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Ormig

(83 words)

Author(s): G. Pflug
ist ein Vervielfältigungsverfahren auf der Basis des Spirit-Umdrucks, das in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland sehr verbreitet war, im betrieblichen Rahmen vor allem bei der Arbeitsvorbereitung, in Bibl.en und Dokumentationsstellen für die Vervielfältigung von Katalogkarten. G. Pflug Bibliography Simon, W.: Der methodische Aufbau einer Arbeitsvorbereitung mit Hilfe des Q-Verfahrens. In: Draht 12. lyöi, S. 357-364 Der O.- Verfahrens. In: Draht 12. 1961, S. 357-364 bis 34 und 43-48 Kless, M.: Die Vervielfaltigung von Katalogkarten. Köln 1…

Nomenklatur (Nomenklator)

(218 words)

Author(s): G. Pflug
(lat.: nomenclatura Namensverz., nomenclator Namensnenner). Als nomenclator wurde im antiken Rom derjenige Sklave bezeichnet, der seinem Herrn die Namen der ihm Begegnenden – auch bei Gastmahlen die Speisefolge — nannte. Der Terminus «nomenclatura» im Sinne eines Namensverz. tritt zuerst bei Plinius (N. H. 3, prooem. §2) auf, in anderer Form (nomenclatio) bei Columella (3,2,31). Beide Begriffe dienen seit dem 16. Jh. in Deutschland zur Bezeichnung eines bestimmten, fachlich begrenzten Namen– oder Wörterverzeichnisses. Der erste Beleg findet sich in…

Rhetoriken

(2,654 words)

Author(s): G. Pflug
(von griech. ρητορική = Redekunst) sind Lehrbücher der Redekunst. Die Rhetorik als eine zu erlernende Disziplin ist zuerst im 5. Jh. v. Chr. im großgriech. Raum in Sizilien entstanden. Sie hängt eng mit dem Entstehen demokratisch organisierter Stadtstaaten zusammen, in denen die Beherrschung der öffentlichen Rede zu einem Erfordernis für die Bürger sowohl in der Politik wie in der Rechtspraxis wurde. Die ersten in Sizilien entstandenen R. von Korax für die politische Rede und seinem Schüler Teisia…

Sammlung Deutscher Drucke (SDD)

(227 words)

Author(s): G. Pflug
1983 wies Bernhard Fabian in einer Studie auf die Lücken der seit dem 15. Jh. in Deutschland ersch. Schriften in den dt. wiss. Bibl.en hin und regte ein «Nationalarchiv gedruckter Texte» an, wie es etwa in England oder Frankreich an den NB existiert. Dabei sollten die großen Bibl.en mit umfangreichen Altbeständen bei diesem Projekt zusammenarbeiten. Die Volkswagenstiftung konnte als Projektträger gewonnen werden, so daß 1989 die Arbeitsgemeinschaft SDD mit folgender Aufteilung der Sammelbereiche…

Elenchus

(186 words)

Author(s): G. Pflug
(von ἔλεγχος = Vorwurf, Schimpf, später Beweis). Das Wort wurde von Aristoteles als Terminus in die Logik eingeführt und diente ihm zur Bezeichnung eines Schlusses in der dialektischen Widerlegung (Anal, priora II, 20, 66b 11). Mit der Ausweitung der Logik durch rhetorische Elemente in der Stoa übertrug Sueton diesen Begriff in die Grammatik und verlieh ihm die Bedeutung Reg., Inhaltsverz. (De ill. gramm. 8). Zu Beginn des 17. Jh.s lebte das Wort in seiner lat. Form E. wieder auf und diente als T…

Schätzpreis

(116 words)

Author(s): G. Pflug
ist der in einem Auktionskat. angegebene Preis, der als Anhaltspunkt für die Auktion genannt wird. In engl. Auktionskat. besteht er gewöhnlich aus der Angabe einer Preisspanne, innerhalb derer der Zuschlag erwartet wird. Bei der Festlegung des S.es richtet sich der Auktionator nach dem Limit oder der Reserve, die ihm vom Einlieferer des Objekts als Preisuntergrenze vorgegeben wird. Der S. wird dabei in der Regel um 50 % über dem Limit angesetzt. In der Auktion ruft der Auktionator den Gegenstand zum Aufrufpreis auf, der dem Limit entspricht, wenn nicht bereits höhe…

Reader

(184 words)

Author(s): G. Pflug
(von engl, read lesen). In England wird R. seit — im Sinne des dt. Lesebuches — verwandt, das eine Auswahl von Texten verschiedener Autoren umfaßt, z.B. «The juvenile Reader. A Collection of Lessons selected from the most approved Authors» (Doncaster 1810). In dieser Bedeutung begegnet R. im engl. Sprachraum während des gesamten 19. Jh.s. Eine Ausweitung über das Schulbuch hinaus wurde wesentlich durch die 1922 begründete Zs. »Readers Digest» beeinflußt, die urspr. nur Nachdrucke aus Zss. und Büchern — ab 1930 auch Originalbeiträge — aufnahm. In Deutschland begegnet der Begriff …

