Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Vermögensrecht, kirchliches

(461 words)

Author(s): Hübner, Hans-Peter
[English Version] . Allgemeines: Das V. beinhaltet Bestimmungen über die Träger (Kirchen- oder Pfarrgemeinden, Landeskirchen, Diözesen, kirchl. Stiftungen und Vereine [: II.]), die Quellen (Finanzwesen, kirchliches), den Erwerb, die Verwaltung (: IV.) und die Veräußerung von Kirchenvermögen (Kirchengut). Dieses umfaßt alle Vermögenswerte, die bestimmt sind, einem kirchl. Zweck zu dienen; auf die Eigentumsverhältnisse kommt es dabei nicht an. Zum V. gehören also nicht nur die beweglichen und unbeweg…

Vernichtung

(786 words)

Author(s): Evers, Dirk | Thomas, Günter
[English Version] I. Religionsphilosophisch Der Begriff der V. ist zum einen die dt. Übers. des in der Scholastik geprägten schöpfungstheol. Begriffs der Annihilation, zum anderen gehört er zum Wortschatz der dt. Mystik und meint dort das Zunichtewerden der Seele in der Vereinigung mit Gott. In seiner ersten Bedeutung markiert er das Problem, wie ein die Schöpfung umkehrender Übergang vom Sein zum Nicht-Sein verstanden und ob er allein Gott als dem Schöpfer zugeschrieben werden kann. Im Unterschied…

Vernunft

(3,528 words)

Author(s): Steinmann, Michael | Herms, Eilert
[English Version] I. Philosophisch In der traditionellen Erkenntnislehre (Erkenntnistheorie) wird die V. vorwiegend als ein diskursives Vermögen gedacht (griech. δια´n̆οια/diánoia; λο´γος/lógos; lat. ratio), teilweise in Abgrenzung zum Verstand als intuitivem Vermögen. Mit dieser Unterscheidung wird zugleich eine Rangfolge indiziert: Das diskursive Vermögen geht entweder als syllogistisch verfahrende »Demonstration« (α᾿πο´δειξις/apódeixis) von letzten Prinzipien aus, die ihrerseits nicht durch Schlußfolgerung gefunden werden können (Arist.e.…

Vernunftrecht

(10 words)

[English Version] Naturrecht

Veronese

(146 words)

Author(s): Buttler, Karen
[English Version] (Caliari), Paolo (1528 Verona – 18.4.1588 Venedig), einer der Hauptvertreter der venezianischen Malerschule des 16.Jh. 1553 nach Venedig übergesiedelt, folgten seit 1555 u.a. mehrere Bilderzyklen für S. Sebastiano (Estherzyklus, 1555/56). Unter dem Eindruck der 1560 in Rom studierten Werke Michelangelo Buonarrotis schuf V. bis 1561 die illusionistischen und den Raum zu Landschafts- und Himmelsausblicken öffnenden Fresken der Villa Maser. In der Serie der monumentalen Gastmähler (u…

Veronika

(375 words)

Author(s): Unterburger, Klaus | Spanke, Daniel
[English Version] , die Heilige. I.Kirchengeschichtlich. Legendarische, im Spät-MA und in der Barockzeit sehr populäre Heiligengestalt (Fest 4.2. bzw. 27.2.). Ausgangspunkt ist die Abgar-Legende (Eus.h.e. I 13), nach der Jesus dem König von Edessa eine wundertätige Tuchikone von seinem Antlitz schickte. Nach einer jüngeren Tradition wurde die Ikone dessen Tochter Beronike übergeben. Im Westen wird (erstmals ActPil 7) die legendarische Gestalt mit der blutflüssigen Frau (Mt 9,20 par.; vgl. als Ansatz…

Verschoor

(240 words)

Author(s): Schneider, Hans
[English Version] Verschoor, Jakob (1648 Vlissingen – 1700 Middelburg), niederländischer ref. Separatist. Schon während des Studiums der Theol. in Leiden beargwöhnte F. Spanheim d.J. die Ansichten des Studenten. Ohne Examen begann er 1673 in Vlissingen mit der Veranstaltung von »Übungen« (Konventikeln), die er später an anderen Orten fortsetzte. Da er wegen seiner Anschauungen Mißtrauen weckte, bisweilen auch als Anhänger B. de Spinozas verdächtigt wurde, blieben seine Bewerbungen um Predigerstelle…

