Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Tantra

(245 words)

Author(s): Gengnagel, Jörg
[English Version] (Sanskrit, »Webkette, Gewebe; Lehrbuch«). T. bez. einen praktischen Weg (sādhanā), auf dem rituelle, körperliche (Körpertechniken: III.) und mentale Techniken angewendet werden, um weltl. Genuß (bhukti) und außergewöhnliche Fähigkeiten (siddhi) oder die Befreiung von allen weltl. Bindungen (mukti) zu Lebzeiten zu erlangen. Die Ursprünge des T. liegen im indischen Kulturkreis. Dort bez. T. sowohl eine lit. Gattung rel.-philos. Lehrschriften als auch die dem Tantrismus zugehörige O…

Tantrismus

(948 words)

Author(s): Gengnagel, Jörg | Kollmar-Paulenz, Karénina
[English Version] I. Zum Begriff Elemente des T. (Sanskrit, tantra, »Webkette, Gewebe; Lehrbuch«) finden sich in unterschiedlichen rel. Symbolsystemen. Neben der zentralen Stellung der Göttin oder der weiblichen Kraft und Energie (śakti) ist die rituelle Aufnahme und Einweihung (dīkṣā) in die jeweilige rel. Tradition durch einen tantrischen Lehrmeister (guru, ācārya), der eine spezifische Lehrsukzession verkörpert, bedeutsam. Das Initiationsritual ist meist mit dem Ablegen des weltl. Namens, der Üb…

Tanz

(2,053 words)

Author(s): Gundlach, Helga Barbara | Apostolos-Cappadona, Diane | Kane, Thomas A.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich Im Unterschied zur reinen Bewegung beinhaltet T. zielgerichtete, ausdifferenzierte, wiederkehrende und rhythmische Elemente. Zunächst wurden natürliche Rhythmen wie Herzklopfen, Regenprasseln oder Tiergeräusche imitiert und in Bewegung umgesetzt. In frühen Kulturformen war der T. als ursprünglichstes selbstverständliches Kommunikationsmittel mit sich, anderen Menschen, Übermenschlichem und zur Umweltbewältigung in den Alltag integriert. Im Laufe der Zeit …

Tao

(8 words)

[English Version] Dao

Taoismus

(8 words)

[English Version] Daoismus

Tao-te ching

(12 words)

[English Version] Dao De Jing

Tao-tsang

(12 words)

[English Version] Daozang, Kanon: VIII. Daoismus

Tapferkeit

(8 words)

[English Version] Tugenden

Taqīya

(253 words)

Author(s): Heine, Peter
[English Version] Taqīya, »Vorsicht, Furcht«, ist das Verschweigen oder die Verleugnung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten, häufig heterodoxen isl. Glaubensvorstellung (Islam: II.,1.), auch die aktive Teilnahme an den Ritualen einer Mehrheitsrel., um Gefahren für Leib und Leben des Mitglieds der Sondergruppe zu schützen. Diese Dissimulation kann so weit gehen, daß heimliche Anhänger der heterodoxen Vorstellungen Namen annehmen, die typisch für die Mehrheitsrel. sind. T. ist v.a. in solchen rel.…

Tareev

(139 words)

Author(s): Wasmuth, Jennifer
[English Version] Tareev, Michail Michajlovič (7.11.1866 Kozlovskie Vyselki, Gouvernement Rjazan' – Juni 1934 Moskau), von 1902 bis 1918 Prof. für Moraltheol. an der Geistl. Akademie von Moskau, von 1919 bis 1927 Dozent für Philos. und Polit. Ökonomie an verschiedenen nichtkirchl. Einrichtungen. Als einer der originellsten Denker der russ. Theol. um die Jahrhundertwende entwickelte T. in einer für die orth. Soteriologie dieser Zeit charakteristischen Ablehnung juridischer Kategorien ein Verständnis…

Targumim-Forschung

(728 words)

