Religion in Geschichte und Gegenwart

Get access Subject: Religious Studies

Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Tennant

(167 words)

Author(s): Fermer, Richard M.
[English Version] Tennant, Frederick Robert (1.9.1866 Burslem, Staffordshire – 9.9.1957 Cambridge), Naturwissenschaftler, Priester und seit 1931 Prof. der Theol. am Trinity College in Cambridge. In seinem Werk »Philosophical Theology« (2 Bde., 1928–1930) verficht er eine »empiristische« Theol. Die Erforschung des ordo cognoscendi biete den einzigen Zugang zu Erkenntnissen über den ordo essendi. T. war nicht nur von J. Locke und J. Butler, sondern auch von der genetischen Psychologie seines Cambridg…

Tennent

(165 words)

Author(s): Coalter, Milton J.
[English Version] Tennent, William (1673 Schottland – 6.5.1746 Neshaminy, PA, USA), presbyterianischer Geistlicher und Pädagoge. T. studierte an der Universität Edinburgh. Seine Mitgliedschaft in der presbyterianischen Kirche gab er auf und wurde in der Church of Ireland ordiniert. Nachdem er aber 1718 mit seiner Frau und seinen fünf Kindern in die USA eingewandert war, wurde er als Geistlicher in die presbyterianische Synode (Presbyterianer) von Philadelphia aufgenommen, da er zuvor den nichtbibl.…

Tennhardt

(247 words)

Author(s): Schneider, Hans
[English Version] Tennhardt, Johannes (2.1.1661 Dobergast, Sachsen – 12.9.1720 Kassel), radikalpietistischer Wanderprediger. Der Sohn eines reichen Bauern, der nach abgebrochener höherer Schulbildung als Barbier, dann seit 1688 in Nürnberg als Perückenmacher arbeitete, hatte sich schon in seiner Jugend mit myst. Schrifttum beschäftigt, das auch seine spätere Religiosität prägte. Nach dem Tod seiner Frau erlebte er 1704 in einer der sich fortan oft wiederholenden Visionen die Berufung zum »Kanzliste…

Tennyson

(168 words)

Author(s): Meller, Horst
[English Version] Tennyson, Alfred, Lord (6.8.1809 Somersby – 6.10.1892 Aldworth). Der namhafteste Dichter des Viktorianismus war Sohn eines Pfarrherrn, wurde von ihm weitgehend privat unterrichtet und kam 1827 an das Trinity College, Cambridge. Der plötzliche Tod eines Studienfreunds 1833 überschattete sein Leben mit Melancholie. – Bevor T. sein dem Freunde gewidmetes elegisches Hauptwerk »In Memoriam« (1850) veröff., war er schon Sprachrohr seiner Ära geworden. Musikalität und humanistische Gedank…

Tenorio

(146 words)

Author(s): Bey, Horst von der
[English Version] Tenorio, Gonzalo (1602 Jaen de Bracamoros, Bistum Quito – 1682[?] Spanien), peruanischer Franziskanerpriester, Studium der Theol. und Künste, Missionar und Provinzial. Bekannt wurde er durch ein titelloses sechzehnbändiges Werk: Die universelle Monarchie Christi habe mit der Schöpfung begonnen, wurde durch Adam und Eva unterbrochen und durch die Erlösung teilweise wiederhergestellt. Ein drittes, millenaristisches Reich werde mit der Proklamation eines Dogmas der Unbefleckten Empfä…

Tenrikyō

(339 words)

Author(s): Triplett, Katja
[English Version] Tenrikyō, »Lehre vom Himmelsprinzip«. 1838 von Miki Nakayama (1798–1887) in Japan gegründet, die sich als Verkünderin der Worte der universalen Schöpfergottheit Oyagami (»Elterlicher Gott«) begriff. Obwohl als endgültige, wahre Rel. konzipiert, paßte sich T. zunächst an die organisatorische Struktur des Sektenshintō (Shintoismus) an. Ritus, Kultus und klerikale Organisation wurden 1949 revidiert. T. ist eine eigenständige rel. Körperschaft. 2002 betrug die Zahl der Mitglieder, yō…

Teología India/Indianische Theologie

(553 words)

