Religion in Geschichte und Gegenwart

Get access Subject: Religious Studies

Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

For more information: Brill.com

Ta'amej ha-Mizwot

(10 words)

[English Version] Mizwot

Taanach

(276 words)

Author(s): Niemann, Hermann Michael
[English Version] überblickt von Süden die Jesreelebene. Es war in FB II–III und MB II befestigt. 1468 v.Chr. beschädigte Tutmoses III. T., ebenso Schischak (ca.930 v.Chr.). T. Keilschriftarchiv (das einzige in Palästina) erwähnt Rehov, Gur, Dothan, Jibleam; Amanhatpa (evtl. Amenhotep II.) beklagt mangelnden Respekt des Stadtfürsten. In SB-/früher E-Zeit war T. Metallverarbeitungszentrum. Fürst Yašdata kämpfte gegen Lab'ayu von Sichem (EA 244f.248). Die Besiedlung nahm Mitte 14./spätes 13.Jh. ab, …

Tabernakel

(467 words)

Author(s): Ebenbauer, Peter | Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] I. Begriff und Herkunft T., lat. tabernaculum, »Zelt/Hütte«, Gehäuse zur Aufbewahrung des eucharistischen Brotes und seiner Gefäße in christl. Sakralräumen. T. dient in der Vulgata zur Bez. des atl. Bundeszeltes (Stiftshütte) sowie des Bildes vom endzeitlichen Wohnen Gottes unter den Menschen (Apk 21,3) und wurde in der lat. Kirche zum terminus technicus für das Sakramentshäuschen. In der Alten Kirche wurde konsekriertes Brot (Konsekration) aus der Eucharistiefeier in eigens dafür h…

Tabga

(163 words)

Author(s): Zangenberg, Jürgen
[English Version] (Et-Tabga, von griech. ε῾πτα´πηγοn̆/heptápēgon, »Siebenquell«), bez. den 3 km südwestlich von Kapernaum gelegenen Uferstreifen am See Genezareth. In ntl. Zeit landwirtschaftlich genutzt (Flav.Jos.Bell. III 519), wurde T. ab Mitte des 4.Jh. mit ntl. Erzählungen (Mk 6,35–44 parr.; Joh 21) und den Seligpreisungen verknüpft (zuerst belegt bei Egeria in Petrus Diaconus, De Locis Sanctis, 5,2f.). Entscheidend dafür war die Erreichbarkeit für Pilger, kaum eine ungebrochene judenchristl. Or…

Tabor

(158 words)

Author(s): Müller-Clemm, Julia
[English Version] Tabor, kegelförmiger Berg mit Hochplateau (588 m) am Nordostrand der Jesreelebene (Israel). Der T. wird im AT u.a. erwähnt als Grenzmarke zw. Stammesgebieten (Jos 19,12.22.34), Truppenversammlungsort (Ri 4,6.12.14f.) sowie in den Ortsnamen Kislot- und Asnot-T. (Jos 19,12.34). Die kultische Bedeutung des T. ist weder atl. (vage: Ps 89,13; Hos 5,1) noch archäologisch noch namensetym. nachgewiesen (vgl. griech. Namensvariante I- bzw. Atabyrion im Zusammenhang mit rhodischem Zeus Ata…

Taboriten

(9 words)

[English Version] Hus, Johann(es)/Hussiten

Tabu

(755 words)

Author(s): Kreinath, Jens
[English Version] Tabu, religionswissenschaftlich. Das polynesische Wort tabu ist neben mana und totem eines der wenigen Worte außereur. Herkunft, die im 19.Jh. zu einem Schlüsselbegriff religionsethnologischer Fachsprache avancierten. Die Gesch. des Tabubegriffs spiegelt nicht nur die eur. Auseinandersetzung mit dem Problem des Verstehens fremden Denkens wider, sondern gibt auch Aufschluß über die Brisanz kulturwiss. Theoriebildung für die Bestimmung eines problematisch gewordenen Begriffs. Mit den Reiseberichten von James Cook wurde das Wort t. 1784 erst…

