Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Ta'amej ha-Mizwot

(10 words)

[English Version] Mizwot

Taanach

(276 words)

Author(s): Niemann, Hermann Michael
[English Version] überblickt von Süden die Jesreelebene. Es war in FB II–III und MB II befestigt. 1468 v.Chr. beschädigte Tutmoses III. T., ebenso Schischak (ca.930 v.Chr.). T. Keilschriftarchiv (das einzige in Palästina) erwähnt Rehov, Gur, Dothan, Jibleam; Amanhatpa (evtl. Amenhotep II.) beklagt mangelnden Respekt des Stadtfürsten. In SB-/früher E-Zeit war T. Metallverarbeitungszentrum. Fürst Yašdata kämpfte gegen Lab'ayu von Sichem (EA 244f.248). Die Besiedlung nahm Mitte 14./spätes 13.Jh. ab, …

Tabernakel

(467 words)

Author(s): Ebenbauer, Peter | Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] I. Begriff und Herkunft T., lat. tabernaculum, »Zelt/Hütte«, Gehäuse zur Aufbewahrung des eucharistischen Brotes und seiner Gefäße in christl. Sakralräumen. T. dient in der Vulgata zur Bez. des atl. Bundeszeltes (Stiftshütte) sowie des Bildes vom endzeitlichen Wohnen Gottes unter den Menschen (Apk 21,3) und wurde in der lat. Kirche zum terminus technicus für das Sakramentshäuschen. In der Alten Kirche wurde konsekriertes Brot (Konsekration) aus der Eucharistiefeier in eigens dafür h…

Tabga

(163 words)

Author(s): Zangenberg, Jürgen
[English Version] (Et-Tabga, von griech. ε῾πτα´πηγοn̆/heptápēgon, »Siebenquell«), bez. den 3 km südwestlich von Kapernaum gelegenen Uferstreifen am See Genezareth. In ntl. Zeit landwirtschaftlich genutzt (Flav.Jos.Bell. III 519), wurde T. ab Mitte des 4.Jh. mit ntl. Erzählungen (Mk 6,35–44 parr.; Joh 21) und den Seligpreisungen verknüpft (zuerst belegt bei Egeria in Petrus Diaconus, De Locis Sanctis, 5,2f.). Entscheidend dafür war die Erreichbarkeit für Pilger, kaum eine ungebrochene judenchristl. Or…

Tabor

(158 words)

Author(s): Müller-Clemm, Julia
[English Version] Tabor, kegelförmiger Berg mit Hochplateau (588 m) am Nordostrand der Jesreelebene (Israel). Der T. wird im AT u.a. erwähnt als Grenzmarke zw. Stammesgebieten (Jos 19,12.22.34), Truppenversammlungsort (Ri 4,6.12.14f.) sowie in den Ortsnamen Kislot- und Asnot-T. (Jos 19,12.34). Die kultische Bedeutung des T. ist weder atl. (vage: Ps 89,13; Hos 5,1) noch archäologisch noch namensetym. nachgewiesen (vgl. griech. Namensvariante I- bzw. Atabyrion im Zusammenhang mit rhodischem Zeus Ata…

Taboriten

(9 words)

[English Version] Hus, Johann(es)/Hussiten

Tabu

(755 words)

Author(s): Kreinath, Jens
[English Version] Tabu, religionswissenschaftlich. Das polynesische Wort tabu ist neben mana und totem eines der wenigen Worte außereur. Herkunft, die im 19.Jh. zu einem Schlüsselbegriff religionsethnologischer Fachsprache avancierten. Die Gesch. des Tabubegriffs spiegelt nicht nur die eur. Auseinandersetzung mit dem Problem des Verstehens fremden Denkens wider, sondern gibt auch Aufschluß über die Brisanz kulturwiss. Theoriebildung für die Bestimmung eines problematisch gewordenen Begriffs. Mit den Reiseberichten von James Cook wurde das Wort t. 1784 erst…

Tabula Peutingeriana

(12 words)

[English Version] Landkarten, antike

Tacitus

(574 words)

Author(s): Cancik, Hubert
[English Version] Tacitus, Publius (Caius ?) Cornelius (ca.55 – nach 116 n.Chr.). Leben und Werk: T. war Praetor (88) und Quindecimvir (?), Consul suffectus (97), Proconsul der Provinz Asia (112/13). Die Biogr. seines Schwiegervaters Cnaeus Iulius Agricola (gest.93) verbindet die laudatio funebris (Totenkult: III.) mit einer Ethnographie Britanniens. Die Ethnographie des freien, d.h. (noch) nicht röm. Germaniens (vf. um 100) zeichnet typisierend und idealisierend das Bild eines unverbildeten »Naturvolkes« u…

Tadschikistan

(360 words)

Author(s): Abdullaev, Evgeniy
[English Version] . Die seit dem 9.9.1991 unabhängige Republik von T. ist eine an Usbekistan, Kirgisien (Kirgistan), China und Afghanistan grenzende Nation in Zentralasien (Asien, s. Karte). T. umfaßt ein Gebiet von 143 100 km 2 mit einer Bevölkerung von z.Z. etwa 6,8 Mio., zu 80% Farsi sprechende Tadschiken, Nachfahren der altir. Stämme, die im Nordosten der alten pers. Reiche siedelten und bis zur Verbreitung des Islam zoroastrischen (Zarathustra/Zoroastrismus), buddhistischen, nestorianischen (Nestorianismus) und manichäis…

Tafel

(147 words)

Author(s): Neugebauer-Wölk, Monika
[English Version] Tafel, Johann Friedrich Immanuel (17.2.1796 Sulzbach, Schwaben – 29.8.1863 Bad Ragaz), Schriftsteller und Universitätslehrer in Tübingen. Aufgewachsen im württembergischen Pietismus, wurde T. früh zum Anhänger E. Swedenborgs. Nach dem Theologiestudium begann er – ab 1824 als Tübinger Universitätsbibliothekar – mit der Übers. und Auslegung von dessen Schriften für das dt. Publikum. T. verstand Swedenborg als Gottgesandten, dem durch Christus selbst Erleuchtungen geschenkt wurden. Kri…

Taffin

(155 words)

Author(s): Strohm, Christoph
[English Version] Taffin, Jean (1529/30 Doornik [Tournai] – 15.7.1602 Amsterdam), ref. Theologe, war nach dem Studium bei Calvin und Th. Beza in Genf 1558–1560 Pfarrer in Aachen, Metz, Antwerpen, Heidelberg und am Ende seines Lebens in Haarlem und Amsterdam. 1571 nahm er führend an der niederländischen Synode in Emden teil und wurde 1574–1583 Hofprediger Wilhelms von Oranien. Mit seiner Ausrichtung auf die innere Gnadenerfahrung und der Beschreibung christl. Lebens als Buße wurde T. einer der Pioniere der Nadere Reformatie. Christoph Strohm Bibliography Vf. u.a.: Des marque…

Tagebuch

(425 words)

