Lexikon für Kirchen- und Religionsrecht

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Herausgeber: Heribert Hallermann, Thomas Meckel, Michael Droege, Heinrich de Wall
Wiss. Mitarbeiter in der Redaktion: Vincent Jünger

Aufgrund der kirchlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahren stehen das Kirchen- und das Religionsrecht vor großen Herausforderungen und Modifikationen. Die Herausgeber haben daher ein neues Lexikon für Kirchen- und Religionsrecht erarbeitet, dessen Ziel es ist, den Nutzern fundierte Orientierung und Informationen auf dem neuesten Stand der Forschung zum geschichtlich gewachsenen, geltenden eigenen Recht der Kirchen und Religionsgemeinschaften und zu deren rechtlichen Verhältnissen zum Staat zu liefern.

Information: Brill.com

Gallikanismus

(268 words)

Author(s): Günther Wassilowsky
Gallikanismus - Historisch Der im 19. Jh. geprägte Begriff fasst eine Vielzahl von Theorien u. Praktiken zusammen, welche die Freiheit u. Eigenständigkeit der franz. Kirche gegenüber dem universalen Jurisdiktionsanspruch des Papsttums begründen u. durchsetzen wollten. Unterschieden werden können stärker theol. argumentierende episkopale G., welche die territorialkirchliche Unabhängigkeit von der Würde des Bischofsamtes herleiten, u. eher jur. ausgerichtete politische G., in denen die Kirche von Fra…

Gatten

(5 words)

Gatten → Ehegatten

Gattenmord

(451 words)

Author(s): Rüdiger Althaus
Gattenmord - Katholisch G. bez. im kan. Recht heute das Ehehindernis des Verbrechens (c. 1090), das in can. 1075, 1° noch den sog. qualifizierten Ehebruch (m. Eheversprechen od. Eheschließungsversuch) umfasste. Es schließt keine gültige Ehe: 1. Wer seinen eigenen Gatten od. den einer anderen Person durch eigene Hand, Anstiftung od. wesentliche Beihilfe tötet, um m. dieser eine Ehe zu schließen (§ 1; der zusätzliche Tatbestand des Ehebruchs gem. can. 1075, 2° wird nicht mehr gefordert). Entscheidend ist das Motiv, das einer Heira…

Gattenwohl

(1,376 words)

Author(s): Klaus Lüdicke
Gattenwohl - Katholisch 1. Allg.: Dem G. (bonum coniugum) als Thema des kan. Eherechts liegt der personalistische Ehebegriff zugrunde, den das Vat II in seiner Beschreibung der ehelichen Liebe grundgelegt hat: „Diese Liebe als eminent menschliche, da sie von der Person auf die Person gerichtet wird durch den Affekt des Willens, umgreift das Wohl der ganzen Person und vermag so den Ausdrucksformen des Leibes und der Seele eine besondere Würde zu verleihen und sie als Elemente und besondere Zeichen d…

Gebäude

(5 words)

Gebäude → Kirchengebäude

Gebet

(1,814 words)

Author(s): Peter Unruh | Andreas Bieringer | Christian Grethlein | Athanasios Vletsis | Daniel Katz | Et al.
Gebet - Staatlich Das G. als Anrufung Gottes ist ein Element diverser Weltreligionen wie dem Christentum, dem Judentum od. dem Islam. Als religiös-rituelle Handlung unterfällt es dem Schutzbereich der Religionsfreiheit. Soweit das G. im privaten Bereich od. im Rahmen von Gottesdiensten praktiziert wird, ist es (religionsverfassungs-)rechtlich unproblematisch. Probleme ergeben sich aber bei der Berührung m. der öff. bzw. staatl. Sphäre, weil der Ausführung des G. hier Grundrechte Dritter od. Rechtsg…

Gebetsgottesdienst

(7 words)

Gebetsgottesdienst →Andacht, →Gebet, →Gottesdienst, →Wortgottesdienst

Gebetsort

(1,567 words)

Author(s): Andreas Bieringer | Christian Grethlein | Athanasios Vletsis | Daniel Katz | Jörn Thielmann
Gebetsort - Katholisch Als Grundvollzug des Glaubens ist das Gebet an keinen Ort gebunden. Die Tagzeitenliturgie (Stundengebet) gilt seit den liturgischen Reformen des Vat II als gottesdienstliche Versammlung der gesamten Gde. (SC 83; c. 1173), o. dass sie zwingend an einen bestimmten Ort gebunden wäre. Der CIC/1983 kennt jedoch geweihte Stätten (cc. 1205-1213), an denen Gebete öff. wie privat vollzogen werden können. Durch Weihung (Dedikation) od. Segnung (Benediktion) werden Kirchen, Kapellen u. …

Gebetsruf

(566 words)

Author(s): Stefan Muckel | Peter Spiewok
Gebetsruf - Staatlich Der G. des Muezzins gehört zu den bes. Kennzeichen des Islam. Durch ihn werden die Muslime zu den vorgeschriebenen Gebeten – z. T. lautsprecherverstärkt – aufgerufen. Inhaltlich bringt der G. ein kurzes islam. Glaubensbekenntnis zum Ausdruck. Damit unterfällt der G. in Deutschland dem Schutzbereich der Bekenntnisfreiheit nach Art. 4 Abs. 1 GG als auch der Religionsausübungsfreiheit des Art. 4 Abs. 2 GG (Kultusfreiheit, staatl.). Grundrechtsträger sind der Muezzin selbst (wenn …

Gebet- und Gesangbücher, Herausgabe der

(771 words)

Author(s): Alexander Zerfaß
Gebet- und Gesangbücher, Herausgabe der - Katholisch 1. Hist.: Volkssprachiger Gemeindegesang war in der röm. Liturgie bis zur jüngsten Liturgiereform aus systemischen Gründen nicht vorgesehen, u. der lat. Liturgiegesang lag weithin in den Händen ausgebildeter Sängerscholen. Die ältesten dt. Kirchenlieder (sog. Leisen) etablierten sich seit dem Hochmittelalter im Randbereich des gottesdienstlichen Geschehens; so ist etwa „Christ ist erstanden“ seit dem 12. Jh. im Rahmen der visitatio sepulchri, eines l…

Gebiet

(5 words)

Gebiet →Territorium, →Zuständigkeitsbereich

Gebietsabtei

(5 words)

Gebietsabtei → Territorialabtei

Gebietskörperschaft

(5 words)

Gebietskörperschaft →Teilkirche, →Pfarrei

Gebietsprälatur

(5 words)

Gebietsprälatur → Territorialprälatur

Gebot

(5 words)

Gebot → Kirchengebot

Gebühren

(6 words)