Gummistempel

(99 words)

Author(s): G. Pflug
Der G. ist ein Stempel, bei dem die druckenden Flächen aus einer Hartgummimasse bestehen. Gegenüber dem traditionellen Metallstempel ist er wesentlich billiger in der Herstellung. Er wird gewöhnlich für Adressen oder für Informationen verwandt, die nur aus wenigen Wörtern bestehen («Kopie», «Einschreiben» u. ä.). Die Flexibilität des Gummis begünstigt die Herstellung von Stempeln mit beweglichen Lettern, die auf Textilstreifen angebracht und von Handrädern bewegt werden können, wie sie vor allem…

Charter of the book

(229 words)

Author(s): G. Pflug
Zum «internationalen Buchjahr 1972» verfaßten die intern. Verbände der Buchhändler, Verleger, Autoren, Komponisten, Übersetzer, Bibliothekare und Dokumentäre in Verbindung mit der Unesco eine Grundsatzerklärung, die folgende zehn Thesen umfaßt: 1. Jeder hat das Recht zu lesen. 2. Bücher sind wesentlich für die Erziehung. 3. Die Gesellschaft hat die Verpflichtung, die sozialen Bedingungen zu schaffen, daß Schriftsteller in ihr eine aktive Rolle spielen können. 4. Eine Phono–Industrie ist für die nationale Entwicklung von wesentlicher Bedeutung. 5. Buchdruckereien sind f…

Bibliotheksgeschichtsschreibung

(702 words)

Author(s): G. Pflug
Das Interesse an einer B. entstand im Humanismus als Begleiterscheinung bei der Suche nach Handschriften, welche die klassische Literatur der Antike überlieferten. Die Durchsicht der Bibliotheksbestände am Ort wurde ergänzt durch historische Untersuchungen über die Herkunft der Bibliotheksbestände sowie über die Entwicklung der Bibl.en, die auch Auskunft über die Bücherverluste geben können. (Typisches Beispiel: F. Ekkard «Übersicht der Örter, wo die bekanntesten griechischen Schriftsteller lebt…

Compiler

(44 words)

Author(s): G. Pflug
bezeichnet in der EDV ein Programm, das ein in einer Assembler— oder in einer hoheren Programmiersprache formuliertes Programm in unmittelbare Operationsanweisungen fur die DV—Anlage umsetzt. Es besteht aus dem eigentlichen Ubersetzungsprogramm und demjenigen Teil, der die Maschinenadressen zuordnet (Assembly Program). G. Pflug

Turin

(722 words)

Author(s): G. Pflug
(ital. Torino), viertgrößte Stadt Italiens (ca. 1 Mio. Einwohner), Hauptstadt des Piemont, 1720–1860 Hauptstadt des Königreichs Sardinien-Piemont, 1861 bis 1865 Hauptstadt Italiens. 1. Buchdruck und Verlag. 1474 rief der Arzt Pantaleone da Confienza die Drucker Johannis Fabris (Jean Fabre) und Johanninus de Petro nach T., sie druckten ein «Breviarium Romanum» (GW 5124). Nach einer Unterbrechung von drei Jahren, in denen Fabris in Caselle arbeitete, druckte er bis 1490 wieder in Turin. Ihm folgten als Drucker 1487 Jacobus…

Verona

(717 words)

Author(s): G. Pflug †
Hauptstadt der ital. Provinz Verona, 260 Tsd. Einwohner, mit seinen röm. Bauten – u. a. einer Arena aus dem 1. Jahrhundert –, seinen zahlreichen Kirchen aus dem 11.–16. Jh. und seinen Palästen aus gleicher Zeit wurde der Ort zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Die Wirtschaft wird neben Maschinenbau und Textilindustrie auch vom Druck- und Verlagswesen bestimmt. Verona ist Bischofssitz. Seit 1768 gibt es die Accademia di agricultura, Science e lettere, seit 1868 die Società letteraria di Verona, seit 1960 die Università degli Studie di Verona. 1. Buchdruck und Verlagswesen. Der erste…

Vorwort

(146 words)

