Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Versiegelung

(242 words)

Author(s): Grünschloß, Andreas
[English Version] Versiegelung, religionsgeschichtlich. Dokumente und Eigentumssachen werden durch Siegel geschützt. Die V. soll vor unberechtigter Aneignung oder Einsicht bewahren, sie sichert Authentizität sowie Autorität des Siegelnden (Absenders, Besitzers) mit symbolischer Macht. Die profan-rechtliche Bedeutung begründet die häufig bezeugten rel. Bezugnahmen auf V. So können z.B. Tätowierungen (Tatauierung) oder Amulette ihre Träger der numinosen Macht- und Schutzsphäre einer Gottheit überstel…

Versoffizien

(179 words)

Author(s): Hiley, David
[English Version] . Offizium heißt hier der Zyklus von Gesängen für die Gebetsstunden an einem bestimmten Festtag. Die Texte der V. sind in Vers verfaßt. Der ma. Terminus für einen Gesangszyklus war »Historia«, deshalb ist das V. ein Untertyp der Gattung »Historia«. Allein textlich, also weder liturgisch noch musikalisch, bilden die V. eine bes. Gattung. Bereits im 9.Jh. sind Gesänge mit Verstexten gelegentlich zu finden, v.a. in neuen Historiae für nicht-röm. Festtage wie Medardus von Soissons (M…

Versöhnung

(5,862 words)

Author(s): Hock, Klaus | Seybold, Klaus | Oegema, Gerbern S. | Porter, Stanley E. | Webster, John | Et al.
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichIm Vergleich zur Sühne (: I.) ist V. spezifischer bestimmt und zielt in der Regel auf die Wiederherstellung einer durch Schuld oder Sünde zerrütteten personalen Beziehung. Bei V. handelt es sich um eine Kategorie aus der jüd.-christl. Tradition, die nicht ohne weiteres auf andere Kontexte übertragbar ist. Im Vergleich zu christl.-abendländischen Ausprägungen zeigt das Verständnis von V. bereits im Judentum erhebliche Besonderheiten. Zwar erscheint auch hi…

Versöhnungstag (Jom Kippur)

(20 words)

[English Version] Feste/Feiern: II. Altes Testament und III. Judentum

Versorgung

(210 words)

Author(s): Götzelmann, Arnd
[English Version] wird als Begriff in einem weiten Feld sozialpolit. und -rechtlicher sowie im kirchl. Raum speziell kirchen- und beamtenrechtlicher Bedeutungen verwendet. Aber auch die infrastrukturelle Grundversorgung beispielsweise mit Wasser, Strom, Gas oder etwa sozialen Dienstleistungen (z.B. ärztliche V. oder psychotherapeutische V.) wird als V. bez. Das syst. sozialrechtliche Verständnis von V. unterscheidet sie als eins von drei Grundprinzipien im Bereich sozialer Sicherung (Sicherheit) v…

Verstand

(1,376 words)

Author(s): Steinmann, Michael | Korsch, Dietrich
[English Version] I. Philosophisch In der traditionellen Erkenntnislehre (Erkenntnistheorie) wird der V. vorwiegend als ein intuitives Vermögen gedacht (griech. n̆ου˜ς/noús, lat. intellectus), teilweise in Abgrenzung zur Vernunft als diskursivem Vermögen. Durch ihn werden letzte Prinzipien bzw. einfache Sachverhalte direkt erfaßt, so daß die Bewegung der Erkenntnis sachlich und begründungslogisch zum Abschluß gelangt (Arist.e.N. 1143af.). Diese Dimension eines in sich vollendeten und direkten Erfassens der Wahrheit dient auch als Maßstab für das V…

Versteghe

(147 words)

Author(s): Zschoch, Hellmut
[English Version] Versteghe, Jan Gerritsz (Veluanus, Johannes Anastasius; um 1520 Stroe, Gelderland – 1570 Steeg bei Bacharach). Als Pastor in Garderen (seit 1544) wurde V. 1550 wegen ev. Predigt verhaftet. Nachdem ihm 1553 die Flucht ins Rheinland geglückt war, wurde er 1554/55 Pfarrer im kurpfälzischen Steeg und 1561 Superintendent für die Ämter Bacharach und Kaub. In seinen populären Veröff., u.a. »Der Leken Wechwyser« (Der Laien Wegweiser, 1554) und der anonym erschienene »Kurze Wegweiser« (1564…

Verstehen

(1,504 words)