Gebühren →Abgaben, →Gerichtsgebühren, →Stolgebühren

Gebührenfreiheit

(696 words)

Author(s): Michael Droege
Gebührenfreiheit - Staatlich 1. Allg.: Die abgabenrechtliche Förderung von Religionsgemeinschaften ist nicht auf Steuern beschränkt, sondern erfasst auch sonstige Abgaben, insb. die Gegenleistungsabgaben (Steuer- und Abgabenrecht, Religionsgemeinschaften). Die G. knüpft dabei an den Status der Religionsgemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts an. Diese sind wie staatl. Verwaltungsträger in vielen Fällen von Gerichts- u. Verwaltungsgebühren befreit. Daneben finden sich Gebührenbefre…

Gebührenordnungen

(1,309 words)

Author(s): Michael Benz | Michael Droege
Gebührenordnungen - Katholisch Gebühren sind durch die zuständige Autorität festgesetzte Abgaben für bestimmte Leistungen der öff. Verwaltung od. die Inanspruchnahme öff. Einrichtungen. In einer G. sind die für bestimmte Leistungen (z. B. Erstellung von Urkunden, Rechtsberatung) od. die Nutzung bestimmter Einrichtungen (z. B. Archive [Archive, kirchliche], Friedhof) zu entrichtenden Gebühren festgelegt. Gebühren können nach lat. Recht für bestimmte Verwaltungsakte, für Akte der freiwilligen Rechtspflege des Apostolischen Stuhls sowie für die Aus…

Gefahr

(5 words)

Gefahr →Necessitas, →Todesgefahr

Gefangenschaft

(249 words)

Author(s): Andrea Michl
Gefangenschaft - Katholisch Der Begriff der G. ist im KR in zweierlei Kontext von bes. Bedeutung. 1. G. ist einer der in c. 412 genannten Gründe der tatsächlichen Amtsbehinderung des bischöflichen Stuhls, neben Ausweisung, Exil od. Unfähigkeit. Dabei ist ein in G. geratener Diözesanbischof erst dann vollständig an der Ausübung seines Hirtenamtes gehindert, wenn zudem dauerhaft bzw. über einen längeren Zeitraum hinweg keine Möglichkeit des Schriftverkehrs m. den Angehörigen seiner Diözese gegeben is…

Gefängnisseelsorge

(5 words)

Gefängnisseelsorge → Anstaltsseelsorge

Gefreiter Abt

(9 words)

Gefreiter Abt - Katholisch → Territorialabt

Gefreiter Prälat

(9 words)

Gefreiter Prälat - Katholisch → Territorialprälat

Gegenbeweis

(5 words)

Gegenbeweis → Beweis

Gegenpartei

(5 words)

Gegenpartei → Partei

Gegenüberstellung von Zeugen

(9 words)

Gegenüberstellung von Zeugen → Zeuge

Geheim

(286 words)

Author(s): Burkhard Josef Berkmann
Geheim - Katholisch Dem dt. Wort g. entsprechen im Latein des CIC/1983 die Ausdrücke occultus (urspr. versteckt) od. das häufiger vorkommende secretus (urspr. abgesondert) m. dem Substantiv secretum (Geheimnis). Der Ausdruck clandestinus kommt im CIC nicht vor, obwohl er gerade in der Verbindung m. matrimonium rechtsgeschichtlich bedeutsam ist. Bei der CIC-Revision wurde der Vorschlag gemacht, occultus nur i. S. v. nicht beweisbar (Gegenbegriff: publicus) zu verwenden, secretus hingegen nur i. S. v…

Geheimarchiv

(697 words)

Author(s): Peter Platen
Geheimarchiv - Katholisch Neben dem Verwaltungsarchiv (Registratur) u. dem hist. Archiv (Archive, kirchliche) ordnet c. 489 für die Diözesankurie die Einrichtung eines G. an, in dem die geheimzuhaltenden Dokumente aufzubewahren sind (Geheimhaltungspflicht). Während c. 489 einerseits Bestimmungen über die Beschaffenheit des G., andererseits eine Vorschrift zur Kassation von Dokumenten enthält, regelt c. 490 den Zugang zum G. u. statuiert, dass aus dem G. kein Dokument herausgegeben werden darf. Das …

Geheimehe

(253 words)

Author(s): Beatrix Laukemper-Isermann
Geheimehe - Katholisch Gem. c. 1130 (c. 840 CCEO) kann der Ortsordinarius aus schwerem u. drängendem Grund erlauben, dass eine Ehe geheim geschlossen wird. Für die Gültigkeit (Ehegültigkeit) gelten jedoch die Anforderungen der kan. Eheschließungsform (Trauung vor einem Priester od. Diakon u. zwei Trauzeugen, c. 1108, anders c. 828 CCEO, wonach dem Diakon keine Traubefugnis zukommt u. die Gültigkeit der Trauung vom Brautsegen durch den Hierarchen des Ortes, den Ortspfarrer od. einem von ihm beauftra…

Geheimhaltungspflicht

(1,635 words)

Author(s): Heribert Hallermann | Wolf Reinhard Wrege
Geheimhaltungspflicht - Katholisch 1. Die G. (secretum servandum) umfasst nicht nur das Dienstgeheimnis, insb. auch das Beichtgeheimnis (cc. 983-984 u. 1388; cc. 733-734 u. 1456 CCEO), sondern darüber hinaus vielfältige Vorgänge, die wegen der Wichtigkeit der Angelegenheit (negotiorum gravitas; c. 127 § 3; c. 934 § 4 CCEO) od. des erforderlichen Schutzes der Personen u. ihrer Intimsphäre (intimitas tuenda; c. 220; c. 23 CCEO) von Rechts wegen od. durch Anordnung der zuständigen kirchl. Autorität der Geheimhaltung unterliegen. 2. Allen Personen, denen ein Beispruchs…

Gehör, rechtliches

(7 words)

Gehör, rechtliches → Anhörungsrecht

Gehorsam

(3,825 words)

Author(s): Ludger Müller | Martin Honecker | Neri Ariel | Harry Harun Behr
Gehorsam - Katholisch 1. Begriff: G., genauer gesagt: kirchl. G. (obsequium, oboedientia), ist die Einordnung in die kirchl. Gemeinschaft, die allen Christen abverlangt wird, welcher Stellung u. welchen Standes auch immer. Der G. stellt die Haltung desjenigen dar, der im Hören des Wortes Gottes zum Glauben kommt (oboedientia von audire, hören) u. der in Glauben u. Leben dem Vorbild Chr. folgt (obsequium von sequi, folgen). Kirchl. G. besteht darin, Chr. in dessen G. gegenüber dem Vater nachzufolgen…

Geisteskrankheit

(360 words)

