Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Venezuela

(1,016 words)

Author(s): Viana, Mikel de
[English Version] (912 050 km 2) liegt im Nordosten Südamerikas. Es grenzt an das Karibische Meer und den Atlantischen Ozean und hat gemeinsame Grenzen mit Kolumbien, Brasilien und Guyana (Guayanas, Amerika, s. Karte). Bevölkerung: ca.25,01 Mio. (2004), davon ca.90% in Städten. 67% Mestizen und Mulatten, 20% Weiße, 10% Schwarze und 3% Ureinwohner (ca.150 000; Indianer). Hauptstadt: Caracas. Der Name V. (»Klein Venedig«) ist zuerst um 1500 belegt und wird auf die Pfahlbauten der Ureinwohner an der Küste zurückgeführt. Damals war V. von ca.350 000–500 000 Ureinwohnern…

Venn

(270 words)

Author(s): Shenk, Wilbert R.
[English Version] Venn, Henry (10.2.1796 Clapham – 13.1.1873 Mortlake, London), einflußreichster brit. Missionsleiter im 19.Jh. Sein Vater, John V. (1759–1813), war Pfarrer der Gemeinde von Clapham (Süd-London), als eine Gruppe von evangelikalen anglik. Geschäftsleuten, Anwälten, Bankiers und Parlamentsabgeordneten sich mit ihrer aktiven Förderung der Philanthropie und der Missionstätigkeit als Clapham Sect einen Namen machte. V. wurde 1841 zunächst Direktor der maßgeblich von seinem Vater gegründeten Church Missionary Society (CMS) auf Zeit, sp…

Venturini

(241 words)

Author(s): Jung, Martin H.
[English Version] Venturini, Karl Heinrich Georg (30.1.1768 Braunschweig – 25.5.1849 ebd.). Der Musikersohn studierte Theol. in Helmstedt (1788–1793) und wurde, von H. Ph.K. Henke geprägt, ein Anhänger des Rationalismus. Zum Lebensunterhalt betätigte er sich als Geschichtsschreiber. Er wirkte von 1794 an als PD (Helmstedt), 1797–1799 als Lehrer (Kopenhagen) und von 1807 an als Pfarrer (Hordorf bei Braunschweig). Von 1844 an lebte er als Privatgelehrter in Schöppenstedt bei Wolfenbüttel. Vergeblich ha…

Venturino

(155 words)

Author(s): Heusinger, Sabine v.
[English Version] von Bergamo (9.4.1304 Bergamo – 28.3.1346 Izmir), dominikanischer Volksprediger; um 1319 trat er in Bergamo in den Orden ein, wurde Subprior in Tortona und studierte in Genua, wo er Novizenmeister wurde. 1330 wollte er im Orient missionieren, wurde aber statt dessen nach Chioggia und Vicenza geschickt, 1332–1334 nach Bologna. 1335 leitete er einen Geißlerzug von Bergamo nach Rom, was zum Konflikt mit der Kurie in Avignon führte. Benedikt XII. entzog ihm die Erlaubnis, zu predigen …

Venus

(8 words)

[English Version] Astralreligion

Veracruz

(183 words)

Author(s): Nebel, Richard
[English Version] (Vera Cruz), Alonso (Gutiérrez) de la (1505? Caspueñas, Guadalajara – México 1584), span. Augustiner und Wegbereiter der Lehre der eur. Philos. in Mexiko. Studium in Salamanca und Alcalá, u.a. bei F. de  Vitoria. V. lehrte Philos. in Salamanca. 1536 [?] in Neuspanien (Mexiko), wurde V. Augustiner, erlernte die Purépecha-Sprache, lehrte u.a. am Kolleg von Tiripetío in Michoacán, wo er eine der ersten Bibliotheken der Neuen Welt einrichtete. Initiator einer Bodenreform in Mexiko. 1548–1…

Verantwortungsethik

(416 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] . Sofern jede Ethik verantwortliches Handeln im Kontext eines Ethos reflektiert, ist sie V. und kann dabei unterschiedliche Aspekte des Verantwortlichseins (Verantwortung/Verantwortlichkeit) thematisieren. Erstens seine Konstitutionsbedingungen. Dabei geht es um die Frage, ob Verantwortlichkeit durch die Erfahrung des anderen geschaffen oder in dieser schon vorausgesetzt und nur aktualisiert wird. – Zweitens geht es um die Frage, wofür Verantwortung besteht und in Anspruch genomm…

Verantwortung/Verantwortlichkeit

(656 words)

Author(s): Herms, Eilert
[English Version] . Verantwortlichkeit (V.) ist der wesentliche Partizipationsmodus von Personen an Interaktion. Drei Aspekte sind konstitutiv: a) der Träger von V. (wer?), b) ihre Foren (vor wem?), c) ihre Inhalte (für was?). Jeder dieser drei Aspekte ist in sich selbst relational verfaßt: Träger sind selbsterschlossen, somit willensfrei (Willensfreiheit), in innerweltl. Entscheidungsgegenwart existierende Personen, die Foren sind bezogen auf Normen, die Inhalte sind gewählte oder zu wählende Bes…

Verbalinspiration

(377 words)

Author(s): Prenner, Karl
[English Version] . Der göttliche Offenbarungscharakter (Offenbarung) von sakralen Texten (Schrift, Bibel, heilige Schriften) wird auch dadurch erwiesen, daß jedwede menschliche Mitwirkung am Zustandekommen solcher Schriften ausgeschlossen wird. Entweder sind sie oder Teile davon bereits präexistent bei der Gottheit als Folge der Präexistenz des Wortes Gottes, oder werden dem Propheten direkt von der Gottheit in den Mund gelegt (Inspiration/Theopneustie). Ausgehend von Ex 24,12, wo vom Empfang der »Steintafeln« durch Mose die Rede ist, wird insg. die sc…

Verband akademisch gebildeter evangelischer Religionslehrer Deutschlands bzw. Preußens

(175 words)

Author(s): Roggenkamp, Antje
[English Version] Verband akademisch gebildeter evangelischer Religionslehrer Deutschlands bzw. Preußens, kirchen- und schulpolit. einflußreicher religionspäd. Verband. Die Gründung des dt. Verbands im Mai 1914 bildete den Abschluß eines Jahrzehnte währenden Prozesses, in dessen Verlauf sich seit den 70er Jahren des 19.Jh. Religionslehrer in den preußischen Provinzen zusammengeschlossen hatten. Unterstützt durch staatl. und kirchl. Behörden suchten die Konferenzen die »religionspäd.« Grundlagen de…

Verbände, gesellschaftliche

(305 words)

Author(s): Gohde, Jürgen
[English Version] Verbände, gesellschaftliche, sind Zusammenschlüsse von Trägern, Organisationen oder Institutionen, die deren fachliche und gemeinsame Interessen gegenüber Politik und Gesellschaft sowie von betroffenen Menschen vertreten und Selbstorganisation ermöglichen. Sie sind am Gemeinwohl orientiert. Derzeit gibt es in Deutschland ca.3600 V. Kriterium der Zugehörigkeit ist in der Regel die Erfüllung gemeinnütziger Zwecke. V. sind organisatorisch zumeist vereinsmäßig (Vereine/Vereinswesen) …

Verbände, kirchliche

(229 words)

Author(s): Gohde, Jürgen
[English Version] . Schon im 19.Jh. haben sich neben und im Raum der ev. Landeskirchen vereinsmäßige Zusammenschlüsse (Vereine/Vereinswesen) von Einrichtungen und Initiativen gebildet (z.B. Central-Ausschuß für die Innere Mission 1848). Wegen der milieu-bildenden Kraft hat sich neuerdings dafür der Begriff Verbandsprotestantismus durchgesetzt, der im Katholizismus schon längere Zeit üblich war. Kirchl. V. gehören organisatorisch und rechtlich zur verfaßten Kirche. Im Diakonischen Werk (DW) der EKD sind die gliedkirchl. DW und ev. Freikirchen so…

Verbindlichkeit

(648 words)

