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Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.

(829 words)

Author(s): Jörn Thielmann
Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. - Islamisch 1. Die Türkisch-Islam. Union der Anstalt für Religion e.V. (Diyanet İşleri Türk-İslam Birliği, DİTİB) ist die größte Vereinigung türkeistämmiger Muslime in Deutschland u. von Beginn an m. der staatl. türkischen Religionsbehörde, Diyanet, verbunden. Sie wurde im Vgl. zu den beiden anderen großen türkeistämmigen Verbänden, dem Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ) (gegr. 1973/1980) u. der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) …

Moschee

(803 words)

Author(s): Jörn Thielmann
Moschee - Islamisch 1. Auch wenn im Prinzip versch. Orte (Gebetsort) im Islam zur Verrichtung des rituellen Gebets dienen können, hat sich doch bald der Typ der M. (das dt. Wort M. kommt über das ital. moschea von dem spanischen mezquita; arabisch masdschid, der Ort, wo man sich niederwirft, türkisch mescit) entwickelt. Dies ergibt sich einerseits praktisch durch die kultische Pflicht des Gebets zu festgelegten Zeiten. Andererseits dadurch, dass das kollektive Gebet verdienstvoller ist, auch wenn b…

Moscheeverein

(824 words)

Author(s): Jörn Thielmann
Moscheeverein - Islamisch M. ist die mittlerweile übliche Bez. für die institutionalisierte religiöse Selbstorganisation von Muslimen in Deutschland u. wird i. d. R. synonym zu Moschee gebraucht. Die gewählte Rechtsform ist fast immer der e. V. Schätzungen gehen von bis zu 2.200 M. in Deutschland aus. Da der Islam keine kirchenähnliche Struktur kennt u. der Vereinsgedanke vielen Migranten eher fremd ist, ist nur eine Minderheit in M. organisiert (maximal 20 bis 25 Prozent der dt. Muslime). Grund ist, dass die faktische Zugehörigkeit zum Is…

Zeitrechnung

(402 words)

Author(s): Jörn Thielmann
Zeitrechnung - Islamisch 1. Die islam. Z. beginnt m. dem 1. Muharram (= 15.07.622) d. J. der Auswanderung (arabisch hidschra) des Propheten Muhammad von Mekka nach Medina, wo er am 8. Rabî al-awwal eintraf (eingeführt wurde die islam. Z. unter dem zweiten Kalifen Umar im J. 638 n. Chr., dem J. 17 hidschra). 2. Das islam. J. ist ein Mondjahr, m. den zwölf Monaten Muharram, Safar, Rabîʿ al-awwal, Rabîʿ ath-thânî, Dschumâdâ al-ûlâ, Dschumâdâ al-âchira, Radschab, Schaʿbân, Ramadân (der Fastenmonat [Fasten]), Schawwâl (m. dem Fest des Fastenbrechens …

Verband der islamischen Kulturzentren

(783 words)

Author(s): Jörn Thielmann
Verband der islamischen Kulturzentren - Islamisch 1. Der VIKZ ist der älteste der türkeistämmigen islam. Verbände in Deutschland – der erste Verein wurde 1973 gegr. – u. war zwischen 1980 u. 2005 als reiner Bundesverein organisiert; alle lokalen Moscheevereine waren Zweigstellen der Kölner Zentrale. Seitdem hat er sich vertikal neu gegliedert u. konnte dabei auf bestehende Strukturen (Regional- u. Landesbeauftragte) zurückgreifen. Neun Landesverbände (Nord, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, …

Zentralrat der Muslime in Deutschland

(792 words)

Author(s): Jörn Thielmann
Zentralrat der Muslime in Deutschland - Islamisch 1. Der Z. d. M. i. D. (ZMD) ist aus dem 1987 (so die Selbstauskunft; andere nennen 1988) gegr. Islam. Arbeitskreis in Deutschland hervorgegangen, dem alle damals bedeutenden Verbände (AGMT/IGMG [Islamische Gemeinschaft Milli Görüs], ATIB, DITIB [Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.], VIKZ) u. wichtige Einzelorganisationen u. Moscheen (wie das Islam. Zentrum Aachen IZA, das schiitische Islam. Zentrum Hamburg, das Islam. Zentrum Münche…

Moscheebedienstete

(803 words)

Author(s): Jörn Thielmann
Moscheebedienstete - Islamisch 1. Drei Ämter sind traditionell in einer Moschee auszuüben: Der Gebetsrufer (Muezzin, arabisch muadhdhin), der zum Gebet ruft. Der Imam (arabisch imâm, derjenige, der dem Gebet vorsteht, türkisch hoca). Der Prediger (arabisch khatîb), der die Freitagspredigt hält. Die Ämter werden i. d. R. von Männern bekleidet. Hist. haben Frauen äußerst selten Gebete auch vor Männern geleitet od. gepredigt. Erst in der Gegenwart reklamieren Muslimas, meist in Europa od. Nordamerika,…