Author(s): Nikolaus Schöch
Geisteskrankheit - Katholisch Der Begriff G. wird in den cann. 1089 § 3 u. 1982 sowie in den cc. 689 § 3; 1041, 1° u. 1044 § 2, 2° m. „amentia“ bzw. „amens“, im c. 1678 § 3 des MP Mitis Iudex Dominus Iesus m. „mentis morbus“ widergegeben. Er umfasst sämtliche geistigen Störungen, welche einen vollständigen u. dauerhaften Mangel des Vernunftgebrauchs bewirken. Dieser führt zur Unfähigkeit, einen actus humanus, d. h. eine von der geistig-seelischen Verantwortung getragene Entscheidung zu setzen. Geis…

Geistesschwäche

(5 words)

Geistesschwäche → Geisteskrankheit

Geistliche Dinge

(362 words)

Author(s): Rüdiger Althaus
Geistliche Dinge - Katholisch G. (res spirituales, bona spiritualia) bez. die immateriellen Güter, die der Kirche zur Verwirklichung ihrer überzeitlichen Sendung, die Menschen zu Gott u. zur unvergänglichen Gemeinschaft m. ihm zu führen, von ihm anvertraut sind: v. a. Wort Gottes u. Lehre der Kirche, Sakramente u. Sakramentalien einschließlich Gelübde u. Eid, kirchl. Jurisdiktion. Damit unterscheiden sich die G. (vgl. can. 726) von den irdischen bzw. zeitlichen (res temporales, bona temporalia) u. d…

Geistliche Gewalt

(7 words)

Geistliche Gewalt → Vollmacht

Geistliche Kleidung

(720 words)

Author(s): Stephan Haering | Anna Petrova
Geistliche Kleidung - Katholisch Als G. bez. man vornehmlich die im Alltag getragenen Gewänder u. Abzeichen, die ihren Träger als Kleriker od. Ordensmitglied kenntlich machen. In einem weiteren Sinn umfasst G. auch die gottesdienstlichen Kleidungsstücke der kirchl. Amtsträger (Amtskleidung). Die Anfänge einer G. reichen bis in die Spätantike zurück. Die kirchl. Gesetzgebung befasste sich damit im Lauf der Geschichte in unterschiedlichem Ausmaß; vorherrschend war die Tendenz, ein schlichtes Auftreten der Geistlichen in der Öffentlichkeit zu erreichen. Die geltenden Geset…

Geistlicher

(3,568 words)

Author(s): Stefan Muckel | Heribert Hallermann | Alexander Proksch | Eva Synek | Zsolt Balla | Et al.
Geistlicher - Staatlich Der Begriff des G. ist im staatl. Recht nicht definiert. Das dt. Religionsverfassungsrecht schließt das als Folge der Säkularität u. religiös-weltanschaulichen Neutralität des vom GG geformten Staates aus. Das staatl. Recht verwendet den Begriff des G. daher nicht materiell-institutionell u. stellt keine inhaltlichen Anforderungen an die Qualifikation des von dem Begriff erfassten Personenkreises. Das staatl. Recht versteht den Begriff vielmehr in einem funktional-formalen S…

Geistlicher Vorbehalt

(322 words)

Author(s): Rene Schlott
Geistlicher Vorbehalt - Historisch Der auch als reservatum ecclesiasticum bez. § 18 des Augsburger Reichsabschieds legte fest, dass abw. vom ius reformandi in den reichsunmittelbaren geistl. Territorien der Regent beim Übertritt zur Confessio Augustana alle KA, Pfründen, Reichslehen u. Territorialherrschaften verliert. Die Reichsstände der CA lehnten deshalb die Aufnahme des G. als eine den Katholizismus begünstigende Ausnahmeregelung in den Religionsfrieden ab, so dass Ferdinand I. sich gezwungen s…

Geistliche Verwandtschaft

(282 words)

Author(s): Felix Bernard
Geistliche Verwandtschaft - Katholisch Bereits in der frühen Kirche entstand die Auffassung, dass bei der Taufe als dem Sakrament der Wiedergeburt (vgl. z. B. Joh 3, 5; Tit 3, 5) zwischen dem Taufspender u. den Taufpaten (pater vel mater spiritualis) einerseits u. dem Getauften (filius vel filia spiritualis) anderseits ein ähnliches Verhältnis besteht wie zwischen den Eltern u. deren leiblichen Kindern (vgl. z. B. 1 Kor 4, 15; Phlm 10). Dieses Verhältnis wurde als G. (cognatio spiritualis) bez. Spät…

GEKE

(9 words)

GEKE → Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa

Gelehrter

(826 words)

Author(s): Mark Chalîl Bodenstein
Gelehrter - Islamisch „G. sind die Erben der Propheten, die ihnen Wissen hinterlassen haben“, heißt es in einer Überlieferung, die in zahlreichen sunnitischen (Sunniten) u. schiitischen (Schiiten) Traditionssammlungen zu finden ist. Damit einher geht die Verengung der Bez. ʿālim (Pl. ʿulamāʾ) auf G. religiöser Wissensgebiete wie Recht (fakīh u. muftī) (Mufti), Koranexegese (mufassir) (Interpretation, Auslegung) u. Theologie (mutakallim), aus denen bes. der muḥaddiṯ als G. der Prophetenüberlieferung…

Geltung

(1,935 words)

Author(s): Helmuth Pree | Ulrich Anke
Geltung - Katholisch 1. Rechtstheoretisch: Die Frage nach der G. (dem Verbindlichkeitsanspruch) des Rechts ist zugl. die Frage nach dem Grund der G. Recht u. G. bedingen sich gegenseitig. Was G. ist, hängt entscheidend vom zugrundegelegten Rechtsbegriff ab, u. was richtiges Recht ist u. wie dieses erkannt u. gefunden werden kann, hängt entscheidend vom Grund seiner G. ab. Es ist das Grundproblem der Rechtsphilosophie m. erheblichen Auswirkungen auf die Rechtsanwendung. Je nachdem, ob Recht unter de…

Gelübde

(2,197 words)

Author(s): Martin Rehak | Christoph Joest | Neri Ariel | Farid Suleiman
Gelübde - Katholisch Unter G. versteht man im kath. KR gem. c. 1191 § 1; c. 889 § 1 CCEO ein gegenüber Gott abgegebenes Versprechen, das vom Streben nach chr. Vollkommenheit motiviert ist u. sich auf ein bestimmtes Tun od. Unterlassen richtet, das gleichsam Gott als Opfergabe dargebracht wird. Das Versprochene muss menschenmöglich sein; für den Versprechenden eine sittlich gute Leistung (bonum melius) darstellen; u. ist von ihm kraft der Tugend der Gottesverehrung zu erfüllen. Das KR klassifiziert G. unter versch. Gesichtspunkten. Das innere G. ist geheim, das äuße…

