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Your search for 'dc_creator:( "Jarzebowski, Claudia" ) OR dc_contributor:( "Jarzebowski, Claudia" )' returned 21 results. Modify search

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Sexualität

(4,247 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Einleitung S. ist ein relativ junges Thema der histor. Forschung. Bis in die 1970er Jahre überwog die Annahme, S. sei v. a. ein biologisches Phänomen, erfülle den Zweck der gesellschaftlichen Reproduktion und sei deswegen histor. konstant. Den Durchbruch in der histor. Perspektivierung von S. brachte sicherlich Michel Foucaults Studie S. und Wahrheit (3 Bde., 1976–1984), die sich bes. mit den sozialen und gesellschaftlichen Implikationen des Sprechens bzw. Schweigens über S. auseinandersetzte und zeigen konnte, dass S. durch die Geschichte hi…

Kindheit

(2,966 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Begriff und Forschung Histor. lässt sich K. weniger als biologische Tatsache, sondern primär als kulturell variable soziale Konstruktion beschreiben und untersuchen ( Lebenslauf). Die Erfahrungen des Kindseins und die lebensgeschichtlichen Bedeutungen, die der K. zugeschrieben werden, differierten daher auch in der Nz. stark. Die Forschung interessierte sich bislang vorrangig für (normative) Vorstellungen und Konzepte von K. Dies ist in der besonderen Quellensituation begründet: Kinder hinterließen kaum direkte Z…

Liebe

(3,580 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Begriff und Grundlagen L. gehört zu den vielschichtigsten histor. Begriffen, die zugleich tief in Philosophie und Religionsgeschichte verankert sind. Im Lauf der europ. Geschichte stand L. für zentrale Beziehungen in der Herrschaftsausübung sowie im zwischenmenschlichen Bereich. Bis ins 18. Jh. war die L. zu und von Gott der konstitutive und legitimatorische Referenzpunkt jeder weltlichen L.-Beziehung. Die sehr unterschiedlichen Bedeutungen und Eigenschaften des Begriffs sind geeignet, kulturellen Wandel ebenso wie gesellschaftliche Ne…

Gebärmutter

(996 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Allgemein Die G. (Uterus) galt den medizinischen Gelehrten vor 1500, vor der Zeit der großen Sektionen (Anatomie) als ein zentraler und metaphorisch aufgeladener Ort in weiblichen und – manchmal – männlichen Körpern. Der schwangere Mann bildete in den gelehrten Vorstellungen zwar die Ausnahme, war aber denkbar, denn die G. wurde bis ca. 1600 in aristotelischer Tradition vorwiegend als nach innen gewendeter Penis verstanden, erst danach stärker als anatomisch bestimmtes, geschlechtsspezifisches Organ (in der Tradition des griech.-röm. Arztes Galen). Die G. wurde wahlw…

Inzest

(1,026 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Begriff Der Begriff I. bezeichnete in der Regel inkriminierte Beziehungen zwischen Verwandten. Erst um 1600 lässt sich eine Verengung auf sexuelle Beziehungen, um 1800 auf solche zwischen Blutsverwandten im modernen Sinn feststellen. Untersuchungen insbes. zur Frühen Nz. zeigen, dass rechtliche und lebensweltliche Vorstellungen über die Legitimität dieser Beziehungen auseinandergingen und in den weiteren Kontext der Bedeutung von Verwandtschaft sowie materieller und emotionaler Interessen verweisen. 2. Recht I.-Verbote sind seit jeher überliefert, ebenso Ges…

Kindergeburtstag (Hinzugefügt 2017)

(1,026 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Christlicher Kulturkreis Kindergeburtstage wurden in der europ. Frühen Nz. erst seit dem beginnenden 18. Jh. in nennenswerter Form bedacht und gefeiert. Bis dahin galten die Geburt eines Kindes (Kindheit) und sein Überleben (Kindersterblichkeit) als gottgewollt. Kath. Auffassungen zufolge waren Kinder zudem mit der Erbsünde behaftet. Eine Feier im modernen Sinne verbot sich daher v. a. aus relig. Gründen. Hinzu kommt, dass die datumsgetreue Verzeichnung des Geburtstages und damit das Wissen des Geburtsdatums sich nur langsam in brei…