Tabula Peutingeriana

(12 words)

[English Version] Landkarten, antike

Tacitus

(574 words)

Author(s): Cancik, Hubert
[English Version] Tacitus, Publius (Caius ?) Cornelius (ca.55 – nach 116 n.Chr.). Leben und Werk: T. war Praetor (88) und Quindecimvir (?), Consul suffectus (97), Proconsul der Provinz Asia (112/13). Die Biogr. seines Schwiegervaters Cnaeus Iulius Agricola (gest.93) verbindet die laudatio funebris (Totenkult: III.) mit einer Ethnographie Britanniens. Die Ethnographie des freien, d.h. (noch) nicht röm. Germaniens (vf. um 100) zeichnet typisierend und idealisierend das Bild eines unverbildeten »Naturvolkes« u…

Tadschikistan

(360 words)

Author(s): Abdullaev, Evgeniy
[English Version] . Die seit dem 9.9.1991 unabhängige Republik von T. ist eine an Usbekistan, Kirgisien (Kirgistan), China und Afghanistan grenzende Nation in Zentralasien (Asien, s. Karte). T. umfaßt ein Gebiet von 143 100 km 2 mit einer Bevölkerung von z.Z. etwa 6,8 Mio., zu 80% Farsi sprechende Tadschiken, Nachfahren der altir. Stämme, die im Nordosten der alten pers. Reiche siedelten und bis zur Verbreitung des Islam zoroastrischen (Zarathustra/Zoroastrismus), buddhistischen, nestorianischen (Nestorianismus) und manichäis…

Tafel

(147 words)

Author(s): Neugebauer-Wölk, Monika
[English Version] Tafel, Johann Friedrich Immanuel (17.2.1796 Sulzbach, Schwaben – 29.8.1863 Bad Ragaz), Schriftsteller und Universitätslehrer in Tübingen. Aufgewachsen im württembergischen Pietismus, wurde T. früh zum Anhänger E. Swedenborgs. Nach dem Theologiestudium begann er – ab 1824 als Tübinger Universitätsbibliothekar – mit der Übers. und Auslegung von dessen Schriften für das dt. Publikum. T. verstand Swedenborg als Gottgesandten, dem durch Christus selbst Erleuchtungen geschenkt wurden. Kri…

Taffin

(155 words)

Author(s): Strohm, Christoph
[English Version] Taffin, Jean (1529/30 Doornik [Tournai] – 15.7.1602 Amsterdam), ref. Theologe, war nach dem Studium bei Calvin und Th. Beza in Genf 1558–1560 Pfarrer in Aachen, Metz, Antwerpen, Heidelberg und am Ende seines Lebens in Haarlem und Amsterdam. 1571 nahm er führend an der niederländischen Synode in Emden teil und wurde 1574–1583 Hofprediger Wilhelms von Oranien. Mit seiner Ausrichtung auf die innere Gnadenerfahrung und der Beschreibung christl. Lebens als Buße wurde T. einer der Pioniere der Nadere Reformatie. Christoph Strohm Bibliography Vf. u.a.: Des marque…

Tagebuch

(425 words)

Author(s): Schmidt, Thomas
[English Version] Tagebuch, vom Kalender segmentierte Aufzeichnungen, in denen ein realer oder fiktiver Vf. Ereignisse seines Erfahrungsraums chronologisch manifestiert. Das T. ist im wesentlichen ein Produkt der Individualisierungsprozesse der eur. Neuzeit. Ob der Vielfalt seiner Gegenstände und sprachlichen Formen sind die Definitionsgrenzen fließend: Von der Autobiogr. (Biographie) unterscheidet es sich durch Aktualität, Unmittelbarkeit, Diskontinuität, Zukunftsoffenheit und einem fehlenden Ges…

