Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access

Müßiggang
(845 words)

Das schon im Alt- und Mittelhochdt. geläufige Adjektiv »müßig« (»Muße habend«) besaß ein breites Bedeutungsspektrum, das von »frei«, »ledig« bzw. »leer« (lat. vacuum) im zeitlichen wie örtlichen Sinn und »unbeschäftigt« bzw. »ausruhend« über »zwecklos« (noch heute gebräuchlich) bis hin zu »träge« bzw. »faul« reichte. Die Wendung »müßig gehen« (lat. vacare) wurde sowohl wertneutral (mit Genetiv: etwas bzw. jemanden »meiden«) als auch im schroff tadelnden Sinne verwendet (»faulenzen«). Dagegen war das Substantiv M. ausschließlich negativ konnoti…

Cite this page
Sokoll, Thomas, “Müßiggang”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 06 May 2021 <http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_SIM_315472>
First published online: 2019



▲   Back to top   ▲