Author(s): Schmidt, Thomas
[English Version] Tagebuch, vom Kalender segmentierte Aufzeichnungen, in denen ein realer oder fiktiver Vf. Ereignisse seines Erfahrungsraums chronologisch manifestiert. Das T. ist im wesentlichen ein Produkt der Individualisierungsprozesse der eur. Neuzeit. Ob der Vielfalt seiner Gegenstände und sprachlichen Formen sind die Definitionsgrenzen fließend: Von der Autobiogr. (Biographie) unterscheidet es sich durch Aktualität, Unmittelbarkeit, Diskontinuität, Zukunftsoffenheit und einem fehlenden Ges…

Tagewählerei

(104 words)

Author(s): Hutter, Manfred
[English Version] . Als Technik der Divination/Mantik ist T. eine Praxis, die davon ausgeht, daß bestimmte Tage für die Durchführung mancher Handlungen günstig bzw. ungünstig sind. Hemerologien, die solche Tage verzeichnen, sind aus dem alten Ägypten und Mesopotamien, dem Raum der klassischen Antike, der jüd.-christl. Tradition genauso überliefert wie aus dem chinesischen und aztekischen Kulturkreis. Manfred Hutter Bibliography M. Kalinowski, Les traités de Shuihudi et l'hémérologie chinoise à la fin des Royaumes-Combattants (T'oung Pao 72, 1986, 175–228) Ch. Leitz, T. D…

Tagore

(267 words)

Author(s): Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] Tagore, Rabīndranāth (6.5.1861 Kalkutta – 7.8.1941 Shantiniketan, West Bengal), Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge und Sozialreformer. T. erhielt als erster Asiate den Nobelpreis für Lit. (1913). 1901 gründete er die Privatschule von Shantiniketan (»Stätte des Friedens«), 1921 die Wischwabharati-Universität (»Welt-Universität«). Ziele dieser Institutionen waren die Integration der Künste und des Geistes in eine ländliche Umgebung, soziale Werte und die Ost-West-Verständigung. Der…

Tag und Nacht

(351 words)

Author(s): Mohn, Jürgen
[English Version] Tag und Nacht, religionsgeschichtlich. Die Einheit der Dualität von T. und N. ist eines der markanten und grundlegenden Phänomene in den Einteilungen des natürlichen Zeitverlaufs. Innerhalb der Einheit von T. und N. gibt es kulturvariante, durch sozialmythologische und geographisch-klimatische Voraussetzungen bedingte Möglichkeiten, wann der Beginn oder das Ende eines T. (in der N., am Morgen oder am Mittag) festgesetzt werden oder wie die Binnengliederung dieser Einheit strukturier…

Tagzeiten

(7 words)

[English Version] Stundengebet

Taiping

(1,110 words)

Author(s): Reiter, Florian C. | Jansen, Thomas | Wagner, Rudolf G.
[English Version] I. Daoismus T. bedeutet »Großer Frieden«, »Allg. Wohlfahrt« und »Universalharmonie«. Das »Buch der Universalharmonie« (T. jing) zeigt die Ideologie der militärisch organisierten T.-Bewegung (2.Jh. n.Chr.) unter Führung der selbsternannten »Generäle« Zhang Jue (gest.184) und seiner beiden Brüder. Der vergöttlichte Lao Zi (Taishang Laojun) soll den urspr. Titel »T. qingling shu« einem Gan (oder Yü) Ji in Shandong (Langye) eröffnet haben. Kriege zum Ende der Han-Dynastie, Nöte der Be…

Tait

(176 words)

Author(s): Carter, Grayson
[English Version] Tait, Archibald Campbell (21.12.1811 Edinburgh – 3.12.1882 Episcopal Place at Addington), Erzbf. von Canterbury. T. erhielt seine Ausbildung in Edinburgh und Oxford und konvertierte 1830 zur Church of England. Drei Jahre später wurde T. am Balliol College in Oxford zum Tutor ernannt. Obwohl er mit den Zielen der Oxford-Bewegung sympathisierte, schloß er sich 1841 dem öfftl. Protest gegen den »Tract 90« J.H. Newmans an. Talentiert und von vielen bewundert, stieg T. rasch auf und bek…

Taiwan

(918 words)

Author(s): Clart, Philip
[English Version] I. Allgemeines Die auch unter ihrem port. Namen Formosa bekannte, 36 000 km 2 große Insel T. liegt ca.160 km östlich der chinesischen Provinz Fujian im Pazifischen Ozean (Asien, s. Karte). Ab dem 16.Jh. wurde sie ein Zielgebiet zunehmender Einwanderung vom nahen chinesischen Festland, wobei die malayo-polynesische Urbevölkerung aus den fruchtbaren Ebenen allmählich in das zentrale Bergmassiv abgedrängt wurde. Nach kurzlebigen holländischen und span. Kolonisierungsversuchen kam T. ab 1661 …

Taizé

(387 words)

Author(s): Danzeglocke, Klaus
[English Version] . Die Communauté de T. (Burgund) wurde Ostern 1949 von dem Schweizer ref. Theologen Roger Schutz (Frère Roger; geb. 1915) gegründet, als sich sieben Brüder zu einem gemeinsamen Leben nach den alten monastischen Regeln (Ehelosigkeit, Gütergemeinschaft, Gehorsam) verpflichteten. Schutz hatte bereits 1940 ein leerstehendes kleines Schloß im burgundischen T. gekauft, in dem polit. und rassisch Verfolgte Schutz fanden. Seit 1944 lebte er mit einigen Freunden in einer verbindlichen gei…

Takemitsu

(134 words)

Author(s): Scholz-Cionca, Stanca
[English Version] Takemitsu, Toru (8.10.1930 Tokio – 20.2.1996 ebd.), japanischer Komponist, multimedialer Künstler. Vornehmlich Autodidakt, mit vielseitigen Interessen für Malerei, Lit., Theater, Film. Debüt 1950, Durchbruch 1957 mit »Requiem für Streicher«. Das umfangreiche und experimentierfreudige Oeuvre brachte ihm internationale Anerkennung (Musik für elektronische Medien; Filmmusik; Mixed-Media-Experimente). Neben Einflüssen westlicher Avantgarden (Claude Debussy, O. Messiaen, Karlheinz Stoc…

Takizawa

(242 words)

Author(s): Ogawa, Keiji
[English Version] Takizawa, Katsumi (8.3.1909 Utsunomia – 26.6.1984 Fukuoka), japanischer Philosoph, der unter dem starken Einfluß von Kitaro Nishida und K. Barth stand. Seine Wurzeln sind zen-buddhistischen Ursprungs (Chan-Buddhismus: II.). Nach dem Grundstudium entschied sich T. für das Jurastudium an der Universität Tokyo. Er beendete sein Jurastudium vorzeitig und wechselte 1927 an die Philos. Fakultät der Universität Kyushu. Dort wurde er Assistent und später Prof. für Philos. Ethik. Er beschä…

Täklä Haymanot

(403 words)

Author(s): Haile, Getatchew
[English Version] (21.12.1215? Zoräre/Bulga – 30.8.1313? Asäbo/Däbrä, Äthiopien), volkstümlichster Heiliger der Orth. Kirche Äthiopiens. Geboren als Fesseha Seyon (»Freude Zions«), erlebte er seine Wandlung zu T.H. (»Sproß des Glaubens«) durch die Erscheinung des Erzengels Michael während eines Jagdausflugs mit seinem Gefolge. T.H. zog daraufhin durch Šäwā (Süden Äthiopiens), verkündete das Evangelium, vollbrachte Wunder und taufte Tausende von Menschen. Obwohl der Ruhm des Abuna T.H. im ganzen christl. Äthiopien verbreitet ist, gilt er v.a. als der …

