Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Tantra

(245 words)

Author(s): Gengnagel, Jörg
[English Version] (Sanskrit, »Webkette, Gewebe; Lehrbuch«). T. bez. einen praktischen Weg (sādhanā), auf dem rituelle, körperliche (Körpertechniken: III.) und mentale Techniken angewendet werden, um weltl. Genuß (bhukti) und außergewöhnliche Fähigkeiten (siddhi) oder die Befreiung von allen weltl. Bindungen (mukti) zu Lebzeiten zu erlangen. Die Ursprünge des T. liegen im indischen Kulturkreis. Dort bez. T. sowohl eine lit. Gattung rel.-philos. Lehrschriften als auch die dem Tantrismus zugehörige O…

Tantrismus

(948 words)

Author(s): Gengnagel, Jörg | Kollmar-Paulenz, Karénina
[English Version] I. Zum Begriff Elemente des T. (Sanskrit, tantra, »Webkette, Gewebe; Lehrbuch«) finden sich in unterschiedlichen rel. Symbolsystemen. Neben der zentralen Stellung der Göttin oder der weiblichen Kraft und Energie (śakti) ist die rituelle Aufnahme und Einweihung (dīkṣā) in die jeweilige rel. Tradition durch einen tantrischen Lehrmeister (guru, ācārya), der eine spezifische Lehrsukzession verkörpert, bedeutsam. Das Initiationsritual ist meist mit dem Ablegen des weltl. Namens, der Üb…

Tanz

(2,053 words)

Author(s): Gundlach, Helga Barbara | Apostolos-Cappadona, Diane | Kane, Thomas A.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich Im Unterschied zur reinen Bewegung beinhaltet T. zielgerichtete, ausdifferenzierte, wiederkehrende und rhythmische Elemente. Zunächst wurden natürliche Rhythmen wie Herzklopfen, Regenprasseln oder Tiergeräusche imitiert und in Bewegung umgesetzt. In frühen Kulturformen war der T. als ursprünglichstes selbstverständliches Kommunikationsmittel mit sich, anderen Menschen, Übermenschlichem und zur Umweltbewältigung in den Alltag integriert. Im Laufe der Zeit …

Tao

(8 words)

[English Version] Dao

Taoismus

(8 words)

[English Version] Daoismus

Tao-te ching

(12 words)

[English Version] Dao De Jing

Tao-tsang

(12 words)

[English Version] Daozang, Kanon: VIII. Daoismus

Tapferkeit

(8 words)

[English Version] Tugenden

Taqīya

(253 words)

Author(s): Heine, Peter
[English Version] Taqīya, »Vorsicht, Furcht«, ist das Verschweigen oder die Verleugnung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten, häufig heterodoxen isl. Glaubensvorstellung (Islam: II.,1.), auch die aktive Teilnahme an den Ritualen einer Mehrheitsrel., um Gefahren für Leib und Leben des Mitglieds der Sondergruppe zu schützen. Diese Dissimulation kann so weit gehen, daß heimliche Anhänger der heterodoxen Vorstellungen Namen annehmen, die typisch für die Mehrheitsrel. sind. T. ist v.a. in solchen rel.…

Tareev

(139 words)

Author(s): Wasmuth, Jennifer
[English Version] Tareev, Michail Michajlovič (7.11.1866 Kozlovskie Vyselki, Gouvernement Rjazan' – Juni 1934 Moskau), von 1902 bis 1918 Prof. für Moraltheol. an der Geistl. Akademie von Moskau, von 1919 bis 1927 Dozent für Philos. und Polit. Ökonomie an verschiedenen nichtkirchl. Einrichtungen. Als einer der originellsten Denker der russ. Theol. um die Jahrhundertwende entwickelte T. in einer für die orth. Soteriologie dieser Zeit charakteristischen Ablehnung juridischer Kategorien ein Verständnis…

Targumim-Forschung

(728 words)

Author(s): Ego, Beate
[English Version] I. Aramäische Targumim Mit Targumtexten beschäftigte sich zunächst die jüd. Exegese (: VIII.,2.; Bibelübersetzungen: I.,4.) bzw. der christl. Humanismus. Im ausgehenden 18.Jh. setzte dann im Zuge der Wissenschaft des Judentums die wiss. Erforschung der Targumlit. ein (Berliner; Ginsburger). Entscheidende Impulse erhielt die T. zudem durch die Entdeckungen der Texte aus der Kairoer Geniza (: II.; Kahle, Klein), die Entdeckung des Targum Neofiti 1956 (Díez Macho), die Publikation bis…

Tarifautonomie

(219 words)

Author(s): Cansier, Dieter
[English Version] . T. bedeutet, daß die Arbeitsbedingungen von den Tarifparteien ohne staatl. Eingriffe geregelt werden (Tarifvertrags-Freiheit). Sie ist in Deutschland durch das Recht auf Koalitionsfreiheit nach Art.9 Abs.3 GG verfassungsrechtlich geschützt und findet ihre wesentliche rechtliche Ausgestaltung im Tarifvertragsgesetz. Tarifverträge können zw. einem Arbeitgeberverband und einer Gewerkschaft (Verbands- bzw. Flächentarife) oder zw. einem Arbeitgeber (Arbeitnehmer/Arbeitgeber) und ein…

Tarkovskij

(142 words)

Author(s): Bauschulte, Manfred
[English Version] Tarkovskij, André (4.4.1932 Zavraz'e – 2.9.1986 Paris), entstammte einer gebildeten russ. Familie, arbeitete in den 50er Jahren als Assistent des sowjetischen Filmregisseurs Michail Romm, bevor er bereits mit »Ivans Kindheit« (1962) seinen ersten großen internationalen Erfolg hatte. Sein zentrales Thema seit seinem bedeutenden Hauptwerk »Andrej Rublev« (1966/1971), über »Solaris« (1972) und »Stalker« (1977/78) bis hin zu »Nostalghia« (1983), ist die Frage, wie sich aus den symboli…

Taˇrnovo

(193 words)

Author(s): Illert, Martin
[English Version] Taˇrnovo, heute der nordbulgarische Metropolitensitz Veliko T. am Fluß Jantra. Die an der Stelle der byz. Festung Zikidera auf den Hügeln Carevec und Trapezica gelegene Stadt war das administrative und geistl. Zentrum des zweiten Bulgarischen Reiches (1186–1393, Bulgarien). 1186 zum Erzbischofssitz erhoben, seit 1204 Sitz des Primas von Bulgarien, von 1235 bis 1393 Patriarchenresidenz, nach der osmanischen Eroberung (1393) zur Metropolie herabgestuft. Tagungsort der antibogomilis…

Tarnow

(206 words)

Author(s): Gummelt, Volker
[English Version] 1.Paul , (29.6.1562 Grevesmühlen – 6.4.1633 Rostock), luth. Theologe, studierte 1581/82 und 1585–1589 in Rostock, wurde 1589 Rektor der Stadtschule in Parchim, ab 1593 in Rostock. 1604 übernahm T. in der Nachfolge seines Lehrers D. Chyträus die erste Professur für Theol. an der Universität ebd. Zu seinen Hauptwerken zählen »De sacrosancto ministerio« (1623/24), ein umfassendes Kompendium luth. Amtstheol. in 3 Büchern, sowie ein Komm. zu Joh (1629). T.s Rektoratsrede »De novo evan…

Tarphon

(85 words)

Author(s): Jacobs, Martin
[English Version] (Tarfon), rabb. Gelehrter um die Wende des 1. zum 2.Jh. im paläst. Lydda. T. war priesterlicher Herkunft und wird der zweiten Generation der Tannaiten zugerechnet. Seine Lehren werden in der rabb. Lit. meist in Diskussionen mit Aqiva überliefert. T. ist wohl nicht mit dem von Justin erwähnten Tryphon gleichzusetzen. Martin Jacobs Bibliography J.D. Gereboff, Rabbi T.: The Tradition, the Man and Early Rabbinic Judaism, 1979 F.G. Willems, Le Juif Tryfon et Rabbi T. (Bijdr. 50,3, 1989, 278–292).