Author(s): Brandt, Reinhard | Herms, Eilert
[English Version] I. Dogmatisch V. kommt nach ev. Verständnis nur dem Wort Gottes (: VI.) zu, das in seiner selbst erschließenden Kraft auch zu tieferen Einsichten und »neuen Dekalogen« (Luther) führen kann; zu prüfen sind diese von der Kirche als Gemeinschaft in Bindung an den Kanon. Die Bekenntnisschriften beanspruchen V., sofern sie auf die Schrift als »einig Regel und Richtschnur« (BSLK 767,15) hinweisen; ferner abgeleitet, sofern in ihnen eine Verständigung über die sachgerechte Auslegung der Schrift erzielt wird, die aber ihrerseits stets an der Schrift zu überprüfen ist. U…

Verborgenheit Gottes

(1,584 words)

Author(s): Krötke, Wolf
[English Version] . Die V.G. in der Welt ist der Grund dafür, daß es Gottesgewißheit (Gewißheit: II., III.) nur im Glauben geben kann. Wäre uns Gott mit den Sinnen zugänglich wie die Welt, dann bedürfte es keines Glaubens, der auf das, was man nicht sehen kann, vertraut (vgl. Hebr 11,2). Solange es Menschen in dieser Welt mit Gott zu tun bekommen, haben sie es darum mit der V.G. zu tun. Das kann allerdings keine absolute V. sein. Denn wäre Gott nur verborgen, könnte niemals Gottesgewißheit entsteh…

Verbrechen

(581 words)

Author(s): Loos, Fritz
[English Version] . I. Das Wort V. taucht in unterschiedlichsten Zusammenhängen auf, und zwar sowohl im wiss. (z.B. moralphilos. oder hist.) als auch im alltäglichen, insbes. alltagsethischen Sprachgebrauch. Festere Konturen hat der Begriff in den Wiss. vom Strafrecht, und zwar sowohl in den normativen (Strafrechtsdogmatik als Lehre des positiven Strafrechts, Kriminalpolitik) als auch in der empirischen Kriminologie. II. In den normativen Strafrechtswiss. pflegt zw. einem formellen und einem materiellen Verbrechensbegriff unterschieden zu werden, wo…

Verdammnis

(1,259 words)

Author(s): Hock, Klaus | Sarot, Marcel | Rosenau, Hartmut
[English Version] I. Religionsgeschichtlich V. gehört als theol. Kategorie vornehmlich in den Kontext der jüd.-christl.-isl. Religionsgesch. Der Begriff selbst konnotiert etym. eine örtliche und eine juristische Dimension: die Strafe der Verbannung an einen realen oder imaginären Ort als zeitlich begrenzten oder unbegrenzten Ausschluß vom Heil. Dabei ergeben sich in allen drei Traditionen mehrere Spannungsfelder: hinsichtlich der Sache selbst zw. V. als »automatischer« Folge menschlichen Fehlverhal…

Verdi

(149 words)

Author(s): Boisits, Barbara
[English Version] Verdi, Giuseppe Fortunino Francesco (10.10.1813 Le Roncole bei Busseto, Herzogtum Parma – 27.1.1901 Mailand), ital. Komponist. Musikstudium in Mailand bei Vincenzo Lavigna, 1836–1839 Musikdirektor in Busseto, übersiedelte nach Mailand; erwarb mit seinen Operneinkünften das Landgut Sant' Agata, wo er ab 1851 lebte. Der überragende Opernkomponist (Oper und Religion) schuf auch einige kirchenmusikalische Werke, darunter 1874 ein Requiem zum Andenken an den Dichter A. Manzoni und die …

Verdienst

(3,700 words)

Author(s): Bergunder, Michael | Avemarie, Friedrich | Heiligenthal, Roman | Huxel, Kirsten | Sattler, Dorothea
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichIn der eur. christl. Theol. wurde die Lehre vom V. (lat. meritum) zu einem kontroverstheol. Thema, an dem man (zumindest auf prot. Seite) glaubte, den grundlegenden Unterschied zw. Katholizismus und Luthertum bes. deutlich festmachen zu können (s.u. IV.). Die religionswiss. Diskussion hat gezeigt, daß die Verwendung eines derart theol. aufgeladenen Begriffes als analytische Kategorie des Religionsvergleiches auf kaum zu lösende Probleme stößt. Von daher w…

Verdrängung

(305 words)

Author(s): Wahl, Heribert
[English Version] . Begriff bei J.F. Herbart (1806); Experimente zum gelenkten Vergessen bei Hermann Ebbinghaus (1885). Für die Psychoanalyse ist V. kein willkürlicher Akt zur Unlustvermeidung (»Unterdrückung«), sondern eine differenzierte Abwehroperation, um konflikthafte oder bedrohliche libidinöse, aggressive und selbst(wert)bezogene Vorstellungen, Triebimpulse und Gefühle dauerhaft vom Bewußtwerden abzuhalten. Unter dem moralischen Druck des Über-Ich erklärt das Ich inakzeptable Selbstanteile …

Verecundus

(158 words)

Author(s): Heil, Uta
[English Version] Verecundus, Bf. von Junca in der nordafrikanischen Provinz Byzacena, wurde 551 mit drei weiteren afrikanischen Bischöfen zum Kaiser Justinian I. nach Konstantinopel (: IV.,2.) zur Konzilsvorbereitung befohlen, nachdem sie auf einem Konzil in Karthago 550 gegen Justinians Verurteilung der sog. »Drei Kapitel« (Dreikapitel-Streit) protestiert und Papst Vigilius, der dieser Verurteilung zugestimmt hatte, aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen hatten. Weiterhin nicht nachgebend, floh…

Vereidigungsrecht

(149 words)

Author(s): Thiele, Christoph
[English Version] . Ein V. steht den Kirchen kraft ihres Selbstbestimmungsrechts aus Art.140 GG i.V.m. Art.137 Abs.3 WRV zu. Das kanonische Recht sieht dementsprechend sowohl den gerichtlichen Zeugeneid (assertorischer Eid [: VII.]) als auch den versprechenden Amtseid (promissorischer Eid) vor. Im ev. Kirchenrecht ist vom V. insbes. im Rahmen der Disziplinar- und Verwaltungsgerichtsbarkeit im Sinne des Zeugeneids Gebrauch gemacht worden. Das kirchenrechtlich geregelte V. erlangt im Hinblick auf di…

Vereine/Vereinswesen

(4,693 words)

Author(s): Häusler, Michael | Schäfer, Alfred | Kuhlemann, Frank-Michael | Kaiser, Jochen-Christoph | Haering, Stephan | Et al.
[English Version] I. Historisch 1.Zum Begriff Der Begriff Verein (V.) als Bez. für den formalen Zusammenschluß von Personen und Körperschaften hat sich seit dem 19.Jh. v.a. aufgrund der Verwendung im rechtlichen Bereich durchgesetzt. Daneben wurden und werden V. auch als Assoziation, Gesellschaft, Vereinigung, Sozietät, Korporation, Genossenschaft, Bund, Verband, Gruppe, Initiative, Bewegung u.a.m. bez. Der neuzeitliche V. wird als freiwilliger Zusammenschluß urspr. getrennter Kräfte zur Verwirklichung eines gemeinsamen Zwecks definiert. Durch d…

Vereinigte Evangelische (Rheinische) Mission

(183 words)

Author(s): Feldtkeller, Andreas
[English Version] (VEM). 1971 bis 1996 Name einer ev. Missionsgesellschaft mit Sitz in Wuppertal, gebildet aus dem Zusammenschluß der Rheinischen Mission (gegründet 1828 aus Missionsgesellschaften in Barmen, Elberfeld und Köln) und der Bethel-Mission (gegründet 1886). 1978 Beitritt der Zaire-Mission. 1996 umstrukturiert zu einer »Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen« unter dem Namen Vereinte Ev. Mission (United Evangelical Mission). Gleichberechtigt an der Verantwortung beteiligt sind 34 Kir…

Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD)

(1,184 words)