Takt

(288 words)

Author(s): Huxel, Kirsten
[English Version] (franz. tact, lat. tactus, »Berührung, Tastsinn, Gefühl, Einfluß«) bez. erstens das praktische Urteilsvermögen, das die treffsichere Anwendung von Regeln im konkreten Einzelfall ermöglicht, indem es aus der Gesamtheit der Bestimmungsgründe schöpft, wie sie im Gemüt als allg. Regeln des gesunden Menschenverstandes bzw. der Erfahrung vorliegen, ohne zum Bewußtsein wiss. Klarheit erhoben zu sein (I. Kant). In sittlicher Hinsicht meint T. das feinfühlige Gespür für das Richtige und S…

Taku

(180 words)

Author(s): Dan, Joseph
[English Version] Taku, Moses ben Chisdaj (ca.1170–1230). Rabbi Moses T., dessen Name sich wahrscheinlich auf eine Stadt – entweder Dachau oder Tachau in Böhmen – bezieht, war ein angesehener Tosafist (Tosafot), der zu einigen Talmudtraktaten und Rechtsresponsen Kommentare vf. Bis ins 15.Jh. wird er in der halakhischen Lit. oft zitiert. Vermutlich amtierte er als Rabbiner in Regensburg. In der Hs. Paris H711 findet sich die Abschrift eines Teils aus seinem polemischen Werk Ketav Tamim (»Ein Buch de…

Talar

(14 words)

[English Version] Kleid/Kleidung: II. Christentum, 2. Liturgisch, c) Evangelisch

Talion

(2,579 words)

Author(s): Beinhauer-Köhler, Bärbel | Otto, Eckart | Reeg, Gottfried | Krawietz, Birgit | Ogris, Werner
[English Version] I. Zum BegriffT. ist abzuleiten vom röm. lex talionis und meinte dort einen geregelten Vergeltungsakt (Vergeltung) gemäß einer Rechtsnorm, die als solche Selbstjustiz eindämmen sollte. Dies steht im Widerspruch zum allg. Verständnis von T. als »Gleiches mit Gleichem vergelten«, auch im Sinne von Selbstjustiz. Im heutigen Sprachgebrauch versteht man daher auch speziell die Blutrache oder Vendetta als T. Diese wird somit zugespitzt auf eine unmittelbare Rache im Gegensatz zur entwic…

Talisman

(174 words)

Author(s): Hutter, Manfred
[English Version] . Seit dem 17.Jh. wird das Wort T. als Lehnwort im Dt. verwendet, wobei die etym. Herleitung bislang nicht eindeutig geklärt ist (Sefrin 163). Terminologisch und inhaltlich ist sowohl in der Umgangssprache als auch im wiss. Gebrauch eine exakte Differenzierung zu Amulett nicht möglich. Bei T. handelt es sich um künstliche oder natürliche Objekte, die von ihren Trägern bzw. Benutzern als »machtbeladen« (Mana) verstanden werden. Eine äußerliche Unterscheidung eines T. von bloßem Sc…

Talleyrand

(188 words)

Author(s): Jordan, Stefan
[English Version] Talleyrand, Charles Maurice de (2.2.1754 Paris – 15.5.1838 ebd.). Der Bf. von Autun (seit 1789) wurde 1789 als Befürworter der Französischen Revolution Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung, 1790 Präsident der Nationalversammlung. Seinem Eid auf die Zivilverfassung 1791 folgte die Bannung durch Papst Pius VI. und die Niederlegung seiner Bischofswürde. Als Royalist verdächtigt, emigrierte T. 1792 nach England, 1794–1796 in die USA. Bereits unter dem Direktorium 1797–1799 als Au…

Tallis

(158 words)

Author(s): Boisits, Barbara
[English Version] Tallis, Thomas (um 1505 – 20. oder 23.11.1585 Greenwich bei London), engl. Komponist und Organist. T. war zunächst Organist an der Benediktinerabtei in Dover, in St. Mary-at-Hill in London, an der Augustinerabtei Holy Cross in Waltham (Essex) und an der Kathedrale in Canterbury, bevor er um 1543 Gentleman der Chapel Royal in London wurde und dort den Organistendienst bis zu seinem Tode versah (ab 1572 gemeinsam mit W. Byrd). T. war bes. für sein kontrapunktisches Können berühmt. E…

Tallit

(8 words)

[English Version] Gebetsmantel

Talmud

(2,335 words)

Author(s): Stemberger, Günter
[English Version] I. Zum BegriffT. (von למד/lamad, »lernen«, bzw. limmad, »lehren«) bedeutet »Studium, Belehrung, Lehre« (zuerst in Qumran: 4QpNah II 8), im engeren Sinn die Kommentierung der Mishna in T. Bavli (b; s.u. II.) und T. Jerushalmi (j; s.u. III.). Der T. setzt sich aus Mishna und Gemara zus. (aram. גמר/gemar, »vollenden, lernen«), der »traditionellen Lehre« bzw. der »Vervollständigung« der Mishna durch die Auslegung der Amoräer. II. Talmud BavliSchon bald nach Redaktion der Mishna kam im frühen 3.Jh. ihr Text auch nach Babylonien und wurde zentral…

Tamara

(149 words)

Author(s): Baum, Wilhelm
[English Version] Tamara, Königin von Georgien 1184–1213. Die Urenkelin des georgischen Königs David »des Erbauers« wurde 1178 Mitregentin ihres Vaters Georg III. Aus ihrer zweiten Ehe mit dem ossetischen Fürsten David Soslan gingen ihre Nachfolger Georg IV. und Russutuna hervor. – Die in Kleinasien eingedrungenen Seldschuken wurden zurückgedrängt. T. schaltete sich 1204 in den Vierten Kreuzzug ein; Trapezunt wurde von David Soslan erobert und unter dem verwandten Alexios Komnenos ein Pufferstaat zw.…

Tam, Rabbenu Tam

(14 words)

[English Version] Jakob ben Meir

TaNaKh

(17 words)

[English Version] Bibel: II. Altes Testament, 2. Sammlung und Kanonisierung, a) Jüdischer Kanon

Tanchelm

(143 words)

Author(s): Köpf, Ulrich
[English Version] (gest.1115 Antwerpen). Asketischer Wanderprediger, vermutlich Laie, zeitweilig in der Umgebung Graf Roberts II. von Flandern. 1112 soll er sich in Rom um eine Lösung der Inseln an der Scheldemündung (Seeland) aus dem Bistum Utrecht und um ihre Unterstellung unter das Bistum Thérouanne (Erzbistum Reims) bemüht haben. Auf der Heimreise vom Erzbf. von Köln verhaftet, wurde er vom Utrechter Domklerus der Ketzerei beschuldigt. Zu den klischeehaften Vorwürfen gehört die Ablehnung des K…

Tanchuma

(8 words)

[English Version] Midrash

Tannaiten

(344 words)