Tarsus

(422 words)

Author(s): Zangenberg, Jürgen | Schwemer, Anna Maria
[English Version] I. Archäologisch T. (Ταρσοι´, Xenophon, Anabasis, I 2,23; η῾ Ταρσο´ς, Arrian, Anabasis, II 4,5), Stadt westlich der Kilikischen Pforte (Kilikien; zur Lage s. Kleinasien, Karte). Dank der Lage am schiffbaren Unterlauf des Kydnos und an der Kreuzung der Straßen zw. Antiochien an die Ägäis und vom Mittelmeer ans Schwarze Meer besaß T. seit jeher Brückenfunktion zw. Orient und Okzident. Die für die Beziehungen des Ost-Mittelmeerraumes mit der Ägäis wichtigen Funde von Goldman, bes. die Kera…

Tartu

(750 words)

Author(s): Hauptmann, Peter | Maurer, Trude
[English Version] I. Stadt und Bistum 1224 nach der Eroberung einer alten Festung am Embach, der Wirz- und Peipussee miteinander verbindet, durch den Schwertbrüderorden gegründet, ist T. (estnisch, dt. Dorpat, russ. Jur'ev) die älteste Stadt Estlands (baltische Länder) und mit 101 000 Einwohnern (2001) die zweitgrößte. Der 1219 für die Esten berufene Bf. Hermann nahm 1224 seinen Sitz in T. und begann 1228 mit der Errichtung der Domkirche St. Peter und Paul, die im 14. und 15.Jh. zum größten Sakralbau…

Tast

(162 words)

Author(s): Schilling, Johannes
[English Version] Tast, Hermann (Harmen; 1490 oder 1491 Husum – 11.5.1551 ebd.), 1511 in Wittenberg immatrikuliert, 1534 und 1542 als Inhaber der Vikarie am Altar des Hl. Michael in der Husumer Marienkirche erwähnt, soll seit 1522, gefördert durch den Kaufmann Matthias Knutzen, in Husum »ev.« gepredigt haben. 1527 erster Prediger an der Marienkirche in Husum, wo er auch an der Neuordnung der Lateinschule beteiligt war. Er nahm als Wortführer an der Flensburger Disputation (8.4.1529; Schleswig-Holst…

Tatauierung

(353 words)

Author(s): Bräunlein, Peter J.
[English Version] leitet sich ab von dem tahitischen Wort tatau, »Wunden schlagen«. Mittels Stich- oder Schnittinstrumenten und Farbstoffen werden Ornamente, Symbole und Bilder dauerhaft in die Haut gezeichnet. Die T. ist weltweit verbreitet und ihr Ursprung ist wie der der Körperbemalung prähist. Je nach kulturellem Hintergrund beschränkt sich die T. auf wenige Punkte oder Kreise auf Handrücken, Stirn oder Kinn (vorderasiatische Nomaden, Inuit) oder ist bis hin zur Ganzkörper-T. entwickelt (Japan, Polynesien). Die T. erfolgt ritualisiert durch Spezialisten, nicht s…

Taten des Petrus und der zwölf Apostel (NHC VI, 1; ActPt)

(35 words)

[English Version] Apokryphen/Pseudepigraphen: IV. Neutestamentliche Apokryphen aus Nag Hammadi, 3. Literatur über die Apostel

Tat-Ergehens-Zusammenhang

(8 words)

[English Version] Tun-Ergehens-Zusammenhang

Tatian

(366 words)

Author(s): Petersen, William
[English Version] (ca.120 – ca.180), christl. Apologet, Vf. einer Evangelienharmonie, Philosoph und Enkratit (Enkratiten). In »Assyria« geboren (Oratio ad Graecos, XXXII 1), verfolgte er den Weg der »Wahrheitssuche«. Dies führte ihn zunächst zu verschiedenen griech. Philosophenschulen, bis er sich schließlich zum Christentum bekehrte. So kam er nach Rom (ca.155), wo er zum Kreis von Justins auditores gehörte. Irenaeus von Lyon berichtet (haer. I 28,1), daß T. nach Justins Tod (ca.165) »in der über…

Tätowierung

(8 words)

[English Version] Tatauierung

Taube

(309 words)

Author(s): Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] Taube, kunstgeschichtlich, Vogelsymbol in der Bibel und der christl. Kunst. Die T. steht im wesentlichen für die Seele, die Reinheit und den Hl. Geist. Nach der HB entsandte Noah anläßlich der Sintflut eine T. aus, trockenes Land zu suchen. Als Beweis für den Rückgang der Wasserfluten kehrte sie mit einem Olivenzweig im Schnabel zurück. Dies wurde zum Symbol des universellen Friedens (Gen 8,11). – Eine T. als Opfergabe galt als angemessenes Ritual der Reinigung für ein neugeborene…

Taube

(250 words)

Author(s): Hurst, Matthias
[English Version] Taube, Otto Frhr. v. (21.6.1879 Reval – 30.6.1973 Gauting), dt. Schriftsteller, dessen Werk zunehmend von einer christl. Haltung bestimmt wurde. Nach Jurastudium, Promotion und Referendariat in Leipzig studierte T. von 1906 bis 1910 Kunstgesch. in Leipzig, Berlin und Halle. Als freier Schriftsteller lebte er von 1918 an in Gauting bei München. 1936 trat er der Bekennenden Kirche bei und übernahm nach 1945 das Amt eines Lektors der Ev. Landeskirche in Bayern. Aus dem Baltikum stammen…

Taubstummenerziehung/Taubstummenseelsorge

(11 words)

[English Version] Schwerhörigenpädagogik/Gehörlosenpädagogik, Schwerhörigenseelsorge/Gehörlosenseelsorge

Taufbecken

(731 words)

Author(s): Neijenhuis, Jörg | Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] I. Liturgisch Am T. ist abzulesen, wie getauft wurde, Verzierungen weisen auf theol. Inhalte, der Formenwandel weist auf liturgische Bedeutungsänderungen hin. Wurde die urchristl. Taufe in einem fließenden Gewässer vermutlich durch Übergießen oder Untertauchen vollzogen, entstanden nachweislich seit ca. dem 3.Jh. Baptisterien, in die ein Becken eingelassen war, in das der Täufling zur Taufe hineinstieg. Seit dem 5./6.Jh. gab es T., die auf dem Boden standen und durch ein Ziborium …

Taufe

(19,410 words)

