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Your search for 'dc_creator:( "Hering Torres, Max Sebastián" ) OR dc_contributor:( "Hering Torres, Max Sebastián" )' returned 14 results. Modify search

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Eigennutz

(1,155 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
1. Definition Im MA und in der Frühen Nz. stellten E. (lat. propria utilitas) und Gemeinnutz (lat. publica utilitas) in der Regel zwei einander bedingende Gegensatzbegriffe dar. Gemeinnutz, verstanden im Sinne eines »verbindlich gemachten Altruismus« [2. 599], diente der Orientierung individuellen und staatlichen Verhaltens. Im Rahmen theologischer, staatstheoretischer und moralischer Diskurse fungierte das Ideal des Gemeinwohls als Mittel der Legitimation. E. hingegen diente zur negativen Bezeichnung sozialen Fehlverhaltens eines Individuums, ein…

Ausgrenzung

(1,477 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
1. Definition »Das Außen ist, was das Innen nicht ist« [2. 23]. Die Schnittstelle zwischen Außen und Innen, zwischen In-Group und Out-Group, ist eine konstruierte Grenze, eine geographische, zumeist aber symbolische, ideologische, fiktiv gedachte Grenze. A. ist kein statischer Zustand, sondern ein Prozess, der zum Ausschluss eines Individuums oder eines Kollektivs aus einem abgegrenzten geographischen, ökonomischen, rechtlichen oder sozialen Gefüge führt. Zur Etablierung von Differenzierungs-, Klassifikati…

Charivari

(723 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
Die Herkunft des franz. Begriffs Ch. ist umstritten [5], doch die gebräuchlichste etymologische Erklärung führt Ch. auf spätlat. caribaria bzw. griech. karēbaría (»Kopfschwere«, »Kopfschmerzen«) zurück. Ch. bezeichnen spätma., aber ebenso nzl. von der städtischen oder ländlichen Bevölkerung ausgeübte Zensur- und Sanktionsrituale ( Ritual), die durch Verstöße gegen die gesellschaftliche Moral ausgelöst wurden. Ch. waren europaweit gebräuchlich (dt. »Katzenmusik« oder »Tierjagen«, bayerisch »Haberfeldtreiben«, span. cencerrada, engl. rough music; ital. scampanata)…

Fremdheit

(1,137 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
1. Definition F. entsteht im Denken über Fremde oder in deren Wahrnehmung: Menschen werden nur dort zu Fremden, wo Einheimische sie als »anders« wahrnehmen und zu Fremden werden lassen. Insofern ist F. keine Konstante, sondern immer relativ und meist ortsgebunden. Wenn Menschen in der eigenen Heimat als »fremd« empfunden werden, stellt dies eine besondere Variante der F. dar (z. B. jüd. Diaspora). Das Verhältnis zwischen Eigenem und Fremdem zeigt, dass F. als interner Abgrenzungsmechanismus einer Gruppe dient, um Wertungen zu rationalisieren und somit Identitätskonstruktion…

Anarchie

(686 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
A. (abgeleitet von griech. an-archía) bedeutet »Führer- oder Herrschaftslosigkeit«. Obwohl aus der griech. Antike zahlreiche Quellenbelege für ihr Auftreten (z.B. bei Homer, Aristoteles, Platon) vorliegen, scheint der Terminus in der röm. Antike und im MA kaum Anwendung gefunden zu haben [2]. In latinisierter Form erfuhr anarchia in der Frühen Nz. allerdings starke Verbreitung. In den Lexika des 17. Jh.s und des angehenden 18. Jh.s wurde die ursprüngliche Bedeutung beibehalten, obwohl A. auch im Sinne von »Autoritätslosigkeit« und »Chaos« verstanden wurde [2]. Im Rahmen der …

Soziale Wertesysteme

(2,454 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
1. Allgemeines »Werte ist ein leerer Signifikant, der alles bedeuten kann. Es kommt darauf an, wer die Deutungshoheit darüber durchsetzen und sich des Begriffs autoritativ im Sinne seiner Interessen bedienen kann« [12. 37]. Vor diesem Hintergrund sind S. W. histor. überlieferte oder neu geschaffene Bedeutungsgewebe, welche die Erhaltung, Stabilisierung oder Konstruktion einer sozial-moralischen Verhaltensordnung bestimmen; sie sind also sozial »verhaltensleitende Codes«. In der Regel werden sie durch überkommene Vorstellungen …

