Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Schaper, M. & H., GmbH & Co. KG

(116 words)

Author(s): K. Gutzmer
Verlag in Alfeld (Leine), gegr. am 1. 4. 1887 in Hannover als wiss. Antiquariat und Verlag von Max (1868–1936) und Heinrich (* 1870) Schaper. Das Antiquariat wurde 1906 aufgegeben. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde S. ausgebombt; am 3. 1. 1946 wurde die britische Lizenz zur Weiterfüh-rung erteilt. Bis 1982 blieb S. in Familienbesitz; seither ist die Firma ein Tochterunternehmen der Dobler-Druck GmbH in Alfeld. In Hannover besteht aber weiterhin ein Fachsortiment für Veterinärmedizin und Tierz…

Schapf (Scharpf), Jörg

(120 words)

Author(s): H. Gier
Der seit 1469 nachweisbare Augsburger Buchbinder schuf Einbände für Hss. und Drucke der Jahre 1469–1486, von denen einige mit dem Namensstempel «ioerg schapf» als seine Arbeiten ausgewiesen sind. Er stellte auch mit Holzschnitten verzierte Buchumschläge her. In der 3. und 4. Aufl. des Blockbuchs der «Kunst der Chiromantie» von Johann Hartlieb erscheint sein Name als Herausgeber. Doch ist fraglich, ob die Holzschnitte auch von ihm hergestellt oder nur aufgekauft wurden, da die ersten beiden Aufl. keinen Namen tragen. H. Gier Bibliography Kyriss, E.: Verzierte gotische Einbde. …

Schärfen

(124 words)

Author(s): R. Nenno
nennt man das zu den Rändern hin Dünnerschneiden des Leders im Unterschied zum Falzen, das die Gesamtdicke betrifft. Der Buchbinder kann sich von der Lederfabrik die gewünschte Lederstärke einkaufen. Nach dem Zuschnitt müssen jedoch die Ränder, Fälze und Ekken von der Fleischseite her ausgedünnt werden, um ein Auftragen des Einschlages zu vermeiden. Dies erfolgt von Hand mit Hilfe eines Schärfmessers und eines Lithosteins als Unterlage, wobei große Sorgfalt und Erfahrung vonnöten sind, um ein Ei…

Scharff, Edwin

(171 words)

Author(s): H. Wendland
* 21. 3. 1887 in Neu-Ulm, † 18. 5. 1955 in Hamburg, dt. Maler, Graphiker und Bildhauer. S. studierte an der Münchner Akademie, war anfangs als Maler und Graphiker tätig, seit 1912 in Paris unter dem Einfluß von Rodin als Bildhauer. Seit 1922 hatte er eine Professur in Berlin, 1933 Beurlaubung und 1934 Verset-zung nach Düsseldorf, 1937 endgültiges Arbeitsverbot, seit 1946 Professur in Hamburg. Zwischen 1920 und 1930 entstanden buchgraphische Arbeiten, die deutlich vom Expressionismus beeinflußt s…

Scharffenberg (Scharffenbergius), Crispin

(293 words)

Author(s): I. Bezzel †
* in Lauban, † 12. 12. 1576 in Breslau, Formschneider, Buchführer und Buchdrucker. S., dessen Vater aus Liebenthal stammte, erlernte 1536/1537 das Buchdruckerhandwerk bei Matthias S. in Krakau. 1543 übersiedelte er nach Görlitz und erhielt 1545 als Buchführer das Bürgerrecht. Spätestens seit 1548 (zwei Druckwerke bekannt, eines datiert von 1548) arbeitete er auch als Drucker; er war damit der Erstdrucker der Stadt Görlitz. Wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten zog er 1551 nach Breslau, wo er…

Scharffenberg (Scharffenbergius, Scharffenberger, Szarfenberger, Ostrogŕski), Matthias

(277 words)

