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Your search for 'dc_creator:( "Behringer, Wolfgang" ) OR dc_contributor:( "Behringer, Wolfgang" )' returned 66 results. Modify search

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Herausforderung

(845 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. DefinitionDie H. war eine ritualisierte Form (Ritual) der privaten »Kriegserklärung«, mit der im Alltag die Bereitschaft von Konkurrenten zur Verteidigung ihrer Ehre getestet wurde. Sie war im nzl. Europa eine grundlegende Form des Austragens interpersonaler Konflikte und der sozialen Kontrolle. Quellen finden sich in einer Unzahl von Prozessen vor den herrschaftlichen Nieder-Gerichten.In lokalen Weistümern [7. 58–60], Dorfordnungen und Polizeiordnungen wurde die H. entweder unter »Freveln, Schlaghandlungen und Injurien« (Hochstift Augsburg 1534) [1. Bd. 1, 199f.] …
Date: 2019-11-19

Karneval

(1,114 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. BegriffK. leitet sich von lat. carnislevamen bzw. ital. carnelevare (»Fleischwegnahme«) oder schlicht von der lat. Scherzformel carne vale (»Fleisch lebe wohl«) ab und bedeutet den Abschied von allen »fleischlichen« Genüssen zu Beginn der Fastenzeit. Die Bezeichnung K. ist in roman. Sprachen, im Englischen ( carnival) und seit dem 17. Jh. im Rheinland verbreitet. Im übrigen dt. Sprachraum sind »Fastnacht« oder »Fasnet« gebräuchlich, bayer. und österr. »Fasching« (von mhdt. »vast-schanc«, dem letzten Trunk vor der Fastenzeit).Wolfgang Behringer2. Bedeutung im Kirchen…
Date: 2019-11-19

Selbstzeugnisse

(1,249 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und GegenstandIm Unterschied zur Autobiographie umfassen S. auch nicht intentional überlieferte Zeugnisse von Individuen; sie greifen also von der bewussten Tradition in den Bereich der »Überreste« (J. G. Droysen) über. Dazu können im Zuge von Verwaltungsakten und Gerichtsverfahren entstandene Dokumente (z. B. Suppliken, Verhörprotokolle, Zeugenbefragungen) ebenso gehören wie Kunst- oder Handwerksprodukte. Zur Entschlüsselung der Sachüberreste sind oft Kenntnisse der Kunst-, Musik-, Literat…
Date: 2019-11-19

Lüge

(880 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Ein Zeitalter der VerstellungWer es aus einer postmodernen Perspektive unternimmt, in der Frühen Nz. Diskurse auf der Grundlage von Texten zu vergleichen, ist verloren [1]. In einer Periode, die durch religiös motivierte Gewalt, absolutistischen Konformitätsdruck und schließlich die Vernunft-Ideologie der Aufklärung charakterisiert war, war es oft notwendig, die eigene Meinung zu verbergen. Als Leitfaden der Interpretation nzl. Texte sollte daher gelten, was Niccolò Machiavelli am 17. 5. 1521 an Francesco Guicciardini schrieb: »Seit langer Zeit habe ich weder…
Date: 2019-11-19

Fest

(8,113 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Kranemann, Benedikt | Leppin, Volker | Petzolt, Martin | Rode-Breymann, Susanne | Et al.
1. Allgemein 1.1. AnlässeF. (von lat. festus, »feierlich«, »festlich«) unterbrechen die Routine des Alltags, zu dem sie als zeitlich und räumlich begrenzte »Anti-Struktur« in Gegensatz stehen und dessen strukturierender Bestandteil sie sind [21]. In der Nz. markierten F. die Phasen natürlicher, sozialer oder individueller Zeitfolgen, die entweder zyklischer oder serieller Natur sein konnten: Ersteres z. B. beim landwirtschaftlichen Jahreszyklus, dem ökonomischen Zyklus, dem Kirchenjahr mit seinen wiederkehrenden Heiligentagen und Jahrmärkten, Letzteres z. B. bei…
Date: 2019-11-19

Knappheit

(730 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. BegriffWährend K. in der modernen Wirtschafts-Theorie einen Zustand im Prozess der Preisbildung beschreibt, folgt die Gütermenge in traditionalen Gesellschaften nicht allein der Logik des Marktes. Vielmehr kann man K. als chronischen Zustand beschreiben, den man aus der Logik der Agrarverfassung, den geringen Ertragsziffern der Landwirtschaft und den gesellschaftlichen Vorstellungen von der Verteilung der Güter erklären kann. Wolfgang Behringer2. KnappheitskrisenDass das vormoderne Europa immer wieder von schweren agrarischen Versorgungskrisen ( Hungerkrisen un…
Date: 2019-11-19