Beschneidung

(899 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
Die B. (hebr. berit milah, arab. khitān) ist ein altes Ritual unklarer Herkunft, das in die Traditionen jüd. und muslim. Glaubenspraktiken aufgenommen wurde; das Ritual bezieht sich ausschließlich auf Männer. Im Judentum steht die B. für den Bund des Stammvaters Abraham mit Gott (Gen. 17, 10). Die B. symbolisiert die Zugehörigkeit zum Bund und damit zur jüd. Gemeinschaft, d. h. zum Volke Israel. Sie soll am achten Lebenstag – auch am Schabbat – vollzogen werden (Gen. 17, 12). Von der Frühen Nz. bis zum Ende des 19. Jh.s wurde die B. in der Synagoge vorgenommen und…

Geschlechtsvormundschaft

(1,090 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Allgemein Grundsätzlich bezeichnet G. die normative Vorstellung, dass Frauen eines Vormundes (althdt. foramundo, munt, »[Rechts-]Schutz«, »Schirm«) bedürfen. Die G. ist auf die seit dem frühen MA nachweisbare Praxis zurückzuführen, Waisen einen Vormund zur Seite zu stellen ( Vormundschaft) bzw. den Anfüh…

Lesbische Liebe

(873 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
L. L. ist ein m…

Childhood

(3,096 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Concept and researchHistorically, childhood  is open to description and study less as a biological fact than as a culture-specific social construction (Curriculum vitae). Experiences of being a child and the role in the history of life that was ascribed to childhood thus differed widely even within the early modern period. Scholars to date have primarily shown interest in (normative) ideas and concepts of childhood. This is legitimated by the peculiar situation in the sources: children do not le…
Date: 2019-10-14

Incest

(1,127 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Concept The term incest generally denoted criminal relations between relatives. The definition narrowed to sexual relations only around 1600, before narrowing further to relations between blood relatives in the modern sense around 1800. Studies on the first centuries of the early modern period in particular show that legal and real-world positions regarding the legitimacy of such relations differed and relate to the wider context of the importance of kinship and material and emotional interests.Claudia Jarzebowski 2. Law Prohibitions of incest are recorded throughout…
Date: 2019-10-14

Lesbianism

(946 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
“Lesbian” in its modern sense differs drastically from its meaning before 1850: “from the island of Lesbos” (the home of the poet Sappho). From the middle of the 18th century, relations between women increasingly became a subject of medical and legal discourses that sought in a controlling way to tie women into a heterosexual gender order (Gender roles), and that consistently biologized female sexuality. The term “Lesbianism” is first attested in its contemporary sense from 1870, and in German the expression  lesbische Liebe (“Lesbian love”) dates from the late 18th century [5].…
Date: 2019-10-14

Circumcision

(903 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
Circumcision (Hebrew berit milah, Arabic khitān) is an ancient ritual, the origins of which are unclear, but which was adopted into the traditions of Jewish and Islamic faith practices. The ritual applies solely to males. In Judaism, circumcision represents the bond between the tribal ancestor Abraham and God (Gn 17, 10). Circumcision symbolizes belonging to the tribe and hence to the Jewish community, that is, the People of Israel. It should be performed on the eighth day of life, even if that day is the  Shabbat (Gn 17, 12). From the start of the early modern period to t…
Date: 2019-10-14

Love

(3,770 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Concept and principlesLove is one of the most complex historical concepts, deeply rooted in both philosophy and the history of religion. Throughout the course of European history, love connoted key relationships in the exercise of power and in the interpersonal sphere. Until the…
Date: 2019-10-14

Homosexualität

(2,437 words)