Author(s): Alles, Gregory D. | Avemarie, Friedrich | Wallraff, Martin | Grethlein, Christian | Koch, Günter | Et al.
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichAus religionswiss. Sicht ist die T. kein allg. Ritustyp (Ritus/Ritual), sondern ein Lustrationsritual, das sowohl im Christentum als auch in den gesch. mit diesem verwandten Rel. wie Judentum und Mandäismus durchgeführt wird. Die T. hat sich aus Lustrationsritualen antiker nahöstlicher Flußzivilisationen entwickelt, wobei die Einzelheiten dieser Entwicklung eher im dunkeln liegen. In der Spätzeit des Zweiten Tempels wurde die T. in mehreren Gemeinschaften…

Täufer

(1,830 words)

Author(s): Goertz, Hans-Jürgen
[English Version] I. Allgemein Die täuferischen Bewegungen gingen aus dem reformatorischen Aufbruch und den Wirren des Bauernkriegs um 1525 in Deutschland hervor. Sie griffen allgemeinreformatorische Losungen auf, wie das »sola scriptura«, das »sola gratia«, das allgemeine Priestertum, und stimmten in die Kritik am kath. Verständnis des Abendmahls (: II.,3.) ein. Sie weigerten sich, Unmündige zur Taufe zu tragen, und führten die Bekenntnis- bzw. Erwachsenentaufe ein. Die Taufe sollte als ein indivi…

Tauferneuerung/Taufgedächtnis

(209 words)

Author(s): Ruff, Anthony William
[English Version] . Die Taufe ist das grundlegende Sakrament christl. Lebens und christl. Identität. Daher entwickelten sich eine Reihe von Formen des Taufgedächtnisses (Tg.) und der symbolischen Erinnerung an die Taufe: die Verwendung von Weihwasser als Zeichen für den Jahrestag der eigenen Taufe, das Glaubensbekenntnis (Symbolum [Bekenntnis: IV.]), das Vaterunser und das Besprengen mit Weihwasser vor der Sonntagseucharistie (Asperges). Im MA wurde Weihwasser einseitig apotropäisch aufgefaßt, die…

Tauler

(451 words)

Author(s): Leppin, Volker
[English Version] Tauler, Johannes (ca.1300 Straßburg – 16.6.1361 ebd.). T. war neben Meister Eckhart und H. Seuse wichtigster Vertreter der deutschsprachigen Dominikanermystik (Mystik: III.,3.,b) am Oberrhein. Im Straßburger Konvent, dem er mit etwa 14 Jahren beigetreten war, ausgebildet, verfügte er über keinen theol. Abschluß, aber über gute Bildung; philos. hatte er Teil an der Neuplatonismusrenaissance im Dominikanerorden (Berthold von Moosburg). Theol. folgte T. wohl ohne persönliche Begegnun…

Taurellus

(242 words)

Author(s): Frank, Günter
[English Version] (Oechslein), Nikolaus (26.11.1547 Mömpelgard – 28.9.1606 Altdorf), studierte seit 1560 Philos. in Tübingen bei J. Schegk und Samuel Heiland (1533–1592); 1565 Beginn des Theologiestudiums. Seit 1566 Studium der Medizin in Basel bei Theodor Zwinger (1533–1588); 1570 Dr. med. 1573 erschien sein frühes Hauptwerk »Philosophiae triumphus«, erster Entwurf einer prot. Metaphysik, die aus drei Teilen besteht: einer theol. Anthropologie, der Prinzipienlehre der Metaphysik sowie der spekulat…

Taurus

(177 words)

Author(s): Lakmann, Marie-Luise
[English Version] Taurus, Calvisius (Lukios Kalbenos Tauros; 2.Jh. n.Chr.), mittelplatonischer Philosoph aus Beirut, lehrte in Athen. Sein Schüler Aulus Gellius zeichnet in den »Noctes Atticae« ein lebendiges Bild vom Schulalltag und von der Persönlichkeit seines Lehrers. T. vf. zahlreiche Monographien und Komm. zu einzelnen Dialogen Platos. Bei Johannes Philoponus sind mehrere Frgm. erhalten, in denen T. durch eine akribische philol. Untersuchung von Passagen des »Timaios« nachweist, daß die Welt …

Tausch

(278 words)

Author(s): Stroh, Ralf
[English Version] . Der Mensch ist wesentlich auf Kooperation mit anderen Menschen angewiesen. In einem weiten Sinne findet in jeder Interaktion – ob bewußt oder unbewußt – ein T. statt (Gedankenaustausch, Austausch von Zärtlichkeiten bzw. Feindseligkeiten). T. meint hier das erlebnismäßige Anteilnehmen und -geben der Interaktanten an ihrem je individuellen personalen Leben. In einem engeren Sinne meint T. den gewollten Austausch von Gütern (Dienstleistungen, Gegenstände, Geld), um die je eigene L…

Tausen

(127 words)

Author(s): Lausten, Martin Schwarz
[English Version] Tausen, Hans (1494 Birkende, Fünen – 1561 Ribe), luth. Reformator. Als Johannitermönch studierte er in Kopenhagen, Rostock, Louvain und 1523–1524 in Wittenberg. Darauf brach er mit der alten Kirche. Seit 1525 in Viborg und seit 1529 in Kopenhagen ansässig, war er einer der führenden dänischen Reformatoren. Er vf. polemische und liturgische Schriften, eine Übers. des Pentateuch aus dem Hebr. ins Dänische und eine Postille auf alle Sonn- und Feiertage. In theol. Hinsicht war T. ein …

Taxen

(222 words)

Author(s): Rees, Wilhelm
[English Version] (lat. taxare, »prüfen, (ab)schätzen«), sind rechtlich die auf einer gesetzlichen Grundlage beruhenden Vergütungssätze für bestimmte Leistungen. Im Unterschied zu erbetenen Unterstützungen (subventiones; c.1262 CIC/1983), diözesanen Steuern bzw. Abgaben (tributum; vgl. c.1263 CIC/1983), der Seminarsteuer (c.264 CIC/1983; Priesterseminar), Missionsabgaben (c.791, 4° CIC/1983) und zur Kirchensteuer werden Gebühren (taxae) für Akte der freiwilligen Rechtspflege (Verwaltung) oder den …

Taylor

(198 words)

Author(s): Tang, Edmond
[English Version] Taylor, James Hudson (21.5.1832 Barnsley, Yorkshire – 3.6.1905 China). Von seinem Vater schon bei der Geburt zum Chinamissionar bestimmt, nahm T. nach einem spirituellen Erlebnis mit 17 Jahren diese Berufung an. Im Alter von 21 Jahren ging er für die China Evangelical Mission nach China, war aber bald unzufrieden mit deren Missionsstrategie und -praxis. 1865 gründete er die China-Inland-Mission (CIM), die denominationsübergreifend war, im Gegensatz zu anderen Missionen nicht an der…

Taylor

(178 words)

Author(s): Anderson, Allan H.
[English Version] Taylor, William M. (2.5.1821 Rockbridge, VA – 18.5.1902 Palo Alto, CA). T. wurde 1842 Geistlicher der Methodisten, aktiver Mitarbeiter der National Association for the Promotion of Holiness und 1847 nach Kalifornien berufen, wo er als »California T.« bekannt wurde. Er eröffnete die erste methodistische Gemeinde in San Francisco und leitete evangelistische Open-air-Versammlungen. 1870 gelangte T. nach Indien und wurde dort ein früher Fürsprecher der indigenen Kirche und der Theorie …