Tagewählerei

(104 words)

Author(s): Hutter, Manfred
[English Version] . Als Technik der Divination/Mantik ist T. eine Praxis, die davon ausgeht, daß bestimmte Tage für die Durchführung mancher Handlungen günstig bzw. ungünstig sind. Hemerologien, die solche Tage verzeichnen, sind aus dem alten Ägypten und Mesopotamien, dem Raum der klassischen Antike, der jüd.-christl. Tradition genauso überliefert wie aus dem chinesischen und aztekischen Kulturkreis. Manfred Hutter Bibliography M. Kalinowski, Les traités de Shuihudi et l'hémérologie chinoise à la fin des Royaumes-Combattants (T'oung Pao 72, 1986, 175–228) Ch. Leitz, T. D…

Tagore

(267 words)

Author(s): Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] Tagore, Rabīndranāth (6.5.1861 Kalkutta – 7.8.1941 Shantiniketan, West Bengal), Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge und Sozialreformer. T. erhielt als erster Asiate den Nobelpreis für Lit. (1913). 1901 gründete er die Privatschule von Shantiniketan (»Stätte des Friedens«), 1921 die Wischwabharati-Universität (»Welt-Universität«). Ziele dieser Institutionen waren die Integration der Künste und des Geistes in eine ländliche Umgebung, soziale Werte und die Ost-West-Verständigung. Der…

Tag und Nacht

(351 words)

Author(s): Mohn, Jürgen
[English Version] Tag und Nacht, religionsgeschichtlich. Die Einheit der Dualität von T. und N. ist eines der markanten und grundlegenden Phänomene in den Einteilungen des natürlichen Zeitverlaufs. Innerhalb der Einheit von T. und N. gibt es kulturvariante, durch sozialmythologische und geographisch-klimatische Voraussetzungen bedingte Möglichkeiten, wann der Beginn oder das Ende eines T. (in der N., am Morgen oder am Mittag) festgesetzt werden oder wie die Binnengliederung dieser Einheit strukturier…

Tagzeiten

(7 words)

[English Version] Stundengebet

Taiping

(1,110 words)

Author(s): Reiter, Florian C. | Jansen, Thomas | Wagner, Rudolf G.
[English Version] I. Daoismus T. bedeutet »Großer Frieden«, »Allg. Wohlfahrt« und »Universalharmonie«. Das »Buch der Universalharmonie« (T. jing) zeigt die Ideologie der militärisch organisierten T.-Bewegung (2.Jh. n.Chr.) unter Führung der selbsternannten »Generäle« Zhang Jue (gest.184) und seiner beiden Brüder. Der vergöttlichte Lao Zi (Taishang Laojun) soll den urspr. Titel »T. qingling shu« einem Gan (oder Yü) Ji in Shandong (Langye) eröffnet haben. Kriege zum Ende der Han-Dynastie, Nöte der Be…

Tait

(176 words)

Author(s): Carter, Grayson
[English Version] Tait, Archibald Campbell (21.12.1811 Edinburgh – 3.12.1882 Episcopal Place at Addington), Erzbf. von Canterbury. T. erhielt seine Ausbildung in Edinburgh und Oxford und konvertierte 1830 zur Church of England. Drei Jahre später wurde T. am Balliol College in Oxford zum Tutor ernannt. Obwohl er mit den Zielen der Oxford-Bewegung sympathisierte, schloß er sich 1841 dem öfftl. Protest gegen den »Tract 90« J.H. Newmans an. Talentiert und von vielen bewundert, stieg T. rasch auf und bek…

Taiwan

(918 words)

Author(s): Clart, Philip
[English Version] I. Allgemeines Die auch unter ihrem port. Namen Formosa bekannte, 36 000 km 2 große Insel T. liegt ca.160 km östlich der chinesischen Provinz Fujian im Pazifischen Ozean (Asien, s. Karte). Ab dem 16.Jh. wurde sie ein Zielgebiet zunehmender Einwanderung vom nahen chinesischen Festland, wobei die malayo-polynesische Urbevölkerung aus den fruchtbaren Ebenen allmählich in das zentrale Bergmassiv abgedrängt wurde. Nach kurzlebigen holländischen und span. Kolonisierungsversuchen kam T. ab 1661 …