Author(s): Jacobs, Martin
[English Version] . Der aram. Begriff תַּנָּא/tannā', »Rezitator«, »Lehrer« (Pl. תַּנָּאִים/tannā'îm) wird i. allg. auf die paläst. Rabbinen (Rabbi: II.,1.) des 1. bis frühen 3.Jh. n.Chr., d.h. bis zur Kompilation der Mishna, angewendet, deren als autoritativ betrachteten Lehren urspr. durch mündliche Rezitation tradiert wurden. Als Repräsentanten der formativen Phase des rabb. Judentums werden die T. von den ihnen folgenden Amoräern, den Autoritäten des Talmuds, unterschieden. Im Talmud kann der Titel Tanna …

Tansania

(780 words)

Author(s): Ludwig, Frieder | Mungure, Elieshi
[English Version] I. Allgemein Der Name T. ist ein Kunstwort, das erst 1964 nach der Bildung der Vereinigten Republik von Tanganyika und Sansibar eingeführt wurde. Die Republik umfaßt eine Fläche von 942 000 km 2, von denen gut 2000 km 2 auf die Inseln Pemba, Sansibar und Mafia entfallen. Wichtigste Vegetationszonen sind Savannen, Buschland, Halbwüsten und die fruchtbare Küstenebene am Indischen Ozean. 54 000 km 2 des Festlands sind Binnenseen, insbes. am Ostafrikanischen Grabenbruch. Der Kilimanjaro ist mit 5895 m die höchste Bodenerhebung Afrikas (…

Tantra

(245 words)

Author(s): Gengnagel, Jörg
[English Version] (Sanskrit, »Webkette, Gewebe; Lehrbuch«). T. bez. einen praktischen Weg (sādhanā), auf dem rituelle, körperliche (Körpertechniken: III.) und mentale Techniken angewendet werden, um weltl. Genuß (bhukti) und außergewöhnliche Fähigkeiten (siddhi) oder die Befreiung von allen weltl. Bindungen (mukti) zu Lebzeiten zu erlangen. Die Ursprünge des T. liegen im indischen Kulturkreis. Dort bez. T. sowohl eine lit. Gattung rel.-philos. Lehrschriften als auch die dem Tantrismus zugehörige O…

Tantrismus

(948 words)

Author(s): Gengnagel, Jörg | Kollmar-Paulenz, Karénina
[English Version] I. Zum Begriff Elemente des T. (Sanskrit, tantra, »Webkette, Gewebe; Lehrbuch«) finden sich in unterschiedlichen rel. Symbolsystemen. Neben der zentralen Stellung der Göttin oder der weiblichen Kraft und Energie (śakti) ist die rituelle Aufnahme und Einweihung (dīkṣā) in die jeweilige rel. Tradition durch einen tantrischen Lehrmeister (guru, ācārya), der eine spezifische Lehrsukzession verkörpert, bedeutsam. Das Initiationsritual ist meist mit dem Ablegen des weltl. Namens, der Üb…

Tanz

(2,053 words)

Author(s): Gundlach, Helga Barbara | Apostolos-Cappadona, Diane | Kane, Thomas A.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich Im Unterschied zur reinen Bewegung beinhaltet T. zielgerichtete, ausdifferenzierte, wiederkehrende und rhythmische Elemente. Zunächst wurden natürliche Rhythmen wie Herzklopfen, Regenprasseln oder Tiergeräusche imitiert und in Bewegung umgesetzt. In frühen Kulturformen war der T. als ursprünglichstes selbstverständliches Kommunikationsmittel mit sich, anderen Menschen, Übermenschlichem und zur Umweltbewältigung in den Alltag integriert. Im Laufe der Zeit …

Tao

(8 words)

[English Version] Dao

Taoismus

(8 words)

[English Version] Daoismus

Tao-te ching

(12 words)

[English Version] Dao De Jing

Tao-tsang

(12 words)

[English Version] Daozang, Kanon: VIII. Daoismus

Tapferkeit

(8 words)

[English Version] Tugenden

Taqīya

(253 words)

Author(s): Heine, Peter
[English Version] Taqīya, »Vorsicht, Furcht«, ist das Verschweigen oder die Verleugnung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten, häufig heterodoxen isl. Glaubensvorstellung (Islam: II.,1.), auch die aktive Teilnahme an den Ritualen einer Mehrheitsrel., um Gefahren für Leib und Leben des Mitglieds der Sondergruppe zu schützen. Diese Dissimulation kann so weit gehen, daß heimliche Anhänger der heterodoxen Vorstellungen Namen annehmen, die typisch für die Mehrheitsrel. sind. T. ist v.a. in solchen rel.…

Tareev

(139 words)

Author(s): Wasmuth, Jennifer
[English Version] Tareev, Michail Michajlovič (7.11.1866 Kozlovskie Vyselki, Gouvernement Rjazan' – Juni 1934 Moskau), von 1902 bis 1918 Prof. für Moraltheol. an der Geistl. Akademie von Moskau, von 1919 bis 1927 Dozent für Philos. und Polit. Ökonomie an verschiedenen nichtkirchl. Einrichtungen. Als einer der originellsten Denker der russ. Theol. um die Jahrhundertwende entwickelte T. in einer für die orth. Soteriologie dieser Zeit charakteristischen Ablehnung juridischer Kategorien ein Verständnis…

Targumim-Forschung

(728 words)

Author(s): Ego, Beate
[English Version] I. Aramäische Targumim Mit Targumtexten beschäftigte sich zunächst die jüd. Exegese (: VIII.,2.; Bibelübersetzungen: I.,4.) bzw. der christl. Humanismus. Im ausgehenden 18.Jh. setzte dann im Zuge der Wissenschaft des Judentums die wiss. Erforschung der Targumlit. ein (Berliner; Ginsburger). Entscheidende Impulse erhielt die T. zudem durch die Entdeckungen der Texte aus der Kairoer Geniza (: II.; Kahle, Klein), die Entdeckung des Targum Neofiti 1956 (Díez Macho), die Publikation bis…

Tarifautonomie

(219 words)

Author(s): Cansier, Dieter
[English Version] . T. bedeutet, daß die Arbeitsbedingungen von den Tarifparteien ohne staatl. Eingriffe geregelt werden (Tarifvertrags-Freiheit). Sie ist in Deutschland durch das Recht auf Koalitionsfreiheit nach Art.9 Abs.3 GG verfassungsrechtlich geschützt und findet ihre wesentliche rechtliche Ausgestaltung im Tarifvertragsgesetz. Tarifverträge können zw. einem Arbeitgeberverband und einer Gewerkschaft (Verbands- bzw. Flächentarife) oder zw. einem Arbeitgeber (Arbeitnehmer/Arbeitgeber) und ein…

Tarkovskij

(142 words)

Author(s): Bauschulte, Manfred
[English Version] Tarkovskij, André (4.4.1932 Zavraz'e – 2.9.1986 Paris), entstammte einer gebildeten russ. Familie, arbeitete in den 50er Jahren als Assistent des sowjetischen Filmregisseurs Michail Romm, bevor er bereits mit »Ivans Kindheit« (1962) seinen ersten großen internationalen Erfolg hatte. Sein zentrales Thema seit seinem bedeutenden Hauptwerk »Andrej Rublev« (1966/1971), über »Solaris« (1972) und »Stalker« (1977/78) bis hin zu »Nostalghia« (1983), ist die Frage, wie sich aus den symboli…