Author(s): Ego, Beate
[English Version] I. Aramäische Targumim Mit Targumtexten beschäftigte sich zunächst die jüd. Exegese (: VIII.,2.; Bibelübersetzungen: I.,4.) bzw. der christl. Humanismus. Im ausgehenden 18.Jh. setzte dann im Zuge der Wissenschaft des Judentums die wiss. Erforschung der Targumlit. ein (Berliner; Ginsburger). Entscheidende Impulse erhielt die T. zudem durch die Entdeckungen der Texte aus der Kairoer Geniza (: II.; Kahle, Klein), die Entdeckung des Targum Neofiti 1956 (Díez Macho), die Publikation bis…

Tarifautonomie

(219 words)

Author(s): Cansier, Dieter
[English Version] . T. bedeutet, daß die Arbeitsbedingungen von den Tarifparteien ohne staatl. Eingriffe geregelt werden (Tarifvertrags-Freiheit). Sie ist in Deutschland durch das Recht auf Koalitionsfreiheit nach Art.9 Abs.3 GG verfassungsrechtlich geschützt und findet ihre wesentliche rechtliche Ausgestaltung im Tarifvertragsgesetz. Tarifverträge können zw. einem Arbeitgeberverband und einer Gewerkschaft (Verbands- bzw. Flächentarife) oder zw. einem Arbeitgeber (Arbeitnehmer/Arbeitgeber) und ein…

Tarkovskij

(142 words)

Author(s): Bauschulte, Manfred
[English Version] Tarkovskij, André (4.4.1932 Zavraz'e – 2.9.1986 Paris), entstammte einer gebildeten russ. Familie, arbeitete in den 50er Jahren als Assistent des sowjetischen Filmregisseurs Michail Romm, bevor er bereits mit »Ivans Kindheit« (1962) seinen ersten großen internationalen Erfolg hatte. Sein zentrales Thema seit seinem bedeutenden Hauptwerk »Andrej Rublev« (1966/1971), über »Solaris« (1972) und »Stalker« (1977/78) bis hin zu »Nostalghia« (1983), ist die Frage, wie sich aus den symboli…

Taˇrnovo

(193 words)

Author(s): Illert, Martin
[English Version] Taˇrnovo, heute der nordbulgarische Metropolitensitz Veliko T. am Fluß Jantra. Die an der Stelle der byz. Festung Zikidera auf den Hügeln Carevec und Trapezica gelegene Stadt war das administrative und geistl. Zentrum des zweiten Bulgarischen Reiches (1186–1393, Bulgarien). 1186 zum Erzbischofssitz erhoben, seit 1204 Sitz des Primas von Bulgarien, von 1235 bis 1393 Patriarchenresidenz, nach der osmanischen Eroberung (1393) zur Metropolie herabgestuft. Tagungsort der antibogomilis…

Tarnow

(206 words)

Author(s): Gummelt, Volker
[English Version] 1.Paul , (29.6.1562 Grevesmühlen – 6.4.1633 Rostock), luth. Theologe, studierte 1581/82 und 1585–1589 in Rostock, wurde 1589 Rektor der Stadtschule in Parchim, ab 1593 in Rostock. 1604 übernahm T. in der Nachfolge seines Lehrers D. Chyträus die erste Professur für Theol. an der Universität ebd. Zu seinen Hauptwerken zählen »De sacrosancto ministerio« (1623/24), ein umfassendes Kompendium luth. Amtstheol. in 3 Büchern, sowie ein Komm. zu Joh (1629). T.s Rektoratsrede »De novo evan…

Tarphon

(85 words)

Author(s): Jacobs, Martin
[English Version] (Tarfon), rabb. Gelehrter um die Wende des 1. zum 2.Jh. im paläst. Lydda. T. war priesterlicher Herkunft und wird der zweiten Generation der Tannaiten zugerechnet. Seine Lehren werden in der rabb. Lit. meist in Diskussionen mit Aqiva überliefert. T. ist wohl nicht mit dem von Justin erwähnten Tryphon gleichzusetzen. Martin Jacobs Bibliography J.D. Gereboff, Rabbi T.: The Tradition, the Man and Early Rabbinic Judaism, 1979 F.G. Willems, Le Juif Tryfon et Rabbi T. (Bijdr. 50,3, 1989, 278–292).