Taizé

(387 words)

Author(s): Danzeglocke, Klaus
[English Version] . Die Communauté de T. (Burgund) wurde Ostern 1949 von dem Schweizer ref. Theologen Roger Schutz (Frère Roger; geb. 1915) gegründet, als sich sieben Brüder zu einem gemeinsamen Leben nach den alten monastischen Regeln (Ehelosigkeit, Gütergemeinschaft, Gehorsam) verpflichteten. Schutz hatte bereits 1940 ein leerstehendes kleines Schloß im burgundischen T. gekauft, in dem polit. und rassisch Verfolgte Schutz fanden. Seit 1944 lebte er mit einigen Freunden in einer verbindlichen gei…

Takemitsu

(134 words)

Author(s): Scholz-Cionca, Stanca
[English Version] Takemitsu, Toru (8.10.1930 Tokio – 20.2.1996 ebd.), japanischer Komponist, multimedialer Künstler. Vornehmlich Autodidakt, mit vielseitigen Interessen für Malerei, Lit., Theater, Film. Debüt 1950, Durchbruch 1957 mit »Requiem für Streicher«. Das umfangreiche und experimentierfreudige Oeuvre brachte ihm internationale Anerkennung (Musik für elektronische Medien; Filmmusik; Mixed-Media-Experimente). Neben Einflüssen westlicher Avantgarden (Claude Debussy, O. Messiaen, Karlheinz Stoc…

Takizawa

(242 words)

Author(s): Ogawa, Keiji
[English Version] Takizawa, Katsumi (8.3.1909 Utsunomia – 26.6.1984 Fukuoka), japanischer Philosoph, der unter dem starken Einfluß von Kitaro Nishida und K. Barth stand. Seine Wurzeln sind zen-buddhistischen Ursprungs (Chan-Buddhismus: II.). Nach dem Grundstudium entschied sich T. für das Jurastudium an der Universität Tokyo. Er beendete sein Jurastudium vorzeitig und wechselte 1927 an die Philos. Fakultät der Universität Kyushu. Dort wurde er Assistent und später Prof. für Philos. Ethik. Er beschä…

Täklä Haymanot

(403 words)

Author(s): Haile, Getatchew
[English Version] (21.12.1215? Zoräre/Bulga – 30.8.1313? Asäbo/Däbrä, Äthiopien), volkstümlichster Heiliger der Orth. Kirche Äthiopiens. Geboren als Fesseha Seyon (»Freude Zions«), erlebte er seine Wandlung zu T.H. (»Sproß des Glaubens«) durch die Erscheinung des Erzengels Michael während eines Jagdausflugs mit seinem Gefolge. T.H. zog daraufhin durch Šäwā (Süden Äthiopiens), verkündete das Evangelium, vollbrachte Wunder und taufte Tausende von Menschen. Obwohl der Ruhm des Abuna T.H. im ganzen christl. Äthiopien verbreitet ist, gilt er v.a. als der …

Takt

(288 words)

Author(s): Huxel, Kirsten
[English Version] (franz. tact, lat. tactus, »Berührung, Tastsinn, Gefühl, Einfluß«) bez. erstens das praktische Urteilsvermögen, das die treffsichere Anwendung von Regeln im konkreten Einzelfall ermöglicht, indem es aus der Gesamtheit der Bestimmungsgründe schöpft, wie sie im Gemüt als allg. Regeln des gesunden Menschenverstandes bzw. der Erfahrung vorliegen, ohne zum Bewußtsein wiss. Klarheit erhoben zu sein (I. Kant). In sittlicher Hinsicht meint T. das feinfühlige Gespür für das Richtige und S…

