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Dictator

(380 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] (von dictare, “diktieren”, “zum Schreiben geben”, “anordnen”; andere Etym. bei Cic. rep. 1,63: quia dicitur). Inhaber einer notstandsbedingten, außerordentlichen, umfassenden, aber zeitlich begrenzten Amtsgewalt in der röm. Republik. Ein Imperiumsträger, also ein Consul und notfalls auch ein Praetor, kann aus eigener Kompetenz einen D. ernennen ( dictatorem dicere), und zwar formell ohne Interzessionsmöglichkeit eines Kollegen, aber in der Regel nach Absprache mit dem Senat und anderen Amtsträgern. Der D. wird damit zum Inhab…

Officium

(451 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin) | Walde, Christine (Basel)
(etym. rekonstruiert aus lat. opi-ficium, “Werk-Verrichtung”; pl. officia). [English version] [1] Pflicht allgemein Allg. ein Kreis von Pflichten mit entsprechendem Pflicht- oder Unterordnungsbewußtsein (Sen. benef. 3,18,1; Dig. 37,6,6; Cic. Tusc. 4,61); s. Pflicht. Gizewski, Christian (Berlin) [English version] [2] philos.-ethische Pflicht Seit Cicero speziell die philos.-ethisch begründeten Pflichten (unter “röm. Interpretation” des stoischen Begriffs des kathḗkon, Cic. off. 1,2,5-1,3,7); s. Pflicht; Ethik. Gizewski, Christian (Berlin) [English version] [3] v…

Ducenarius

(209 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] ( duceni = “je zweihundert”) zeigt allg. einen Bezug zur Zahl 200 an, so z.B. beim Gewicht ( duceni pondo = zwei centenarii /Doppel-“Zentner”). Im polit. Bereich bezeichnet d. seit der Gerichtsreform Sullas (82 v.Chr.) die 200 dem Ritterstand angehörigen Richter in den Abteilungen ( decuriae ) der Geschworenengerichte (Vell. 2,32,3; Liv. per. 89; Suet. Aug. 32 betr. die augusteische Neuordnung). In der Prinzipatszeit leitet sich der Name d. von der Besoldung mit 200000 HSS für ritterliche Beamte im Dienste des Kaisers ab und bezeichnet in der Reg…

Dekretalen

(342 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] Ein Schriftstück, das ein decretum enthält, heißt im späteren Latein decretale (Sidon. epist. 7,9,6). Decretum (von decernere “entscheiden”) wird sowohl für Einzelfallenscheidungen als auch für generelle Regelungen gebraucht. Im Einzelfall ist es das gerichtliche Urteil oder der Bescheid eines Magistrats oder sonstiger Gerichtsinstanzen und Behörden (auch Kollegialentscheide), wodurch nach Prüfung des Sachverhalts ( causae cognitio) eine rechtliche Entscheidung getroffen wird (Dig. 37,1,3,8), im Unterschied zum rescriptum , d…

Domesticus

(327 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] Im allg. Sinn ein Sklave in einem Haus ( domus) oder eine der Familie bzw. dem Hausherrn verbundene Person (Dig. 48,19,11,1). Schon in republikanischer Zeit dringt jedoch das urspr. im Kontrast zu publicus stehende Wort in die polit. Sphäre ein, indem es die gesamte cohors eines röm. Provinzstatthalters bezeichnet: freie und unfreie Diener ( servi, ministri), Subalternbeamte ( apparitores, officiales), sogar gesetzlich beigeordnete Untergebene ( adiutores, comites, consiliarii) und den mil. Begleitschutz. Zwar rät Cicero zu einer Trennung zwisch…

Hoftitel

(2,555 words)

Author(s): Mehl, Andreas (Halle/Saale) | Ameling, Walter (Jena) | Gizewski, Christian (Berlin) | Tinnefeld, Franz (München)
[English version] A. Vorgänger im Alten Orient H. und Hofrangwesen der Ant. sind zur Bezeichnung und Herstellung persönl. Nähe von Mitgliedern der Hofgesellschaft zum Herrscher bzw. zur hierarch. Ranggliederung der an der Verwaltung beteiligten Oberschicht eine Folge der Entstehung territorialer Monarchien seit Alexandros [4] d.Gr. und der damit verbundenen Organisation von Höfen (Hof) als Zentren polit. Herrschaft. Die Frage nach altoriental. Vorgängern und Vorbildern für die H. der Ant. muß anhand de…