Taylor

(147 words)

Author(s): Wallace, Peter
[English Version] Taylor, Nathaniel William (23.6.1786 New Milford, CT – 10.3.1858 New Haven, CT). Nach College-Abschluß in Yale 1807 und Theologiestudium bei T. Dwight wurde T. an der First Congregational Church in New Haven zum Pfarrer ordiniert (1812–1822). Von 1822–1858 Theologieprof. in Yale, entwickelte er die kontroverse New Haven Theology, eine Form des Calvinismus nach J. Edwards mit Tendenz zu evangelikaler Erweckungsfrömmigkeit (Erweckung: II.), die Ch.G. Finney, H. W. und L. Beecher und …

Taylor

(189 words)

Author(s): Hinson, E. Glenn
[English Version] Taylor, William (1765 Norwich – 5.3.1836 ebd.), berühmter engl. Übers. und Literaturkritiker. Der Vater unterrichtete T. in Fremdsprachenkorrespondenz für das Familienunternehmen. 1779 schickte er ihn ins Ausland. Nach Aufenthalten in Holland, Frankreich und Italien beherrschte der junge T. die franz. und ital. Sprache. Im Anschluß an einen kurzen Aufenthalt in England 1781 verbrachte er ein Jahr in Detmold, wo er seine Liebe zur dt. Sprache und Lit. entdeckte. Nach der Schließung…

Taylor

(189 words)

Author(s): Hooker, Morna
[English Version] Taylor, Vincent (1.1.1887 Edenfield, Lancashire, England – 28.11.1968 Winchester), methodistischer Geistlicher und Neutestamentler. Besuch des Richmond College, London (1907–1910); seit 1930 Tutor am Headingly College, Leeds, später dessen Rektor (1936–1953); 1954 Fellow of the British Academy (FBA); 1954 Präsident der Studiorum Novi Testamenti Societas (SNTS); 1960 Verleihung der Burkitt-Medaille für Bibl. Studien. Durch seinen entschiedenen Einsatz für die Bedeutung von hist. Fo…

Taylor

(246 words)

Author(s): Carter, Grayson
[English Version] Taylor, Jeremy (15.8.1613 Cambridge – 13.8.1667 Lisburn, Irland), Sohn eines Barbiers, studierte in Cambridge und wurde 1636 Fellow am All Souls College in Oxford. Danach bekleidete er Kaplanstellen bei Erzbf. W. Laud und Charles I.; 1638 wurde er Pfarrer in Uppingham, Rutland. Mit seiner Schrift »The Sacred Order and Offices of Episcopacy« (1642) erlangte er einen theol. Doktortitel. Während des Bürgerkriegs geriet er als Kaplan im Dienst der Krone in Gefangenschaft. Anschließend…

Technikethik

(207 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] ist diejenige Bereichsethik, welche die Vorzugswürdigkeitsfragen der Technikentwicklung und Technikanwendung behandelt. Ihre wesentlichen Themen sind: Verträglichkeit der Anwendung bestimmter Techniken mit der Würde des Menschen, Vorzugswürdigkeit konkurrierender Möglichkeiten der Technikentwicklung, Gerechtigkeitsfragen bei der Verteilung von Nutzen und Lasten des Technikeinsatzes, Gemeinwohlverträglichkeit, gerade auch langfristig, und Vorzugswürdigkeit verschiedener Technikpfa…

Technikfolgenabschätzung

(432 words)

Author(s): Wachlin, Klaus Anselm
[English Version] (TA, von engl. »technology assessment«), ist Reflex neuerer Entwicklungen der Technik: z.T. dramatische Nebenfolgen des technischen Fortschritts führen zu Technikkonflikten, Legitimations-, Steuerungs- und Vertrauensproblemen (Expertendilemma). An den Schnittstellen von Exekutive und Legislative, Wirtschaft/Wiss. und Öffentlichkeit entstehen Anforderungen, die Chancen und Risiken des wiss.-technischen Fortschritts mittels TA zu gestalten. Die erste politikberatende TA-Institution war das »Office of Technology Assessment« (OTA,…

Technik/Technologie

(4,351 words)

Author(s): Berg, Christian | Meisinger, Hubert | Krüger, Oliver | Schmidt, Jan C. | Herms, Eilert
[English Version] I. Begrifflich 1.Technik In der Antike meinte τε´χn̆η/téchnē urspr. handwerkliches Spezialistenwissen, konnte dann aber auch die Kompetenz für vernünftiges Vorgehen in anderen praktischen, künstlerischen oder philos. Gebieten bez. Bei Aristoteles ist téchnē die auf ein Hervorbringen (Praxis/Poiesis) gerichtete vernünftige Haltung; téchnē imitiert das Naturgeschehen, von dem sie zwar unterschieden, in das sie aber eingebettet ist. Mit der Kritik der aristotelischen Metaphysik wandelt s…

Tecumseh

(179 words)

Author(s): Adogame, Afe
[English Version] (1768 Old Piqua, OH – 15.10.1813 am Thames River, Ontario, Kanada), Angehöriger der Shawnee, gilt als polit. Führer verschiedener Indianervölker (Indianer). Im frühen 19.Jh. gelang T. die Gründung einer indianischen Konföderation. Nach einer rel. Erfahrung forderte 1805 Lalawethika, ein Bruder T.s, in seiner Lehre der kulturellen Erneuerung den Abbruch aller Kontakte mit den Amerikanern. Von 1808 an wandelte T. die rel. Bewegung in ein polit. Bündnis um und drang darauf, kollekti…

Te Deum

(11 words)

[English Version] Ambrosianischer Lobgesang (Te Deum)

Teellinck

(461 words)

Author(s): Kirn, Hans-Martin | König, Christopher
[English Version] 1.Willem , (4.1.1579 Zierikzee – 8.4.1629 Middelburg), niederländischer ref. Theologe und Erbauungsschriftsteller, wichtigster Vertreter der frühen Nadere Reformatie. Nach Jurastudium in St. Andrews and Poitiers 1604 Theologiestudium in Leiden, 1606 Pfarrer in Haamstede und Burg, 1613 in Middelburg, wo anfangs F. Gomarus und A. Walaeus zu seinen Kollegen zählten. T.s Entschluß zum Theologiestudium ging unmittelbar auf die Begegnung mit engl. Puritanern in Bradbury zurück, deren a…

Tefilla

(12 words)

[English Version] Gebet: XI. Judentum, 1. Antike

Tefillin

(8 words)

[English Version] Gebetsriemen

Tegernsee

(247 words)

Author(s): Treusch, Ulrike
[English Version] Tegernsee, ehem. Abtei und Stadt am T., Oberbayern. Das um 760 von den adligen Brüdern Otkar und Adalbert (später erster Abt) gegründete Kloster (Patrozinium des hl. Quirinus) war die bedeutendste bayerische Benediktiner-Abtei. Anfang des 9.Jh. eines der reichsten Königsklöster mit zahlreichen Eigenkirchen und Filialgründungen in Ilmmünster und St. Pölten (Niederösterreich), verfiel T. im 10.Jh. infolge der Säkularisation großer Teile der Klostergüter. Kaiser Otto II. ließ T. 978…

Tegnér

(244 words)