Taˇrnovo

(193 words)

Author(s): Illert, Martin
[English Version] Taˇrnovo, heute der nordbulgarische Metropolitensitz Veliko T. am Fluß Jantra. Die an der Stelle der byz. Festung Zikidera auf den Hügeln Carevec und Trapezica gelegene Stadt war das administrative und geistl. Zentrum des zweiten Bulgarischen Reiches (1186–1393, Bulgarien). 1186 zum Erzbischofssitz erhoben, seit 1204 Sitz des Primas von Bulgarien, von 1235 bis 1393 Patriarchenresidenz, nach der osmanischen Eroberung (1393) zur Metropolie herabgestuft. Tagungsort der antibogomilis…

Tarnow

(206 words)

Author(s): Gummelt, Volker
[English Version] 1.Paul , (29.6.1562 Grevesmühlen – 6.4.1633 Rostock), luth. Theologe, studierte 1581/82 und 1585–1589 in Rostock, wurde 1589 Rektor der Stadtschule in Parchim, ab 1593 in Rostock. 1604 übernahm T. in der Nachfolge seines Lehrers D. Chyträus die erste Professur für Theol. an der Universität ebd. Zu seinen Hauptwerken zählen »De sacrosancto ministerio« (1623/24), ein umfassendes Kompendium luth. Amtstheol. in 3 Büchern, sowie ein Komm. zu Joh (1629). T.s Rektoratsrede »De novo evan…

Tarphon

(85 words)

Author(s): Jacobs, Martin
[English Version] (Tarfon), rabb. Gelehrter um die Wende des 1. zum 2.Jh. im paläst. Lydda. T. war priesterlicher Herkunft und wird der zweiten Generation der Tannaiten zugerechnet. Seine Lehren werden in der rabb. Lit. meist in Diskussionen mit Aqiva überliefert. T. ist wohl nicht mit dem von Justin erwähnten Tryphon gleichzusetzen. Martin Jacobs Bibliography J.D. Gereboff, Rabbi T.: The Tradition, the Man and Early Rabbinic Judaism, 1979 F.G. Willems, Le Juif Tryfon et Rabbi T. (Bijdr. 50,3, 1989, 278–292).

Tarsus

(422 words)

Author(s): Zangenberg, Jürgen | Schwemer, Anna Maria
[English Version] I. Archäologisch T. (Ταρσοι´, Xenophon, Anabasis, I 2,23; η῾ Ταρσο´ς, Arrian, Anabasis, II 4,5), Stadt westlich der Kilikischen Pforte (Kilikien; zur Lage s. Kleinasien, Karte). Dank der Lage am schiffbaren Unterlauf des Kydnos und an der Kreuzung der Straßen zw. Antiochien an die Ägäis und vom Mittelmeer ans Schwarze Meer besaß T. seit jeher Brückenfunktion zw. Orient und Okzident. Die für die Beziehungen des Ost-Mittelmeerraumes mit der Ägäis wichtigen Funde von Goldman, bes. die Kera…

Tartu

(750 words)

Author(s): Hauptmann, Peter | Maurer, Trude
[English Version] I. Stadt und Bistum 1224 nach der Eroberung einer alten Festung am Embach, der Wirz- und Peipussee miteinander verbindet, durch den Schwertbrüderorden gegründet, ist T. (estnisch, dt. Dorpat, russ. Jur'ev) die älteste Stadt Estlands (baltische Länder) und mit 101 000 Einwohnern (2001) die zweitgrößte. Der 1219 für die Esten berufene Bf. Hermann nahm 1224 seinen Sitz in T. und begann 1228 mit der Errichtung der Domkirche St. Peter und Paul, die im 14. und 15.Jh. zum größten Sakralbau…

Tast

(162 words)

Author(s): Schilling, Johannes
[English Version] Tast, Hermann (Harmen; 1490 oder 1491 Husum – 11.5.1551 ebd.), 1511 in Wittenberg immatrikuliert, 1534 und 1542 als Inhaber der Vikarie am Altar des Hl. Michael in der Husumer Marienkirche erwähnt, soll seit 1522, gefördert durch den Kaufmann Matthias Knutzen, in Husum »ev.« gepredigt haben. 1527 erster Prediger an der Marienkirche in Husum, wo er auch an der Neuordnung der Lateinschule beteiligt war. Er nahm als Wortführer an der Flensburger Disputation (8.4.1529; Schleswig-Holst…

Tatauierung

(353 words)

Author(s): Bräunlein, Peter J.
[English Version] leitet sich ab von dem tahitischen Wort tatau, »Wunden schlagen«. Mittels Stich- oder Schnittinstrumenten und Farbstoffen werden Ornamente, Symbole und Bilder dauerhaft in die Haut gezeichnet. Die T. ist weltweit verbreitet und ihr Ursprung ist wie der der Körperbemalung prähist. Je nach kulturellem Hintergrund beschränkt sich die T. auf wenige Punkte oder Kreise auf Handrücken, Stirn oder Kinn (vorderasiatische Nomaden, Inuit) oder ist bis hin zur Ganzkörper-T. entwickelt (Japan, Polynesien). Die T. erfolgt ritualisiert durch Spezialisten, nicht s…

Taten des Petrus und der zwölf Apostel (NHC VI, 1; ActPt)

(35 words)

[English Version] Apokryphen/Pseudepigraphen: IV. Neutestamentliche Apokryphen aus Nag Hammadi, 3. Literatur über die Apostel

Tat-Ergehens-Zusammenhang

(8 words)

[English Version] Tun-Ergehens-Zusammenhang

Tatian

(366 words)

Author(s): Petersen, William
[English Version] (ca.120 – ca.180), christl. Apologet, Vf. einer Evangelienharmonie, Philosoph und Enkratit (Enkratiten). In »Assyria« geboren (Oratio ad Graecos, XXXII 1), verfolgte er den Weg der »Wahrheitssuche«. Dies führte ihn zunächst zu verschiedenen griech. Philosophenschulen, bis er sich schließlich zum Christentum bekehrte. So kam er nach Rom (ca.155), wo er zum Kreis von Justins auditores gehörte. Irenaeus von Lyon berichtet (haer. I 28,1), daß T. nach Justins Tod (ca.165) »in der über…

Tätowierung

(8 words)

[English Version] Tatauierung

Taube

(309 words)

Author(s): Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] Taube, kunstgeschichtlich, Vogelsymbol in der Bibel und der christl. Kunst. Die T. steht im wesentlichen für die Seele, die Reinheit und den Hl. Geist. Nach der HB entsandte Noah anläßlich der Sintflut eine T. aus, trockenes Land zu suchen. Als Beweis für den Rückgang der Wasserfluten kehrte sie mit einem Olivenzweig im Schnabel zurück. Dies wurde zum Symbol des universellen Friedens (Gen 8,11). – Eine T. als Opfergabe galt als angemessenes Ritual der Reinigung für ein neugeborene…

Taube

(250 words)