Author(s): Hauschild, Wolf-Dieter | Christoph, Joachim E.
[English Version] I. Geschichtlich Die 1948 gegründete Institution (eine Bundeskirche mit heute acht Gliedkirchen) hat eine im 19.Jh. verankerte Vorgesch., deren Voraussetzung die konfessionelle Spaltung des dt. Protestantismus seit 1529–1648 war. Sie basiert auf dem Axiom, daß alle Kirchen, die sich an den luth. Bekenntnisschriften orientieren, gemäß CA 7 eine einheitliche Kirche bilden. Daraus resultiert auch die Gemeinschaft im Lutherischen Weltbund. 1. Wegen mangelnder Präzision der Begriffe »Bekenntnis« und »luth.« und wegen der Beharrungskraft des…

Vereinigte Staaten von Amerika

(5,405 words)

Author(s): Davis, Derek H. | Poirier, Lisa J.M. | Hart, Darryl G. | Wilhelm, Cornelia
[English Version] I. Geopolitische Problematik, Begriff und Vorstellung Seit ihren Anfängen im späten 18.Jh. verfügen die USA über ein tief verwurzeltes christl. Erbe, das ihre polit. Entwicklung nachhaltig geprägt hat (s.a. Amerika: I., Nordamerika). Das Selbstverständnis einer »auserwählten Nation« mit »offenkundiger Bestimmung« hat Amerika befähigt, die Freiheitsidee (Freiheit) im In- und Ausland zu verbreiten und eine Weltmacht zu werden. Rel. Rhetorik ist oft wirkungsvoll zur Rechtfertigung der Re…

Vereinigungskirche

(531 words)

Author(s): Barker, Eileen
[English Version] (T'ong'ilgyo; Unification Church International). Die Holy Spirit Association for the Unification of World Christianity wurde offiziell 1954 in Seoul, Korea, von Sung Myung Moon (geb. 1920) gegründet. Trotz ihrer Ablehnung des Begriffs werden ihre Mitglieder gemeinhin als »Moonies« bez. Während der 90er Jahre des 20.Jh. wurde die Bewegung als Family Federation for World Peace and Unification reorganisiert, wobei die V. den rel. Arm der Bewegung bildet. – Moon behauptet, daß i.J. 1…

Vereinigungsrecht, kirchliches

(230 words)

Author(s): Weber, Margit
[English Version] . Das kirchl. V. ordnet in der röm.-kath. Kirche alle Zusammenschlüsse von Gläubigen zur Verwirklichung kirchl. Ziele. Vereinigungen sind das konsoziative Element in der Kirche und wurzeln theol. in der charismatischen Begabung von Gläubigen. Das V. ist vom kirchl. Verfassungsrecht zu unterscheiden, da sich jeder Gläubige frei für eine kirchl. Vereinigung entscheiden kann. Es umfaßt die cc.298–329.573–746 CIC/1983 (410–583 CCEO). Die Vereinigungsfreiheit wird erstmals in c.215 CI…

Vereinsrecht

(458 words)

Author(s): Schäfer, Alfred
[English Version] (collegia). I. Vereinsgesetze, die im Interesse des röm. Staates verfügt worden sind, beziehen sich häufig auf Stadtrom. Inwiefern die leges de collegiis darüber hinaus in Italien und den Provinzen bindend gewesen sind, ist anhand der Überlieferung nicht immer nachvollziehbar. Insbes. im griechischsprachigen Osten ist mit einer Vielzahl lokaler Rechtsnormen zu rechnen, so daß stadtröm. Bestimmungen nicht vorbehaltslos zu übertragen sind. In Konflikten zw. Vereins- und staatl. Inte…

Vereinte Nationen (United Nations, UN)

(657 words)

Author(s): Reuter, Hans-Richard
[English Version] I. Entstehung Das Scheitern des Völkerbunds führte bald nach Ausbruch des 2. Weltkriegs zu Plänen für eine neue Weltfriedensorganisation, so in der als Atlantik-Charta bez. gemeinsamen Erklärung von Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill vom 14.8.1941. Zu deren Zielen bekannten sich am 1.1.1942 in der »Declaration by United Nations« 26 Staaten, die gegen die sog. Achsenmächte Krieg führten. Die von Vertretern aus 50 Staaten ausgearbeitete Charta trat am 24.10.1945 in Kraft. II. Ziele und Grundsätze Zu den Zielen der UN gehören laut Art.1 ihrer…

Verelendung

(487 words)

Author(s): Körtner, Ulrich H.J.
[English Version] . Das schon im Mhd. bekannte Verb »verelenden« bedeutet intransitiv »ins Elend geraten«, transitiv »elend machen«. Das verwandte »verelendigen« meint »aus dem Land jagen, ins Unglück stürzen«. Als Elend prangerte die Sozialkritik des frühen 19.Jh. die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten bei gleichzeitiger Vermehrung des allg. Wohlstands durch fortschreitende Industrialisierung an. Im Gegensatz zu reformerischen Gesellschaftsentwürfen gehen die Frühschriften von K. Marx und F.…

Vererbung

(226 words)

Author(s): McLean, Margaret R.
[English Version] . Warum ähneln Kinder ihren Eltern? Obwohl schon Hippokrates, Aristoteles u.v.a. von dieser Frage fasziniert waren, gelang es erst 1865 dem Mönch Johann Gregor Mendel (1822–1884) mit Experimenten an Erbsenpflanzen, die Gesetze der V. aufzudecken. V. meint die Weitergabe gewisser Merkmale von Eltern an ihre Nachkommen. Mendel fand heraus, daß vererbbare Merkmale von diskreten »Faktoren«, später Gene genannt, bestimmt werden. Er vermutete, daß jedes Merkmal von einem Genpaar bestim…

Verfall

(735 words)

Author(s): Cancik, Hubert
[English Version] I. Allgemein V. (vgl. Dekadenz, Degeneration; inclinatio; engl. decline) bez. einen Prozeß allmählicher Verschlechterung, der in einer plötzlichen Katastrophe (griech. καταστροϕη´), in Zerstörung, Zersetzung, langsamem Erlöschen, Ruin endet (griech. ϕϑορα´/phthorá), falls er nicht durch Reformen oder Renaissance abgewendet wird. V. ist das Pendant zu Fortschritt, ein – oft polemisch gebrauchtes – Bild für die Beschreibung, Gliederung (Epochenbildung) und Bewertung von gesch. Bewegung wie »linear/zyklisch«, …

Verfassung

(616 words)

Author(s): Mohnhaupt, Heinz
[English Version] . I. Jedes konsolidierte Sozialsystem ist auf eine Ordnung (: II.) angewiesen, durch die sein Bestand gesichert und das Verfahren seiner Selbstbestimmung geregelt wird. In der Zuständlichkeit der Ordnung dokumentieren sich normative Elemente, die entweder empirisch/außerjuristisch oder juristisch bestimmt sind. In der Begriffsgesch. bildet sich seit der Antike der Entwicklungsgang zum dominanten juridifizierten Verfassungsverständnis der Neuzeit ab. Im Begriff der V. (Konstitution…

Verfassungen, deutsche

(2,269 words)

Author(s): Heun, Werner | Steiner, Udo
[English Version] I. Geschichte 1. Zu Beginn des 19.Jh. konnten sich auch die dt. Monarchien der im 18.Jh. aufgekommenen Verfassungsidee (Verfassung) nicht mehr entziehen. Entscheidend dafür war, daß nur gewählte Repräsentativversammlungen die Integration der neu geschaffenen Länder und die notwendige Zustimmung des Bürgertums zur finanziellen Konsolidierung gewährleisten konnten. Ausdruck der Ambivalenz der dt. Monarchien gegenüber der Verfassungsidee war die Regelung des Art.13 der Dt. Bundesakte…

Verführbarkeit/Verführung.