Netzwerk

(759 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Das Konzept des N., wie es von der Soziologie des ausgehenden 20. Jh.s entwickelt wurde [8], kann auch auf frühere Epochen angewendet werden und als Gradmesser der Strukturentwicklung bei der Organisation des Alltags dienen [7]. Unterschieden werden muss zwischen (1) N., die sich auf Personen oder Institutionen stützen, und (2) materiellen Formen der Infrastruktur, welche die Kommunikation insgesamt auf eine neue Grundlage stellten und Medienrevolutionen bewirkten [2]. Dabei kann nochmals zwischen organisatorischen und strukturell-materiellen Ebenen unterschi…
Date: 2019-11-19

Mercuries

(932 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und HerleitungAls M. wurden im 17. Jh. die politischen Zeitungen bezeichnet, da sie v. a. in England meist den Namen des röm. Götterboten Mercurius im Titel trugen. Während in den 1620er Jahren der Begriff coranto üblich war, dominierten dort seit 1641 Merkur-Titel so sehr, dass periodische Zeitungen summarisch als M. bezeichnet wurden. Erst nach der Restauration ab 1660 etablierten sich daneben die gazettes und nach den 1690er Jahren Zeitungstitel, die direkt auf das Post-Wesen Bezug nahmen (Postzeitung).In der internationalen Forschung wird die Einführung d…
Date: 2019-11-19

Aviatik

(1,171 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
A. ist die Fähigkeit, sich mit Hilfe von Flügeln bzw. Tragflächen in der Luft zu halten, die Kunst also, nach Art der Vögel (lat. avis) zu fliegen. Bereits in der ma. Chronistik gibt es immer wieder Nachrichten über Individuen, die versuchten, den Vogelflug nachzuahmen. Solche »Flüge« von hohen Türmen endeten meist tragisch. Seit der zweiten Hälfte des 15. Jh.s besitzen wir vermehrt Nachrichten von Flugversuchen, die durch ihre Detailfülle an Glaubhaftigkeit gewinnen, wie im Fall des Giovanni Battista Danti (ca. 1477–1517), der 1496 Flugversuche am Trasimenersee und sc…
Date: 2019-11-19

Sport

(6,247 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
01. BegrifflichkeitDer heutige Begriff S. geht auf das bereits in der Frühen Nz. gebräuchliche engl. Wort sport zurück, das sich vom anglo-normannischen se desportes (franz. se deporter, »sich vergnügen, zerstreuen«) herleitet. Es ging also um Aktivitäten, mit denen man sich die Zeit vertreibt. Im Deutschen wurden diese in der Frühen Nz. unter dem Begriff »Kurzweil« verbucht ( Vergnügung). Neben körperlichen Wettkämpfen [1] und Leibesübungen (lat. exercitia corporis) umfasste der S. auch Tierkämpfe (engl. blood sports) sowie kompetitive Spiele aller Art, darunter auch di…
Date: 2019-11-19

Pallamaglio

(836 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
P. gehörte zu den populärsten Ballspielen der Frühen Neuzeit, gleich nach dem Spiel mit dem kleinen Ball, dem jeu de paume bzw. kaetsspiel (aus denen das Tennis hervorging), dem Faustballspiel mit dem großen, aufblasbaren Ball ( pallone), sowie dem Fußball. P. war ein Schlagballspiel, bei dem eine Kugel (ital. palla) mit dem hölzernen Hammer ( maglio) getrieben wurde. Es erforderte eine sehr lange, gerade Spielfläche, an deren Ende ein kleines eisernes Tor stand. Ziel war es, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Tor zu bringen. Der ital. Begr…
Date: 2019-11-19

Gefühl

(2,422 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Leppin, Volker
1. Allgemein 1.1. Probleme der DefinitionUnter »Fühlen, Gefühl« verstand noch Zedlers Universallexikon in der Mitte des 18. Jh.s »einen der fünf äußerlichen Sinne, der sich über den ganzen Leib ausbreitet« [1], also den Tastsinn (lat. tactus). Emotionen wie Liebe, Eifersucht, Neid, Melancholie oder Traurigkeit, die man heute unter dem Begriff G. subsumieren würde, werden hingegen als »Gemüths-Neigung«, als »Gemüths-Beschaffenheit« oder als »Gemüths-Bewegung« beschrieben.G. sind tief in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit verankert. Sie sind als Grun…
Date: 2019-11-19

News Book

(706 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und EntstehungMit dem Begriff N. B. werden in der engl. Forschungsliteratur Bücher bezeichnet, in denen Zeitungs-Meldungen am Jahresende systematisch gebunden präsentiert wurden [4]. Während manche Autoren davon ausgehen, dass diese Textgattung erst in den 1640er Jahren entstanden sei [7. 5], bezeichnen andere die wöchentlichen Londoner corantos der 1620er Jahre als » the first N. B.« [5]. Dem engl. N. B. entspricht das »Zeitungs-Buch« – diesen Begriff verwandte der an England orientierte Hamburger Verleger Georg Greflinger, als er Ende des Jahres 1665 de…
Date: 2019-11-19

