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Kotau
(898 words)

Das heutige umgangssprachliche Verständnis des K. (von chines. ketou, »mit dem Kopf auf den Boden aufschlagen«) als eines selbsterniedrigenden Respektbekundungs- und Unterwerfungsgestus (»seinen K. machen«) geht auf ein vom Qing-Reich (1644–1911) der Mandschus eingeführtes Ehrerbietungsritual zurück, welches im Zusammenhang mit dem Tribut-System institutionalisiert wurde. Bei diesem dreifach hintereinander ausgeführten Ritus warf sich der Grüßende bzw. Bittsteller in gebührendem Abstand vor der Autoritätsperson – einem Amts- und Würdenträger, nicht nur dem Kaiser

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Mittag, Achim, “Kotau”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 09 July 2020 <http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_SIM_297829>
First published online: 2019



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