Author(s): Hurst, Matthias
[English Version] Taube, Otto Frhr. v. (21.6.1879 Reval – 30.6.1973 Gauting), dt. Schriftsteller, dessen Werk zunehmend von einer christl. Haltung bestimmt wurde. Nach Jurastudium, Promotion und Referendariat in Leipzig studierte T. von 1906 bis 1910 Kunstgesch. in Leipzig, Berlin und Halle. Als freier Schriftsteller lebte er von 1918 an in Gauting bei München. 1936 trat er der Bekennenden Kirche bei und übernahm nach 1945 das Amt eines Lektors der Ev. Landeskirche in Bayern. Aus dem Baltikum stammen…

Taubstummenerziehung/Taubstummenseelsorge

(11 words)

[English Version] Schwerhörigenpädagogik/Gehörlosenpädagogik, Schwerhörigenseelsorge/Gehörlosenseelsorge

Taufbecken

(731 words)

Author(s): Neijenhuis, Jörg | Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] I. Liturgisch Am T. ist abzulesen, wie getauft wurde, Verzierungen weisen auf theol. Inhalte, der Formenwandel weist auf liturgische Bedeutungsänderungen hin. Wurde die urchristl. Taufe in einem fließenden Gewässer vermutlich durch Übergießen oder Untertauchen vollzogen, entstanden nachweislich seit ca. dem 3.Jh. Baptisterien, in die ein Becken eingelassen war, in das der Täufling zur Taufe hineinstieg. Seit dem 5./6.Jh. gab es T., die auf dem Boden standen und durch ein Ziborium …

Taufe

(19,410 words)

Author(s): Alles, Gregory D. | Avemarie, Friedrich | Wallraff, Martin | Grethlein, Christian | Koch, Günter | Et al.
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichAus religionswiss. Sicht ist die T. kein allg. Ritustyp (Ritus/Ritual), sondern ein Lustrationsritual, das sowohl im Christentum als auch in den gesch. mit diesem verwandten Rel. wie Judentum und Mandäismus durchgeführt wird. Die T. hat sich aus Lustrationsritualen antiker nahöstlicher Flußzivilisationen entwickelt, wobei die Einzelheiten dieser Entwicklung eher im dunkeln liegen. In der Spätzeit des Zweiten Tempels wurde die T. in mehreren Gemeinschaften…

Täufer

(1,830 words)

Author(s): Goertz, Hans-Jürgen
[English Version] I. Allgemein Die täuferischen Bewegungen gingen aus dem reformatorischen Aufbruch und den Wirren des Bauernkriegs um 1525 in Deutschland hervor. Sie griffen allgemeinreformatorische Losungen auf, wie das »sola scriptura«, das »sola gratia«, das allgemeine Priestertum, und stimmten in die Kritik am kath. Verständnis des Abendmahls (: II.,3.) ein. Sie weigerten sich, Unmündige zur Taufe zu tragen, und führten die Bekenntnis- bzw. Erwachsenentaufe ein. Die Taufe sollte als ein indivi…

Tauferneuerung/Taufgedächtnis

(209 words)

Author(s): Ruff, Anthony William
[English Version] . Die Taufe ist das grundlegende Sakrament christl. Lebens und christl. Identität. Daher entwickelten sich eine Reihe von Formen des Taufgedächtnisses (Tg.) und der symbolischen Erinnerung an die Taufe: die Verwendung von Weihwasser als Zeichen für den Jahrestag der eigenen Taufe, das Glaubensbekenntnis (Symbolum [Bekenntnis: IV.]), das Vaterunser und das Besprengen mit Weihwasser vor der Sonntagseucharistie (Asperges). Im MA wurde Weihwasser einseitig apotropäisch aufgefaßt, die…

Tauler

(451 words)

Author(s): Leppin, Volker
[English Version] Tauler, Johannes (ca.1300 Straßburg – 16.6.1361 ebd.). T. war neben Meister Eckhart und H. Seuse wichtigster Vertreter der deutschsprachigen Dominikanermystik (Mystik: III.,3.,b) am Oberrhein. Im Straßburger Konvent, dem er mit etwa 14 Jahren beigetreten war, ausgebildet, verfügte er über keinen theol. Abschluß, aber über gute Bildung; philos. hatte er Teil an der Neuplatonismusrenaissance im Dominikanerorden (Berthold von Moosburg). Theol. folgte T. wohl ohne persönliche Begegnun…

Taurellus

(242 words)

Author(s): Frank, Günter
[English Version] (Oechslein), Nikolaus (26.11.1547 Mömpelgard – 28.9.1606 Altdorf), studierte seit 1560 Philos. in Tübingen bei J. Schegk und Samuel Heiland (1533–1592); 1565 Beginn des Theologiestudiums. Seit 1566 Studium der Medizin in Basel bei Theodor Zwinger (1533–1588); 1570 Dr. med. 1573 erschien sein frühes Hauptwerk »Philosophiae triumphus«, erster Entwurf einer prot. Metaphysik, die aus drei Teilen besteht: einer theol. Anthropologie, der Prinzipienlehre der Metaphysik sowie der spekulat…

Taurus

(177 words)

Author(s): Lakmann, Marie-Luise
[English Version] Taurus, Calvisius (Lukios Kalbenos Tauros; 2.Jh. n.Chr.), mittelplatonischer Philosoph aus Beirut, lehrte in Athen. Sein Schüler Aulus Gellius zeichnet in den »Noctes Atticae« ein lebendiges Bild vom Schulalltag und von der Persönlichkeit seines Lehrers. T. vf. zahlreiche Monographien und Komm. zu einzelnen Dialogen Platos. Bei Johannes Philoponus sind mehrere Frgm. erhalten, in denen T. durch eine akribische philol. Untersuchung von Passagen des »Timaios« nachweist, daß die Welt …

Tausch

(278 words)

Author(s): Stroh, Ralf
[English Version] . Der Mensch ist wesentlich auf Kooperation mit anderen Menschen angewiesen. In einem weiten Sinne findet in jeder Interaktion – ob bewußt oder unbewußt – ein T. statt (Gedankenaustausch, Austausch von Zärtlichkeiten bzw. Feindseligkeiten). T. meint hier das erlebnismäßige Anteilnehmen und -geben der Interaktanten an ihrem je individuellen personalen Leben. In einem engeren Sinne meint T. den gewollten Austausch von Gütern (Dienstleistungen, Gegenstände, Geld), um die je eigene L…

Tausen

(127 words)

Author(s): Lausten, Martin Schwarz
[English Version] Tausen, Hans (1494 Birkende, Fünen – 1561 Ribe), luth. Reformator. Als Johannitermönch studierte er in Kopenhagen, Rostock, Louvain und 1523–1524 in Wittenberg. Darauf brach er mit der alten Kirche. Seit 1525 in Viborg und seit 1529 in Kopenhagen ansässig, war er einer der führenden dänischen Reformatoren. Er vf. polemische und liturgische Schriften, eine Übers. des Pentateuch aus dem Hebr. ins Dänische und eine Postille auf alle Sonn- und Feiertage. In theol. Hinsicht war T. ein …

Taxen

(222 words)