Taku

(180 words)

Author(s): Dan, Joseph
[English Version] Taku, Moses ben Chisdaj (ca.1170–1230). Rabbi Moses T., dessen Name sich wahrscheinlich auf eine Stadt – entweder Dachau oder Tachau in Böhmen – bezieht, war ein angesehener Tosafist (Tosafot), der zu einigen Talmudtraktaten und Rechtsresponsen Kommentare vf. Bis ins 15.Jh. wird er in der halakhischen Lit. oft zitiert. Vermutlich amtierte er als Rabbiner in Regensburg. In der Hs. Paris H711 findet sich die Abschrift eines Teils aus seinem polemischen Werk Ketav Tamim (»Ein Buch de…

Talar

(14 words)

[English Version] Kleid/Kleidung: II. Christentum, 2. Liturgisch, c) Evangelisch

Talion

(2,579 words)

Author(s): Beinhauer-Köhler, Bärbel | Otto, Eckart | Reeg, Gottfried | Krawietz, Birgit | Ogris, Werner
[English Version] I. Zum BegriffT. ist abzuleiten vom röm. lex talionis und meinte dort einen geregelten Vergeltungsakt (Vergeltung) gemäß einer Rechtsnorm, die als solche Selbstjustiz eindämmen sollte. Dies steht im Widerspruch zum allg. Verständnis von T. als »Gleiches mit Gleichem vergelten«, auch im Sinne von Selbstjustiz. Im heutigen Sprachgebrauch versteht man daher auch speziell die Blutrache oder Vendetta als T. Diese wird somit zugespitzt auf eine unmittelbare Rache im Gegensatz zur entwic…

Talisman

(174 words)

Author(s): Hutter, Manfred
[English Version] . Seit dem 17.Jh. wird das Wort T. als Lehnwort im Dt. verwendet, wobei die etym. Herleitung bislang nicht eindeutig geklärt ist (Sefrin 163). Terminologisch und inhaltlich ist sowohl in der Umgangssprache als auch im wiss. Gebrauch eine exakte Differenzierung zu Amulett nicht möglich. Bei T. handelt es sich um künstliche oder natürliche Objekte, die von ihren Trägern bzw. Benutzern als »machtbeladen« (Mana) verstanden werden. Eine äußerliche Unterscheidung eines T. von bloßem Sc…

Talleyrand

(188 words)

Author(s): Jordan, Stefan
[English Version] Talleyrand, Charles Maurice de (2.2.1754 Paris – 15.5.1838 ebd.). Der Bf. von Autun (seit 1789) wurde 1789 als Befürworter der Französischen Revolution Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung, 1790 Präsident der Nationalversammlung. Seinem Eid auf die Zivilverfassung 1791 folgte die Bannung durch Papst Pius VI. und die Niederlegung seiner Bischofswürde. Als Royalist verdächtigt, emigrierte T. 1792 nach England, 1794–1796 in die USA. Bereits unter dem Direktorium 1797–1799 als Au…

Tallis

(158 words)

Author(s): Boisits, Barbara
[English Version] Tallis, Thomas (um 1505 – 20. oder 23.11.1585 Greenwich bei London), engl. Komponist und Organist. T. war zunächst Organist an der Benediktinerabtei in Dover, in St. Mary-at-Hill in London, an der Augustinerabtei Holy Cross in Waltham (Essex) und an der Kathedrale in Canterbury, bevor er um 1543 Gentleman der Chapel Royal in London wurde und dort den Organistendienst bis zu seinem Tode versah (ab 1572 gemeinsam mit W. Byrd). T. war bes. für sein kontrapunktisches Können berühmt. E…

Tallit

(8 words)

[English Version] Gebetsmantel

Talmud

(2,335 words)