Gemeinde

(4,338 words)

Author(s): Peter Unruh | Heribert Hallermann | Hans-Peter Hübner | Uri-Robert Kaufmann | Harry Harun Behr
Gemeinde - Staatlich G. ist eine politisch u. territorial bestimmte Form menschlichen Zusammenlebens auf der untersten Stufe des Staatsaufbaus. Die Idee der gemeindlichen Selbstverwaltung wurde zunächst in den sog. Stein-Hardenberg’schen Reformen (1808), in § 184 der Paulskirchenverfassung (1849) sowie Art. 127 WRV (1919) u. ist heute in Art. 28 Abs. 2 GG verankert. Die weiteren Rechtsgrundlagen finden sich in Bundesgesetzen, den landesrechtlichen Gemeindeordnungen, sowie in Fachgesetzen u. gemeind…

Gemeinde anderer Sprache und Herkunft

(740 words)

Author(s): Heribert Hallermann
Gemeinde anderer Sprache und Herkunft - Katholisch Die G. sind Strukturen der Migrantenpastoral innerhalb des Zuständigkeitsbereichs der DBK in unterschiedlicher rechtlicher Ausprägung. Deutschsprachige Gde. im Ausland werden i. d. R. als Auslandsgemeinden bez. 1. Die Rechtsordnung des CIC/1917 ging strikt vom Territorialprinzip aus u. stand der Errichtung von National- u. Sprachpfarreien ablehnend gegenüber. So bestimmte can. 216 § 4, dass Sprach- od. Nationalpfarreien o. ausdrückliches apost. Indult nicht errichtet werden d…

Gemeindeassistent(in)

(5 words)

Gemeindeassistent(in) → Gemeindereferent(in)

Gemeindediakon

(5 words)

Gemeindediakon → Diakon

Gemeindeglied

(5 words)

Gemeindeglied →Kirchenmitgliedschaft, →Kirchenzugehörigkeit

Gemeindehelfer(in)

(5 words)

Gemeindehelfer(in) → Pfarrhelfer(in)

Gemeindeleitung

(1,410 words)

Author(s): Heribert Hallermann | Hans-Peter Hübner
Gemeindeleitung - Katholisch 1. Die Frage nach der G. wird zunehmend im Kontext der Errichtung von Großpfarreien gestellt. Dabei wird oft die These zugrunde gelegt, dass viele Priester nicht fähig seien, in komplexen Strukturen die G. zu leisten, andererseits wollen viele Priester Seelsorger u. nicht Manager sein. G. wird demnach weithin m. Verwaltung, Organisation u. Management gleichgesetzt u. m. der Möglichkeit, Entwicklungsziele von Gemeinden vorgeben u. kontrollieren zu können. Dabei bleibt i.…

Gemeindemission

(779 words)

Author(s): Christoph Ohly | Hans-Tjabert Conring
Gemeindemission - Katholisch Die G. besitzt ihren Ausgangspunkt in der Bulle Regiminis militantis ecclesiae von P. Paul III. (1540), der dem neu gegr. Jesuitenorden die beständige Glaubenserneuerung u. -vertiefung des chr. Volkes anvertraute. Unter Rückgriff auf can. 1349 § 1 verpflichtet c. 770 die Pfarrer, zu bestimmten Zeiten (certis temporibus) u. gem. den Vorschriften des Diözesanbischofs bes. Predigten zu organisieren, die als geistl. Exerzitien, Volksmissionen (sacras missiones) od. in ander…

Gemeindeordnung

(900 words)

Author(s): Hans-Peter Hübner
Gemeindeordnung - Evangelisch 1. Begrifflich lässt sich G. i. S. einer Gemeindeverfassung als die Gesamtheit der Bestimmungen definieren, die Auftrag, Rechtsstellung, Leitung u. Organisation der Kirchengemeinde, ihre Zuordnung zu den anderen kirchl. Ebenen, die ortskirchliche Mitgliedschaft sowie das ortskirchliche Finanz- u. Haushaltswesen einschließlich der Vermögensverwaltung regeln. Die wesentlichen Grundlagen der G. finden sich in den Verf. u. GrO der Landeskirchen. Ergänzend bestehen umfassen…

Gemeindeprinzip

(890 words)

Author(s): Hans-Tjabert Conring
Gemeindeprinzip - Evangelisch Das G. ist im langen 19. Jh. ein kirchenpolitischer Begriff u. betont die rechtliche Eigenständigkeit der Gemeinde sowie deren gesicherte Mitwirkung an der Regierung einer sich schrittweise vom Staat ablösenden u. verfassungsrechtlich eigenständig werdenden Landeskirche. Typischerweise wird diese Gemeindeorientierung eher der ref. als der luth. Tradition zugeschrieben. Gleichwohl prägt v. a. das Gemeindebild des luth. Pfr. Emil Sulze (1832-1914) die Gemeindewirklichkei…

Gemeindereferent(in)

(974 words)

Author(s): Heribert Hallermann
Gemeindereferent(in) - Katholisch 1. Seit der Gemeinsamen Synode bez. G. im Bereich der DBK einen pastoralen Beruf in der Kirche, der von Frauen u. Männern ausgeübt werden kann. Der Beruf G. gründet theol. in der Lehre des Vat II über die aus Taufe u. Firmung erwachsende Berufung (Berufung, geistliche) der Laien zur Beteiligung an der Ausübung der Sendung der Kirche (LG 30-38; AA 2-3) sowie der daraus resultierenden Möglichkeit, dass Laien sowohl zur Mitarbeit am Apostolat der Hierarchie als auch z…

Gemeindeschwester

(7 words)

Gemeindeschwester →Caritas, Diakonie, →Diakonie-, Sozialstation

Gemeindeverband

(1,386 words)

Author(s): Thomas Schüller | Hans-Peter Hübner
Gemeindeverband - Katholisch Der G., auch Kirchengemeindeverband (Bsp.: Erzbistum Köln, Bistum Aachen, Bistum Trier, Bistum Essen) genannt, ist ein Zusammenschluss mehrerer Kirchengemeinden. Er ist wie die Kgde. eine Körperschaft des öffentlichen Rechts u. kann als jur. Person (Juristische Person, kirchliche) am Rechtsverkehr teilnehmen. Rechtliche Grundlage für den G. ist das Gesetz über die Verwaltung des kath. Kirchenvermögens (VVG) vom 24.07.1924, das vom Preußischen LT verabschiedet wurde u. h…

Gemeindeversammlung

(488 words)