Tarsus

(422 words)

Author(s): Zangenberg, Jürgen | Schwemer, Anna Maria
[English Version] I. Archäologisch T. (Ταρσοι´, Xenophon, Anabasis, I 2,23; η῾ Ταρσο´ς, Arrian, Anabasis, II 4,5), Stadt westlich der Kilikischen Pforte (Kilikien; zur Lage s. Kleinasien, Karte). Dank der Lage am schiffbaren Unterlauf des Kydnos und an der Kreuzung der Straßen zw. Antiochien an die Ägäis und vom Mittelmeer ans Schwarze Meer besaß T. seit jeher Brückenfunktion zw. Orient und Okzident. Die für die Beziehungen des Ost-Mittelmeerraumes mit der Ägäis wichtigen Funde von Goldman, bes. die Kera…

Tartu

(750 words)

Author(s): Hauptmann, Peter | Maurer, Trude
[English Version] I. Stadt und Bistum 1224 nach der Eroberung einer alten Festung am Embach, der Wirz- und Peipussee miteinander verbindet, durch den Schwertbrüderorden gegründet, ist T. (estnisch, dt. Dorpat, russ. Jur'ev) die älteste Stadt Estlands (baltische Länder) und mit 101 000 Einwohnern (2001) die zweitgrößte. Der 1219 für die Esten berufene Bf. Hermann nahm 1224 seinen Sitz in T. und begann 1228 mit der Errichtung der Domkirche St. Peter und Paul, die im 14. und 15.Jh. zum größten Sakralbau…

Tast

(162 words)

Author(s): Schilling, Johannes
[English Version] Tast, Hermann (Harmen; 1490 oder 1491 Husum – 11.5.1551 ebd.), 1511 in Wittenberg immatrikuliert, 1534 und 1542 als Inhaber der Vikarie am Altar des Hl. Michael in der Husumer Marienkirche erwähnt, soll seit 1522, gefördert durch den Kaufmann Matthias Knutzen, in Husum »ev.« gepredigt haben. 1527 erster Prediger an der Marienkirche in Husum, wo er auch an der Neuordnung der Lateinschule beteiligt war. Er nahm als Wortführer an der Flensburger Disputation (8.4.1529; Schleswig-Holst…

Tatauierung

(353 words)

Author(s): Bräunlein, Peter J.
[English Version] leitet sich ab von dem tahitischen Wort tatau, »Wunden schlagen«. Mittels Stich- oder Schnittinstrumenten und Farbstoffen werden Ornamente, Symbole und Bilder dauerhaft in die Haut gezeichnet. Die T. ist weltweit verbreitet und ihr Ursprung ist wie der der Körperbemalung prähist. Je nach kulturellem Hintergrund beschränkt sich die T. auf wenige Punkte oder Kreise auf Handrücken, Stirn oder Kinn (vorderasiatische Nomaden, Inuit) oder ist bis hin zur Ganzkörper-T. entwickelt (Japan, Polynesien). Die T. erfolgt ritualisiert durch Spezialisten, nicht s…

Taten des Petrus und der zwölf Apostel (NHC VI, 1; ActPt)

(35 words)

[English Version] Apokryphen/Pseudepigraphen: IV. Neutestamentliche Apokryphen aus Nag Hammadi, 3. Literatur über die Apostel

Tat-Ergehens-Zusammenhang

(8 words)

[English Version] Tun-Ergehens-Zusammenhang

Tatian

(366 words)

Author(s): Petersen, William
[English Version] (ca.120 – ca.180), christl. Apologet, Vf. einer Evangelienharmonie, Philosoph und Enkratit (Enkratiten). In »Assyria« geboren (Oratio ad Graecos, XXXII 1), verfolgte er den Weg der »Wahrheitssuche«. Dies führte ihn zunächst zu verschiedenen griech. Philosophenschulen, bis er sich schließlich zum Christentum bekehrte. So kam er nach Rom (ca.155), wo er zum Kreis von Justins auditores gehörte. Irenaeus von Lyon berichtet (haer. I 28,1), daß T. nach Justins Tod (ca.165) »in der über…