Author(s): Stemberger, Günter
[English Version] I. Zum BegriffT. (von למד/lamad, »lernen«, bzw. limmad, »lehren«) bedeutet »Studium, Belehrung, Lehre« (zuerst in Qumran: 4QpNah II 8), im engeren Sinn die Kommentierung der Mishna in T. Bavli (b; s.u. II.) und T. Jerushalmi (j; s.u. III.). Der T. setzt sich aus Mishna und Gemara zus. (aram. גמר/gemar, »vollenden, lernen«), der »traditionellen Lehre« bzw. der »Vervollständigung« der Mishna durch die Auslegung der Amoräer. II. Talmud BavliSchon bald nach Redaktion der Mishna kam im frühen 3.Jh. ihr Text auch nach Babylonien und wurde zentral…

Tamara

(149 words)

Author(s): Baum, Wilhelm
[English Version] Tamara, Königin von Georgien 1184–1213. Die Urenkelin des georgischen Königs David »des Erbauers« wurde 1178 Mitregentin ihres Vaters Georg III. Aus ihrer zweiten Ehe mit dem ossetischen Fürsten David Soslan gingen ihre Nachfolger Georg IV. und Russutuna hervor. – Die in Kleinasien eingedrungenen Seldschuken wurden zurückgedrängt. T. schaltete sich 1204 in den Vierten Kreuzzug ein; Trapezunt wurde von David Soslan erobert und unter dem verwandten Alexios Komnenos ein Pufferstaat zw.…

Tam, Rabbenu Tam

(14 words)

[English Version] Jakob ben Meir

TaNaKh

(17 words)

[English Version] Bibel: II. Altes Testament, 2. Sammlung und Kanonisierung, a) Jüdischer Kanon

Tanchelm

(143 words)

Author(s): Köpf, Ulrich
[English Version] (gest.1115 Antwerpen). Asketischer Wanderprediger, vermutlich Laie, zeitweilig in der Umgebung Graf Roberts II. von Flandern. 1112 soll er sich in Rom um eine Lösung der Inseln an der Scheldemündung (Seeland) aus dem Bistum Utrecht und um ihre Unterstellung unter das Bistum Thérouanne (Erzbistum Reims) bemüht haben. Auf der Heimreise vom Erzbf. von Köln verhaftet, wurde er vom Utrechter Domklerus der Ketzerei beschuldigt. Zu den klischeehaften Vorwürfen gehört die Ablehnung des K…

Tanchuma

(8 words)

[English Version] Midrash

Tannaiten

(344 words)

Author(s): Jacobs, Martin
[English Version] . Der aram. Begriff תַּנָּא/tannā', »Rezitator«, »Lehrer« (Pl. תַּנָּאִים/tannā'îm) wird i. allg. auf die paläst. Rabbinen (Rabbi: II.,1.) des 1. bis frühen 3.Jh. n.Chr., d.h. bis zur Kompilation der Mishna, angewendet, deren als autoritativ betrachteten Lehren urspr. durch mündliche Rezitation tradiert wurden. Als Repräsentanten der formativen Phase des rabb. Judentums werden die T. von den ihnen folgenden Amoräern, den Autoritäten des Talmuds, unterschieden. Im Talmud kann der Titel Tanna …

Tansania

(780 words)

Author(s): Ludwig, Frieder | Mungure, Elieshi
[English Version] I. Allgemein Der Name T. ist ein Kunstwort, das erst 1964 nach der Bildung der Vereinigten Republik von Tanganyika und Sansibar eingeführt wurde. Die Republik umfaßt eine Fläche von 942 000 km 2, von denen gut 2000 km 2 auf die Inseln Pemba, Sansibar und Mafia entfallen. Wichtigste Vegetationszonen sind Savannen, Buschland, Halbwüsten und die fruchtbare Küstenebene am Indischen Ozean. 54 000 km 2 des Festlands sind Binnenseen, insbes. am Ostafrikanischen Grabenbruch. Der Kilimanjaro ist mit 5895 m die höchste Bodenerhebung Afrikas (…