Author(s): Thomas Schüller | Hans-Peter Hübner
Gemeindeversammlung - Katholisch Nach c. 215 wird allen Gläubigen das Recht zuerkannt, Versammlungen für Zwecke der Caritas, der Frömmigkeit u. zur Förderung der chr. Berufung in der Welt abzuhalten. Bezogen auf grundlegende Fragen ist diese Möglichkeit zum Austausch von Argumenten u. Meinungen für alle Gläubigen einer Pfarrei grds. möglich u. vereinzelt partikularrechtlich bezogen auf die Arbeit des Pfarrgemeinderates ausdrücklich vorgesehen. Die Einladung zur G. geht also i. d. R. vom Pfarrgemein…

Gemeinnützigkeit

(1,126 words)

Author(s): Michael Droege
Gemeinnützigkeit - Staatlich 1. Allg.: Im steuerlichen Gemeinnützigkeitsrecht fördert der Steuerstaat das vom Gemeinsinn getragene, selbstlose Engagement Privater für das Gemeinwohl. Das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht bildet m. seinen Regelungen im Mantelgesetz der Abgabenordnung (§§ 51 ff. AO) dabei einen steuerartübergreifenden organisationsbezogenen Fördertatbestand, der v. a. durch Befreiungsnormen in den Einzelsteuergesetzen durchgeführt wird. Steuerbefreiungen wegen G. finden sich etwa in…

Gemeinpflichten, -rechte der Gläubigen

(15 words)

Gemeinpflichten, -rechte der Gläubigen → Grundrechte und Grundpflichten der Christen

Gemeinsame Angelegenheiten

(440 words)

Author(s): Dirk Ehlers
Gemeinsame Angelegenheiten - Staatlich Staat u. Religionsgemeinschaften verfolgen nicht nur jeweils eigene, sondern auch g. A. Hiervon sollte nicht bereits dann gesprochen werden, wenn beide Einrichtungen gleiche od. ähnliche Zwecke verfolgen (z. B. Krankenversorgung) respektive tatsächlich zusammenwirken (etwa mittels Einholung von Genehmigungen für kirchl. Bauten). Vielmehr empfiehlt es sich, den Begriff der g. A. nur dann zu verwenden, wenn ein Zusammenwirken gerade m. dem anderen Teil rechtlich …

Gemeinsame Feier der kirchlichen Trauung

(800 words)

Author(s): Ursula Beykirch-Angel
Gemeinsame Feier der kirchlichen Trauung - Katholisch Im Unterschied zum bisweilen umgangssprachlich genutzten Begriff der sog. ök. Trauung meint die gemeinsame Feier der kirchl. Trauung die durch die Deutsche Bischofskonferenz u. den Rat der EKD genehmigten beiden Trauungsformulare für die Trauung eines kath.-ev. Paares entweder nach ev. Ritus im Beisein des kath. Amtsträgers od. nach kath. Ritus im Beisein des ev. Amtsträgers. Nachdem das MP Matrimonia mixta (1970) die Bestimmungen für konfessionsverschiedene Ehen in der kath. Kirche gem. den Vorgaben de…

Gemeinsames Priestertum

(10 words)

Gemeinsames Priestertum → Allgemeines bzw. Gemeinsames Priestertum

Gemeinsame Synode

(1,123 words)

Author(s): Rüdiger Althaus
Gemeinsame Synode - Katholisch 1. Anlass: Das Vat II hatte viele Impulse für das kirchl. Leben gegeben, die regionaler Konkretisierung bedurften, u. die Belebung der Institution der Synoden gewünscht (CD 36). So beschloss die Deutsche Bischofskonferenz auch angesichts innerkirchlicher Kontroversen (z. B. Holländischer Katechismus, Enz. Humanae Vitae, Mitverantwortung der Laien) in der Vollversammlung vom 24.-27.02.1969 eine G. der Bistümer in der BRD (nach dem Tagungsort kurz Würzburger Synode genan…

Gemeinschaft

(10 words)

Gemeinschaft →Bewegung, kirchliche, →Communio, →Gruppe, →Vereinigung von Gläubigen

Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa

(731 words)

Author(s): Patrick Roger Schnabel
Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa - Evangelisch Die GEKE ist 2003 aus der Leuenberger Kirchengemeinschaft (LKG) hervorgegangen; ihr gehören die Signatarkirchen der Konkordie reformatorischer Kirchen (Leuenberger Konkordie) von 1973 an. Diese ist das Schlüsseldokument innerprotestantischer Ökumene, da m. ihr die kirchentrennende Wirkung der Lehrunterschiede für aufgehoben u. die gegenseitigen Lehrverurteilungen der Reformationszeit für heute bedeutungslos erklärt wurden. Sie begr. keine Kirch…

Gemeinschaftsschule

(1,894 words)

Author(s): Felix Hanschmann
Gemeinschaftsschule - Staatlich 1. Begriff: G. sind im Unterschied zu Bekenntnisschulen od. Weltanschauungsschulen staatl. Schulen, in denen die Schüler m. Ausnahme des bekenntnisgebundenen Religionsunterrichts i. S. des Art. 7 Abs. 3 GG unabhängig von ihren religiösen od. weltanschaulichen Orientierungen gemeinsam unterrichtet u. erzogen werden. Im staatl. Schulwesen ist die G. o. konfessionelle Bindung die Regel (siehe z. B. Art. 15 Abs. 1 BW.Verf; Art. 135 S. 1 BY.Verf; Art. 56 Abs. 2 HE.Verf; A…

Gemeinschaftsverband

(734 words)

Author(s): Christoph Joest
Gemeinschaftsverband - Evangelisch 1. Begriff: Der Begriff G. wird ausschließlich in der Dt. Gemeinschaftsbewegung verwendet u. bez. dort unterschiedliche Zusammenschlüsse von Gruppen, die aus dem Pietismus u. den versch. Erweckungsbewegungen hervorgegangen sind. 2. Geschichtliches: Von Gemeinschaften in diesem Sinne spricht man seit Ende des 19. Jh. Sie sind entstanden aus dem Zusammengehen unterschiedlicher Strömungen: dem südwestdeutschen Pietismus (J. A. Bengel, J. Ch. Blumhardt), der norddeutschen Erweckungsbewegung (J. H…

Gemeinwohl

(3,486 words)

Author(s): Michael Droege | Norbert Witsch | Martin Honecker
Gemeinwohl - Staatlich 1. Allg.: G. (lat. salus publica, bonum commune) bez. ideengeschichtlich das Wohl, den gemeinen Nutzen od. auch die Wohlfahrt eines Gemeinwesens. Für die Staats- u. Verfassungsgeschichte u. -theorie fungiert in Rezeption der antiken Staatsphilosophie seit der Aufklärung das G. als Kategorie der Finalität u. der Legitimation des Gemeinwesens. Hier wird G. wegen seiner Deutungsvarianz zu einem missbrauchsanfälligen Begriff. Als Widerpart zum Individualinteresse kann G. zur Eins…