Author(s): Detering, Heinrich
[English Version] Tegnér, Esaias (13.11.1782 Kyrkerud, Värmland – 2.11.1846 Växjö). Der Pfarrerssohn wurde 1810 in Lund Prof. für Ästhetik, 1812 für Gräzistik und nach patriotischen Versdichtungen (Svea, 1811) 1818 Mitglied der Schwedischen Akademie, für die er zahlreiche Werke vf. Nach klassizistischen Anfängen entstand 1818–1825, durch ästhetische Reflexionen und Verserzählungen (u.a. Nattvardsbarnen, dt. Die Konfirmanden, 1820; Axel, 1822) vorbereitet und begleitet, sein Hauptwerk, das epische G…

Teilhabe

(478 words)

Author(s): Rese, Friederike
[English Version] . Plato verwendet den Begriff der T. (με´ϑεξις/méthexis) zum einen, um das Verhältnis der Ideen zu den Erscheinungen (Phänomen) zu erläutern, welche an den Ideen teilhaben, und zum anderen, um das Verhältnis von Ideen zueinander zu erläutern, welche aneinander teilhaben können. Bei der Verwendung des Begriffs im zweiten Sinne tritt an seine Stelle auch der Begriff der »Gemeinschaft« (κοιn̆ωn̆ι´α/koinōnía) (soph. 254b8–c5). Impliziert der Begriff der T., daß das Teilhabende einen geringeren Seinsrang hat als dasjenige, an dem es teilhat …

Teilhard de Chardin

(441 words)

Author(s): Hübner, Jürgen
[English Version] Teilhard de Chardin, Pierre (1.5.1881 Sarcenat bei Clermont-Ferrand – 10.4.1955 New York), Paläontologe und Theologe, 1899 Eintritt in die Gesellschaft Jesu (Jesuiten). Philosophieausbildung auf Jersey, 1905 Physiklehrer in Kairo, 1908 Theologiestudium in Hastings, 1911 Priesterweihe. Die Rezeption der Evolutionstheorie (Evolution) und der Versuch ihrer theol. Verarbeitung (Konzepte wie La Vie cosmique, 1916 u.a.) stießen im Orden auf Ablehnung. Der Kriegsdienst 1914–1919 als Sanitä…

Teilkirche

(246 words)

Author(s): Hierold, Alfred E.
[English Version] (ecclesia particularis). Begriff: T. wird in der kath. Kirche in einem doppelten Sinn gebraucht. Zum einen setzen wichtige Dokumente des Vaticanum II T. identisch mit der von einem Bischof und seinem Presbyterium geleiteten Kirche an einem bestimmten Ort (LG 23,1; 27,1; 45,2; CD 11,1 u. ö.). An anderer Stelle nennt das Konzil einen Verband von mehreren Diözesen ebenfalls T., die trotz eigener theol. und rechtlicher Traditionen die Einheit mit der Universalkirche wahren, z.B. die Rituskirchen (LG 13,4; OE 2–4; vgl. Kirchenverfassung: V.,2., d). Kirchenrechtli…

Tekoa

(8 words)

[English Version] Thekoa

Telefonseelsorge

(416 words)

Author(s): Wieners, Jörg
[English Version] . I. Nach frühen Anfängen in den USA an der Schwelle zum 20.Jh. gewannen erst Mitte der 50er Jahre telefonische Notrufe größere Bedeutung. In Europa begründete als erster Chad Varah (London 1953) mit den »Samaritans« eine lebensfähige Organisation. In Deutschland folgten bald drei Gründungen mit ungleichen Konzeptionen: Im Oktober 1956 wurde auf Betreiben von Klaus Thomas in Berlin die Rufnummer der »Ärztlichen Lebensmüdenbetreuung« veröff. Dieses Datum gilt gemeinhin als der Begi…

Telemann

(436 words)

Author(s): Hobohm, Wolf
[English Version] Telemann, Georg Philipp (14.3.1681 [nach julianischem Kalender] Magdeburg – 25.6.1767 Hamburg), galt den Zeitgenossen als bedeutender Komponist von Kirchenmusik (: IV.,4., a; Kantatenjahrgänge [Kantate], oratorische Passionen), Passionsoratorien (B.H. Brokkes-Passion, 1716; Seliges Erwägen, 1722; Der Tod Jesu, 1755 [Passionsmusik: IV., Oratorium]), Opern (Socrates, 1721; Pimpinone, 1728; Emma und Eginhard, 1728), Instrumentalmusik und Liedern. Ca. 50 Drucke (u.a. fünf Kantatenjahrg…

Teleologie

(3,334 words)

Author(s): Evers, Dirk | Hewlett, Martinez J. | Angehrn, Emil | Herms, Eilert
[English Version] I. Zum Begriff T. ist ein 1728 von Ch. Wolff geprägter Neologismus (Philosophia rationalis sive logica, 1728, § 85), der denjenigen Teil der Naturphilosophie bez., der die Dinge von ihrem Zweck (griech. τε´λος/télos, »Ende, Ziel«) her erklärt, und ist von hier aus in andere Sprachen gewandert. Sachlich hat der Begriff jedoch eine weit zurückreichende Vorgesch. Bei Aristoteles ist die Betrachtung der Erscheinungen gemäß des Worumwillen (ου῾˜ ε῞n̆εκα/hoú héneka, »worumwillen«) eine der vier Formen der Kausalität, vom lat. MA als causa finalis b…

Teleologische Ethik

(10 words)

[English Version] Güterethik

Teleonomie

(453 words)

Author(s): Hewlett, Martinez J.
[English Version] . Ch.R. Darwin bestritt nicht, daß die Natur zweckmäßig gestaltet sei. Vielmehr führte ihn die Offensichtlichkeit dieser Zweckmäßigkeit zu der Frage, wie sie zustande kommt. Die Antwort gab er in seiner Evolutionstheorie (Evolution: IV.), welche von einem gemeinsamen Vorfahren ausgeht und die Komplexität der belebten Welt durch das anhaltende Wechselspiel zw. Modifikation bei der Vererbung und natürlicher Auslese erklärt. Eine ganz andere Antwort gab W. Paley in seiner Naturtheol…

Tell Dēr ʿAllā

(360 words)

Author(s): Hübner, Ulrich
[English Version] liegt im zentralen Jordangraben, 5 km östlich des Jordan und 1,5 km nördlich des Jabbok, und war Kreuzungspunkt wichtiger Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen. Grabungen der Universität Leiden (Hendricus Jacobus Franken; Gerrit van der Kooij) und der Universität Irbid (Moawiyah M. Ibrahim; Zaidan Kafafi) seit 1960 haben die Grundzüge der Besiedlung nachgewiesen: Spätestens seit der MB-Zeit II besiedelt, war der Hügel in der SB-Zeit Heiligtum und Marktzentrum der Region. Zu den Fun…

Teller

(587 words)

Author(s): Beutel, Albrecht
[English Version] 1.Romanus , (21.2.1703 Leipzig – 5.4.1750 ebd.), 1719 Studium der Philos. und Theol. in Leipzig (1721 M.A.), 1723 Katechet an St. Petri, 1727 Sonnabendprediger an St. Thomae ebd., 1730 Diakonus an St. Maximi in Merseburg, 1731 Katechet an St. Petri, 1737 Diakonus, 1745 Pastor an St. Thomae in Leipzig. Daneben als Bacc. theol. seit 1723 exegetische und homiletische Vorlesungen, 1735 a.o., 1740 o. Prof. der Theol. in Leipzig, 1741 zudem Domherr in Zeitz. – T. war ein überregional g…