Author(s): I. Bezzel †
* in Liebenthal (Schlesien), † 1547 in Krakau, Buchdrucker und Buchhändler. Um 1526 / 1527 eröffnete S. in Krakau eine Druckerei. In den Anfangsjahren und später gelegentlich förderte ihn sein Verwandter, der Verleger Markus S., in dessen Unternehmen auch S.s Brüder Bartholomaeus und Jakob arbeiteten. Die Auseinandersetzungen mit Markus S. wurden 1537 offiziell beigelegt, doch kam es bald danach zum Streit um den nur S. konzessionierten, Gewinn bringenden Kalenderverkauf. S. druckte vorwiegend S…

Scharffenberg (Scharffenbergius, Scharffenberger, Szarffenbergk, Marcus bibliopola), Markus

(275 words)

Author(s): I. Bezzel †
* in Liebenthal (Schlesien), † um 1545 in Krakau, Buchhändler, Verleger und Drucker. S., der seit 1506 in Krakau lebte, war seit 1510 als Buchhändler und Verleger tätig, erst 1543 schloß er seinem florierenden Unternehmen, zu dem auch ein Buchladen, eine Buchbinderei und Papiermühlen gehörten, eine Druckerei an. Als Verleger finanzierte S. 1511 einen Druck Johann Weißenburgers in Nürnberg (VD 16 M 5230), wiederholt Liturgica, die Peter Lichtenstein in Venedig herausbrachte, vor allem aber Druckv…

Scharnier

(39 words)

Author(s): G. Brinkhus
allg. Bezeichnung für eine Gelenkstelle; in der Fachsprache der Buchbinder auch für die meistens als Falz bezeichnete bewegliche Stelle an Buchdeckeln oder Klappen von Schachteln oder Kassetten verwendet. G. Brinkhus Bibliography Helwig, H.: Einbandkunde. Stuttgart 1970, S. 19

Scharpf (Scharpff), Erasmus

(128 words)

Author(s): I. Bezzel †
†um 1579 in Nördlingen, Buchdrucker, Formschneider und Kartenmacher. Mit einem Darlehen der Stadt Nördlingen richteten S. und sein Vater, der Kartenmacher und Formschneider Franz S. († 1543), 1538 eine Druckerei ein. 1541 ersch., nur von S. firmiert, das erste in Nördlingen gedr. Buch, ein «Gebet wider den Türcken», 1542 folgten die Ordnung der Stadt Nördlingen und der Katechismus des Kaspar Kantz. Die Produktion der kleinen Druckerei blieb gering und wurde 1548 wegen wirtschaftlicher Schwierigk…

Scharteke

(96 words)

Author(s): S. Corsten
ist ein um 1540 bei Martin Luther und anderen belegter Ausdruck für das alte und wertlose Buch. Das Fremdwort stammt aus dem Lateinischen der Schüler und Studenten. Seine Etymologie ist umstritten. Als Erklärung kommen in Betracht u. a. das mittelniederdt. «scarteke» (für Urkunde) oder lat. «Chartae theca» (für Papierumschlag), d. h. die Bezeichnung des Einbandes ging auf das Buch über. S. Corsten Bibliography Kluge, F. / Götze, A.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 15. Aufl. Berlin 1951, S. 653 ders./Seebold, E.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 23. Aufl. Berlin / New…

Schattenriß

(4 words)

Siehe Silhouette

Schattenstriche

(22 words)

Author(s): T. Frenz
nennt man die beim Bandzug in Abhängigkeit vom Schreibwinkel entstehenden dicken Linien, im Gegensatz zu den dünnen Haarstrichen. T. Frenz

Schattenwasserzeichen

(4 words)

Siehe Wasserzeichen

Schattierte Schriften

(62 words)

Author(s): A. Ihlenfeldt
sind Schriften, um deren Kontur herum noch eine oder mehrere gefüllte oder ungefüllte Linien gezogen sind. Sie sollen den Schriften ein plastisches Aussehen geben. Hier gibt es keine deutliche Trennung zu «konturierten Schriften». In der digitalen Satztechnik lassen sich solche «Schattierungen» auch individuell per Anwendungsprogramm erzeugen. Schattierte Schrift. Die Schrift «Umbra» aus der Linotype Collection. Eschborn 1988. A. Ihlenfeldt