Genehmigung

(709 words)

Author(s): Ulrich Anke
Genehmigung - Katholisch → Sehe Approbatio, Recognitio Genehmigung - Evangelisch 1. Die G. ist ein präventives Mittel kirchl. Aufsicht (Aufsicht, kirchliche). Sie dient dazu, im Rahmen einer Zweck- u. Rechtmäßigkeitskontrolle konstitutiv bei Rechtsakten nachgeordneter Behörden u. Träger kirchl. Aufgaben mitzuwirken. Die zu genehmigenden Rechtsakte werden erst m. der G. durch die zuständige Aufsichtsbehörde wirksam. Diese rechtsgestaltende Wirkung kommt der G. i. d. R. zugl. für das kirchl. wie für das staatl. Recht zu. a) Die G. dient dazu, bei ausdifferenzierter A…

Genehmigungsvorbehalt, kirchenaufsichtlicher

(1,063 words)

Author(s): Ulrich Rhode | Jens Petersen
Genehmigungsvorbehalt, kirchenaufsichtlicher - Katholisch Der Ausdruck Genehmigungsvorbehalt hat seinen Ursprung nicht in der Kanonistik, sondern in der deutschsprachigen Rechtswissenschaft. Zwar enthält das gesamtkirchliche Recht zahlreiche Vorschriften, die – v. a. unter Verwendung von Ausdrücken wie (ap)probare (Approbatio) u. recognoscere (Recognitio) – vergleichbare Mitwirkungsrechte kirchl. Aufsichtsorgane vorsehen; die Lit. verwendet den Ausdruck Genehmigungsvorbehalt in diesen Zusammenhängen…

Generalabsolution

(924 words)

Author(s): Christoph Ohly
Generalabsolution - Katholisch Die G. bez. die sakramentale Absolution, die mehreren Pönitenten zugl. o. vorausgehendes persönliches Sündenbekenntnis auf eine allg. Weise erteilt wird. Die nachkonziliare Gesetzgebung hat Bestrebungen, Bußandachten (Bußgottesdienst) generell m. einer G. zu beschließen, eine Absage erteilt u. festgestellt, dass das persönliche Bekenntnis aller Sünden u. die Lossprechung „nach wie vor“ den einzigen u. ordentlichen Weg der Versöhnung der Gläubigen m. Gott u. der Kirche…

Generalkapitel

(1,060 words)

Author(s): Peter Koch
Generalkapitel - Katholisch 1. Rechtshistorisch: Das G. ist Resultat einer steten Entwicklung. Bereits Pachomius u. Basilius der Große kennen regelmäßige Zusammenkünfte ihrer Klosterverbände, um bestimmte Angelegenheiten gemeinsam zu beraten u. zu entscheiden. Versammlungen gleichberechtigter Äbte einer Region od. der Oberen abhängiger Klöster sind seit dem 9. Jh. bezeugt. Im 12. Jh. entsteht das G. im strengen Sinn. Primär werden Fragen disziplinärer u. wirtschaftlicher Art sowie der Einheit des V…

Generalklausel

(1,179 words)

Author(s): Lisa Kanzler | Markus Graulich
Generalklausel - Staatlich 1. Allg.: Zunächst ist unter einer G. eine bes. allg. formulierte Norm zu verstehen. Durch diese Art der Formulierung versucht der Gesetzgeber Sachverhalte zu erfassen, die sich jeglichen (bisher) bekannten u. erdachten Fallkonstellationen entziehen, aber dennoch einer rechtlichen Würdigung bedürfen. Daher sind G. durch einen weiten Anwendungsbereich u. einen gewissen Grad von Unbestimmtheit gekennzeichnet. Abzugrenzen ist eine G. von folgenden Begriffen: Unbestimmte Rech…

Generaloberer

(860 words)

Author(s): Stephan Haering
Generaloberer - Katholisch 1. Begriff: Ein G. ist der oberste Leiter (Supremus Moderator) eines zentralistisch organisierten Ordensinstitutes (Jesuiten, Franziskaner, Dominikaner, Redemptoristen u. a.), eines Säkularinstitutes od. einer Gesellschaft des apostolischen Lebens. Die vom Eigenrecht der einzelnen Institute festgelegte Amtsbezeichnung des G. kann abw. sein, z. B. Generalmagister im Dominikaner- od. Generalminister im Franziskanerorden. In abgekürzter Sprechweise bez. man den G. häufig ein…

Generalprokurator

(512 words)

Author(s): Peter Koch
Generalprokurator - Katholisch 1. Begriff: Als G. (procurator generalis) bez. man den Vertreter eines Ordensinstituts beim Hl. Stuhl (Apostolischer Stuhl). Da die geltenden Gesetzbücher (CIC/1983 u. CCEO) keine diesbezüglichen Bestimmungen enthalten, obliegt es dem jeweiligen Generalkapitel zu prüfen, ob ein solches Inst. errichtet werden soll od. nicht, u. ggf. im Eigenrecht entspr. Normen zu erlassen. 2. Alte Rechtslage: Der CIC/1917 normiert den G. in can. 517 §§ 1 u. 2. Demnach soll jedes männliche Inst. päpstl. Rechts einen G. haben. 1920 ermah…

Generalsekretär der Bischofskonferenz

(825 words)

Author(s): Heribert Hallermann
Generalsekretär der Bischofskonferenz - Katholisch 1. Der G. wird lediglich in c. 452 § 1 als eines der obligatorischen Organe der Bischofskonferenz neben deren Vorsitzenden u. dessen Stellvertreter erwähnt. Der G. ist also weder Vorsitzender der Bischofskonferenz noch dessen Stellvertreter. Der G. hat auch nicht eine dem Generalvikar vergleichbare Stelle, denn im Unterschied zu diesem weist ihm der CIC keine potestas exsecutiva od. irgendeine andere vergleichbare Vollmacht zu (vgl. cc. 475 § 1 u. 47…

Generalsekretariat der Bischofskonferenz

(596 words)

Author(s): Heribert Hallermann
Generalsekretariat der Bischofskonferenz - Katholisch 1. Gem. c. 451 müssen im eigenen Statut jeder Bischofskonferenz u. a. ein G. sowie weitere für die Arbeit der BK notwendige Ämter u. Kommissionen vorgesehen werden. d. h., dass das G. m. der Rechtswirksamkeit des betr. Statuts errichtet wird. Die Struktur u. personelle Besetzung des G. bleibt, m. Ausnahme des obligatorischen Generalsekretärs der Bischofskonferenz (c. 452 § 1), den Erfordernissen u. dem Ermessen der jeweiligen Konferenz überlassen.…