Tell es-Saʿīdīye

(210 words)

Author(s): Hübner, Ulrich
[English Version] . Laut den Ausgrabungen durch Pritchard 1964–1967 und seit 1985 durch Tubb war die im zentralen Jordantal gelegene Ortslage spätestens seit der FB-Zeit besiedelt, erlebte in der ausgehenden SB-Zeit und der frühen E-Zeit eine urbane Blüte, wahrscheinlich als Sitz eines äg. Gouverneurs. Das einzigartige Wassersystem bestand aus einer überdachten Treppe, die zu einer Quelle extra muros führte. Nach einer Besiedlungslücke lebte die Stadt als Teil des Kleinstaates Israel wieder auf, b…

Tell es-Sebaʿ

(269 words)

Author(s): Herzog, Ze'ev
[English Version] (1 Hektar) liegt an der Mündung des Nahal Hebron ins Nahal Beersheba. Früheste Besiedlung datiert in die E-Zeit I (Strata IX–VIII, Wohn- und Vorratsgruben, spätes 11. bis frühes 10.Jh. v.Chr.). Stratum VII (Teil einer Siedlungswelle im Beersheba-Tal und Negev-Hochland, frühe E-Zeit II A, spätes 10.Jh.) ist ein Häuserring mit Zentralplatz. Nach Zwischenphase Stratum VI entstand die erste befestigte Stadt (Stratum V, Massivmauer, Glacis, Doppeltor, Wassersystem, wiederbenutzt Strat…

Telos

(9 words)

[English Version] Teleologie, Zweck/Mittel

Tempel

(8,167 words)

Author(s): Maier, Bernhard | Berlejung, Angelika | Steimle, Christopher | Bieberstein, Klaus | Zellentin, Holger | Et al.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Das dt. Wort »T.« geht über mhd. »tempel« (mask. und ntr.) zurück auf ahd. »tempal« (ntr.), eine Entlehnung aus dem lat. Wort »templum«. Als Begriff der religionswiss. Fachsprache steht das Wort neben den allgemeineren Benennungen »Heiligtum« und »Kultstätte«. Dabei hat sich die Verwendung der urspr. lat. Bez. über den Bereich der griech.-röm. Antike hinaus v.a. für solche Anlagen durchgesetzt, die im Hinblick auf ihre bauliche Gestalt (Monumentalität,…

Tempelgesellschaft

(362 words)

Author(s): Perry, Yaron
[English Version] (Deutscher Tempel). Die Ursprünge der T. liegen in der geistl. Erneuerungsbewegung des dt. Pietismus des 17.Jh. Im 19.Jh. sammelten Ch. Hoffmann und Georg David Hardegg (1812–1879) Tausende württembergische Untertanen und gründeten 1854 die »Gesellschaft für Sammlung des Volkes Gottes in Jerusalem«. Streit mit der ev. Kirche führte 1861 zur Spaltung und Formierung als »Dt. Tempel« mit dem Ziel, soziale Reformen anzustoßen und in Deutschland das Interesse zu wecken, diesen geistl.…

Tempel im Buddhismus

(14 words)

[English Version] Kloster: III. Buddhismus

Tempelrolle

(779 words)

Author(s): Lange, Armin
[English Version] . I.Handschriften und Einfluß in Qumran. Von der T sind drei Handschriften erhalten: 4QT (4Q524), 11QT a.b (11Q19.20). Die Zuordnung von 11Q21 (11QT c) ist unsicher. Paläographie und Bruchstrukturen weisen 4Q365a (4QT?) der Hs. 4Q365 (4QRP c) zu. 11QT a ist mit Resten von 66 Kolumnen (= 8,148 m von urspr. ca.9 m) die am besten erhaltene Rolle. Als älteste erhaltene Hs. wird 4QT paläographisch 150–125 v.Chr. datiert (Puech 87f.). Der Text der T-Hsn. ist bei kleineren Abweichungen weitgehend identisch. Die Reparatur in 11QT a I–IV könnte eine bes. Wertsc…

Tempels

(143 words)

Author(s): Ustorf, Werner
[English Version] Tempels, Placide (18.2.1906 Berlaar, Belgien – 9.10.1977 Hasselt, ebd.), einflußreicher, nicht unumstrittener franziskanischer Theologe in der Demokratischen Republik Kongo (1933–1962) und Gründer der Jamaa. T. kritisierte kolonialistische Mentalität und traditionelle Missionsmethoden. Indem er einheimische Konzepte wie »Fruchtbarkeit« und »Lebenskraft« ernst nahm (Bantoe-Filosofie, 1945/46, zahlreiche Übers.), kam es zu einem Dialog zw. Theol. und afrikanischer Ontologie (Notre R…

Temple

(166 words)

Author(s): Carter, Grayson
[English Version] Temple, William (15.10.1881 Exeter – 26.10.1944 Westgate-on-Sea). Nach dem Studium in Oxford bekleidete T. eine Reihe hoher Ämter in der Church of England, u.a. war T. Bf. von Manchester (1921) und Erzbf. von York (1929), bis er 1942 zum Erzbf. von Canterbury aufstieg. Seine Beiträge zu Kontroversen um soziale, internationale und ökonomische Themen fanden bes. Beachtung. T. war in der frühen ökumenischen Bewegung aktiv und unterstützte die Bewegungen »Faith and Order« (Bewegung fü…

Templer

(8 words)

[English Version] Tempelgesellschaft

Templerorden

(481 words)

Author(s): Sarnowsky, Jürgen
[English Version] (Sacra Domus Militiae Templi Hierosolimitani). I.Gründung. Der T. entstand um 1118/19 aus einer Gemeinschaft von Rittern, die – wohl wie die späteren Johanniter (Malteser-/Johanniterorden) und Kanoniker vom Hl. Grab – im Umfeld des Patriarchen von Jerusalem lebten. Unter Hugues de Payns (gest.1136/37) widmeten sie sich dem Schutz der nach Jerusalem reisenden Pilger und erhielten von König Balduin II. eine Unterkunft im palatium oder templum Salomonis (der Al-Aqṣā-Moschee), die namen…

Temporalien

(153 words)

Author(s): de Wall, Heinrich
[English Version] . Als T. bez. man das »zeitliche« Vermögen der Kirche, d.h. solche (Vermögens-)Güter und Rechte, die im Gegensatz zu den »Spiritualien« nicht unmittelbar geistl. Charakter haben. Die Trennung der T. von den Spiritualien war hist. insbes. für die Lösung des Investiturstreits von Bedeutung, wo zw. der Einsetzung der Bischöfe in das geistl. Amt und in die weltl. Herrschafts- und Vermögensrechte unterschieden wurde. Im röm.-kath. Kirchenrecht wird das kirchl. Vermögensrecht im V. Buc…

Tempus per annum/Grüne Sonntage

(177 words)