(735 words)

Author(s): Bayer, Oswald
[English Version] Die Verführbarkeit des Menschen ist mit der ihm gewährten Handlungsfreiheit (Gen 1,28; 2,15) und Sprachvernunft (Gen 2,19f.) gegeben, die in Verkennung ihrer Reichweite im »Schwindel« der Möglichkeiten (vgl. Kierkegaard 60f.) mit dem Unmöglichen liebäugelt (Gen 3,6). Der Mensch läßt sich verführen, wenn er die unmögliche Möglichkeit zu verwirklichen sucht, wie Gott zu sein (Gen 3,5), damit selbst noch die Voraussetzung des zur Handlungsfreiheit gehörenden schöpfungsgemäßen Versuc…

Vergänglichkeit

(816 words)

Author(s): Zachhuber, Johannes
[English Version] I. Religionsphilosophisch Die Erfahrung der V., beschrieben mit dem Begriffspaar »Entstehen und Vergehen« (génesis, phthorá), ist seit den Anfängen der griech. Philos. ein sowohl in naturphilos.-beobachtender wie in existentieller Perspektive reflektiertes Thema. Dabei ist die rel. Dimension präsent, wenn z.B. der »Spruch des Anaximander« das Vergehen »Buße« des Entstehens nennt (DK, Frgm. 12 B1). Auch die seit Parmenides zentrale Frage nach dem Ewigen (Ewigkeit) und Unvergänglich…

Vergebung

(10 words)

[English Version] Sünde/Schuld und Vergebung

Vergeltung

(3,967 words)

Author(s): Neu, Rainer | Janowski, Bernd | Bendemann, Reinhard v. | Volkmann, Stefan | Buß, Johanna
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichV. – die Erwiderung von Gutem durch Gutes und Bösem durch Böses, in der Rel. in Form von göttlichem bzw. schicksalhaftem Lohn oder Strafe für menschliches Verhalten in diesem Leben oder nach dem Tod – ist ein Aspekt der Reziprozität, des Prinzips von Leistung und Gegenleistung (Verdienst). Richard Thurnwald verwies als erster auf die Bedeutung der Reziprozität für das soziale Handeln und das Weltbild in ethnischen Gesellschaften. Nicht nur die Erwiderung …

Vergerio

(258 words)

Author(s): Campi, Emidio
[English Version] Vergerio, Pier Paolo (d.J.; 1498 Capodistria, Istrien – 4.10.1565 Tübingen). Nach dem Studium der Jurisprudenz in Padua trat er in päpstl. Dienste ein. 1533 wurde er Nuntius in Wien, 1535 warb er als Legat Pauls III. in Deutschland für die Einberufung des Konzils. Im Mai 1536 wurde V. zum Bf. von Modruš, bald darauf von Capodistria ernannt. Durch seinen Einsatz für ein allg. Konzil beim Religionsgespräch von Worms (1540; Religionsgespräche: I.,4., b) sowie wegen der Neuerungen in s…

Vergil

(638 words)

Author(s): Cancik, Hubert
[English Version] Vergil, Publius Vergilius (später auch Virgilius) Maro (15.10.70 v.Chr. bei Mantua – 21.9.19 in Brundisium, begraben in Neapel). Leben und Werk: V., gelehrter Dichter aus bescheidenen Verhältnissen, kränklich, von Asinius Pollio, Maecenas, und Augustus gefördert, Freund des Horaz (carm. 1,3). – Das Buch der Eclogae (vf. 39–37) enthält zehn bukolische (»lyrische«) Gedichte von klassischer Vollkommenheit in Sprache, Komposition, Thematik und Metrik. Gegen die akute Bedrohung im Untergang der röm. R…

Vergöttlichung

(328 words)

Author(s): Felmy, Karl Christian
[English Version] Vergöttlichung, griech. ϑε´ωσις/théōsis, ist ein aus der antiken platonischen und neuplatonischen Philos. stammender, aufgrund von pln. (2Kor 5,17; Gal 2,20; 3,26f.) und joh. Aussagen (Joh 14,23; 17,21), v.a. aufgrund von 1Petr 1,4, früh in die orth. Theol. eingegangener Begriff, der eine zentrale Stellung in der orth. Lehre von der Erlösung einnimmt. Die V. hat ihren Grund im Christusereignis, da in Christus die menschliche Natur durch ihre Einheit mit der göttlichen Natur vergött…

Verhaltensforschung

(1,348 words)

Author(s): Schweitzer, Friedrich | McLean, Margaret R.
[English Version] I. Begriff, Dogmengeschichte Die V. oder Ethologie, zu der auch der Behaviorismus gezählt werden kann, stellt heute ein zunehmend verzweigtes, bes. von Biologie und Evolutionsdenken (Evolution) geprägtes Forschungsfeld dar. Als Bereiche sind u.a. zu nennen: Verhaltensphysiologie (neurologisch und endokrinologisch), Verhaltensphylogenese und -ontogenese, die Untersuchung von Lernprozessen, Soziobiologie (biologische Angepaßtheit des Sozialverhaltens), evolutionäre Psychologie. Die f…

Verhaltensgenetik

(360 words)

Author(s): McLean, Margaret R.
[English Version] . Die Genetik beschäftigt sich mit den ererbbaren Faktoren der biologischen Variation. Die menschliche V. versucht zu verstehen, wie und in welchem Maße Gene das Verhalten, wozu auch Intelligenz und Persönlichkeit gezählt werden, beeinflussen (Verhaltensforschung). F. Galton, ein Cousin Ch. Darwins, studierte als erster syst. Genetik und Verhalten. Galton schloß – beispielsweise aus der Anhäufung und Erblichkeit von »Genialität« in manchen Familien – auf Zusammenhänge zw. Verhalten und Vererbung. Als erster diskut…

Verhaltenstherapie

(828 words)

Author(s): Spiegler, Michael D.
[English Version] . Die V. ist ein wichtiges Gebiet der Psychotherapie mit einem breiten Spektrum spezieller Therapieformen, die lindernd auf diejenigen Bedingungen einwirken, die das spezifische, mit der Störung assoziierte Verhalten auslösen. V. ist durch vier Prinzipien gekennzeichnet: 1. Wissenschaftlichkeit: Die zu verändernden Verhaltensweisen, die Ziele und die Behandlungsmethoden sind exakt definiert und ihre Wirksamkeit wird durch kontrollierte empirische Studien belegt. 2. Handlungsorien…

Verhältnis

(8 words)

[English Version] Relationalität

Verhängnis

(348 words)

Author(s): Schüle, Andreas
[English Version] . Der Begriff V. kann in zweifacher Weise bestimmt werden. Zum einen steht er in sachlicher Nähe zum griech. Verständnis von »Schicksal« (Heraklit, Stoa). Demnach ist der Mensch Teil eines determinierten (Determinismus) Weltlaufs, der sich in den Gesetzmäßigkeiten natürlicher und sozialer Ordnung ausdrückt. Diesen Gesetzmäßigkeiten, die die Stoa v.a. kausal als Heimarmene, als »unverbrüchliche Reihe der Ursachen« versteht, ist auch der menschliche Verstand unterworfen. Das V. des…

Verheißung

(560 words)

Author(s): Bayer, Oswald
[English Version] I. Dogmatisch Jesus Christus ist nach dem NT (vgl. bes. 2Kor 1,19f.) die leibliche Gestalt und Gesch., durch die Gott im Hl. Geist seine V., genauer: sich als V. – in, mit und unter seinem Namen (Ex 3,14): »Ich bin der Herr, dein Gott!« (Ex 20,2) – eröffnet, mitteilt und gibt. Gott ist der, der gewiß hält, was er zusagt (Ps 33,4b nach der Übertragung Luthers). Entsprechend ist V. (lat. promissio) zus. mit (Hin-) Gabe das Urwort der reformatorischen Theol. Luthers; ihre kriteriolog…

Verherrlichung

(327 words)

Author(s): Zachhuber, Johannes
[English Version] . Daß die V. (glorificatio) Gottes das Endziel der Schöpfung sei, ist eine Grundannahme insbes. der Theol. Calvins (vgl. den Anfang des Genfer Katechismus von 1542). Entsprechend handelt der letzte Locus ref. Dogmatiken von der V. (De glorificatione). Die Vollendung der Menschen wird so mit ihrem Einstimmen in das Gotteslob der Kreatur gleichgesetzt. Im Hintergrund steht hier zum einen der augustinische und ma. Gedanke der fruitio Dei als angemessene, weil selbstzweckliche Erfüll…

Verifikation/Falsifikation

(1,524 words)