Tätowierung

(8 words)

[English Version] Tatauierung

Taube

(309 words)

Author(s): Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] Taube, kunstgeschichtlich, Vogelsymbol in der Bibel und der christl. Kunst. Die T. steht im wesentlichen für die Seele, die Reinheit und den Hl. Geist. Nach der HB entsandte Noah anläßlich der Sintflut eine T. aus, trockenes Land zu suchen. Als Beweis für den Rückgang der Wasserfluten kehrte sie mit einem Olivenzweig im Schnabel zurück. Dies wurde zum Symbol des universellen Friedens (Gen 8,11). – Eine T. als Opfergabe galt als angemessenes Ritual der Reinigung für ein neugeborene…

Taube

(250 words)

Author(s): Hurst, Matthias
[English Version] Taube, Otto Frhr. v. (21.6.1879 Reval – 30.6.1973 Gauting), dt. Schriftsteller, dessen Werk zunehmend von einer christl. Haltung bestimmt wurde. Nach Jurastudium, Promotion und Referendariat in Leipzig studierte T. von 1906 bis 1910 Kunstgesch. in Leipzig, Berlin und Halle. Als freier Schriftsteller lebte er von 1918 an in Gauting bei München. 1936 trat er der Bekennenden Kirche bei und übernahm nach 1945 das Amt eines Lektors der Ev. Landeskirche in Bayern. Aus dem Baltikum stammen…

Taubstummenerziehung/Taubstummenseelsorge

(11 words)

[English Version] Schwerhörigenpädagogik/Gehörlosenpädagogik, Schwerhörigenseelsorge/Gehörlosenseelsorge

Taufbecken

(731 words)

Author(s): Neijenhuis, Jörg | Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] I. Liturgisch Am T. ist abzulesen, wie getauft wurde, Verzierungen weisen auf theol. Inhalte, der Formenwandel weist auf liturgische Bedeutungsänderungen hin. Wurde die urchristl. Taufe in einem fließenden Gewässer vermutlich durch Übergießen oder Untertauchen vollzogen, entstanden nachweislich seit ca. dem 3.Jh. Baptisterien, in die ein Becken eingelassen war, in das der Täufling zur Taufe hineinstieg. Seit dem 5./6.Jh. gab es T., die auf dem Boden standen und durch ein Ziborium …

Taufe

(19,410 words)

Author(s): Alles, Gregory D. | Avemarie, Friedrich | Wallraff, Martin | Grethlein, Christian | Koch, Günter | Et al.
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichAus religionswiss. Sicht ist die T. kein allg. Ritustyp (Ritus/Ritual), sondern ein Lustrationsritual, das sowohl im Christentum als auch in den gesch. mit diesem verwandten Rel. wie Judentum und Mandäismus durchgeführt wird. Die T. hat sich aus Lustrationsritualen antiker nahöstlicher Flußzivilisationen entwickelt, wobei die Einzelheiten dieser Entwicklung eher im dunkeln liegen. In der Spätzeit des Zweiten Tempels wurde die T. in mehreren Gemeinschaften…

Täufer

(1,830 words)

Author(s): Goertz, Hans-Jürgen
[English Version] I. Allgemein Die täuferischen Bewegungen gingen aus dem reformatorischen Aufbruch und den Wirren des Bauernkriegs um 1525 in Deutschland hervor. Sie griffen allgemeinreformatorische Losungen auf, wie das »sola scriptura«, das »sola gratia«, das allgemeine Priestertum, und stimmten in die Kritik am kath. Verständnis des Abendmahls (: II.,3.) ein. Sie weigerten sich, Unmündige zur Taufe zu tragen, und führten die Bekenntnis- bzw. Erwachsenentaufe ein. Die Taufe sollte als ein indivi…

Tauferneuerung/Taufgedächtnis

(209 words)