Author(s): G. Pflug †
(auch Vorrede, in früherer Zeit Praefatio und Prolog) ist ein am Beginn eines Buches stehender Text, der den Inhalt und den Sinn des Werkes erläutert, den Anregern und Helfern dankt und sich, vor allem bei Neuauflagen, mit den Kritikern des Textes auseinandersetzt. Seit dem 16. Jh. wird das V. auch dazu benutzt, das Werk einem Fürsten, Gönner oder Förderer des Autors zu widmen (Widmungs- oder Dedikationsvorwort). Bei Gesetzestexten und Verträgen wird die dem Text vorangestellte Einleitung, die ihre Motive erläutert, Präambel genannt. In der Frühdruckzeit wurde das V. häufig v…

Schwellenangst

(210 words)

Author(s): G. Pflug
ein aus der Werbung stammender Begriff, der in Deutschland 1970 zum ersten Mal aufgrund einer Anfrage einer niederl. Maschinenfabrik in der Zs. «Der Sprachdienst» der Ges. für dt. Sprache als Übers. des niederl. «Drempelvrees» gedr. erschien. Seit dieser Zeit läßt er sich auch in dt. Sprachwörterbüchern nachweisen (als erstes Gerhard Wahrig: «Dt. Wb.». 2. Aufl. München 1975). Die Wortprägung geht von der Annahme der Werbepsychologie aus, daß das Betreten eines Raumes, dem man sich geistig nicht gewachsen fühlt, einen Angstzu-stand auslöst. In den 1970…

Syngramm

(126 words)

Author(s): G. Pflug
(σύγϱαμμα = Schriftwerk, Buch, auch Vorschrift, Gesetz). Das Wort wird von Platon häufig zur Bezeichnung einer schriftlichen Aufzeichnung verwandt. Diese Tradition wurde in der Renaissance wieder aufgenommen. So bildete S. Titelbegriff für eine Schrift, in der sich 14 schwäbische Theologen in einer entsprechenden Diskussion in Halle gegen Zwinglis Lehre wandten. Sie wurde von Johann Brenz d. Ä. 1526 unter dem Titel «Syngramma clarissimorum, qui Halae Suevorum convenerunt virorum, super verbis co…

Symbol

(544 words)

Author(s): G. Pflug
(griech. σύμβολον = Erkennungszeichen). Urspr. wurde S. im Griech. mit großer Bedeutungsbreite gebraucht, etwa Verkehr, Zutritt, Vertrag, aber auch Merkmal, Signal, Vorzeichen, Erkennungszeichen. Platon verwendet es unter anderem für einen zerschnittenen Gegenstand, dessen Teile den Inhabern – z. B. den Rich-tern in Athen – gewisse Rechte verleihen. Im 6. Jh.v. Chr. gründete Pythagoras in Kroton (Unteritalien) eine esoterische Schule, die ihre philosophischen Grundsätze in einer symbolischen Ausd…

Schriftsteller

(670 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine seit dem beginnenden 17. Jh. nachgewiesene Bezeichnung für eine Person, die für andere rechtliche Schreiben aufsetzt. Seit dem beginnenden 18. Jh. wird als S. auch jemand bezeichnet, der sich mit der Erstellung erzählender Lit. befaßt. Der älteste Beleg für die Wortverwendung stammt nach Johann Christoph Adelung «Versuch eines vollst. grammatisch-kritischen Wörterbuchs der hochdt. Mundart» (1779–1786)von 1723. Bei Adelung treten noch beide Konnotationen ne- beneinander auf. Gegen Ende d…

Schreibmalen

(156 words)

Author(s): G. Pflug
Schreibturnen, Schreibzeichnen sind Fachtermini für eine seit der Reformpädagogik des frühen 19. Jh.s – z. B. bei Heinrich Stephani (1814) oder Johann Baptist Graser (1817) dem eigentlichen Schreibunterricht vorgeschobene Form des Schreibenlernens, um damit die Fingergelenkigkeit und das ästhetische Empfinden des Kindes zu fördern. Sie findet sich im 20. Jh. – unter verschiedenen Bezeichnungen – bei den Reformpädagogen, z. B. Ludwig Sütterlin («Neuer Leitfaden für den Schreibunterricht». 1917) a…

Taktstrich

(98 words)

Author(s): G. Pflug
Mit dem Übergang von der ma. Tonaufzeichnung durch Neumen zur modernen Notenschrift zu Beginn des 17. Jh.s (Mensuralnotation), welche die Aufzeichnung mehrstimmiger Musik ermöglichte, wurden die Taktwerte (etwa - oder ⅔-Takt) senkrecht in der meist fünflinigen Musikaufzeichnung durch Takt-striche angegeben, wobei in der Regel der betonte Ton unmittelbar auf den T. folgt. G. Pflug Bibliography Dahlhaus, C.: Zur Entlastung des modernen Taktsystems im 17. Jh. In: Archiv für Musikwissenschaft 18. 1961, S. 222–224 Wolf, J.: Handb. der Notationskunde. (ND) Hildesheim 1963 Tappolet…
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