Verschuldung

(341 words)

Author(s): Gräb-Schmidt, Elisabeth
[English Version] . Von der Schuld, die in allg. Sinne einen ethischen Sachverhalt als Unterlassung oder Übertretung eines gesollten Handelns bez., ist V. zu unterscheiden als konkrete, nicht eingelöste Solleistung oder bestimmte Überschreitung einer Forderung. Dabei ist in erster Linie an Zahlungsrückstände im ökonomischen Bereich durch private, nationale oder internationale Kreditaufnahme zu denken. Im Begriff selbst klingt aber auch das Verständnis von V. als Verfehlung in allg. sittlichem Sinn…

Verschwendung

(328 words)

Author(s): Cansier, Dieter
[English Version] . Die Ressourcen, die für die Versorgung der Menschen mit Gütern zur Verfügung stehen, sind knapp. Es lassen sich nicht alle Wünsche erfüllen. Deshalb ist es wichtig, daß Rohstoffe, Boden, Arbeit und Kapital so eingesetzt werden, daß sie ein Höchstmaß an Wohlstand für die Bevölkerung eines Landes liefern. Es sollten nur Güter der Art und der Menge nach bereitgestellt werden, an denen die Menschen ein Interesse haben. Die Produktion der Güter sollte mit den geringsten Kosten erfol…

Versicherung

(379 words)

Author(s): Cansier, Dieter
[English Version] . Gegen Lebensrisiken kann sich der Mensch durch Eigenvorsorge und durch Abschluß einer privaten V. schützen. Bei freier Entscheidung wird sich das Individuum für die V. entscheiden, falls der Beitrag zur Abdeckung eines bestimmten Risikos geringer ist als die Kosten der Eigenvorsorge. Bei Privatversicherungen werden die Beiträge auf der Grundlage eines Risikoausgleichskalküls nach dem Prinzip der versicherungstechnischen Äquivalenz festgesetzt. Die Leistung richtet sich nach den…

Versiegelung

(242 words)

Author(s): Grünschloß, Andreas
[English Version] Versiegelung, religionsgeschichtlich. Dokumente und Eigentumssachen werden durch Siegel geschützt. Die V. soll vor unberechtigter Aneignung oder Einsicht bewahren, sie sichert Authentizität sowie Autorität des Siegelnden (Absenders, Besitzers) mit symbolischer Macht. Die profan-rechtliche Bedeutung begründet die häufig bezeugten rel. Bezugnahmen auf V. So können z.B. Tätowierungen (Tatauierung) oder Amulette ihre Träger der numinosen Macht- und Schutzsphäre einer Gottheit überstel…

Versoffizien

(179 words)

Author(s): Hiley, David
[English Version] . Offizium heißt hier der Zyklus von Gesängen für die Gebetsstunden an einem bestimmten Festtag. Die Texte der V. sind in Vers verfaßt. Der ma. Terminus für einen Gesangszyklus war »Historia«, deshalb ist das V. ein Untertyp der Gattung »Historia«. Allein textlich, also weder liturgisch noch musikalisch, bilden die V. eine bes. Gattung. Bereits im 9.Jh. sind Gesänge mit Verstexten gelegentlich zu finden, v.a. in neuen Historiae für nicht-röm. Festtage wie Medardus von Soissons (M…

Versöhnung

(5,862 words)

Author(s): Hock, Klaus | Seybold, Klaus | Oegema, Gerbern S. | Porter, Stanley E. | Webster, John | Et al.
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichIm Vergleich zur Sühne (: I.) ist V. spezifischer bestimmt und zielt in der Regel auf die Wiederherstellung einer durch Schuld oder Sünde zerrütteten personalen Beziehung. Bei V. handelt es sich um eine Kategorie aus der jüd.-christl. Tradition, die nicht ohne weiteres auf andere Kontexte übertragbar ist. Im Vergleich zu christl.-abendländischen Ausprägungen zeigt das Verständnis von V. bereits im Judentum erhebliche Besonderheiten. Zwar erscheint auch hi…

Versöhnungstag (Jom Kippur)

(20 words)

[English Version] Feste/Feiern: II. Altes Testament und III. Judentum

Versorgung

(210 words)