Schattierung

(131 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
1. Bezeichnung für die Unterscheidung kräftiger Linien von Haarstrichen, vor allem bei Schriften. 2. Die Markierungen von Schriften und Linien auf der Rückseite von Buchdruckerbogen: die erhaben in der Druckform stehenden starren Druckelemente drücken sich in den Papierbogen ein, der auf dem verhältnismäßig weichen Aufzug liegt, welcher wiederum auf einer star-ren Unterlage (Zylinder, Fundament) befestigt ist. Heute kann die S. mit technischen Mitteln bis zur Unkenntlichkeit reduziert werden. Au…

Schatzbehalter

(255 words)

Author(s): U. Rautenberg
Die anonym ersch. Erbauungsschrift «Der S. oder Schrein der wahren Reichtümer des Hails und ewiger Seligkeit» wird nach einem zeitgenössischen Eintrag in das Rebdorfer Druckex. dem Franziskanerobservanten Stephan Fridolin (ca. 1430–1498) zugeschrieben, der von 1480 bis zu seinem Tod als Lektor des Nürnberger Franziskanerklosters und als Prediger und Beichtvater der Nürnberger Klarissen tätig war. Auf Wunsch der Schwestern und ihrer Äbtissin, der Caritas Pirckheimer, ist vermutlich das Werk entst…

Schatzkammer

(217 words)

Author(s): G. Pflug
Seit der Renaissance wird mit S. ein Raum bezeichnet, in dem an Fürstenhöfen wertvolle oder seltene Gegenstände aufbewahrt werden (Raritätenkabinett). Das Wort wurde als Titelbegriff für Beschreibungen oder Inventarverzeichnisse derartiger Slg. bis in die heutige Zeit benutzt, z. B. für die Inkunabelslg. der Österr. NB (Mazal, O.: S. in der Buchkunst. Graz 1980), oder die Musikslg. der StB Leipzig (S. der Musikbibl. Leipzig 1993). Darüber hinaus wurde es seit dem 17. Jh. metaphorisch als Titelbegriff für Veröff. verwandt, die schöne oder interessante Informa…

Schatzkammer-Evangeliar

(353 words)

Author(s): O. Mazal
Die auch als Krönungs-Evangeliar bezeichnete, in der Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums zu Wien verwahrte Prachths. wurde wohl Ende des 8. Jh.s in Aachen am Hofe Karls des Großen geschrieben und illuminiert. Sie umfaßt 236 purpurgefärbte Pergamentblätter (nur Bl. 77 und 84 sind blau gefärbt), die mit Text in Gold und Silber in Unziale und Capitalis rustica beschrieben sind; auch Capitalis quadrata ist auf Zierseiten vertreten. Die Ausschmückung besteht aus 16 Kanontafeln und vier Evangel…

Schatzki, Walter

(146 words)

Author(s): W. Kaminski
* 26. 2. 1899 in Siegen, † 29. 1. 1983 in New York, gehörte zu den wichtigen Sammlern alter Kinderbücher. Er begann als Wanderbuchhändler und gründete 1920 die «Frankfurter Jugendbücherstube». Seit 1924 hat er sich verstärkt der Kinderlit. zugewandt. Schon seine erste Slg. ging 1932 nach New York an die Public Library. Nach 1933 mußte S. Deutschland verlassen und wirkte danach in New York wiederum als Anti-quar und Sammler. Er konnte im Jahre 1941 seine später legendär gewordene «Collection of old and rare books» der Öffentlichkeit präsentieren. W. Kaminski Bibliography Hauswedell, E…

Schatz, Otto Rudolf

(196 words)

Author(s): P. R. Frank
* 18. 1. 1900 in Wien, † 26. 4. 1961 ebd., österr. Maler und Graphiker. Nach dem Studium bei Anton v. Kenner und Oskar Strnad an der Wiener Kunstgewerbeschule war S. freischaffend. Bekannt machten ihn seit 1920 seine sozialkritischen Holzschnitte. Er ill. Bücher (u. a. für den Avalun-Verlag und die Büchergilde Gutenberg), gab Mappenwerke heraus, auch mit erotischen Sujets. 1936–1937 hielt er sich in New York auf. 1938, nach einem Arbeitsverbot durch die Nationalsozialisten, flüchtete er mit sein…
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