Landespost

(877 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. DefinitionDie L. war eine für das Alte Reich charakteristische Form des Post-Wesens, die sich im Gegensatz zur Reichspost nur auf einzelne fürstliche Territorien bzw. Länder erstreckte. Die Konkurrenz zwischen den beiden war eine Folge der dualistischen Struktur des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und des Übergangs der meisten Regalien an die Landesfürsten. In Reichen oder Monarchien mit starker Zentralgewalt – dem Osmanischen Reich, China (Chinesische Welt), Russland (Russländische Welt), England,…
Date: 2019-11-19

Straßburger Relation

(865 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Bedeutung Relation aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien war der Titel der weltweit ersten jemals gedruckten periodischen Zeitung: neben der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern die Inkarnation der frühnzl. Medienrevolution in der Frühen Nz. Die Aktualität der Neuigkeit (Aviso) verknüpfte der Drucker der R. bewusst mit der Nachhaltigkeit des Buchdrucks. Wie bereits der Erfinder der Messrelation war er nicht an Sensationen interessiert, sondern an seriöser Berichterstattung und D…
Date: 2019-11-19

Sonnenuhr

(1,142 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. AllgemeinObwohl es die scheinbare Einfachheit der Konstruktion nicht sofort vermuten lässt, ist die S. kein Chronometer ( Uhr), sondern ein astronomisches Instrument, das den Stand der Sonne zur Berechnung der geographischen Breite eines Ortes sowie zur Anzeige der Mittagszeit (Sonnenhöchststand), der Tages- und der Jahreszeit in Abhängigkeit von der Sonnendeklination, den Äquinoktien, Solstitien (Sonnwenden) und der Ekliptik nutzt. Ihre Gestaltung wurde durch Kenntnisse der Astronomie und künstlerische bzw. zeittypisc…
Date: 2019-11-19

Zeit

(9,233 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Busche, Hubertus
1. AllgemeinesEtymologisch hängt das dt. Wort Z. mit tide zusammen, dem Wechsel der Gezeiten. Sie ist also anthropozentrisch konstruiert und spiegelt die Wahrnehmung der zyklischen oder linearen Veränderung der äußeren Welt wider. Wie beim lat. tempus oder dem engl. time (vgl. franz. temps, ital. tempo) ist eine begrenzte Z., ein Z.-Abschnitt gemeint. Zedlers Universal-Lexicon definiert Z. als »eine gewisse und determinierte Verweilung der Gestirne in ihrem Lauffe, wornach das Seyn und Dauern anderer Dinge gemessen wird« [2. 725].Vielfach wurde die Z. bildlich dargestell…
Date: 2019-11-19

Luftreise

(889 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. AllgemeinTheoretische Überlegungen und Experimente zur Luftfahrt wurden in der Nz. von Berichten über angebliche oder tatsächliche L. flankiert. Diese konnten als Rahmenhandlung für die Präsentation wiss. Beobachtungen oder einer Gesellschafts- Utopie dienen. Sie reflektierten die kosmologischen Vorstellungen ihrer Zeit und – speziell im Zeitalter der wissenschaftlichen Revolution – den Übergang vom geozentrischen zum kopernikanischen Weltbild (Kopernikanische Wende) bzw. von der aristotelischen Physik zu den Weltbildern Giordano Brunos und Isaac Newtons [3]. Mi…
Date: 2019-11-19

Kultur, Alltag und Kommunikation

(1,597 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Gegenstand, zeitliche und räumliche EinordnungAusgangspunkt der Kultur war nicht zufällig die Landwirtschaft, auf der die Entwicklung komplexer Zivilisationen beruht. Diese unterscheiden sich nicht nur auf der Ebene der polit. Verfassung und der Religionen, sondern auch und v. a. in der materiellen Kultur, im Alltagswissen und in der Organisation des täglichen Lebens. Obwohl im europ. Verständnis seit der Renaissance Kultur und Hochkultur als identisch gelten und vornehmlich Literatur, Musik, Wissenschaft und Religion als ihre wich…
Date: 2019-11-19

Materielle Kultur

(2,004 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. DefinitionDie M. K. ist konstitutiver Bestandteil der Alltags-Wirklichkeit, sie ist »das augenfälligste und greifbarste Moment von Kultur« [16]. Ihre Produktion ist an geistige und mentale Prozesse und letztlich an bestimmte Formen der sozialen Organisation (Gesellschaft), der Ökonomie, Sprache, Religion, der Ethik und des Rechts gebunden [16. 72]. Die M. K. umfasst so unterschiedliche Dinge wie Nahrung und Kleidung, Architektur und Wohnkultur, Werkzeuge und Waffen, Geräte und Maschinen, Schmuck und Luxus-Gegenstände, Medien und Fortbewegungsm…
Date: 2019-11-19
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