Author(s): Chamorro, Graciela
[English Version] bez. seit den 80er Jahren des 20.Jh. eine Bewegung der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas und der Karibik, der sich sowohl einheimische kath. und ev. Priester sowie Laien als auch Intellektuelle des Indigenismus (Indigenisierung) angeschlossen haben. Aus den indigenen Rel. sowie aus den verschiedenen christl. Glaubensüberzeugungen der Kreolen möchte sie eigene theol. Ansätze entwickeln. Aus Sicht der kirchl. Hierarchie drückt sich in der T.I. der christl. Glaube der Ureinwohner in neuer Form aus. Dies geschieht unter Berufung au…

Terafim

(154 words)

Author(s): Staubli, Thomas
[English Version] (hebr. תְּרָפִים), bez. im AT ein häusliches Orakelinstrument, das in einem Kamelsattel verstaut werden (Gen 31,19.34f.), menschliches Aussehen haben (1Sam 19,13.16), manchmal aus Holz und Teil des kultischen Inventars eines Privatheiligtums (Ri 17f.) sein konnte. Einiges deutet darauf hin, daß es die vergöttlichten Ahnen (: III.) figürlich repräsentiert (Jenseitsvorstellungen: II.,2.). – Die sichere Identifikation mit archäologisch bezeugten Artefakten aus dem Bereich des Ahnenkul…

Teresa

(174 words)

Author(s): McLeod, Hugh
[English Version] Teresa, Mutter T. (Agnes Bejaxhiu; 27.8.1910 Skopje – 5.9.1997 Kalkutta), als »Heilige zu Lebzeiten« durch einen Dokumentarfilm des brit. Fernsehens (1969) weltberühmt geworden. Die albanische Katholikin wurde mit 18 Jahren unter dem Namen T. Nonne und ging nach Indien. Nach 20 Jahren Lehrtätigkeit gründete sie 1950 die Missionaries of Charity mit einem von ihr selbst als Oberin geleiteten Mutterhaus in Kalkutta. Die wohltätige Institution mit ihren Heimen für Bettler, Kolonien fü…

Teresa von Avila

(14 words)

[English Version] Theresa von Ávila

Terministischer Streit

(350 words)

Author(s): Kaufmann, Thomas
[English Version] . Der t.S. entzündete sich an der im luth. Protestantismus im Anschluß an CA 12 (Augsburger Bekenntnis) üblichen Praxis, im Angesicht des Todes durch Beichte und Abendmahl den Zuspruch der Seligkeit unabhängig von einer identifizierbar christl.-sittlichen Lebensführung zu gewähren. Demgegenüber wurde von pietistischen Theologen, insbes. dem sich auf J.K. Dannhauer berufenden Ph.J. Spener, im Anschluß an Hebr 3,7 die These einer von Gott bestimmten Gnadenfrist zur Buße (tempus per…

Territorialismus/Territorialsystem

(425 words)

Author(s): Link, Christoph
[English Version] bez. eine staatskirchenrechtliche Theorie, nach der die umfassende Herrschaftsgewalt des Fürsten auch die Herrschaft über Kirche und öfftl. Religionsausübung im Lande einschließt und sich demgemäß alle kirchl. Leitungsbefugnisse vom Landesherrn herleiten. Zeitlich löst das Territorialsystem in unscharfem Übergang das Episkopalsystem ab (in dessen Begründung zunehmend territorialistische Argumente einfließen) und konkurriert im 18. und beginnenden 19.Jh. mit dem Kollegialsystem (K…

Territorialkirchengeschichte

(1,362 words)

Author(s): Peters, Christian
[English Version] I. Begriff und Wesen Die T. (auch: Landeskirchengesch. [LKG]; Landeskirche) ist eine Teildisziplin der hist. Theol. (Kirchengeschichte). Sie bezieht sich auf verfaßte Kirchengebiete der Gegenwart (Kirchenordnungen) und bringt deren spezifische Traditionen und Eigenarten zur Geltung. Dabei sind die Interdependenzen von T., allg. Kirchengesch., Landesgesch. und allg. Gesch. hochgradig variant. Im Rahmen der hist. Theol. kommen der T. wichtige Funktionen zu: Die T. erschließt der hist. Theol. ein breites Spektrum örtlicher Quelle…

Terror/Terrorismus

(328 words)