Anarchy

(716 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
Anarchy (from the Greek an-archía) means “state of being without government” or “without a leader.” Although there are many instances of the use of the term in Greek Antiquity (e.g. in Homer, Aristotle, Plato), it seems hardly to have been used in Roman Antiquity or the Middle Ages [2]. However, the Latinized form  anarchia did come into wide use in the first phase of the early modern period. The original meaning was retained in lexica of the 17th and early 18th centuries, although anarchy was also understood in the sense of “absence of authority” and “chaos” [2].The concept was refine…
Date: 2019-10-14

Exclusion

(1,447 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
1. Definition“Outside is whatever is not inside” [2. 23]. The boundary between out and in, between in-group and out-group, is a constructed one, sometimes geographical, but usually symbolic, ideological, and fictional. Exclusion is not a static condition, but a process leading to the removal of an individual or a collective from a defined geographical, economic, legal, or social structure. Boundaries are constructed in order to establish principles of differentiation, classification, power, or distribut…
Date: 2019-10-14

Charivari

(819 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
The origin of the French term “charivari” is disputed [5], but the most common etymological explanation traces charivari back to late-Latin  caribaria or Greek karēbaría (“a heavy head,” “headache”). Charivari is the term used in the late Middle Ages but also the early modern period for the censure and sanction rituals (Ritual) practiced by the urban or the rural population, which were prompted by infringements of social mores. Charivari were common across Europe (Ger. Katzenmusik or Tierjagen, Bavarian Haberfeldtreiben, Span. cencerrada, Eng. “rough music”; Ital. scampanata) [4…
Date: 2019-10-14

Foreignness

(1,101 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián
1. Definition Foreignness emerges in thinking about people from elsewhere or perceiving them. People only become foreign where locals see them as “different” and classify them as alien. Foreignness is thus not a constant, but always relative and generally local. Where people are found to be “foreign” in their own homeland (Fatherland, motherland), this constitutes a special variant of foreignness (e.g. Jewish diaspora).The relationship between the local and the foreign shows that foreignness serves as a mechanism for the internal delineation of a group i…
Date: 2019-10-14

Rassismus

(4,514 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián | Bley, Helmut
1. Begriff Rasse ist in anthropologischer Hinsicht weit mehr eine sozial imaginierte Kategorie als eine biologische Wirklichkeit [12. 71]. ›Rassen sind Resultat, nicht Voraussetzungen rassistischer Argumentationen‹ [8. 10]; [12]. Sie entspringen somit menschlichen Vorstellungswelten und sind letztlich topische Sinnkonstruktionen. R. ist sowohl eine soziale Praxis als auch eine machtgeladene diskursive Konstruktion [18. 176]. Er ist derartig polymorph und flexibel, dass er in der Forschung unterschiedlich definiert wird – daher das Plädoyer, mit d…

Gleichheit

(4,275 words)

Author(s): Reulecke, Martin | Hering Torres, Max Sebastián
1. Begriff Unter G. ist allgemein die partielle Übereinstimmung mehrerer Gegenstände, Personen oder Sachverhalte zu verstehen. Anders als die »Identität«, die auf völlige Übereinstimmung hinweist, beschreibt G. die Beziehung verschiedener Objekte zueinander, die in mindestens einer Hinsicht übereinstimmen. In der griech. Antike wurde G. ( isonomía, »G. vor dem Gesetz«; isotimía, »gleiches Recht auf Zugang zu öffentlichen Ämtern«; isēgoría, »Redefreiheit für alle«) als Inbegriff der Demokratie verstanden, wobei in den Staatsentwürfen von Platon und Aristoteles die Au…

Minderheiten

(3,964 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián | Rothkegel, Martin
1. Allgemein Kulturelle Sinnwelten verleihen institutionellen Ordnungen Legitimität; sie tragen somit zur Definition gesellschaftlicher Wirklichkeiten einer Mehrheitsgesellschaft bei, wobei abweichende Wirklichkeiten der M.-Gesellschaften ausgegrenzt werden ( Alterität). Mittels Normen, kultureller Codes und ökonomischer Prinzipien wurden auch in der europ. Nz. Diskurse über die vermeintliche Normalität eines Kollektivs konstruiert und die davon abweichenden Gruppen als anomal stigmatisiert. Individuen wurden demzufolg…

Equality

(4,379 words)

Author(s): Reulecke, Martin | Hering Torres, Max Sebastián
1. DefinitionEquality is generally understood as the partial conformity of several objects, persons, or circumstances. In contrast to “identity,” which indicates complete agreement, equality describes the relationship of different objects to one another that agree in at least one respect. In ancient Greece, equality ( isonomía, “equality before the law”; isotimía, “equal right to hold public office”; isegoría, “free speech for all”) was considered the epitome of democracy, although the concept of natural inequality prevailed in the ideal states propos…
Date: 2019-10-14