieser Verlag wurde 1949 von Johannes S. (1901–1991) in Wiesbaden als KG neu gegr. und setzte ab ca. 1970 als Martin S. oHG seine Tätigkeit fort. Hier ersch. u. a. das Handb. der Papier- und Pappenfabrikation, hrsg. von J. Sändig (2. Aufl. 2 Bde., …

Sándor, István

(43 words)

Author(s): G. Borsa
* 11. 8. 1750 in Luka, Ungarn, † 29. 3. 1815 in Wien, ungar. Schriftsteller und Biblio- graph. S. ist Verfasser der ältesten ungar. Bibliographie «Magyar könyvesház» (Györ 1803), ein chronologisches Verz. der ungar. Lit. der Jahre 1533–1800 G. Borsa

Sandpapier-Aquatinta (auch Sandkorn-Aquatinta)

(84 words)

Author(s): B. Schulz
Der Ausdruck Aquatinta ist nicht zutreffend, weil bei der S. schwarze Punkte statt weißer das Druckbild beleben. Bei der S. wird Sandpapier auf die grundierte Platte gedrückt, diese Verletzungen werden anschließend geätzt. Bei Radierungen von Käthe Kollwitz z. B. ist solche S. zu finden. B. Schulz Bibliography Koschatzky, W.: Die Kunst der Graphik. 2. Aufl. Salzburg 1972, S. 127, 196 Gerhardt, C. W.: Gesch. der Druckverfahren. T. 3. Stuttgart 1978 Krejca, A.: Die Techniken der graphischen Kunst. 3. Aufl. Hanau 1983

Sandrart

(236 words)

Author(s): J. R. Paas
Künstler- und Verlegerfamilie in Nürnberg. 1. Jacob v. S. (* 31. 5. 1630 in Frankfurt a. M., † 19. 8. 1708 in Nürnberg), Neffe des berühmten Malers, Zeichners, Radierers und Kunstschriftstellers Joachim v. S. (* 12. 5. 1606 in Frankfurt, † 14. 10. 1688 in Nürnberg), ließ sich 1656 in Nürnberg nieder, wo er bald der wichtigste graphische Künstler der Stadt wurde. Er führte auch seinen eigenen Kunst- und Buchverlag. Seine Blätter, die oft mit Versen von bekannten Nürnberger Poeten wie Sigmund v. Birken versehen wurden, sind von überdurchschnittlicher Qualität. 2. Sein ältester Sohn, Jo…

Sandschnitt

(118 words)

Author(s): E.-P. Biesalski
im Buchbinderhandwerk heute nur noch selten verwendete Technik zur Schnittverzierung. Dabei wird die Schnittfläche des eingespannten Buchblocks teilweise mit Sand bedeckt und anschließend Farbe aufgesprengt (Sprengschnitt). Die mit dem Sand bedeckten Partien bleiben entsprechend farbfrei. Durch mehrmaliges Wiederholen mit verschiedenen Farben lassen sich beachtliche Effekte erzielen. Werden andere Mate-rialien, wie z. B. Kreide oder Körner zum Abdecken der Schnittfläche verwendet, so spricht man entsprechend von Kreideschnitt bzw. vom Körnerschnitt. Joachim von …

Sandwich Printing

(53 words)

Author(s): P. Neumann
ist eine Drucktechnik, bei der die Druckform über ein Transfer-Material, meist ein Kunststoffträger, auf den Bedruckstoff übertragen wird, indem es sich mit ihm thermisch verbindet. Angewendet wird das Verfahren z. B. beim Bedrucken von T-Shirts oder bei Heiß-Prägungen. P. Neumann Bibliography Lexikon der grafischen Technik. 7. Aufl. Leipzig 1986, S. 504

San Francisco

(531 words)

Author(s): G. Gabel
California. 1. Buchdruck Druckpressen sind in S. ab 1842 nachzuweisen. 1847 ersch. als erste Wochenztg. der Stadt, die bis 1847 Yerba Buena hieß, der «California Star». Weitere frühe Ztg. waren «Alta California» (1849), «Pacific News» (1849), «Western American» (1852). Die Stadt entwickelte sich stürmisch nach Entdeckung der Goldfelder 1848. Für das späte 19. und frühe 20. Jh. sind als bedeutende Druckereien die Firmen Taylor & Taylor, Paul Elder und John Henry Nash zu nennen. 1912 wurde in S. der …

San Germano

(121 words)

Author(s): A. Nuovo
Ort bei Vercelli (Piemont). Hier begann Jacobino Suigo, ein Wanderhandwerker, seine Tätigkeit und veröff. am 21. 10. 1484 ein «Breviarium Cisterciense» (8∞, GW 5201). Im Kolophon teilt Jacobinus mit, aus Mailand zu stammen. Doch zeigt das von ihm verwendete Druckmaterial Ähnlichkeit mit dem des Vene- zianers Francesco Girardengo, dem er sich später in Turin auch anschloß. Nach seinem Aufenthalt in S. nannte sich Suigo Sangermanus. Damit wollte er vermutlich auf seine Zugehörigkeit zu dieser Stad…

Sangorski & Sutcliffe

(240 words)

Author(s): J. L. Flood
heute noch bestehende Londoner Buchbinderei. Der Gründer, Francis Longinus Sangorski (* 1875, † 1. 7. 1912 in Selsey, England), lernte bei Douglas Cockerell. Ab 1901 arbeitete er mit George Sutcliffe zusammen, der sich um Entwurf und Bindearbeit kümmerte, während Sangorski die Vergoldung besorgte. Zahlreiche Luxusausg. entstanden, z. B. Ella Wilcox «Poems of Passion» (reproduced from a manuscript inscribed and illuminated by F. Sangorski and G. Sutcliffe 1913). Sutcliffe trat mit seinen Ledermos…