Author(s): Reuter, Hans-Richard
[English Version] bez. den planmäßigen Einsatz bes. brutaler, schockierender Gewalt zur Verfolgung polit. Ziele. Die Definition des Akteurs ist umstritten: Begriffsgesch. bezog sich Terrorismus (T.) zunächst (nach der Franz. Revolution) auf die Gewaltherrschaft des Staates. Die Eingrenzung des Begriffs auf Formen substaatl. Gewaltanwendung geht davon aus, daß Methoden des antikolonialen Befreiungskampfes von anderen Gruppen übernommen und auf andere Konflikte übertragen worden sind. Es empfiehlt s…

Tersteegen

(766 words)

Author(s): Benrath, Gustav Adolf
[English Version] Tersteegen, Gerhard (25.11.1697 Moers – 3.4.1769 Mülheim/Ruhr), ev. Laientheologe und Seelsorger, Schriftsteller und Liederdichter. Einer kirchl. frommen ref. Familie entstammend, durchlief der junge T. nach gründlicher Gymnasialbildung in Moers eine vierjährige Kaufmannslehre in Mülheim/Ruhr, wo er zeitlebens wohnhaft blieb. Von Anhängern des hier verbreiteten Pietismus erweckt, begann er einen rigoros weltabgekehrten Wandel in der »Nachfolge des armen Lebens Jesu«. Dabei vertief…

Tertiarier/Tertiarierinnen

(8 words)

[English Version] Terziaren/Terziarinnen

Tertullian

(1,253 words)

Author(s): Moreschini, Claudio
[English Version] Tertullian, Quintus Septimius Florens (ca.160–170 n.Chr. Karthago – nach 220 n.Chr.) I. Biographie Den Werken antiker Schriftsteller sind nur wenige Hinweise auf T. zu entnehmen (Hier.vir.ill. 53; Aug., De haeresibus, 86). Trotz der Skepsis einiger Kritiker läßt sich das Leben T.s rekonstruieren: Er wurde als Sohn eines in Karthago stationierten Militärs geboren. Seine Jugend war neben lit. und juristischen Studien dem gesellschaftlichen Leben gewidmet (apol. 18,4; res. 59,3); eine Identif…

Terziaren/Terziarinnen

(360 words)

Author(s): Eder, Manfred
[English Version] (Tertiarier, -innen), Mitglieder eines Dritten Ordens (tertius ordo). I.Weltliche Terziaren/Terziarinnen. Vereinigungen von Männern oder Frauen, die sich seit dem 11./12.Jh. zur Erreichung rel. oder sozialer Ziele an den männlichen (Erster Orden) oder weiblichen (Zweiter Orden) Zweig bestehender Orden anschlossen, insbes. an die im 13.Jh. entstehenden Bettelorden. Der wichtigste war und ist bis heute der Franziskanische Dritte Orden (Tertius Ordo Franciscanus, TOF; Franziskaner/Franziska…

Teschemacher

(135 words)

Author(s): Kampmann, Jürgen
[English Version] (Teschenmacher, Techenmacher), Werner (13.9.1590 Elberfeld – 2.4.1638 Xanten). Ref. erzogen, erwies sich der Bürgermeisterssohn nach Studium der Theol. in Herborn, Burgsteinfurt und Heidelberg sowie Pfarrdienst in Grevenbroich (1611), Sittard (1613) und Elberfeld (1615) als Hofprediger im Dienst der brandenburgischen Regierung in Kleve (1617) und später in Emmerich (1623) als hochbegabter, konsequenter Sachwalter der Anliegen der Reformierten am Niederrhein angesichts gegenreformat…

Teschner

(82 words)

Author(s): Lange, Barbara
[English Version] Teschner, Melchior (29.4.1584 Fraustadt – 1.12.1635 Oberpritschen, Fraustadt). Studierte in Frankfurt/O. (ab 1601) und Wittenberg (1608) Theol., Philos.; Musik bei Bartholomäus Gesius (1560–1613). 1609 Kantor in Fraustadt, ab 1614 Pfarrer in Oberpritschen. Vertonte das Lied »Valet will ich dir geben« des Fraustädter Pfarrers V. Herberger (veröff. 1614). Auch als Lehnmelodie beliebt (z.B. Gotteslob 468), ist sie mit Herbergers Text im EG (523) erhalten. Barbara Lange Bibliography S. Fornaçon, M.T. (MuK 27, 1957, 231–235) W.Lührs (HdbEG 2, 1999, 322f.).
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