Author(s): Praßl, Franz Karl
[English Version] . Außerhalb des Oster- und Weihnachtsfestkreises gab es in der röm. Liturgie drei Meßformulare für – je nach Ostertermin – sechs mögliche Sonntage nach Epiphanias (Epiphanie: V.) und 23 für 28 mögliche Sonntage nach dem Pfingstfest, die im MA sowohl »nach Pfingsten« (bis 1970 kath. Usus) als auch »nach Trinitatis« (Trinitatisfest; ev. Usus) gezählt worden sind. Alle diese gewöhnlichen (»ferialen«) Sonntage hatten die liturgische Farbe (: II.) grün und konnten von höheren Festen v…

Temura

(204 words)

Author(s): Dan, Joseph
[English Version] , Auslegungsmethode der hebr. Midrashlit., bei der jeder Buchstabe eines Bibelverses durch einen anderen ersetzt werden kann, so daß in der göttlichen Sprache der Schriften neue Bedeutungsebenen entstehen. Urspr. ist die Methode bibl., denn Jeremia nennt die Stadt Babylon (hebr. Bavel) zweimal »Sheshakh« (Jer 25,26; 51,41). Hier wurde die als ATBSh bez. T.-Technik angewandt, in der die 22 Buchstaben des hebr. Alphabets in einer Spalte vom Anfang bis zum Ende und in einer zweiten daneben in umgekehrter Reihenfolge notiert werden. Somit wird der erste Buchstabe א …

Tendai shū

(343 words)

Author(s): Kleine, Christoph
[English Version] Tendai shū, Name einer der großen buddhistischen Denominationen Japans. Der chinesische Vorläufer der T., die Tiantai zong, wurde im 6.Jh. von Zhiyi (538–597) auf dem Berg Tiantai gegründet. Diese hat keinen unmittelbaren Vorläufer in einer indischen Denkschule und zeichnet sich durch eine dezidiert chinesische Interpretation der Mahāyāna-Lehren aus, als deren Gipfelpunkt das Saddharma-puṇḍarīka-sūtra (Lotus-Sutra) betrachtet wird. In ihrer Ontologie, Metaphysik und Logik stütz…

Tenebrae

(7 words)

[English Version] Trauermette

Tennant

(167 words)

Author(s): Fermer, Richard M.
[English Version] Tennant, Frederick Robert (1.9.1866 Burslem, Staffordshire – 9.9.1957 Cambridge), Naturwissenschaftler, Priester und seit 1931 Prof. der Theol. am Trinity College in Cambridge. In seinem Werk »Philosophical Theology« (2 Bde., 1928–1930) verficht er eine »empiristische« Theol. Die Erforschung des ordo cognoscendi biete den einzigen Zugang zu Erkenntnissen über den ordo essendi. T. war nicht nur von J. Locke und J. Butler, sondern auch von der genetischen Psychologie seines Cambridg…

Tennent

(165 words)

Author(s): Coalter, Milton J.
[English Version] Tennent, William (1673 Schottland – 6.5.1746 Neshaminy, PA, USA), presbyterianischer Geistlicher und Pädagoge. T. studierte an der Universität Edinburgh. Seine Mitgliedschaft in der presbyterianischen Kirche gab er auf und wurde in der Church of Ireland ordiniert. Nachdem er aber 1718 mit seiner Frau und seinen fünf Kindern in die USA eingewandert war, wurde er als Geistlicher in die presbyterianische Synode (Presbyterianer) von Philadelphia aufgenommen, da er zuvor den nichtbibl.…

Tennhardt

(247 words)

Author(s): Schneider, Hans
[English Version] Tennhardt, Johannes (2.1.1661 Dobergast, Sachsen – 12.9.1720 Kassel), radikalpietistischer Wanderprediger. Der Sohn eines reichen Bauern, der nach abgebrochener höherer Schulbildung als Barbier, dann seit 1688 in Nürnberg als Perückenmacher arbeitete, hatte sich schon in seiner Jugend mit myst. Schrifttum beschäftigt, das auch seine spätere Religiosität prägte. Nach dem Tod seiner Frau erlebte er 1704 in einer der sich fortan oft wiederholenden Visionen die Berufung zum »Kanzliste…

Tennyson

(168 words)

Author(s): Meller, Horst
[English Version] Tennyson, Alfred, Lord (6.8.1809 Somersby – 6.10.1892 Aldworth). Der namhafteste Dichter des Viktorianismus war Sohn eines Pfarrherrn, wurde von ihm weitgehend privat unterrichtet und kam 1827 an das Trinity College, Cambridge. Der plötzliche Tod eines Studienfreunds 1833 überschattete sein Leben mit Melancholie. – Bevor T. sein dem Freunde gewidmetes elegisches Hauptwerk »In Memoriam« (1850) veröff., war er schon Sprachrohr seiner Ära geworden. Musikalität und humanistische Gedank…

Tenorio

(146 words)

Author(s): Bey, Horst von der
[English Version] Tenorio, Gonzalo (1602 Jaen de Bracamoros, Bistum Quito – 1682[?] Spanien), peruanischer Franziskanerpriester, Studium der Theol. und Künste, Missionar und Provinzial. Bekannt wurde er durch ein titelloses sechzehnbändiges Werk: Die universelle Monarchie Christi habe mit der Schöpfung begonnen, wurde durch Adam und Eva unterbrochen und durch die Erlösung teilweise wiederhergestellt. Ein drittes, millenaristisches Reich werde mit der Proklamation eines Dogmas der Unbefleckten Empfä…

Tenrikyō

(339 words)

Author(s): Triplett, Katja
[English Version] Tenrikyō, »Lehre vom Himmelsprinzip«. 1838 von Miki Nakayama (1798–1887) in Japan gegründet, die sich als Verkünderin der Worte der universalen Schöpfergottheit Oyagami (»Elterlicher Gott«) begriff. Obwohl als endgültige, wahre Rel. konzipiert, paßte sich T. zunächst an die organisatorische Struktur des Sektenshintō (Shintoismus) an. Ritus, Kultus und klerikale Organisation wurden 1949 revidiert. T. ist eine eigenständige rel. Körperschaft. 2002 betrug die Zahl der Mitglieder, yō…

Teología India/Indianische Theologie

(553 words)

Author(s): Chamorro, Graciela
[English Version] bez. seit den 80er Jahren des 20.Jh. eine Bewegung der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas und der Karibik, der sich sowohl einheimische kath. und ev. Priester sowie Laien als auch Intellektuelle des Indigenismus (Indigenisierung) angeschlossen haben. Aus den indigenen Rel. sowie aus den verschiedenen christl. Glaubensüberzeugungen der Kreolen möchte sie eigene theol. Ansätze entwickeln. Aus Sicht der kirchl. Hierarchie drückt sich in der T.I. der christl. Glaube der Ureinwohner in neuer Form aus. Dies geschieht unter Berufung au…

Terafim

(154 words)

Author(s): Staubli, Thomas
[English Version] (hebr. תְּרָפִים), bez. im AT ein häusliches Orakelinstrument, das in einem Kamelsattel verstaut werden (Gen 31,19.34f.), menschliches Aussehen haben (1Sam 19,13.16), manchmal aus Holz und Teil des kultischen Inventars eines Privatheiligtums (Ri 17f.) sein konnte. Einiges deutet darauf hin, daß es die vergöttlichten Ahnen (: III.) figürlich repräsentiert (Jenseitsvorstellungen: II.,2.). – Die sichere Identifikation mit archäologisch bezeugten Artefakten aus dem Bereich des Ahnenkul…

Teresa

(174 words)