Author(s): Bartelborth, Thomas | Keuth, Herbert | Schulz, Heiko
[English Version] I. Naturwissenschaftlich Unter der V. einer physikalischen Hypothese oder Theorie versteht man den empirischen Nachweis, daß die Theorie wahr ist. Viele physikalische Hypothesen sind allerdings Allaussagen, die Behauptungen für potentiell unendlich viele Einzelfälle aufstellen (z.B. Naturgesetze wie: Alle Körper, die erwärmt werden, dehnen sich aus). Sie sind daher niemals im strikten Sinne zu verifizieren, da wir nur endlich viele Fälle tatsächlich überprüfen können. K.R. Popper wies demgegenüber darauf hin, daß wir solche Hypothesen zumin…

Verkade

(76 words)

Author(s): Meier, Claudia Annette
[English Version] Verkade, Jan (18.9.1868 Zaandam – 19.7.1946 Beuron), holländischer Nachfolger P. Gauguins, 1891/92 Anschluß an die Künstlergruppe Nabis, starker Einfluß durch Paul Sérusier, Bretagne-Bilder im Sinne des Synthetismus; 1892 zum Katholizismus konvertiert, 1894 ordiniert, Orientierung an dem Benediktiner-Abt Desiderius Lenz, in dieser Phase (bis 1915) Arbeiten in Beuron, Prag und Monte Cassino. Claudia Annette Meier Bibliography Die Nabis. Propheten der Moderne, Katalog Kunsthaus Zürich, hg. von C. Frèches-Thory/U. Perucchi-Petri, 1993 (Lit.).

Verklärung Jesu Christi

(1,810 words)

Author(s): Frenschkowski, Marco | Oberdorfer, Bernd | Kunzler, Michael | Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] I. Neues Testament Die Legende Mk 9,2–13 parr. proklamiert Jesus als Gottessohn vor dem innersten Jüngerkreis. Deutlich ist starkes kompositionelles Interesse des Mk: Anfang (1,1.11), Mitte (9,7) und Ende (15,39) des Ev. bezeugen Jesus als Gottessohn. Die Zusammenstellung mit 8,27–33 lüftet das Inkognito Jesu und definiert seinen Auftrag (Passion und Auferstehung [: II.]). Die Jünger erhalten für einen Moment Einblick in Jesu Umgang mit der himmlischen Welt (Mose und Elia als Entrü…

Verklärungsfest

(183 words)

Author(s): Kunzler, Michael
[English Version] . Die röm.-kath. Kirche und die Kirchen des byz. Ritus feiern am 6.8. das V. (Mk 9,2–9 par.). Seine Ursprünge liegen im Osten des 5./6.Jh. Seit dem 10.Jh. in der fränkischen Liturgie bekannt, führte es Papst Calixtus III. 1457 allg. in die kath. Kirche ein. Im byz. Ritus eines der zwölf Hochfeste, hat es im jetzigen röm. Meßbuch (1970) als »Fest« Gloria (Messe) und Te Deum (Ambrosianischer Lobgesang; Lesehore). Im lat. und byz. Ritus dominiert das eschatologische Thema: Die Verkl…

Verkündigung

(1,578 words)

Author(s): Körtner, Ulrich H.J. | Widmann, Peter | Winkler, Eberhard
[English Version] I. Fundamentaltheologisch V. ist kein speziell rel. Begriff, spielt aber im Christentum eine hervorgehobene Rolle. Ganz allg. ist V. »eine Form der Anrede, bei der das Verkündigte im Augenblick des Verkündigtwerdens in Kraft tritt« (K.E. Løgstrup 1358). Sie steht neben der Mitteilung und der Botschaft. Während der Begriff der Botschaft mehr den Inhalt der Anrede bez., richtet sich der Begriff der V. mehr auf den Vorgang. Letzteren deutet der Begriff der Mitteilung als ein objektiv…

Verlage

(827 words)

Author(s): Töpelmann, Roger
[English Version] I. Religiöse Verlage Die rel. V. innerhalb des dt. Buchhandels bilden eine eigene ausgewiesene Unternehmenssparte. Die etwa 280 Firmen sind überwiegend mittelständisch geprägt. Teils gehören sie zu größeren Verlagskonzernen. Ihre Jahresproduktion liegt bei über 3500 Titeln, bzw. einem Anteil von mehr als 5,7 Prozent an der gesamten Titelproduktion in Deutschland. Die Gründungszeit reicht in einigen Fällen bis zur Aufklärung zurück, so der V. Vandenhoeck & Ruprecht (gegr. 1735; W. Ruprecht), da…

Verlaine

(177 words)

Author(s): Hiddleston, James
[English Version] Verlaine, Paul (30.3.1844 Metz – 8.1.1896 Paris). Der feinsinnigste unter den franz. Dichtern des 19.Jh. brachte durch eine gewagte Verbindung von Reim, Assonanz und ungeradem Versmaß einen individuellen Stil hervor, erreichte aber nicht die Größe Ch. Baudelaires oder seiner Zeitgenossen Stéphane Mallarmé und Arthur Rimbaud. »Poèmes saturniens« (1866), »Fêtes galantes« (1869) und »Romances sans paroles« (1874) stellen Höhepunkte seines Schaffens dar. Sein Bruch mit Rimbaud 1875, m…

Vermaseren

(155 words)

Author(s): Bonnet, Corinne
[English Version] Vermaseren, Maarten Jozef (7.4.1918 – 9.9.1985 Amsterdam), Studium in Nijmegen und Utrecht, Prof. in Utrecht, Spezialist für orientalische Rel. im Röm. Reich (Mithrasreligion, Kybele/Attis). Hg. der »Études préliminaires aux religions orientales dans l'empire romain« (EPRO, 105 Bde. unter V.s Herausgeberschaft). Zu nennen sind außerdem seine »Mithriaca« (4 Bde., 1971–1978), »Apis« (zus. mit G.J. F. Kater-Sibbes, 3 Bde., 1975–1977) und das »Corpus Cultus Cybelae Attidisque« (7 Bde.,…

Vermeer

(406 words)

Author(s): Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] Vermeer, Jan (getauft 31.10.1632 Delft – begraben 15.12.1675 ebd.), holländischer Maler, Spezialist der Genremalerei und des verborgenen Symbolismus. Ungeachtet seiner frühen, in verschleierter Mystik verharrenden Malübungen wurde er im Dezember 1653 in die Delfter Lukasgilde als Künstler eingetragen. 1653 konvertierte er zum Katholizismus. Als aufstrebender Historienmaler setzte er sich in seinen frühen Werken mit bibl. Themen auseinander, z.B. in »Christus bei Maria und Martha« …

Vermigli

(285 words)

Author(s): Campi, Emidio
[English Version] Vermigli, Petrus Martyr (8.9.1499 Florenz – 12.12.1562 Zürich), trat 1514 in Fiesole den Augustiner-Chorherren bei, studierte 1518–1526 an der Universität Padua und wirkte seit 1533 als Abt von Spoleto. 1537 siedelte er ins Kloster San Pietro ad Aram in Neapel über, wo er enge Beziehungen mit den um J. de Valdés gescharten »Spirituali« knüpfte. Dort gelangte V. zur reformatorischen Überzeugung zwinglischer Prägung. V. floh im August 1542 vor der Inquisition über Zürich nach Straßbu…

Vermittlungstheologie

(1,031 words)

Author(s): Christophersen, Alf | Mühling, Markus
[English Version] I. Kirchengeschichtlich In Anknüpfung an den von F. Lücke in Zusammenarbeit mit K. Ullmann, W.K. Umbreit, J.K. L. Gieseler und K.I. Nitzsch 1828 in der programmatischen Ankündigung der »Theol. Studien und Kritiken« (ThStKr) gebrauchten Begriff »Vermittlung« wurde in den theologiepolit. Auseinandersetzungen des Vormärz V. als polemische Fremdbez. dieser an F. Schleiermacher, dezidiert aber auch Melanchthon anknüpfenden Richtung geprägt. Die Verbindung von Glaube und Wissen, Freihei…

Vermögen

(359 words)