Author(s): Ruff, Anthony William
[English Version] . Die Taufe ist das grundlegende Sakrament christl. Lebens und christl. Identität. Daher entwickelten sich eine Reihe von Formen des Taufgedächtnisses (Tg.) und der symbolischen Erinnerung an die Taufe: die Verwendung von Weihwasser als Zeichen für den Jahrestag der eigenen Taufe, das Glaubensbekenntnis (Symbolum [Bekenntnis: IV.]), das Vaterunser und das Besprengen mit Weihwasser vor der Sonntagseucharistie (Asperges). Im MA wurde Weihwasser einseitig apotropäisch aufgefaßt, die…

Tauler

(451 words)

Author(s): Leppin, Volker
[English Version] Tauler, Johannes (ca.1300 Straßburg – 16.6.1361 ebd.). T. war neben Meister Eckhart und H. Seuse wichtigster Vertreter der deutschsprachigen Dominikanermystik (Mystik: III.,3.,b) am Oberrhein. Im Straßburger Konvent, dem er mit etwa 14 Jahren beigetreten war, ausgebildet, verfügte er über keinen theol. Abschluß, aber über gute Bildung; philos. hatte er Teil an der Neuplatonismusrenaissance im Dominikanerorden (Berthold von Moosburg). Theol. folgte T. wohl ohne persönliche Begegnun…

Taurellus

(242 words)

Author(s): Frank, Günter
[English Version] (Oechslein), Nikolaus (26.11.1547 Mömpelgard – 28.9.1606 Altdorf), studierte seit 1560 Philos. in Tübingen bei J. Schegk und Samuel Heiland (1533–1592); 1565 Beginn des Theologiestudiums. Seit 1566 Studium der Medizin in Basel bei Theodor Zwinger (1533–1588); 1570 Dr. med. 1573 erschien sein frühes Hauptwerk »Philosophiae triumphus«, erster Entwurf einer prot. Metaphysik, die aus drei Teilen besteht: einer theol. Anthropologie, der Prinzipienlehre der Metaphysik sowie der spekulat…

Taurus

(177 words)

Author(s): Lakmann, Marie-Luise
[English Version] Taurus, Calvisius (Lukios Kalbenos Tauros; 2.Jh. n.Chr.), mittelplatonischer Philosoph aus Beirut, lehrte in Athen. Sein Schüler Aulus Gellius zeichnet in den »Noctes Atticae« ein lebendiges Bild vom Schulalltag und von der Persönlichkeit seines Lehrers. T. vf. zahlreiche Monographien und Komm. zu einzelnen Dialogen Platos. Bei Johannes Philoponus sind mehrere Frgm. erhalten, in denen T. durch eine akribische philol. Untersuchung von Passagen des »Timaios« nachweist, daß die Welt …

Tausch

(278 words)

Author(s): Stroh, Ralf
[English Version] . Der Mensch ist wesentlich auf Kooperation mit anderen Menschen angewiesen. In einem weiten Sinne findet in jeder Interaktion – ob bewußt oder unbewußt – ein T. statt (Gedankenaustausch, Austausch von Zärtlichkeiten bzw. Feindseligkeiten). T. meint hier das erlebnismäßige Anteilnehmen und -geben der Interaktanten an ihrem je individuellen personalen Leben. In einem engeren Sinne meint T. den gewollten Austausch von Gütern (Dienstleistungen, Gegenstände, Geld), um die je eigene L…

Tausen

(127 words)

Author(s): Lausten, Martin Schwarz
[English Version] Tausen, Hans (1494 Birkende, Fünen – 1561 Ribe), luth. Reformator. Als Johannitermönch studierte er in Kopenhagen, Rostock, Louvain und 1523–1524 in Wittenberg. Darauf brach er mit der alten Kirche. Seit 1525 in Viborg und seit 1529 in Kopenhagen ansässig, war er einer der führenden dänischen Reformatoren. Er vf. polemische und liturgische Schriften, eine Übers. des Pentateuch aus dem Hebr. ins Dänische und eine Postille auf alle Sonn- und Feiertage. In theol. Hinsicht war T. ein …

Taxen

(222 words)