Author(s): Figal, Günter | Herms, Eilert
[English Version] I. Philosophisch Der Begriff des V. wird erst in der Moderne philos. bedeutsam. Er gewinnt Prägnanz, indem er das für die Geisteswissenschaften eigentümliche Erkennen (Erkenntnistheorie) bez. Verstanden wird das »hist. Material« (J.G. Droysen, Grundriß der Historik, 1868, § 9) und überhaupt jede Äußerung des menschlichen Lebens. Dabei tritt der Begriff in Kontrast zum Erklären (Erklärung), das auf die naturwiss. erkennbare Natur bezogen ist. W. Dilthey hat diesen Unterschied progr…

Verstockung

(588 words)

Author(s): Schmid, Konrad | Dautzenberg, Gerhard
[English Version] I. Altes TestamentDem dt. Ausdruck »V.« entsprechen atl. mehrere hebr. Äquivalente, die ein »Verhärten« (zumeist) des Herzens als Zentrum der menschlichen Willensbildung bez. (v.a. כבד לב/kbd lb, »das Herz schwer machen«, חזק לב/ḥzq lb, »das Herz hart machen«, קשׁה ערף/לב/qšh ‘rp/lb, »den Nacken/das Herz verhärten«). Die wichtigsten atl. Belegschwerpunkte für V. finden sich in Ex 4–14 (die V. Pharaos im Rahmen des Plagenzyklus) und in Jes 6,9f., dem sog. Verstockungsauftrag Jesajas (vgl. Ez 3,7ff.).Das Problemgefüge von Ex 4–14 steht mit der geforde…

Versuchung

(1,762 words)

Author(s): Frenschkowski, Marco | Arneth, Martin | Feldmeier, Reinhard | Herms, Eilert
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichV. ist ein Theologumenon der jüd., christl. und isl., aber auch anderer Rel. Sie entsteht, wenn in einer Situation der Willensfreiheit das Böse als faszinierende, verlockende Überredung u. ä. auftritt (häufig als »Einflüsterung«). Zu unterscheiden sind die V. durch Menschen, durch die Gottheit, durch Dämonen, V. in einem nichttheistischen Kontext sowie der Gottheit durch Menschen. Oft wird V. als Werk einer dämonischen Macht interpretiert, die symbolische…

Vers/Versikel

(146 words)

Author(s): Klöckner, Stefan
[English Version] . I. Vers (im gregorianischen Gesang) bez. bei Responsorium Graduale und Halleluja den melodisch abgeschlossenen Teil, der dem Ruf oder Responsum (Responsorium) folgt und zumeist solistisch ausgeführt wird. Beim Tractus (als ehem. reiner Solopsalmodie) werden auskomponierte V. wechselseitig gesungen. Bei Introitus und Communio, wo der V. auch einer kleinen Schola(gruppe) anvertraut werden kann, gliedern die (auf Formeln vorgetragenen) Psalm-V. (Psalmodie) die Wiederholungen der An…

Vertrag

(1,239 words)

Author(s): Repgen, Tilman | Alles, Gregory D. | Pies, Ingo
[English Version] I. Rechtswissenschaftlich, rechtsgeschichtlich Die Entfaltungsmöglichkeit gehört zum Wesen der menschlichen Personalität. Als rechtliches Instrument dient dazu u.a. der V., verstanden als zwei- oder mehrseitige, einverständliche rechtsgeschäftliche Regelung eines Rechtsverhältnisses. Der Konsens der Vertragsparteien ist seit je im antiken und jüd.-christl. Kulturkreis für den V. konstitutiv. Mit Selbstverständlichkeit setzt z.B. Mt 20,1–16 den (übrigens frei abgeschlossenen) V. als…

Vertrauen

(1,555 words)

Author(s): Gräb-Schmidt, Elisabeth
[English Version] I. Religionsphilosophisch Der Begriff des V. (röm. fiducia, griech. πι´στις/pístis) enthält seit der röm. und griech. Antike die beiden für den Begriff des V. wesentlichen Aspekte der Sicherheit und Treue auf der einen und des Glaubens und der Hoffnung auf der anderen Seite. Cicero sieht beide gegründet in einem zuversichtlichen Selbstvertrauen, das er als sekundäre Tugend der Tapferkeit zuordnet (De inventione, 2, 163). Die Verortung des V. in den Tugenden hat da ihr Recht, wo V. als gr…

Verwaltung

(4,046 words)