Generalvikar

(1,104 words)

Author(s): Severin J. Lederhilger
Generalvikar - Katholisch In Ablöse der Archidiakone reicht die Bestellung eines G. (CCEO: Protosyncellus) m. lokal versch. Kompetenz u. Bez. (Procurator, Vices gerens, Vicarius generalis et/vel Offizialis) auf das 12./13. Jh. zurück, damals oft nur für den abwesenden Bischof. Heute ist es das wichtigste Stellvertretungsamt für den Diözesanbischof im Bereich der allg. Verwaltung (CD 26, 27; cc. 475-481; 245-251 CCEO; ApK Ecclesia in Urbe). Die Bestellung eines G. ist für jede Diözese zwingend vorgeschrieben; wegen ihrer Größe od. aus pastoralen Gründen könn…

Generalvikariat

(5 words)

Generalvikariat → Diözesankurie

Genossenschaft

(1,027 words)

Author(s): Christian Picker | Heribert Hallermann
Genossenschaft - Staatlich Die modernen G. bildeten im 19. Jh. einen zentralen Bestandteil der sozialen u. ökonomischen Reformbemühungen. In allen europäischen Industrienationen entstanden damals kooperative Zusammenschlüsse der durch die Industrialisierung benachteiligten Bevölkerungsgruppen, namentlich von Handwerkern, Kleingewerbetreibenden, Kleinbauern u. Fabrikarbeitern. Angehörige dieser Volksgruppen hatten infolge der Liberalisierung des Wirtschaftslebens zwar ihre persönliche Freiheit erlan…

Geräte, liturgische

(8 words)

Geräte, liturgische → Liturgische Geräte

Gerechte Strafe

(1,025 words)

Author(s): Rafael Rieger
Gerechte Strafe - Katholisch 1. Die Idee der G. findet sich wohl in allen Kulturen, was konkret unter einer iusta poena zu verstehen ist, variiert nach Zeit u. Ort allerdings erheblich. Durch eine G. sollen Schädigungen behoben od. zumindest entgolten werden. Die Strafe soll der gerechte Ausgleich für begangenes Unrecht sein. Zuweilen spricht man daher auch von der korrektiven Gerechtigkeit. Im Unterschied zu modernen demokratischen Rechtsordnungen, die sich an einem abstrakten Gleichheits- u. Gerec…

Gerechtigkeit

(3,283 words)

Author(s): Bernhard Emunds | Wolfgang Huber | Abbas Poya
Gerechtigkeit - Katholisch Während sich das Wort G. im NT v. a. auf das Verhältnis zwischen Gott u. den Menschen bezieht, geht es in den chr. Traditionen theol. Ethik bei G. fast durchgängig um das Verhalten der Menschen zu ihren Mitmenschen u. – heute vorrangig – um die verfestigten Strukturen dieser sozialen Beziehungen. Inhaltlich gefüllt wird der Begriff insb. durch Rezeption phil. Gerechtigkeitsbegriffe, denen man aber ggf. eine eigene Färbung gibt. Seit dem Hochmittelalter spielt v. a. in der…

Gerichte, kirchliche

(1,968 words)

Author(s): Stefan Killermann | Christoph Thiele
Gerichte, kirchliche - Katholisch Jesus Chr. ist nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern zu retten (Joh 3, 17). Auf Grund von Streitigkeiten u. Gesetzesverstößen von Getauften nahmen aber schon die Apostel richterliche Vollmachten wahr. Paulus mahnt, Rechtsstreitigkeiten nur vor die chr. Gde. zu bringen (1 Kor 6, 1-6). Bereits im 1. Jh. appellierten ihres Amtes enthobene Presbyter aus Korinth an Clemens I. von Rom. Seit altchristlicher Zeit war der Bischof jeder Diözese auch Gerichtsherr sei…

Gerichtsakten

(330 words)

Author(s): Reinhard Wenner
Gerichtsakten - Katholisch Gerichtsverfahren (Gerichtsverfahren, kirchliches) der kath. Kirche sind schriftliche Verfahren. Alle Äußerungen zur Sache (Streitgegenstand), zum Prozessverlauf u. zum Abschluss des Prozesses sind auf Bl. (folia) schriftlich festzuhalten. Diese Bl. bilden die G., vgl. c. 1472 § 1; c. 1131 § 1 CCEO. Die G. beginnen m. dem Antrag od. dem Auftrag zur Eröffnung eines Verfahrens od. m. einer Strafanzeige (Anzeige). Sie enthalten die Verfügung zur Zusammensetzung des Gerichts, die Protokolle von Partei- u. Zeugenv…

Gerichtsämter

(803 words)

Author(s): Ernst Frhr. von Castell
Gerichtsämter - Katholisch KA ist jedweder auf Dauer eingerichtete Dienst, der der Wahrnehmung eines geistl. Zweckes dient (c. 145 § 1; c. 936 § 1 CCEO). Der Papst ist kraft Amtes oberster Richter der Kirche. Der Diözesan(Epiarchal)Bf. ist in seinem Bistum für alle vom Recht nicht ausgenommenen Sachen Richter erster Instanz. Er übt seine richterliche Gewalt persönlich od. durch den Gerichtsvikar u. Richter aus (c. 1419 § 1; c. 1066 § 1 CCEO). Er allein entscheidet, beraten von einem Untersuchungsri…

Gerichtsanhängigkeit

(244 words)

Author(s): Andreas Weiß
Gerichtsanhängigkeit - Katholisch M. der rechtmäßig bekanntgemachten Ladung (citatio, cc. 1508-1511) od. dem Erscheinen der Parteien (c. 1507 § 3) vor dem Richter zur Behandlung ihrer Sache wird diese nach c. 1512, 5° am angerufenen Gericht (Gerichte, kirchliche) anhängig (litispendentia), sofern jenes eine Zuständigkeit geltend machen kann (Ausnahmen cc. 1406 § 2, 1415, 1417 § 2). Die G. begr. das Prozessrechtsverhältnis zwischen den Parteien u. dem Gericht, nach c. 1517 beginnt nun der Prozesslau…

Gerichtsaufsicht, kirchliche

(1,159 words)

Author(s): Nikolaus Schöch
Gerichtsaufsicht, kirchliche - Katholisch Auf lokaler Ebene wird die G., d. h. die Aufsicht über die ordnungsgemäße Rechtspflege, durch den Diözesanbischof u. ihm gleichgestellte Vorsteher von Teilkirchen (vgl. cc. 368 u. 381 § 2) od. bei Interdiözesangerichten durch die beteiligten Bischöfe gemeinsam od. durch einen von diesen bestimmten Bf. (vgl. c. 1423 § 1) ausgeübt. Bei den kath. Ostkirchen kommt gem. CCEO die G. über alle innerhalb des Patriarchats (vgl. c. 1062 § 5) bzw. der Großerzbischöflichen Kirche (vgl. c. 152) gelegenen Gerichte ein…