Author(s): Rees, Wilhelm
[English Version] (lat. taxare, »prüfen, (ab)schätzen«), sind rechtlich die auf einer gesetzlichen Grundlage beruhenden Vergütungssätze für bestimmte Leistungen. Im Unterschied zu erbetenen Unterstützungen (subventiones; c.1262 CIC/1983), diözesanen Steuern bzw. Abgaben (tributum; vgl. c.1263 CIC/1983), der Seminarsteuer (c.264 CIC/1983; Priesterseminar), Missionsabgaben (c.791, 4° CIC/1983) und zur Kirchensteuer werden Gebühren (taxae) für Akte der freiwilligen Rechtspflege (Verwaltung) oder den …

Taylor

(198 words)

Author(s): Tang, Edmond
[English Version] Taylor, James Hudson (21.5.1832 Barnsley, Yorkshire – 3.6.1905 China). Von seinem Vater schon bei der Geburt zum Chinamissionar bestimmt, nahm T. nach einem spirituellen Erlebnis mit 17 Jahren diese Berufung an. Im Alter von 21 Jahren ging er für die China Evangelical Mission nach China, war aber bald unzufrieden mit deren Missionsstrategie und -praxis. 1865 gründete er die China-Inland-Mission (CIM), die denominationsübergreifend war, im Gegensatz zu anderen Missionen nicht an der…

Taylor

(178 words)

Author(s): Anderson, Allan H.
[English Version] Taylor, William M. (2.5.1821 Rockbridge, VA – 18.5.1902 Palo Alto, CA). T. wurde 1842 Geistlicher der Methodisten, aktiver Mitarbeiter der National Association for the Promotion of Holiness und 1847 nach Kalifornien berufen, wo er als »California T.« bekannt wurde. Er eröffnete die erste methodistische Gemeinde in San Francisco und leitete evangelistische Open-air-Versammlungen. 1870 gelangte T. nach Indien und wurde dort ein früher Fürsprecher der indigenen Kirche und der Theorie …

Taylor

(147 words)

Author(s): Wallace, Peter
[English Version] Taylor, Nathaniel William (23.6.1786 New Milford, CT – 10.3.1858 New Haven, CT). Nach College-Abschluß in Yale 1807 und Theologiestudium bei T. Dwight wurde T. an der First Congregational Church in New Haven zum Pfarrer ordiniert (1812–1822). Von 1822–1858 Theologieprof. in Yale, entwickelte er die kontroverse New Haven Theology, eine Form des Calvinismus nach J. Edwards mit Tendenz zu evangelikaler Erweckungsfrömmigkeit (Erweckung: II.), die Ch.G. Finney, H. W. und L. Beecher und …

Taylor

(189 words)

Author(s): Hinson, E. Glenn
[English Version] Taylor, William (1765 Norwich – 5.3.1836 ebd.), berühmter engl. Übers. und Literaturkritiker. Der Vater unterrichtete T. in Fremdsprachenkorrespondenz für das Familienunternehmen. 1779 schickte er ihn ins Ausland. Nach Aufenthalten in Holland, Frankreich und Italien beherrschte der junge T. die franz. und ital. Sprache. Im Anschluß an einen kurzen Aufenthalt in England 1781 verbrachte er ein Jahr in Detmold, wo er seine Liebe zur dt. Sprache und Lit. entdeckte. Nach der Schließung…

Taylor

(189 words)

Author(s): Hooker, Morna
[English Version] Taylor, Vincent (1.1.1887 Edenfield, Lancashire, England – 28.11.1968 Winchester), methodistischer Geistlicher und Neutestamentler. Besuch des Richmond College, London (1907–1910); seit 1930 Tutor am Headingly College, Leeds, später dessen Rektor (1936–1953); 1954 Fellow of the British Academy (FBA); 1954 Präsident der Studiorum Novi Testamenti Societas (SNTS); 1960 Verleihung der Burkitt-Medaille für Bibl. Studien. Durch seinen entschiedenen Einsatz für die Bedeutung von hist. Fo…

Taylor

(246 words)