Author(s): Rese, Friederike
[English Version] Vermögen, substantivierter Infinitiv zu »vermögen«: »etwas können«, »zu etwas imstande sein«. Plato unterscheidet zw. einem »V. des Bewirkens« (δυ´n̆αμις του˜ ποιει˜n̆/dýnamis toú poieín) und einem »V. des Erleidens« (δυ´n̆αμις του˜ πα´σχειn̆/dýnamis toú páschein; soph. 247e – 248e). Aristoteles nimmt diese Unterscheidung zweier Arten von V. auf und ergänzt sie um die Unterscheidung zw. »V.« bzw. »Möglichkeit« (δυ´n̆αμις) und »Wirklichkeit« (ε᾿n̆ε´ργεια/enérgeia; Akt und Potenz). Als aktives oder passives »Prinzip der Veränderung oder …

Vermögensrecht, kirchliches

(461 words)

Author(s): Hübner, Hans-Peter
[English Version] . Allgemeines: Das V. beinhaltet Bestimmungen über die Träger (Kirchen- oder Pfarrgemeinden, Landeskirchen, Diözesen, kirchl. Stiftungen und Vereine [: II.]), die Quellen (Finanzwesen, kirchliches), den Erwerb, die Verwaltung (: IV.) und die Veräußerung von Kirchenvermögen (Kirchengut). Dieses umfaßt alle Vermögenswerte, die bestimmt sind, einem kirchl. Zweck zu dienen; auf die Eigentumsverhältnisse kommt es dabei nicht an. Zum V. gehören also nicht nur die beweglichen und unbeweg…

Vernichtung

(786 words)

Author(s): Evers, Dirk | Thomas, Günter
[English Version] I. Religionsphilosophisch Der Begriff der V. ist zum einen die dt. Übers. des in der Scholastik geprägten schöpfungstheol. Begriffs der Annihilation, zum anderen gehört er zum Wortschatz der dt. Mystik und meint dort das Zunichtewerden der Seele in der Vereinigung mit Gott. In seiner ersten Bedeutung markiert er das Problem, wie ein die Schöpfung umkehrender Übergang vom Sein zum Nicht-Sein verstanden und ob er allein Gott als dem Schöpfer zugeschrieben werden kann. Im Unterschied…

Vernunft

(3,528 words)

Author(s): Steinmann, Michael | Herms, Eilert
[English Version] I. Philosophisch In der traditionellen Erkenntnislehre (Erkenntnistheorie) wird die V. vorwiegend als ein diskursives Vermögen gedacht (griech. δια´n̆οια/diánoia; λο´γος/lógos; lat. ratio), teilweise in Abgrenzung zum Verstand als intuitivem Vermögen. Mit dieser Unterscheidung wird zugleich eine Rangfolge indiziert: Das diskursive Vermögen geht entweder als syllogistisch verfahrende »Demonstration« (α᾿πο´δειξις/apódeixis) von letzten Prinzipien aus, die ihrerseits nicht durch Schlußfolgerung gefunden werden können (Arist.e.…

Vernunftrecht

(10 words)

[English Version] Naturrecht

Veronese

(146 words)

Author(s): Buttler, Karen
[English Version] (Caliari), Paolo (1528 Verona – 18.4.1588 Venedig), einer der Hauptvertreter der venezianischen Malerschule des 16.Jh. 1553 nach Venedig übergesiedelt, folgten seit 1555 u.a. mehrere Bilderzyklen für S. Sebastiano (Estherzyklus, 1555/56). Unter dem Eindruck der 1560 in Rom studierten Werke Michelangelo Buonarrotis schuf V. bis 1561 die illusionistischen und den Raum zu Landschafts- und Himmelsausblicken öffnenden Fresken der Villa Maser. In der Serie der monumentalen Gastmähler (u…

Veronika

(375 words)

Author(s): Unterburger, Klaus | Spanke, Daniel
[English Version] , die Heilige. I.Kirchengeschichtlich. Legendarische, im Spät-MA und in der Barockzeit sehr populäre Heiligengestalt (Fest 4.2. bzw. 27.2.). Ausgangspunkt ist die Abgar-Legende (Eus.h.e. I 13), nach der Jesus dem König von Edessa eine wundertätige Tuchikone von seinem Antlitz schickte. Nach einer jüngeren Tradition wurde die Ikone dessen Tochter Beronike übergeben. Im Westen wird (erstmals ActPil 7) die legendarische Gestalt mit der blutflüssigen Frau (Mt 9,20 par.; vgl. als Ansatz…

Verschoor

(240 words)

Author(s): Schneider, Hans
[English Version] Verschoor, Jakob (1648 Vlissingen – 1700 Middelburg), niederländischer ref. Separatist. Schon während des Studiums der Theol. in Leiden beargwöhnte F. Spanheim d.J. die Ansichten des Studenten. Ohne Examen begann er 1673 in Vlissingen mit der Veranstaltung von »Übungen« (Konventikeln), die er später an anderen Orten fortsetzte. Da er wegen seiner Anschauungen Mißtrauen weckte, bisweilen auch als Anhänger B. de Spinozas verdächtigt wurde, blieben seine Bewerbungen um Predigerstelle…

Verschuldung

(341 words)

Author(s): Gräb-Schmidt, Elisabeth
[English Version] . Von der Schuld, die in allg. Sinne einen ethischen Sachverhalt als Unterlassung oder Übertretung eines gesollten Handelns bez., ist V. zu unterscheiden als konkrete, nicht eingelöste Solleistung oder bestimmte Überschreitung einer Forderung. Dabei ist in erster Linie an Zahlungsrückstände im ökonomischen Bereich durch private, nationale oder internationale Kreditaufnahme zu denken. Im Begriff selbst klingt aber auch das Verständnis von V. als Verfehlung in allg. sittlichem Sinn…

Verschwendung

(328 words)

Author(s): Cansier, Dieter
[English Version] . Die Ressourcen, die für die Versorgung der Menschen mit Gütern zur Verfügung stehen, sind knapp. Es lassen sich nicht alle Wünsche erfüllen. Deshalb ist es wichtig, daß Rohstoffe, Boden, Arbeit und Kapital so eingesetzt werden, daß sie ein Höchstmaß an Wohlstand für die Bevölkerung eines Landes liefern. Es sollten nur Güter der Art und der Menge nach bereitgestellt werden, an denen die Menschen ein Interesse haben. Die Produktion der Güter sollte mit den geringsten Kosten erfol…

Versicherung

(379 words)

Author(s): Cansier, Dieter
[English Version] . Gegen Lebensrisiken kann sich der Mensch durch Eigenvorsorge und durch Abschluß einer privaten V. schützen. Bei freier Entscheidung wird sich das Individuum für die V. entscheiden, falls der Beitrag zur Abdeckung eines bestimmten Risikos geringer ist als die Kosten der Eigenvorsorge. Bei Privatversicherungen werden die Beiträge auf der Grundlage eines Risikoausgleichskalküls nach dem Prinzip der versicherungstechnischen Äquivalenz festgesetzt. Die Leistung richtet sich nach den…

Versiegelung

(242 words)

Author(s): Grünschloß, Andreas
[English Version] Versiegelung, religionsgeschichtlich. Dokumente und Eigentumssachen werden durch Siegel geschützt. Die V. soll vor unberechtigter Aneignung oder Einsicht bewahren, sie sichert Authentizität sowie Autorität des Siegelnden (Absenders, Besitzers) mit symbolischer Macht. Die profan-rechtliche Bedeutung begründet die häufig bezeugten rel. Bezugnahmen auf V. So können z.B. Tätowierungen (Tatauierung) oder Amulette ihre Träger der numinosen Macht- und Schutzsphäre einer Gottheit überstel…

Versoffizien

(179 words)

Author(s): Hiley, David
[English Version] . Offizium heißt hier der Zyklus von Gesängen für die Gebetsstunden an einem bestimmten Festtag. Die Texte der V. sind in Vers verfaßt. Der ma. Terminus für einen Gesangszyklus war »Historia«, deshalb ist das V. ein Untertyp der Gattung »Historia«. Allein textlich, also weder liturgisch noch musikalisch, bilden die V. eine bes. Gattung. Bereits im 9.Jh. sind Gesänge mit Verstexten gelegentlich zu finden, v.a. in neuen Historiae für nicht-röm. Festtage wie Medardus von Soissons (M…

Versöhnung

(5,862 words)