Author(s): McLeod, Hugh
[English Version] Teresa, Mutter T. (Agnes Bejaxhiu; 27.8.1910 Skopje – 5.9.1997 Kalkutta), als »Heilige zu Lebzeiten« durch einen Dokumentarfilm des brit. Fernsehens (1969) weltberühmt geworden. Die albanische Katholikin wurde mit 18 Jahren unter dem Namen T. Nonne und ging nach Indien. Nach 20 Jahren Lehrtätigkeit gründete sie 1950 die Missionaries of Charity mit einem von ihr selbst als Oberin geleiteten Mutterhaus in Kalkutta. Die wohltätige Institution mit ihren Heimen für Bettler, Kolonien fü…

Teresa von Avila

(14 words)

[English Version] Theresa von Ávila

Terministischer Streit

(350 words)

Author(s): Kaufmann, Thomas
[English Version] . Der t.S. entzündete sich an der im luth. Protestantismus im Anschluß an CA 12 (Augsburger Bekenntnis) üblichen Praxis, im Angesicht des Todes durch Beichte und Abendmahl den Zuspruch der Seligkeit unabhängig von einer identifizierbar christl.-sittlichen Lebensführung zu gewähren. Demgegenüber wurde von pietistischen Theologen, insbes. dem sich auf J.K. Dannhauer berufenden Ph.J. Spener, im Anschluß an Hebr 3,7 die These einer von Gott bestimmten Gnadenfrist zur Buße (tempus per…

Territorialismus/Territorialsystem

(425 words)

Author(s): Link, Christoph
[English Version] bez. eine staatskirchenrechtliche Theorie, nach der die umfassende Herrschaftsgewalt des Fürsten auch die Herrschaft über Kirche und öfftl. Religionsausübung im Lande einschließt und sich demgemäß alle kirchl. Leitungsbefugnisse vom Landesherrn herleiten. Zeitlich löst das Territorialsystem in unscharfem Übergang das Episkopalsystem ab (in dessen Begründung zunehmend territorialistische Argumente einfließen) und konkurriert im 18. und beginnenden 19.Jh. mit dem Kollegialsystem (K…

Territorialkirchengeschichte

(1,362 words)

Author(s): Peters, Christian
[English Version] I. Begriff und Wesen Die T. (auch: Landeskirchengesch. [LKG]; Landeskirche) ist eine Teildisziplin der hist. Theol. (Kirchengeschichte). Sie bezieht sich auf verfaßte Kirchengebiete der Gegenwart (Kirchenordnungen) und bringt deren spezifische Traditionen und Eigenarten zur Geltung. Dabei sind die Interdependenzen von T., allg. Kirchengesch., Landesgesch. und allg. Gesch. hochgradig variant. Im Rahmen der hist. Theol. kommen der T. wichtige Funktionen zu: Die T. erschließt der hist. Theol. ein breites Spektrum örtlicher Quelle…

Terror/Terrorismus

(328 words)

Author(s): Reuter, Hans-Richard
[English Version] bez. den planmäßigen Einsatz bes. brutaler, schockierender Gewalt zur Verfolgung polit. Ziele. Die Definition des Akteurs ist umstritten: Begriffsgesch. bezog sich Terrorismus (T.) zunächst (nach der Franz. Revolution) auf die Gewaltherrschaft des Staates. Die Eingrenzung des Begriffs auf Formen substaatl. Gewaltanwendung geht davon aus, daß Methoden des antikolonialen Befreiungskampfes von anderen Gruppen übernommen und auf andere Konflikte übertragen worden sind. Es empfiehlt s…

Tersteegen

(766 words)

Author(s): Benrath, Gustav Adolf
[English Version] Tersteegen, Gerhard (25.11.1697 Moers – 3.4.1769 Mülheim/Ruhr), ev. Laientheologe und Seelsorger, Schriftsteller und Liederdichter. Einer kirchl. frommen ref. Familie entstammend, durchlief der junge T. nach gründlicher Gymnasialbildung in Moers eine vierjährige Kaufmannslehre in Mülheim/Ruhr, wo er zeitlebens wohnhaft blieb. Von Anhängern des hier verbreiteten Pietismus erweckt, begann er einen rigoros weltabgekehrten Wandel in der »Nachfolge des armen Lebens Jesu«. Dabei vertief…

Tertiarier/Tertiarierinnen

(8 words)

[English Version] Terziaren/Terziarinnen

Tertullian

(1,253 words)

Author(s): Moreschini, Claudio
[English Version] Tertullian, Quintus Septimius Florens (ca.160–170 n.Chr. Karthago – nach 220 n.Chr.) I. Biographie Den Werken antiker Schriftsteller sind nur wenige Hinweise auf T. zu entnehmen (Hier.vir.ill. 53; Aug., De haeresibus, 86). Trotz der Skepsis einiger Kritiker läßt sich das Leben T.s rekonstruieren: Er wurde als Sohn eines in Karthago stationierten Militärs geboren. Seine Jugend war neben lit. und juristischen Studien dem gesellschaftlichen Leben gewidmet (apol. 18,4; res. 59,3); eine Identif…

Terziaren/Terziarinnen

(360 words)

Author(s): Eder, Manfred
[English Version] (Tertiarier, -innen), Mitglieder eines Dritten Ordens (tertius ordo). I.Weltliche Terziaren/Terziarinnen. Vereinigungen von Männern oder Frauen, die sich seit dem 11./12.Jh. zur Erreichung rel. oder sozialer Ziele an den männlichen (Erster Orden) oder weiblichen (Zweiter Orden) Zweig bestehender Orden anschlossen, insbes. an die im 13.Jh. entstehenden Bettelorden. Der wichtigste war und ist bis heute der Franziskanische Dritte Orden (Tertius Ordo Franciscanus, TOF; Franziskaner/Franziska…

Teschemacher

(135 words)

Author(s): Kampmann, Jürgen
[English Version] (Teschenmacher, Techenmacher), Werner (13.9.1590 Elberfeld – 2.4.1638 Xanten). Ref. erzogen, erwies sich der Bürgermeisterssohn nach Studium der Theol. in Herborn, Burgsteinfurt und Heidelberg sowie Pfarrdienst in Grevenbroich (1611), Sittard (1613) und Elberfeld (1615) als Hofprediger im Dienst der brandenburgischen Regierung in Kleve (1617) und später in Emmerich (1623) als hochbegabter, konsequenter Sachwalter der Anliegen der Reformierten am Niederrhein angesichts gegenreformat…

Teschner

(82 words)

Author(s): Lange, Barbara
[English Version] Teschner, Melchior (29.4.1584 Fraustadt – 1.12.1635 Oberpritschen, Fraustadt). Studierte in Frankfurt/O. (ab 1601) und Wittenberg (1608) Theol., Philos.; Musik bei Bartholomäus Gesius (1560–1613). 1609 Kantor in Fraustadt, ab 1614 Pfarrer in Oberpritschen. Vertonte das Lied »Valet will ich dir geben« des Fraustädter Pfarrers V. Herberger (veröff. 1614). Auch als Lehnmelodie beliebt (z.B. Gotteslob 468), ist sie mit Herbergers Text im EG (523) erhalten. Barbara Lange Bibliography S. Fornaçon, M.T. (MuK 27, 1957, 231–235) W.Lührs (HdbEG 2, 1999, 322f.).
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