Nota censoria

(330 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] Die n.c. war eine “Notiz” der röm. censores , die das ehrenwidrige Verhalten eines Bürgers öffentlich feststellte. Zu den spätestens seit dem 4. Jh. v.Chr. belegten Amtsverrichtungen der censores ( lex Aemilia des J. 366 v.Chr.: Liv. 9,34,24; s. aber auch Val. Max. 2,9,1; Plut. Camillus 2,2; Cic. off. 3,31,111) gehörte die Beurteilung der Bürger im Hinblick auf ihr “ehrenhaftes Verhalten” ( honor). Entsprach der Gemusterte nach Überzeugung des censor nicht den Ehrenanforderungen, die sich etwa aus Amtsführung, mil. Disziplin, Zugehörigkeit zu den…

Augustales

(684 words)

Author(s): Scheid, John (Paris) | Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] [1] Kultfunktionäre des Genius Augusti Die A., in einigen civitates auch seviri A. oder magistri A. genannt (darum h. gewöhnlich alle als A. bezeichnet), wurden von 12 v.Chr. an in den meisten Kolonien und Munizipien des westl. Teils des Imperiums eingesetzt, um den Kultus des Genius Augusti, des Numen Augusti und der Lares Augusti zu betreuen. Ihr Amt ist mit dem der stadtröm. vicomagistri zu vergleichen und ist, wie dieses, von untergeordneter Würde. Der größte Teil der A. waren Freigelassene, aber auch ingenui sind unter ihnen bezeugt. An ihrer Spitze stand…

Census

(366 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] Aus der allg. Bedeutung von censere (etym. von centrum) ergeben sich für c. folgende Spezialbedeutungen: 1. Die Bürgerschätzung in republikanischer Zeit. Nach röm. Geschichtstradition (Liv. 1,42,5) üben zunächst die Könige, später die Konsuln die Bürgerschätzung aus, um Heeres-, andere Dienstleistungen und Steuerverpflichtungen festzulegen. Seit dem J. 443 v.Chr. (Liv. 4,8,2) sind zwei Censoren für eine Amtsperiode von fünf Jahren ( lustrum ) dafür zuständig. Sie haben die Grundsätze ihrer Amtsführung in einem Edikt beka…

Eminentissimus

(153 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] Rang am röm. Kaiserhof; urspr. für Beamte aus dem Ritterstand verwendet. Mit der wachsenden Machtstellung ritterlicher Beamter als Stellvertreter oder unmittelbare Untergebene des Kaisers ( praefectus praetorio ), glichen sich ihre Stellung und Anredeformen den senatorischen summae potestates (Dig. 1,11,1) und deren Bezeichnung an (vgl. Cod. Theod. 12,12,3). In der höfischen Titulatur ( ordo dignitatum) der Spätant. meint der Titel e. dann dasselbe wie excellentissimus, magnificentissimus, gloriosissimus, sublimissimus oder illustrissimus (auch in…

Collega

(538 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] C. meint allg. denjenigen, der gemeinsam mit anderen etwas regelt (von con- und leg), also z.B. auch das Mitglied eines Vereins oder einer Körperschaft (Dig. 27,1,42; 46,3,101 pr., 50,16,85). Im polit. Bereich ist c. vor allem der Amtsgenosse in Gericht, Verwaltung und Herrschaft (Dig. 50,16,173 pr.: collegarum appellatione hi continentur, qui sunt eiusdem potestatis). Die c. der republikanischen Ämter Consulat, Praetur, Censur, Aedilität, Quaestur und Volkstribunat sind zu selbständigen Entscheidungen, zugleich aber auch zur Abstimm…

Defensor

(393 words)

Author(s): Paulus, Christoph Georg (Berlin) | Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] I. Zivilrechtlich D. ist kein technischer Rechtsbegriff für den Verteidiger (so aber wohl bei Quint. inst. 5,3,13), sondern kommt in mehrfacher Bedeutung vor, insbes. als Sachwalter vornehmlich des zivilprozessual Beklagten, und hier speziell des abwesenden Beklagten ( indefensus). Eine solche Verteidigung zu übernehmen war Freundespflicht (Dig. 4,6,22 pr.). Unter der Bezeichnung d. civitatis ist er auch vor Gericht der Sachwalter von Korporationen ( universitates, Dig. 3,4,1,3), hierbei vor allem von öffentlich-rechtlichen Verbänden (z.B. G…