Author(s): Hock, Klaus | Seybold, Klaus | Oegema, Gerbern S. | Porter, Stanley E. | Webster, John | Et al.
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichIm Vergleich zur Sühne (: I.) ist V. spezifischer bestimmt und zielt in der Regel auf die Wiederherstellung einer durch Schuld oder Sünde zerrütteten personalen Beziehung. Bei V. handelt es sich um eine Kategorie aus der jüd.-christl. Tradition, die nicht ohne weiteres auf andere Kontexte übertragbar ist. Im Vergleich zu christl.-abendländischen Ausprägungen zeigt das Verständnis von V. bereits im Judentum erhebliche Besonderheiten. Zwar erscheint auch hi…

Versöhnungstag (Jom Kippur)

(20 words)

[English Version] Feste/Feiern: II. Altes Testament und III. Judentum

Versorgung

(210 words)

Author(s): Götzelmann, Arnd
[English Version] wird als Begriff in einem weiten Feld sozialpolit. und -rechtlicher sowie im kirchl. Raum speziell kirchen- und beamtenrechtlicher Bedeutungen verwendet. Aber auch die infrastrukturelle Grundversorgung beispielsweise mit Wasser, Strom, Gas oder etwa sozialen Dienstleistungen (z.B. ärztliche V. oder psychotherapeutische V.) wird als V. bez. Das syst. sozialrechtliche Verständnis von V. unterscheidet sie als eins von drei Grundprinzipien im Bereich sozialer Sicherung (Sicherheit) v…

Verstand

(1,376 words)

Author(s): Steinmann, Michael | Korsch, Dietrich
[English Version] I. Philosophisch In der traditionellen Erkenntnislehre (Erkenntnistheorie) wird der V. vorwiegend als ein intuitives Vermögen gedacht (griech. n̆ου˜ς/noús, lat. intellectus), teilweise in Abgrenzung zur Vernunft als diskursivem Vermögen. Durch ihn werden letzte Prinzipien bzw. einfache Sachverhalte direkt erfaßt, so daß die Bewegung der Erkenntnis sachlich und begründungslogisch zum Abschluß gelangt (Arist.e.N. 1143af.). Diese Dimension eines in sich vollendeten und direkten Erfassens der Wahrheit dient auch als Maßstab für das V…

Versteghe

(147 words)

Author(s): Zschoch, Hellmut
[English Version] Versteghe, Jan Gerritsz (Veluanus, Johannes Anastasius; um 1520 Stroe, Gelderland – 1570 Steeg bei Bacharach). Als Pastor in Garderen (seit 1544) wurde V. 1550 wegen ev. Predigt verhaftet. Nachdem ihm 1553 die Flucht ins Rheinland geglückt war, wurde er 1554/55 Pfarrer im kurpfälzischen Steeg und 1561 Superintendent für die Ämter Bacharach und Kaub. In seinen populären Veröff., u.a. »Der Leken Wechwyser« (Der Laien Wegweiser, 1554) und der anonym erschienene »Kurze Wegweiser« (1564…

Verstehen

(1,504 words)

Author(s): Figal, Günter | Herms, Eilert
[English Version] I. Philosophisch Der Begriff des V. wird erst in der Moderne philos. bedeutsam. Er gewinnt Prägnanz, indem er das für die Geisteswissenschaften eigentümliche Erkennen (Erkenntnistheorie) bez. Verstanden wird das »hist. Material« (J.G. Droysen, Grundriß der Historik, 1868, § 9) und überhaupt jede Äußerung des menschlichen Lebens. Dabei tritt der Begriff in Kontrast zum Erklären (Erklärung), das auf die naturwiss. erkennbare Natur bezogen ist. W. Dilthey hat diesen Unterschied progr…

Verstockung

(588 words)

Author(s): Schmid, Konrad | Dautzenberg, Gerhard
[English Version] I. Altes TestamentDem dt. Ausdruck »V.« entsprechen atl. mehrere hebr. Äquivalente, die ein »Verhärten« (zumeist) des Herzens als Zentrum der menschlichen Willensbildung bez. (v.a. כבד לב/kbd lb, »das Herz schwer machen«, חזק לב/ḥzq lb, »das Herz hart machen«, קשׁה ערף/לב/qšh ‘rp/lb, »den Nacken/das Herz verhärten«). Die wichtigsten atl. Belegschwerpunkte für V. finden sich in Ex 4–14 (die V. Pharaos im Rahmen des Plagenzyklus) und in Jes 6,9f., dem sog. Verstockungsauftrag Jesajas (vgl. Ez 3,7ff.).Das Problemgefüge von Ex 4–14 steht mit der geforde…

Versuchung

(1,762 words)

Author(s): Frenschkowski, Marco | Arneth, Martin | Feldmeier, Reinhard | Herms, Eilert
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichV. ist ein Theologumenon der jüd., christl. und isl., aber auch anderer Rel. Sie entsteht, wenn in einer Situation der Willensfreiheit das Böse als faszinierende, verlockende Überredung u. ä. auftritt (häufig als »Einflüsterung«). Zu unterscheiden sind die V. durch Menschen, durch die Gottheit, durch Dämonen, V. in einem nichttheistischen Kontext sowie der Gottheit durch Menschen. Oft wird V. als Werk einer dämonischen Macht interpretiert, die symbolische…

Vers/Versikel

(146 words)

Author(s): Klöckner, Stefan
[English Version] . I. Vers (im gregorianischen Gesang) bez. bei Responsorium Graduale und Halleluja den melodisch abgeschlossenen Teil, der dem Ruf oder Responsum (Responsorium) folgt und zumeist solistisch ausgeführt wird. Beim Tractus (als ehem. reiner Solopsalmodie) werden auskomponierte V. wechselseitig gesungen. Bei Introitus und Communio, wo der V. auch einer kleinen Schola(gruppe) anvertraut werden kann, gliedern die (auf Formeln vorgetragenen) Psalm-V. (Psalmodie) die Wiederholungen der An…

Vertrag

(1,239 words)

Author(s): Repgen, Tilman | Alles, Gregory D. | Pies, Ingo
[English Version] I. Rechtswissenschaftlich, rechtsgeschichtlich Die Entfaltungsmöglichkeit gehört zum Wesen der menschlichen Personalität. Als rechtliches Instrument dient dazu u.a. der V., verstanden als zwei- oder mehrseitige, einverständliche rechtsgeschäftliche Regelung eines Rechtsverhältnisses. Der Konsens der Vertragsparteien ist seit je im antiken und jüd.-christl. Kulturkreis für den V. konstitutiv. Mit Selbstverständlichkeit setzt z.B. Mt 20,1–16 den (übrigens frei abgeschlossenen) V. als…

Vertrauen

(1,555 words)

Author(s): Gräb-Schmidt, Elisabeth
[English Version] I. Religionsphilosophisch Der Begriff des V. (röm. fiducia, griech. πι´στις/pístis) enthält seit der röm. und griech. Antike die beiden für den Begriff des V. wesentlichen Aspekte der Sicherheit und Treue auf der einen und des Glaubens und der Hoffnung auf der anderen Seite. Cicero sieht beide gegründet in einem zuversichtlichen Selbstvertrauen, das er als sekundäre Tugend der Tapferkeit zuordnet (De inventione, 2, 163). Die Verortung des V. in den Tugenden hat da ihr Recht, wo V. als gr…

Verwaltung

(4,046 words)

Author(s): Knauf, Ernst Axel | Brauneder, Wilhelm | Germann, Michael | Ahme, Michael
[English Version] I. Biblisch 1.In Israel und Juda. Vom 10. bis ins 8.Jh. v.Chr. ist im Vergleich zu Ägypten und Mesopotamien nur mit einer rudimentären V. zu rechnen. Die Staatseinnahmen wurden im wesentlichen vom königlichen Krongut erwirtschaftet, das noch z.Z. Hiskias die Festungen verproviantierte (Königsstempel). Das Krongut unterstand dem Majordomo ('šr ‘l hbjt; 1Kön 4,6 u. ö.; epigraphisch: ReRö II, 113f.; in einem Privathaushalt: Gen 43,16 u. ö.). Die Beamtenbez. »Knecht« (‘bd, »Sklave«) des …