Tantra

(245 words)

Author(s): Gengnagel, Jörg
[English Version] (Sanskrit, »Webkette, Gewebe; Lehrbuch«). T. bez. einen praktischen Weg (sādhanā), auf dem rituelle, körperliche (Körpertechniken: III.) und mentale Techniken angewendet werden, um weltl. Genuß (bhukti) und außergewöhnliche Fähigkeiten (siddhi) oder die Befreiung von allen weltl. Bindungen (mukti) zu Lebzeiten zu erlangen. Die Ursprünge des T. liegen im indischen Kulturkreis. Dort bez. T. sowohl eine lit. Gattung rel.-philos. Lehrschriften als auch die dem Tantrismus zugehörige O…

Tantrismus

(948 words)

Author(s): Gengnagel, Jörg | Kollmar-Paulenz, Karénina
[English Version] I. Zum Begriff Elemente des T. (Sanskrit, tantra, »Webkette, Gewebe; Lehrbuch«) finden sich in unterschiedlichen rel. Symbolsystemen. Neben der zentralen Stellung der Göttin oder der weiblichen Kraft und Energie (śakti) ist die rituelle Aufnahme und Einweihung (dīkṣā) in die jeweilige rel. Tradition durch einen tantrischen Lehrmeister (guru, ācārya), der eine spezifische Lehrsukzession verkörpert, bedeutsam. Das Initiationsritual ist meist mit dem Ablegen des weltl. Namens, der Üb…

Tanz

(2,053 words)

Author(s): Gundlach, Helga Barbara | Apostolos-Cappadona, Diane | Kane, Thomas A.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich Im Unterschied zur reinen Bewegung beinhaltet T. zielgerichtete, ausdifferenzierte, wiederkehrende und rhythmische Elemente. Zunächst wurden natürliche Rhythmen wie Herzklopfen, Regenprasseln oder Tiergeräusche imitiert und in Bewegung umgesetzt. In frühen Kulturformen war der T. als ursprünglichstes selbstverständliches Kommunikationsmittel mit sich, anderen Menschen, Übermenschlichem und zur Umweltbewältigung in den Alltag integriert. Im Laufe der Zeit …

Tao

(8 words)

[English Version] Dao

Taoismus

(8 words)

[English Version] Daoismus

Tao-te ching

(12 words)

[English Version] Dao De Jing

Tao-tsang

(12 words)

[English Version] Daozang, Kanon: VIII. Daoismus

Tapferkeit

(8 words)

[English Version] Tugenden

Taqīya

(253 words)

Author(s): Heine, Peter
[English Version] Taqīya, »Vorsicht, Furcht«, ist das Verschweigen oder die Verleugnung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten, häufig heterodoxen isl. Glaubensvorstellung (Islam: II.,1.), auch die aktive Teilnahme an den Ritualen einer Mehrheitsrel., um Gefahren für Leib und Leben des Mitglieds der Sondergruppe zu schützen. Diese Dissimulation kann so weit gehen, daß heimliche Anhänger der heterodoxen Vorstellungen Namen annehmen, die typisch für die Mehrheitsrel. sind. T. ist v.a. in solchen rel.…

Tareev

(139 words)

Author(s): Wasmuth, Jennifer
[English Version] Tareev, Michail Michajlovič (7.11.1866 Kozlovskie Vyselki, Gouvernement Rjazan' – Juni 1934 Moskau), von 1902 bis 1918 Prof. für Moraltheol. an der Geistl. Akademie von Moskau, von 1919 bis 1927 Dozent für Philos. und Polit. Ökonomie an verschiedenen nichtkirchl. Einrichtungen. Als einer der originellsten Denker der russ. Theol. um die Jahrhundertwende entwickelte T. in einer für die orth. Soteriologie dieser Zeit charakteristischen Ablehnung juridischer Kategorien ein Verständnis…
▲   Back to top   ▲