Numerarius

(250 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] (Pl. numerarii) meint in allg. Bed. “Rechenmeister” (Aug. de libero arbitrio 2,121; von numerare, “zählen, berechnen, auszahlen”), in der späteren Kaiserzeit speziell den “Rechnungsbeamten” in allen zivilen und mil. (vgl. die Notitia dignitatum ) sowie bei den städt. Behörden der civitates; das ältere Wort dafür ist tabularius (Dig. 11,6,7; Cod. Iust. 12,49,2 und 4). Der Rang der n. und die - stets subalternen - Befugnisse unterschieden sich je nach Einsatzgebiet (kaiserl. Zentrale; Präfekturverwaltungen für Steuern, Domänen, Staatsaus…

Lectio senatus

(298 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] (“Auswahl für den Senat”). Die Aufnahme in den röm. Senat setzt seit alters voraus, daß der Anwärter sich in einem hohen Staatsamt polit. verdient gemacht hat (Cic. Verr. 2,49; Sall. Iug. 4,4; Liv. 23,23), keine straf- oder standesrechtl. Einwände vorliegen und - später - er über ein Mindestvermögen verfügt (unter Augustus ungefähr eine Mill. Sesterzen: Suet. Aug. 41). Fällt eine der Voraussetzungen fort, so kann ein Senator aus dem Amt entfernt werden ( senatu movere, eicere: Cic. Cluent. 42; Sall. Catil. 23.; Liv. 39,42; 40, 51; 42,10; 43,15). Für die…

Consulartribun(i)

(288 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] genauer lat. tribuni militum consulari potestate, werden erstmalig wohl im Jahre 443 v.Chr. (Liv. 4,7,1f.) - bald nach der zweijährigen Regierung der XII viri legibus scribundus (in den J. 450/449) - erstmals von den Centuriatscomitien gewählt, um die consularische Amtsgewalt auf mehr als zwei Kollegen zu verteilen. Livius meint, wegen damals mehrerer Kriegsfronten sei eine größere Zahl Imperiumsträger benötigt worden. Andere Autoren sehen in diesem Institut den Ausdruck widerstreitender Interessen des S…

Comitia

(1,351 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] Die in der röm. Verfassungsgesch. hervortretenden unterschiedlichen Typen der Volksversammlung unterliegen trotz des röm. Traditionalismus im Laufe der Zeit einerseits einer starken entwicklungsgeschichtlichen Veränderung und sind andererseits in ihrem jeweiligen funktionellen Zusammenspiel zu beobachten. Es gibt folgende Typen: die c. curiata, die c. centuriata, das concilium plebis, die c. tributa und die contiones. Wegen der grundsätzlichen methodischen und tatsächlichen Einwände gegen die relativ späten hist…

Coercitio

(282 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] Befugnis der röm. Magistrate, im Falle der Verletzung der öffentlichen Ordnung durch Bürger und Nicht-Bürger nach Ermessen in deren Rechte einzugreifen und hoheitlichen Zwang auszuüben. Diese Befugnis reicht von einstweiligen Anordnungen ( interdicta) über die Zwangseintreibung öffentlicher Ansprüche, die Verhängung von Geldbußen ( multae), Verhaftungen ( vincula, prensio), Pfandnahmen ( pignoris capio), Züchtigungen ( verbera) bis zur Verhängung der Todesstrafe ( c. plenissima, c. capitalis, Dig. 7,1,17,1; 50,16,200). Sie wird schon seit der…

Apparitores

(214 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] Als a. (von apparere = (auf Befehl) erscheinen) können alle Arten von Dienern bezeichnet werden. In der öffentlichen Sphäre meint a. speziell die freien oder unfreien Amtsdiener eines Magistrats, die (im Unterschied zu den officiales) als Helfer bei öffentlichen Amtshandlungen in Erscheinung treten. In republikanischer Zeit begleiten a. Konsuln und Praetoren als lictores mit den fasces als Symbol des imperium (Liv. 9,46,2), dienen den Magistraten als Schreiber, Urkundenbeamte und Rechnungsführer ( scribae, librarii), Ausrufer ( praecones), Boten ( viatores…

Actarius

(169 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin)
[English version] ( actuarius.) A. kann sich sowohl auf acta , als auch auf actus (schnelle Bewegung, Transport) beziehen und deshalb Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen bezeichnen: 1. Im privaten Bereich meint a. (= actuarius) den “Schnell(auf)schreiber”, etwa von Gerichtsreden oder Vorträgen (Suet. Iul. 55; Sen. epist. 4,4,9; Tac. ann. 5,4) und von daher auch den Buch- oder Rechnungsführer (Petron. 53,1). A. (= actarius) bezeichnet einen Aktenführer in privaten und kaiserlichen Haushalten (CIL VI 5 182; VI 6 244; VI 9 106 f.). 2. Im mil. Bereich sind actuarii seit Septimius S…
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