Author(s): Puff, Helmut | Jarzebowski, Claudia
1. Begriff Die jüngere Forschung zur Geschichte männlicher wie weiblicher H. geht davon aus, dass die heute gängige Engführung einer bestimmten Form erotischen Begehrens mit einer spezifischen Subjektivität keine transhistorische Geltung beanspruchen kann. Insofern ist H. ein problematischer Begriff, weil er moderne Konzepte einer identitätsgebundenen Sexualität für vormoderne Gesellschaften voraussetzt. Den europ. Kulturen der Vormoderne galt gleichgeschlechtliches sexuelles Handeln von Frauen und Männern vorwiegend als akzidentielles M…

Herrscherin

(3,432 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia | Behrends, Jonna
1. Begriff und Forschung H. waren in der Frühen Nz. keine Seltenheit. Diese Feststellung steht in Spannung zu der in der älteren Forschung überwiegenden Auffassung, H. hätten in der Frühen Nz. allenfalls eine Ausnahme dargestellt [25]. Formen weiblicher (= wbl.) Herrschaft (= Hsch.) wurden lange als Sonderfälle klassifiziert und historiographisch marginalisiert [22. 7–63]. Zahlreiche Studien jüngerer Zeit, v. a. aus geschlechtergeschichtlicher und politikhistor. Perspektive, haben das Bild nachhaltig und unumkehrbar verändert [25. 28]; eine Voraussetzung für diese …

Homosexuality

(2,564 words)

Author(s): Puff, Helmut | Jarzebowski, Claudia
1. Concept Recent studies in the history of male and female homosexuality contend that the now-usual identification of a certain form of erotic desire with a specific subjectivity cannot be said to be universally valid throughout history. ‘Homosexuality’ is thus a problematic concept, for it presupposes that modern notions of an identity-bound sexuality existed in premodern societies. In fact, premodern European cultures regarded same-gender sexual activity among women and men primarily as an acci…
Date: 2019-10-14

Blut

(3,361 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Jarzebowski, Claudia
1. Medizin 1.1. Blut in der Humoralpathologie Unter B. wurde bis ins frühe 18. Jh. der feuchte, wohltemperierte »Safft« verstanden, der »sich in den B.-Adern aufhält, und nach [der Ärzte] Meynung aus vier besondern Feuchtigkeiten, nemlich Schleim, gelber und schwarzer Galle und dem eigentlich sogenanntem B.« bestehe [1. 207]. Die Säfte mit den ihnen eigenen Qualitäten (Blut: warm, feucht; gelbe Galle: warm, trocken; Phlegma/Schleim: kalt, feucht; schwarze Galle: kalt, trocken) entstehen aus Sicht der Humoralpathologie durch Kochung (lat. coctio) aus der Nahrung und sind …

Blood

(3,317 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Jarzebowski, Claudia
1. Medicine 1.1. Humoral pathologyUntil the early 18th century, blood was thought of as the moist, well-tempered “sap that fills the blood vessels and is thought [by physicians] to consist of four particular humors: phlegm, yellow and black bile, and the blood proper” [1]. In the view of humoralism, the humors with their associated qualities (blood: warm, moist; yellow bile: warm, dry; phlegm: cold, moist; black bile: cold, dry) are produced by digestion (Latin coctio, literally “cooking”) of food; they are always present in whole blood in varying proportion. The o…
Date: 2019-10-14

Identität

(3,922 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia | Schmale, Wolfgang | Leppin, Volker
1. Allgemein Eine allgemeingültige Definition von I. kann es für die Nz. ebenso wenig geben wie für die Moderne. Der Begriff I. stammt aus zwei unterschiedlichen Forschungstraditionen. Die angelsächs. Sozialpsychologie charakterisiert I. als ein Merkmal des modernen Individuums [6]; die Volkskunde favorisiert den Begriff I. in deutlicher Abgrenzung zu dem älteren und ideologisch stark aufgeladenen Begriff Volksgeist [2]. In der geschichtswiss. Forschung ist der Begriff I. umstritten [14]. Insbes. aus einer akteurszentrierten Perspektive werden Zweifel an der ze…
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