Author(s): Knauf, Ernst Axel | Brauneder, Wilhelm | Germann, Michael | Ahme, Michael
[English Version] I. Biblisch 1.In Israel und Juda. Vom 10. bis ins 8.Jh. v.Chr. ist im Vergleich zu Ägypten und Mesopotamien nur mit einer rudimentären V. zu rechnen. Die Staatseinnahmen wurden im wesentlichen vom königlichen Krongut erwirtschaftet, das noch z.Z. Hiskias die Festungen verproviantierte (Königsstempel). Das Krongut unterstand dem Majordomo ('šr ‘l hbjt; 1Kön 4,6 u. ö.; epigraphisch: ReRö II, 113f.; in einem Privathaushalt: Gen 43,16 u. ö.). Die Beamtenbez. »Knecht« (‘bd, »Sklave«) des …

Verwaltungsakt, kirchlicher

(308 words)

Author(s): Germann, Michael
[English Version] . I. In Anlehnung an den Sprachgebrauch des staatl. Rechts in Deutschland lassen sich als kirchl. V. Entscheidungen bez., welche eine kirchl. Stelle zur Regelung eines kirchenrechtlichen Einzelfalls trifft. Dem Begriff des V. nach staatl. Recht unterfallen sie nicht, weil sie (bis auf Randbereiche) nicht an staatl. Hoheit teilhaben. Der Status der Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts ändert daran nichts. Nur soweit Normen des staatl. Rechts an die öfftl.-rechtliche R…

Verwaltungsgerichtsbarkeit, kirchliche

(359 words)

Author(s): Germann, Michael
[English Version] . Die kirchl. V. ist ein bes. Zweig der kirchl. Gerichtsbarkeit, der das Handeln der kirchl. Verwaltung (: IV.) zum Gegenstand hat. Der Gedanke daran ist erst unter dem Eindruck der staatl. V. aufgekommen. I. Die ev. Landeskirchen in Deutschland haben seit dem Ende des Staatskirchentums 1919 bis heute nach und nach sämtlich eine kirchl. V. geschaffen. Verwaltungsgerichte der ersten Instanz bestehen heute jeweils für den Bereich einer oder mehrerer Landeskirchen; gegen ihre Entscheidungen ist im Bereich der Union…

Verwaltungsunion

(280 words)

Author(s): Winter, Jörg
[English Version] . Der Begriff V. gehört in den Zusammenhang der Bemühungen um eine Überwindung der konfessionellen Spaltung im dt. Protestantismus zu Beginn des 19.Jh. Die angestrebte Union (Unionen, kirchliche: I.) zw. den luth. und ref. Bekenntniskirchen vollzog sich in unterschiedlicher Weise, nämlich entweder in der Form der Bekenntnisunion (»Konsensunion«), mit einem einheitlichen unierten Bekenntnisstand der Landeskirche (z.B. Baden seit 1821), oder in der Form der V., die auf einen Lehrko…

Verwandlung

(251 words)

Author(s): Bergunder, Michael
[English Version] Verwandlung, religionswissenschaftlich. V. als die Veränderung eines Menschen in ein Tier, eine Pflanze, einen Felsen etc. ist in der griech.-lat. Mythologie (: II.,2. und 3.) ein häufig vorkommendes Motiv (Metamorphosen), findet sich in eur. Märchen und Sagen und ebenfalls in vielen außereur. Erzählformen. Auch rel. Vorstellungen enthalten oft Verwandlungsmotive und haben deshalb eine Zeitlang die bes. Aufmerksamkeit der Religionswiss. gefunden. V. wurde hier als kennzeichnendes …

Verwandtschaft

(754 words)

Author(s): Neu, Rainer | Wannenwetsch, Bernd
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Der Begriff »V.« meint die genealogischen Beziehungen (Genealogie), die einem Individuum über seine beiden Eltern vermittelt werden (Generationenverhältnis), und die Verhaltensvorschriften und -erwartungen, die diesen Verbindungen innewohnen. V. entsteht, wenn natürliche Vorgänge (bes. Partnerschaft, Geburt) rituell überformt und mit einer kulturell festgelegten Moralität verbunden werden. Bes. in segmentären Gesellschaften sind Verwandtschaftsbeziehun…

Verwerfung

(336 words)

Author(s): Rosenau, Hartmut
[English Version] . Als Gegenbegriff zur Erwählung oder Rettung Gottes muß V. – anders als im üblichen dogmatischen Sprachgebrauch – von Verdammnis insofern unterschieden werden, als mit V. nicht zwangsläufig eschatische Konsequenzen im Sinne eines definitiven Ausschlusses vom Heil (Reich Gottes: IV.) verbunden sind. Insbes. das Ringen des Apostels Paulus um das Geschick des auserwählten Volkes Israel angesichts des von ihm mehrheitlich nicht anerkannten neuen Bundes Gottes mit allen Menschen in J…
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