Gerichtsbarkeit, kirchliche bzw. religiöse

(3,633 words)

Author(s): Karl-Hermann Kästner | Klaus Lüdicke | Michael Germann | Andreas Gotzmann | Tibor Linke
Gerichtsbarkeit, kirchliche bzw. religiöse - Staatlich Die effektive Durchsetzung geltenden Rechts erfolgt in der rechtsstaatlichen Ordnung des Grundgesetzes letztlich durch Entscheidungen unabhängiger Gerichte – eine Aufgabe, die, worauf auch das BVerfG mehrfach verwiesen hat, der staatl. Judikative obliegt (Art. 92 GG). Außerstaatliche Rspr., wie sie in der gesellschaftlichen Realität (als kirchl. bzw. religiöse G., als Partei-, Vereins-, Verbands-, Betriebsjustiz usw.) durchaus auch Wirksamkeit ent…

Gerichtsgebühren

(511 words)

Author(s): Michael Benz
Gerichtsgebühren - Katholisch Gebühren sind durch die zuständige Autorität festgesetzte pflichtmäßige Abgaben für bestimmte Leistungen einer öff. Verwaltung od. die Inanspruchnahme bestimmter öff. Einrichtungen. Durch die G., die nur einen Teil der gesamten Gerichtskosten ausmachen, wird die Inanspruchnahme des kirchl. Gerichts (Gerichte, kirchliche) für ein Verfahren abgegolten. Darin sind die Kosten für die Räume des Gerichts einschließlich aller Nebenkosten, die Personalkosten sowie die Kosten d…

Gerichtsgewalt

(5 words)

Gerichtsgewalt →Gewaltenunterscheidung, →Jurisdiktion

Gerichtskosten

(686 words)

Author(s): Michael Benz
Gerichtskosten - Katholisch Die G. umfassen sämtliche Aufwendungen des Gerichts (Gerichte, kirchliche), die zur Durchführung eines Verfahrens notwendig sind. Hierzu zählen die Gerichtsgebühren, die Honorare von Sachverständigen u. Dolmetschern sowie die Entschädigung der Zeugen. Es ist Aufgabe des Richters, im Urteil die G. festzusetzen (c. 1611 n. 4, Art. 250 DC, 304 DC; c. 1294 n. 4 CCEO), soweit diese nicht bereits aufgrund der Ordnung für die Gerichtsgebühren (Gebührenordnungen) feststehen. Diese Festsetzung der G. beinhalte…

Gerichtsnotar

(5 words)

Gerichtsnotar → Notar

Gerichtsordnung, kirchliche

(801 words)

Author(s): Ernst Frhr. von Castell
Gerichtsordnung, kirchliche - Katholisch Eine umfassende G., wie DC für die Eheprozesse (Ehenichtigkeitsverfahren), fehlt im CIC u. CCEO. Die G. in Titel III des VII. Buches des CIC über kan. Prozesse behandelt in fünf Kap. allg. Themen, die im Zusammenhang m. der Prozessführung stehen u. für alle Arten von Prozessen gelten: Die Aufgaben der Richter u. des Gerichtspersonals (cc. 1446-1457), die Reihenfolge der Untersuchungen (cc. 1458-1464), Termine u. Fristen (cc. 1465-1467), den Gerichtsort (Geric…

Gerichtsorganisation, kirchliche

(1,564 words)

Author(s): Ernst Frhr. von Castell | Michael Germann
Gerichtsorganisation, kirchliche - Katholisch Der Papst ist kraft Amtes oberster Richter der kath. Kirche. Ihm selbst sind die in c. 1401 angeführten Verfahren von Staatsoberhäuptern, Kardinälen, Patriarchen u. Gesandten des Apost. Stuhles (Gesandter, päpstlicher) sowie Strafsachen gegen Bischöfe vorbehalten bzw. alle Sachen, die er an sich zieht (c. 1405 § 1; c. 1060 CCEO). Jedem Gläubigen steht es frei, seine Streit- od. Strafsache auch bei schon laufendem Prozess dem Hl. Stuhl zur Entscheidung zu…

Gerichtsort, kirchlicher

(293 words)

Author(s): Lothar Wächter
Gerichtsort, kirchlicher - Katholisch Im Unterschied zur eingehenderen Normierung des CIC/1917 (cann. 1636-1639) legt c. 1468 (DC 84) über den G. lediglich fest, dass der Sitz jedes Gerichtes (Gerichte, kirchliche) nach Möglichkeit ständig ders. u. zu festgelegten Stunden geöffnet sein soll. So ist weder von der internen räumlichen Ausstattung die Rede noch ausdrücklich von der territorialen Lage auf dem Gebiet des Bistums. Letzteres Erfordernis lässt sich aus dem Kontext der nachfolgenden Norm des …

Gerichtspersonal

(10 words)

Gerichtspersonal →Anwalt, →Ehebandverteidiger, →Gerichtsämter, →Gerichtsvikar, →Kirchenanwalt, →Notar, →Richter

Gerichtsstand, kirchlicher

(708 words)

Author(s): Lothar Wächter
Gerichtsstand, kirchlicher - Katholisch Unter dem aus dem dt. Zivilrecht entlehnten Begriff G. wird in der dt. Kirchenrechtssprache gemeinhin die Gerichtszuständigkeit verstanden, d. h. die Normierungen des CIC in den cc. 1404-1416 (De foro competenti) über die Zuständigkeit, auf Grundlage derer ein kirchl. Gericht (Gerichte, kirchliche) eine Klage annehmen u. behandeln darf bzw. muss od. ein Kläger einen Anspruch ableiten kann, ein kirchl. Gericht für sich tätig werden zu lassen aufgrund sachlicher…

Gerichtsverfahren, kirchliches

(1,029 words)

Author(s): Rüdiger Althaus
Gerichtsverfahren, kirchliches - Katholisch G. bez. das gesetzlich geregelte Vorgehen (der Dispensgewalt des Diözesanbischofs entzogen: c. 87; c. 1537 CCEO), durch das unter Beschreitung des kirchl. Gerichtswegs (Gerichtsweg, kirchlicher) (im Unterschied zum administrativen Vorgehen) ein m. einer Klage vorgebrachtes Begehren von der kirchl. Gerichtsbarkeit (Gerichtsbarkeit, kirchliche bzw. religiöse) behandelt wird. Das G. dient dem Rechtsschutz, der Feststellung von Tatsachen, aber auch der Bestraf…
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