Author(s): Rees, Wilhelm
[English Version] (lat. taxare, »prüfen, (ab)schätzen«), sind rechtlich die auf einer gesetzlichen Grundlage beruhenden Vergütungssätze für bestimmte Leistungen. Im Unterschied zu erbetenen Unterstützungen (subventiones; c.1262 CIC/1983), diözesanen Steuern bzw. Abgaben (tributum; vgl. c.1263 CIC/1983), der Seminarsteuer (c.264 CIC/1983; Priesterseminar), Missionsabgaben (c.791, 4° CIC/1983) und zur Kirchensteuer werden Gebühren (taxae) für Akte der freiwilligen Rechtspflege (Verwaltung) oder den …

Taylor

(198 words)

Author(s): Tang, Edmond
[English Version] Taylor, James Hudson (21.5.1832 Barnsley, Yorkshire – 3.6.1905 China). Von seinem Vater schon bei der Geburt zum Chinamissionar bestimmt, nahm T. nach einem spirituellen Erlebnis mit 17 Jahren diese Berufung an. Im Alter von 21 Jahren ging er für die China Evangelical Mission nach China, war aber bald unzufrieden mit deren Missionsstrategie und -praxis. 1865 gründete er die China-Inland-Mission (CIM), die denominationsübergreifend war, im Gegensatz zu anderen Missionen nicht an der…

Taylor

(189 words)

Author(s): Hinson, E. Glenn
[English Version] Taylor, William (1765 Norwich – 5.3.1836 ebd.), berühmter engl. Übers. und Literaturkritiker. Der Vater unterrichtete T. in Fremdsprachenkorrespondenz für das Familienunternehmen. 1779 schickte er ihn ins Ausland. Nach Aufenthalten in Holland, Frankreich und Italien beherrschte der junge T. die franz. und ital. Sprache. Im Anschluß an einen kurzen Aufenthalt in England 1781 verbrachte er ein Jahr in Detmold, wo er seine Liebe zur dt. Sprache und Lit. entdeckte. Nach der Schließung…

Taylor

(178 words)

Author(s): Anderson, Allan H.
[English Version] Taylor, William M. (2.5.1821 Rockbridge, VA – 18.5.1902 Palo Alto, CA). T. wurde 1842 Geistlicher der Methodisten, aktiver Mitarbeiter der National Association for the Promotion of Holiness und 1847 nach Kalifornien berufen, wo er als »California T.« bekannt wurde. Er eröffnete die erste methodistische Gemeinde in San Francisco und leitete evangelistische Open-air-Versammlungen. 1870 gelangte T. nach Indien und wurde dort ein früher Fürsprecher der indigenen Kirche und der Theorie …

Taylor

(246 words)

Author(s): Carter, Grayson
[English Version] Taylor, Jeremy (15.8.1613 Cambridge – 13.8.1667 Lisburn, Irland), Sohn eines Barbiers, studierte in Cambridge und wurde 1636 Fellow am All Souls College in Oxford. Danach bekleidete er Kaplanstellen bei Erzbf. W. Laud und Charles I.; 1638 wurde er Pfarrer in Uppingham, Rutland. Mit seiner Schrift »The Sacred Order and Offices of Episcopacy« (1642) erlangte er einen theol. Doktortitel. Während des Bürgerkriegs geriet er als Kaplan im Dienst der Krone in Gefangenschaft. Anschließend…

Taylor

(147 words)

Author(s): Wallace, Peter
[English Version] Taylor, Nathaniel William (23.6.1786 New Milford, CT – 10.3.1858 New Haven, CT). Nach College-Abschluß in Yale 1807 und Theologiestudium bei T. Dwight wurde T. an der First Congregational Church in New Haven zum Pfarrer ordiniert (1812–1822). Von 1822–1858 Theologieprof. in Yale, entwickelte er die kontroverse New Haven Theology, eine Form des Calvinismus nach J. Edwards mit Tendenz zu evangelikaler Erweckungsfrömmigkeit (Erweckung: II.), die Ch.G. Finney, H. W. und L. Beecher und …

Taylor

(189 words)

Author(s): Hooker, Morna
[English Version] Taylor, Vincent (1.1.1887 Edenfield, Lancashire, England – 28.11.1968 Winchester), methodistischer Geistlicher und Neutestamentler. Besuch des Richmond College, London (1907–1910); seit 1930 Tutor am Headingly College, Leeds, später dessen Rektor (1936–1953); 1954 Fellow of the British Academy (FBA); 1954 Präsident der Studiorum Novi Testamenti Societas (SNTS); 1960 Verleihung der Burkitt-Medaille für Bibl. Studien. Durch seinen entschiedenen Einsatz für die Bedeutung von hist. Fo…

Technikethik

(207 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] ist diejenige Bereichsethik, welche die Vorzugswürdigkeitsfragen der Technikentwicklung und Technikanwendung behandelt. Ihre wesentlichen Themen sind: Verträglichkeit der Anwendung bestimmter Techniken mit der Würde des Menschen, Vorzugswürdigkeit konkurrierender Möglichkeiten der Technikentwicklung, Gerechtigkeitsfragen bei der Verteilung von Nutzen und Lasten des Technikeinsatzes, Gemeinwohlverträglichkeit, gerade auch langfristig, und Vorzugswürdigkeit verschiedener Technikpfa…

Technikfolgenabschätzung

(432 words)

Author(s): Wachlin, Klaus Anselm
[English Version] (TA, von engl. »technology assessment«), ist Reflex neuerer Entwicklungen der Technik: z.T. dramatische Nebenfolgen des technischen Fortschritts führen zu Technikkonflikten, Legitimations-, Steuerungs- und Vertrauensproblemen (Expertendilemma). An den Schnittstellen von Exekutive und Legislative, Wirtschaft/Wiss. und Öffentlichkeit entstehen Anforderungen, die Chancen und Risiken des wiss.-technischen Fortschritts mittels TA zu gestalten. Die erste politikberatende TA-Institution war das »Office of Technology Assessment« (OTA,…

Technik/Technologie

(4,351 words)

Author(s): Berg, Christian | Meisinger, Hubert | Krüger, Oliver | Schmidt, Jan C. | Herms, Eilert
[English Version] I. Begrifflich 1.Technik In der Antike meinte τε´χn̆η/téchnē urspr. handwerkliches Spezialistenwissen, konnte dann aber auch die Kompetenz für vernünftiges Vorgehen in anderen praktischen, künstlerischen oder philos. Gebieten bez. Bei Aristoteles ist téchnē die auf ein Hervorbringen (Praxis/Poiesis) gerichtete vernünftige Haltung; téchnē imitiert das Naturgeschehen, von dem sie zwar unterschieden, in das sie aber eingebettet ist. Mit der Kritik der aristotelischen Metaphysik wandelt s…

Tecumseh

(179 words)

Author(s): Adogame, Afe
[English Version] (1768 Old Piqua, OH – 15.10.1813 am Thames River, Ontario, Kanada), Angehöriger der Shawnee, gilt als polit. Führer verschiedener Indianervölker (Indianer). Im frühen 19.Jh. gelang T. die Gründung einer indianischen Konföderation. Nach einer rel. Erfahrung forderte 1805 Lalawethika, ein Bruder T.s, in seiner Lehre der kulturellen Erneuerung den Abbruch aller Kontakte mit den Amerikanern. Von 1808 an wandelte T. die rel. Bewegung in ein polit. Bündnis um und drang darauf, kollekti…