Sankt Bartholomäus

(108 words)

Author(s): W. Endres
Apostel und Märtyrer (1. Jh. n. Chr.), Gedenktag 24. August, Schutzpatron der Buch-binder. Das NT bietet keine Angaben zur Biographie des Bartholomäus. Die Legende um ihn ist dafür umso reicher. Nach der Überlieferung erlitt er das Martyrium durch Enthauptung oder (überliefert seit dem SpätMA) durch Abziehen der Haut bei lebendigem Leibe. S. ist außerdem Schutzpatron u. a. der Metzger, Schneider, Sattler, Gerber, Schuh- und Handschuhmacher (vermutlich wegen Bezug zu Fleisch, Haut, Leder). W. Endres Bibliography Braun, J.: Tracht und Attribute der Heiligen in der dt. Kun…

Sankt Blasien

(290 words)

Author(s): H. Braun
ehemalige Benediktinerabtei im Schwarzwald. 858 als Cella Alba des Klosters Rheinau bezeugt, wurde S. im 11. Jh. selbständig und erlebte als wichtiges Zentrum monastischer Reform (1072 Übernahme der Consuetudines von Fruttuaria) im 11./12. Jh. auch eine kulturelle Blütezeit. Scriptorium und Bibl. müssen früh bedeutend gewesen sein, zu schließen aus den Hss., die der aus S. nach Engelberg als Abt berufene Frowin (1143–1178) zus. mit seinem Mitbruder Richene dort geschaffen hat. Brände (1322, 1526…

Sankt Blasien-Psalter

(322 words)

Author(s): H. Engelhart
(Privatbesitz, ehemalige Slg. Beck Ms. 11). Der für die Gesch. der südwestdt. Buchmalerei vor der Mitte des 13. Jh.s hochbedeutende illuminierte Psalter (Pergament, 156 ff., 225 × 160 mm, unvollst.; ff. 156–164 im 16. Jh. hinzugefügt) enthält neben den zeit- und gattungsüblichen Textbestandteilen eine Augsburger Familienchronik für die Jahre 1503–1667. Die Hs. ist mit einem umfangreichen Miniaturenzyklus mit christologischen Szenen, Evangelistenportraits und Heiligenfiguren, häufig figürlichen I…

Sankt Emmeram

(5 words)

Siehe Regensburg

Sankt Emmeram-Evangeliar

(9 words)

Siehe Codex aureus von St. Emmeram

Sankt Erentrud-Perikopenbuch

(215 words)

Author(s): E. Wunderle
Das um 1150 geschriebene, 104 Pergamentbl. umfassende Evangelistar (München, Bayerische SB, Clm 15 903) zählt zu den bedeutendsten Werken der hochromanischen Buchmalerei in Salzburg. Am Beginn jeder der 71 Perikopen steht eine Initiale bzw. einmal eine Initialzierseite; außerdem 55 Miniaturen in unterschiedlicher Größe (oft ganzseitig), meist vor der jeweiligen ill. Lesung (Deckfarben auf Goldgrund, gerahmt). Deutlich ist der für die damalige Salzburger Buchmalerei typische byzantinische Einfluß…

Sankt Florian (Oberösterreich)

(582 words)

Author(s): W. Neuhauser
1071 von Bischof Alt-mann von Passau gegr. Augustiner-Chorherrenstift, welches auf vorkarolingische Anfänge zurückging und in karolingischer Zeit ein Eigenkloster war. Der barocke Neubau des Klosters wurde von Carlo Carlone aus Mailand geplant, der 1686–1708 das Stiftsgebäude und die Kirche errichtete, und von Jakob Prandtauer fortgeführt. Unter Probst J. G. Wiesmayr († 1755) wurde 1744–1749 nach den Plänen Carlones bzw. Prandtauers von Gotthard Hayberger der große barocke Bibl.saal erbaut, welc…

Sankt Florian-Psalter

(151 words)

Author(s): H. Wolter-von dem Knesebeck
Der nach seiner Bibl.heimat, dem Kloster Sankt Florian bei Linz, benannte Psalter befindet sich heute in der NB Warschau (sygn. 8002). Als Sonderform eines Psalterium triplex enthält er die Psalmen in lat., dt. und – als frühestes erhaltenes Beispiel überhaupt – auch in poln. Sprache. Er entstand gegen Ende des 14. Jh.s wohl in Kleinpolen bzw. Schlesien für den poln. Königshof, vermutlich für die Königin Jadwiga-Hedwig (um 1374–1399). Die Ill. der unvollendet gebliebenen Hs. erfolgte in zwei woh…

Sankt Gallen

(1,176 words)

Author(s): P. Ochsenbein | H.-W. Stork
Hauptort des gleichnamigen schweiz. Kantons. An der Stelle der um 612 entstandenen Einsiedelei des Heiligen Gallus gründete der Heilige Otmar um 720 eine Abtei, die 747 die Benediktinerregel annahm, 816 mit Verleihung der Immunität durch Kaiser Ludwig den Frommen kgl. Kloster wurde und 833 das Privileg der freien Abtwahl erhielt. In den ersten Jh. erlebte S. eine Blütezeit auf kulturellen und wiss. Gebieten (Ekke-hard, Notker I. Balbulus, Notker II. Piperisgranum, Notker III. Teutonicus, Tuotilo). Das Kloster S. wurde im Jahr 1805 aufgehoben. 1. Buchdruck Der erste Buchdrucker,…
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