Verwaltungsakt, kirchlicher

(308 words)

Author(s): Germann, Michael
[English Version] . I. In Anlehnung an den Sprachgebrauch des staatl. Rechts in Deutschland lassen sich als kirchl. V. Entscheidungen bez., welche eine kirchl. Stelle zur Regelung eines kirchenrechtlichen Einzelfalls trifft. Dem Begriff des V. nach staatl. Recht unterfallen sie nicht, weil sie (bis auf Randbereiche) nicht an staatl. Hoheit teilhaben. Der Status der Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts ändert daran nichts. Nur soweit Normen des staatl. Rechts an die öfftl.-rechtliche R…

Verwaltungsgerichtsbarkeit, kirchliche

(359 words)

Author(s): Germann, Michael
[English Version] . Die kirchl. V. ist ein bes. Zweig der kirchl. Gerichtsbarkeit, der das Handeln der kirchl. Verwaltung (: IV.) zum Gegenstand hat. Der Gedanke daran ist erst unter dem Eindruck der staatl. V. aufgekommen. I. Die ev. Landeskirchen in Deutschland haben seit dem Ende des Staatskirchentums 1919 bis heute nach und nach sämtlich eine kirchl. V. geschaffen. Verwaltungsgerichte der ersten Instanz bestehen heute jeweils für den Bereich einer oder mehrerer Landeskirchen; gegen ihre Entscheidungen ist im Bereich der Union…

Verwaltungsunion

(280 words)

Author(s): Winter, Jörg
[English Version] . Der Begriff V. gehört in den Zusammenhang der Bemühungen um eine Überwindung der konfessionellen Spaltung im dt. Protestantismus zu Beginn des 19.Jh. Die angestrebte Union (Unionen, kirchliche: I.) zw. den luth. und ref. Bekenntniskirchen vollzog sich in unterschiedlicher Weise, nämlich entweder in der Form der Bekenntnisunion (»Konsensunion«), mit einem einheitlichen unierten Bekenntnisstand der Landeskirche (z.B. Baden seit 1821), oder in der Form der V., die auf einen Lehrko…

Verwandlung

(251 words)

Author(s): Bergunder, Michael
[English Version] Verwandlung, religionswissenschaftlich. V. als die Veränderung eines Menschen in ein Tier, eine Pflanze, einen Felsen etc. ist in der griech.-lat. Mythologie (: II.,2. und 3.) ein häufig vorkommendes Motiv (Metamorphosen), findet sich in eur. Märchen und Sagen und ebenfalls in vielen außereur. Erzählformen. Auch rel. Vorstellungen enthalten oft Verwandlungsmotive und haben deshalb eine Zeitlang die bes. Aufmerksamkeit der Religionswiss. gefunden. V. wurde hier als kennzeichnendes …

Verwandtschaft

(754 words)

Author(s): Neu, Rainer | Wannenwetsch, Bernd
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Der Begriff »V.« meint die genealogischen Beziehungen (Genealogie), die einem Individuum über seine beiden Eltern vermittelt werden (Generationenverhältnis), und die Verhaltensvorschriften und -erwartungen, die diesen Verbindungen innewohnen. V. entsteht, wenn natürliche Vorgänge (bes. Partnerschaft, Geburt) rituell überformt und mit einer kulturell festgelegten Moralität verbunden werden. Bes. in segmentären Gesellschaften sind Verwandtschaftsbeziehun…

Verwerfung

(336 words)

Author(s): Rosenau, Hartmut
[English Version] . Als Gegenbegriff zur Erwählung oder Rettung Gottes muß V. – anders als im üblichen dogmatischen Sprachgebrauch – von Verdammnis insofern unterschieden werden, als mit V. nicht zwangsläufig eschatische Konsequenzen im Sinne eines definitiven Ausschlusses vom Heil (Reich Gottes: IV.) verbunden sind. Insbes. das Ringen des Apostels Paulus um das Geschick des auserwählten Volkes Israel angesichts des von ihm mehrheitlich nicht anerkannten neuen Bundes Gottes mit allen Menschen in J…

Verzeichis der Abkürzungen

(42,319 words)

I. Biblische Bücher und außerkanonische Schriften 1. Altes Testament Gen Genesis Ex Exodus Lev Leviticus Num Numeri Dtn Deuteronomium Jos Josua Ri Richter 1Sam 1. Samuel 2Sam 2. Samuel 1Kön 1. Könige 2Kön 2. Könige Jes Jesaja Jer Jeremia Ez Ezechiel Hos Hosea Jo Joel Am Amos Ob Obadja Jon Jona Mi Micha Nah Nahum Hab Habakuk Zeph Zephanja Hag Haggaj Sach Sacharja Mal Maleachi Ps(s) Psalm(en) Spr Sprüche Hi Hiob Hhld Hohes Lied Ruth Klgl Klagelieder Pred Prediger Est Esther Dan Daniel Esr Esra Neh Nehemia 1Chr 1. Chronik 2Chr 2. Chronik 2. Außerkanonische Schriften neben dem Alten Testament Die …

Vesper

(1,482 words)

Author(s): Häußling, Angelus A. | Ratzmann, Wolfgang | Felmy, Karl Christian | Bretschneider, Wolfgang
[English Version] I. Historisch Der Abendgottesdienst im Kontext der Ordnung der Tagzeitenliturgie (Stundengebet) ist in den Westkirchen von unterschiedlichen Traditionen geprägt. Die Gemeinden versammeln sich zu Wortgottesdiensten, in denen bestimmte Psalmen gesungen, bibl. Lesungen vorgetragen, Predigten gehalten und Bittgebete gesprochen wurden. Mönchsgemeinden beziehen diesen Gottesdienst in ihre Ordnungen des den Psalter durchgehenden Cursus der Psalmenlesung ein (»Psalterium currens«). Eine T…

Vesta

(268 words)

Author(s): Cancik-Lindemaier, Hildegard
[English Version] Vesta, röm. Göttin; ihr Name wurde als griech. empfunden, ihr Wirkungsbereich – Herde und Altäre, Schutz »der innersten Dinge« – mit dem der griech. ῞Εστι´α/Hestía gleichgesetzt (Cic.n.d. 2,67); die Etym. ist noch umstritten. Ihr Heiligtum, aedes Vestae, ein Rundbau auf dem Forum Romanum, ist Teil eines alten Komplexes an der via sacra, zu dem auch das Haus gehört, in dem die virgines Vestae leben (Rom: II.,2., b). Obwohl Jungfrau, trägt V. den Ehrentitel »Mater«, an ihren Kult wird der Bestand der röm.…

Veto

(114 words)

Author(s): Barth, Thomas
[English Version] (lat. »ich verbiete«) bez. allg. das Recht, Zustandekommen oder Durchführung eines Beschlusses durch Einspruch zu verhindern. Der Begriff verweist auf das hist. Vorbild des Einspruchsrechts der röm. Volkstribunen gegen Amtshandlungen der partrizischen Magistrate und Senatsbeschlüsse. Nach der Wirkung unterscheidet man das absolute vom suspensiven V., das durch erneute Beschlußfassung, ggf. mit bes. Mehrheit, überwunden werden kann. Im Vergleich zum ähnlich wirkenden Erfordernis a…

Vetus Latina

(23 words)

[English Version] Bibelübersetzungen: I. Übersetzungen in antike Sprachen, 2. Übersetzungen ins Lateinische, b) Die Vetus Latina

Vézelay, Abteikirche Ste. Madeleine

(276 words)

Author(s): Apostolos-Cappadona, Diane
[English Version] Vézelay, Abteikirche Ste. Madeleine, Meisterstück der romanischen (Romanik) Kunst und Architektur in Burgund. Urspr. als Konvent für Frauen im 9.Jh. gegründet, war die ehem. Abtei Clunys von 1050 an selbst ein bedeutender Wallfahrtsort und Ausgangspunkt für Wallfahrten nach Santiago de Compostela. Der Gründer des Konvents, Graf Girart de Roussillon, überführte die Reliquien der hl. Maria Magdalena aus der Provence nach V. Auch die Tatsache, daß Bernhard von Clairvaux von hier aus…
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