Takfir

(344 words)

Author(s): Jörn Thielmann
Takfir - Islamisch 1. Das arabische Verbalnomen takfîr bedeutet die Anklage wegen Unglaubens. Kufr (arabisch für Unglaube) ist eine schwere Sünde im Islam, die entspr. Bezichtigung also schwerwiegend. T. kann sich gegen Nichtmuslime richten (m. dem Sonderfall der sog. ahl al-kitâb, der Leute des Buches, d. h. Juden u. Christen, denen bei politischer Unterwerfung Schutz u. Rechte zukommen), aber v. a. gegen andere Muslime. Der Vorwurf des Unglaubens meint hier Glaubensabfall (arabisch ridda, Apostas…

Lebensunterhalt

(1,044 words)

Author(s): Heribert Hallermann | Jörn Thielmann
Lebensunterhalt - Katholisch 1. Als L. (sustentatio) bez. der CIC/1983 eine Art Grundversorgung, zu der auch die finanzielle Absicherung der betr. Person bei Krankheit, Arbeitsunfähigkeit u. im Alter gehört. Diese Grundversorgung meint mehr als nur die Sicherung des Existenzminimums; sie wird deshalb näher als congrua, congrua et digna, decora, debita od. honesta sustentatio charakterisiert. Mit Rücksicht auf die universale Geltung des CIC bleibt die genauere Bestimmung dessen, was zum L. zählt, de…

Popularklage

(575 words)

Author(s): Heinrich de Wall | Jörn Thielmann
Popularklage - Staatlich Als P. wird eine Klage bez., die erhoben werden kann, o. dass der Kläger eine Verletzung in eigenen Rechten geltend machen muss. Solche Klagen durch „quivis ex populo“ (= irgendjemandem aus dem Volk) waren in Einzelfällen im römischen Recht geläufig. Im geltenden dt. Recht kann, wenn man von den Möglichkeiten der Vertretung (Rechtsgeschäftliche Vertretung) od. der Prozessstandschaft absieht, im Regelfall nur derjenige gerichtlich Klage erheben, der geltend machen kann, von …

Religionsverschiedene Ehe

(3,064 words)

Author(s): Andreas Kowatsch | Hans-Peter Hübner | Eva Synek | Jörn Thielmann
Religionsverschiedene Ehe - Katholisch C. 1086 § 1 normiert das Ehehindernis der Religionsverschiedenheit („impedimentum disparitatis cultus“ bzw. „impedimentum mixtae religionis“). Dieses besteht zwischen einer in der kath. Kirche getauften bzw. in diese nach der gültigen Taufe in einer anderen chr. Kirche od. kirchl. Gemeinschaft aufgenommenen Person u. einer Person, welche die Taufe nicht gültig empfangen hat. Das (nichtchristliche) religiöse Bekenntnis des Ungetauften ist unerheblich. Zum Wegfall der Defektionsklausel vgl. Omnium in mentem, kath. Das Christentu…

Rechtsgeschäftliche Vertretung

(2,815 words)

Author(s): Helmuth Pree | Heinrich de Wall | Admiel Kosman | Ronen Pinkas | Jörn Thielmann
Rechtsgeschäftliche Vertretung - Staatlich → Sehe Stellvertretung, Vertreter Rechtsgeschäftliche Vertretung - Katholisch 1. Begriff: R. V. ist eine bes., da auf Rechtsakte (Rechtshandlung) (einschließlich rechtsgeschäftsähnlicher Handlungen [Handlung, rechtsgeschäftliche] wie Rücktritt, Kündigung, Mahnung, Fristsetzung, welche alle auf einen tatsächlichen Erfolg gerichtet sind) beschränkte Form des Handelns an Stelle eines anderen, u. zwar Handeln im Namen des Vertretenen m. der Wirkung, dass die Rechtsfolg…

Staat

(5,307 words)

Author(s): Martin Rehak | Heinrich de Wall | Eva Synek | Johannes Becke | Jörn Thielmann
Staat - Katholisch Das Verständnis des S. aus Sicht der kath. Kirche, näherhin ihres Lehramts, beruht maßgeblich auf der Staatsphilosophie des Aristoteles, wie sie von Thomas von Aquin rezipiert u. erstmals unter P. Leo XIII. in seinen vier sog. gelasianischen Enz. (Diuturnum illud [1881]; Immortale Dei [1885]; Libertas Praestantissimum [1888]; Sapientiae Christianae [1890]) m. Blick auf die Herausforderungen der Moderne entfaltet wurde. Weitere Impulse u. Aktualisierungen verdanken sich der kath. …