Te Deum

(11 words)

[English Version] Ambrosianischer Lobgesang (Te Deum)

Teellinck

(461 words)

Author(s): Kirn, Hans-Martin | König, Christopher
[English Version] 1.Willem , (4.1.1579 Zierikzee – 8.4.1629 Middelburg), niederländischer ref. Theologe und Erbauungsschriftsteller, wichtigster Vertreter der frühen Nadere Reformatie. Nach Jurastudium in St. Andrews and Poitiers 1604 Theologiestudium in Leiden, 1606 Pfarrer in Haamstede und Burg, 1613 in Middelburg, wo anfangs F. Gomarus und A. Walaeus zu seinen Kollegen zählten. T.s Entschluß zum Theologiestudium ging unmittelbar auf die Begegnung mit engl. Puritanern in Bradbury zurück, deren a…

Tefilla

(12 words)

[English Version] Gebet: XI. Judentum, 1. Antike

Tefillin

(8 words)

[English Version] Gebetsriemen

Tegernsee

(247 words)

Author(s): Treusch, Ulrike
[English Version] Tegernsee, ehem. Abtei und Stadt am T., Oberbayern. Das um 760 von den adligen Brüdern Otkar und Adalbert (später erster Abt) gegründete Kloster (Patrozinium des hl. Quirinus) war die bedeutendste bayerische Benediktiner-Abtei. Anfang des 9.Jh. eines der reichsten Königsklöster mit zahlreichen Eigenkirchen und Filialgründungen in Ilmmünster und St. Pölten (Niederösterreich), verfiel T. im 10.Jh. infolge der Säkularisation großer Teile der Klostergüter. Kaiser Otto II. ließ T. 978…

Tegnér

(244 words)

Author(s): Detering, Heinrich
[English Version] Tegnér, Esaias (13.11.1782 Kyrkerud, Värmland – 2.11.1846 Växjö). Der Pfarrerssohn wurde 1810 in Lund Prof. für Ästhetik, 1812 für Gräzistik und nach patriotischen Versdichtungen (Svea, 1811) 1818 Mitglied der Schwedischen Akademie, für die er zahlreiche Werke vf. Nach klassizistischen Anfängen entstand 1818–1825, durch ästhetische Reflexionen und Verserzählungen (u.a. Nattvardsbarnen, dt. Die Konfirmanden, 1820; Axel, 1822) vorbereitet und begleitet, sein Hauptwerk, das epische G…

Teilhabe

(478 words)

Author(s): Rese, Friederike
[English Version] . Plato verwendet den Begriff der T. (με´ϑεξις/méthexis) zum einen, um das Verhältnis der Ideen zu den Erscheinungen (Phänomen) zu erläutern, welche an den Ideen teilhaben, und zum anderen, um das Verhältnis von Ideen zueinander zu erläutern, welche aneinander teilhaben können. Bei der Verwendung des Begriffs im zweiten Sinne tritt an seine Stelle auch der Begriff der »Gemeinschaft« (κοιn̆ωn̆ι´α/koinōnía) (soph. 254b8–c5). Impliziert der Begriff der T., daß das Teilhabende einen geringeren Seinsrang hat als dasjenige, an dem es teilhat …

Teilhard de Chardin

(441 words)

Author(s): Hübner, Jürgen
[English Version] Teilhard de Chardin, Pierre (1.5.1881 Sarcenat bei Clermont-Ferrand – 10.4.1955 New York), Paläontologe und Theologe, 1899 Eintritt in die Gesellschaft Jesu (Jesuiten). Philosophieausbildung auf Jersey, 1905 Physiklehrer in Kairo, 1908 Theologiestudium in Hastings, 1911 Priesterweihe. Die Rezeption der Evolutionstheorie (Evolution) und der Versuch ihrer theol. Verarbeitung (Konzepte wie La Vie cosmique, 1916 u.a.) stießen im Orden auf Ablehnung. Der Kriegsdienst 1914–1919 als Sanitä…

Teilkirche

(246 words)

Author(s): Hierold, Alfred E.
[English Version] (ecclesia particularis). Begriff: T. wird in der kath. Kirche in einem doppelten Sinn gebraucht. Zum einen setzen wichtige Dokumente des Vaticanum II T. identisch mit der von einem Bischof und seinem Presbyterium geleiteten Kirche an einem bestimmten Ort (LG 23,1; 27,1; 45,2; CD 11,1 u. ö.). An anderer Stelle nennt das Konzil einen Verband von mehreren Diözesen ebenfalls T., die trotz eigener theol. und rechtlicher Traditionen die Einheit mit der Universalkirche wahren, z.B. die Rituskirchen (LG 13,4; OE 2–4; vgl. Kirchenverfassung: V.,2., d). Kirchenrechtli…

Tekoa

(8 words)

[English Version] Thekoa

Telefonseelsorge

(416 words)

Author(s): Wieners, Jörg
[English Version] . I. Nach frühen Anfängen in den USA an der Schwelle zum 20.Jh. gewannen erst Mitte der 50er Jahre telefonische Notrufe größere Bedeutung. In Europa begründete als erster Chad Varah (London 1953) mit den »Samaritans« eine lebensfähige Organisation. In Deutschland folgten bald drei Gründungen mit ungleichen Konzeptionen: Im Oktober 1956 wurde auf Betreiben von Klaus Thomas in Berlin die Rufnummer der »Ärztlichen Lebensmüdenbetreuung« veröff. Dieses Datum gilt gemeinhin als der Begi…

Telemann

(436 words)

Author(s): Hobohm, Wolf
[English Version] Telemann, Georg Philipp (14.3.1681 [nach julianischem Kalender] Magdeburg – 25.6.1767 Hamburg), galt den Zeitgenossen als bedeutender Komponist von Kirchenmusik (: IV.,4., a; Kantatenjahrgänge [Kantate], oratorische Passionen), Passionsoratorien (B.H. Brokkes-Passion, 1716; Seliges Erwägen, 1722; Der Tod Jesu, 1755 [Passionsmusik: IV., Oratorium]), Opern (Socrates, 1721; Pimpinone, 1728; Emma und Eginhard, 1728), Instrumentalmusik und Liedern. Ca. 50 Drucke (u.a. fünf Kantatenjahrg…

Teleologie

(3,334 words)

Author(s): Evers, Dirk | Hewlett, Martinez J. | Angehrn, Emil | Herms, Eilert
[English Version] I. Zum Begriff T. ist ein 1728 von Ch. Wolff geprägter Neologismus (Philosophia rationalis sive logica, 1728, § 85), der denjenigen Teil der Naturphilosophie bez., der die Dinge von ihrem Zweck (griech. τε´λος/télos, »Ende, Ziel«) her erklärt, und ist von hier aus in andere Sprachen gewandert. Sachlich hat der Begriff jedoch eine weit zurückreichende Vorgesch. Bei Aristoteles ist die Betrachtung der Erscheinungen gemäß des Worumwillen (ου῾˜ ε῞n̆εκα/hoú héneka, »worumwillen«) eine der vier Formen der Kausalität, vom lat. MA als causa finalis b…
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