Author(s): Carter, Grayson
[English Version] Taylor, Jeremy (15.8.1613 Cambridge – 13.8.1667 Lisburn, Irland), Sohn eines Barbiers, studierte in Cambridge und wurde 1636 Fellow am All Souls College in Oxford. Danach bekleidete er Kaplanstellen bei Erzbf. W. Laud und Charles I.; 1638 wurde er Pfarrer in Uppingham, Rutland. Mit seiner Schrift »The Sacred Order and Offices of Episcopacy« (1642) erlangte er einen theol. Doktortitel. Während des Bürgerkriegs geriet er als Kaplan im Dienst der Krone in Gefangenschaft. Anschließend…

Technikethik

(207 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] ist diejenige Bereichsethik, welche die Vorzugswürdigkeitsfragen der Technikentwicklung und Technikanwendung behandelt. Ihre wesentlichen Themen sind: Verträglichkeit der Anwendung bestimmter Techniken mit der Würde des Menschen, Vorzugswürdigkeit konkurrierender Möglichkeiten der Technikentwicklung, Gerechtigkeitsfragen bei der Verteilung von Nutzen und Lasten des Technikeinsatzes, Gemeinwohlverträglichkeit, gerade auch langfristig, und Vorzugswürdigkeit verschiedener Technikpfa…

Technikfolgenabschätzung

(432 words)

Author(s): Wachlin, Klaus Anselm
[English Version] (TA, von engl. »technology assessment«), ist Reflex neuerer Entwicklungen der Technik: z.T. dramatische Nebenfolgen des technischen Fortschritts führen zu Technikkonflikten, Legitimations-, Steuerungs- und Vertrauensproblemen (Expertendilemma). An den Schnittstellen von Exekutive und Legislative, Wirtschaft/Wiss. und Öffentlichkeit entstehen Anforderungen, die Chancen und Risiken des wiss.-technischen Fortschritts mittels TA zu gestalten. Die erste politikberatende TA-Institution war das »Office of Technology Assessment« (OTA,…

Technik/Technologie

(4,351 words)

Author(s): Berg, Christian | Meisinger, Hubert | Krüger, Oliver | Schmidt, Jan C. | Herms, Eilert
[English Version] I. Begrifflich 1.Technik In der Antike meinte τε´χn̆η/téchnē urspr. handwerkliches Spezialistenwissen, konnte dann aber auch die Kompetenz für vernünftiges Vorgehen in anderen praktischen, künstlerischen oder philos. Gebieten bez. Bei Aristoteles ist téchnē die auf ein Hervorbringen (Praxis/Poiesis) gerichtete vernünftige Haltung; téchnē imitiert das Naturgeschehen, von dem sie zwar unterschieden, in das sie aber eingebettet ist. Mit der Kritik der aristotelischen Metaphysik wandelt s…

Tecumseh

(179 words)

Author(s): Adogame, Afe
[English Version] (1768 Old Piqua, OH – 15.10.1813 am Thames River, Ontario, Kanada), Angehöriger der Shawnee, gilt als polit. Führer verschiedener Indianervölker (Indianer). Im frühen 19.Jh. gelang T. die Gründung einer indianischen Konföderation. Nach einer rel. Erfahrung forderte 1805 Lalawethika, ein Bruder T.s, in seiner Lehre der kulturellen Erneuerung den Abbruch aller Kontakte mit den Amerikanern. Von 1808 an wandelte T. die rel. Bewegung in ein polit. Bündnis um und drang darauf, kollekti…

Te Deum

(11 words)

[English Version] Ambrosianischer Lobgesang (Te Deum)

Teellinck

(461 words)

Author(s): Kirn, Hans-Martin | König, Christopher
[English Version] 1.Willem , (4.1.1579 Zierikzee – 8.4.1629 Middelburg), niederländischer ref. Theologe und Erbauungsschriftsteller, wichtigster Vertreter der frühen Nadere Reformatie. Nach Jurastudium in St. Andrews and Poitiers 1604 Theologiestudium in Leiden, 1606 Pfarrer in Haamstede und Burg, 1613 in Middelburg, wo anfangs F. Gomarus und A. Walaeus zu seinen Kollegen zählten. T.s Entschluß zum Theologiestudium ging unmittelbar auf die Begegnung mit engl. Puritanern in Bradbury zurück, deren a…

Tefilla

(12 words)

[English Version] Gebet: XI. Judentum, 1. Antike
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