Author(s): Götzelmann, Arnd
[English Version] wird als Begriff in einem weiten Feld sozialpolit. und -rechtlicher sowie im kirchl. Raum speziell kirchen- und beamtenrechtlicher Bedeutungen verwendet. Aber auch die infrastrukturelle Grundversorgung beispielsweise mit Wasser, Strom, Gas oder etwa sozialen Dienstleistungen (z.B. ärztliche V. oder psychotherapeutische V.) wird als V. bez. Das syst. sozialrechtliche Verständnis von V. unterscheidet sie als eins von drei Grundprinzipien im Bereich sozialer Sicherung (Sicherheit) v…

Verstand

(1,376 words)

Author(s): Steinmann, Michael | Korsch, Dietrich
[English Version] I. Philosophisch In der traditionellen Erkenntnislehre (Erkenntnistheorie) wird der V. vorwiegend als ein intuitives Vermögen gedacht (griech. n̆ου˜ς/noús, lat. intellectus), teilweise in Abgrenzung zur Vernunft als diskursivem Vermögen. Durch ihn werden letzte Prinzipien bzw. einfache Sachverhalte direkt erfaßt, so daß die Bewegung der Erkenntnis sachlich und begründungslogisch zum Abschluß gelangt (Arist.e.N. 1143af.). Diese Dimension eines in sich vollendeten und direkten Erfassens der Wahrheit dient auch als Maßstab für das V…

Versteghe

(147 words)

Author(s): Zschoch, Hellmut
[English Version] Versteghe, Jan Gerritsz (Veluanus, Johannes Anastasius; um 1520 Stroe, Gelderland – 1570 Steeg bei Bacharach). Als Pastor in Garderen (seit 1544) wurde V. 1550 wegen ev. Predigt verhaftet. Nachdem ihm 1553 die Flucht ins Rheinland geglückt war, wurde er 1554/55 Pfarrer im kurpfälzischen Steeg und 1561 Superintendent für die Ämter Bacharach und Kaub. In seinen populären Veröff., u.a. »Der Leken Wechwyser« (Der Laien Wegweiser, 1554) und der anonym erschienene »Kurze Wegweiser« (1564…

Verstehen

(1,504 words)

Author(s): Figal, Günter | Herms, Eilert
[English Version] I. Philosophisch Der Begriff des V. wird erst in der Moderne philos. bedeutsam. Er gewinnt Prägnanz, indem er das für die Geisteswissenschaften eigentümliche Erkennen (Erkenntnistheorie) bez. Verstanden wird das »hist. Material« (J.G. Droysen, Grundriß der Historik, 1868, § 9) und überhaupt jede Äußerung des menschlichen Lebens. Dabei tritt der Begriff in Kontrast zum Erklären (Erklärung), das auf die naturwiss. erkennbare Natur bezogen ist. W. Dilthey hat diesen Unterschied progr…

Verstockung

(588 words)

Author(s): Schmid, Konrad | Dautzenberg, Gerhard
[English Version] I. Altes TestamentDem dt. Ausdruck »V.« entsprechen atl. mehrere hebr. Äquivalente, die ein »Verhärten« (zumeist) des Herzens als Zentrum der menschlichen Willensbildung bez. (v.a. כבד לב/kbd lb, »das Herz schwer machen«, חזק לב/ḥzq lb, »das Herz hart machen«, קשׁה ערף/לב/qšh ‘rp/lb, »den Nacken/das Herz verhärten«). Die wichtigsten atl. Belegschwerpunkte für V. finden sich in Ex 4–14 (die V. Pharaos im Rahmen des Plagenzyklus) und in Jes 6,9f., dem sog. Verstockungsauftrag Jesajas (vgl. Ez 3,7ff.).Das Problemgefüge von Ex 4–14 steht mit der geforde…

Versuchung

(1,762 words)

Author(s): Frenschkowski, Marco | Arneth, Martin | Feldmeier, Reinhard | Herms, Eilert
[English Version] I. ReligionsgeschichtlichV. ist ein Theologumenon der jüd., christl. und isl., aber auch anderer Rel. Sie entsteht, wenn in einer Situation der Willensfreiheit das Böse als faszinierende, verlockende Überredung u. ä. auftritt (häufig als »Einflüsterung«). Zu unterscheiden sind die V. durch Menschen, durch die Gottheit, durch Dämonen, V. in einem nichttheistischen Kontext sowie der Gottheit durch Menschen. Oft wird V. als Werk einer dämonischen Macht interpretiert, die symbolische…
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