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Burgus

(87 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die Herkunft des Wortes b. ist in der Forsch. umstritten: Es wird sowohl ein german. (CIL XIII 6509) oder auch ein griech. Ursprung (πύργος; Ios. bell. Iud. 1,99-100) angenommen. Das Wort, das vor Mitte des 2.Jh. n.Chr. erscheint und noch unter Valentinianus I. nachgewiesen ist, bezeichnet einen kleinen befestigten Wachturm (ILS 396) oder wird als Diminutiv für castellum gebraucht (Veg. mil. 4,10).; der b. diente allg. der Überwachung (CIL VIII 2494-2495: b. speculatorius). Le Bohec, Yann (Lyon) Bibliography 1 D. Baatz, Bauten, MAVORS XI, 1994, 83-85.

Imaginiferi, Imaginifarii

(204 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Der imaginifer war ein Soldat, der zumindest bei Festen ein Bildnis ( imago) des Princeps trug (Veg. mil. 2,6; 2,7; Ios. ant. Iud. 18,55); sicherlich besaßen die i. keine direkt mil. Aufgaben. In jeder Legion gab es einen imaginifer, der jedoch nicht unbedingt der ersten Kohorte ( cohors ) angehörte (CIL III 2553: 3. Kohorte). Nach Vegetius (mil. 2,7) waren i. auch in anderen Einheiten vertreten. Inschriftlich sind i. für die cohortes urbanae und die vigiles in Rom sowie für die Legionen und die Einheiten der auxilia ( alae, cohortes und numeri), nicht aber für die Pra…

Commeatus

(334 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] C. hat zwei verschiedene Bedeutungen: Es beschreibt entweder eine zeitlich begrenzte Beurlaubung (im Gegensatz zur endgültigen Entlassung, der missio) oder bestimmte Teile der Versorgung. Der Begriff stellatura bezeichnet den Mißbrauch beider Einrichtungen. 1. Die Beurlaubung bedeutete für die Soldaten, sich von den Feldzeichen entfernen zu dürfen (Tac. hist. 1,46,4). Fälschlicherweise wurde der c. mit der immunitas oder vacatio munerum verwechselt, die die Befreiung von den üblichen Arbeitsdiensten, die die Soldaten zu verrichten hatte…

Contubernium

(149 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] bedeutete im eigentlichen Sinne des Wortes eine Gemeinschaftsunterkunft von Soldaten; entweder handelte es sich um ein Zeltlager während einer expeditio oder um Baracken in einem ständigen Lager (Tac. ann. 1,41,1). Daraus ergaben sich zwei weitere Wortbedeutungen: Der Begriff wurde auch für eine Gruppe von Soldaten benutzt, die eine Unterkunft teilten, und er bezeichnet außerdem ein daraus entstandenes Gefühl der Zusammengehörigkeit, des Vertrauens und der Solidarität (Suet. Tib. 14,4; Caes. civ. 2,29). Dies schloß auch die Offiziere ein. Das c. scheint ke…

Militärstrafrecht

(475 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Das im röm. Heer geltende Strafrecht kannte zwei unterschiedliche Kategorien von Vergehen. Die erste Kategorie betraf solche Delikte, die auch im zivilen Bereich geahndet wurden, etwa Diebstahl oder das crimen maiestatis ( maiestas ). Die zweite Kategorie umfaßte die spezifischen Verfehlungen im Militärdienst, vor allem Ungehorsam gegenüber den Vorgesetzten, unerlaubtes Entfernen von der Einheit, Desertion ( desertor ) und Verrat ( perduellio ). Die Zusammensetzung des Militärtribunals sowie die Strafen wandelten sich ent…

Labarum

(196 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Vor der Schlacht an der Milvischen Brücke ( pons Milvius ) gegen Maxentius 312 n.Chr. erhielt Constantinus I. in einem als Vision bezeichneten Traum den Rat, die ersten beiden Buchstaben des Namens Christus, griech. Chi und Rho (Χ und Ρ), auf die Schilde seiner Soldaten schreiben zu lassen, wenn er siegen wolle: τούτῳ νίκα (“In diesem Zeichen siege”; vgl. Lact. mort. pers. 44; Eus. vita Const. 1,26-31). Dieses Christogramm wurde in der folgenden Zeit an der Spitze einer Standarte befestigt, die aus einer langen La…

Desertor

(268 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In der röm. Armee wurde als d. betrachtet, wer nicht beim Appell erschien (Liv. 3,69,7), wer sich während einer Schlacht aus der Reichweite des Trompetenschalles entfernte oder wer seine Einheit in Friedenszeiten ohne Erlaubnis, ohne commeatus (Suet. Oth. 11,1; SHA Sept. Sev. 51,5; Dig. 49,16,14), verließ (‘sich von den signa entfernte’). Die Strafen waren unerbittlich: je nach Fall drohte die Sklaverei (Frontin. 4,1,20), die Verstümmelung (SHA Avid. 4, 5) oder der Tod (der Verurteilte wurde mit Ruten geschlagen und daraufhin von dem Tarpeium saxum herabgeworfe…

Decanus

(126 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Als d. wurde ein Soldat bezeichnet, der ein contubernium befehligte; der d. tauchte in dem Moment auf, als die Stärke dieser Einheit von acht auf zehn Mann erhöht wurde (nach Ps.Hyg.). Die Inschr. IGR I 1046 erwähnt δεκανοί, die entweder Personen dieses Ranges waren oder aber Befehlshaber eines Geschwaders von zehn Schiffen, was nicht mehr genau zu klären ist. Der d. ist noch für das 4. Jh.n.Chr. belegt, manchmal mit dem Titel caput contubernii (Veg. mil. 2,8; 2,13). In anderen Zeugnissen bezeichnet dieser Begriff Personen, die der niedrigsten Stufe d…

Militärschriftsteller

(474 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die intellektuelle Ausbildung der künftigen Offiziere des röm. Heeres beruhte auf der Lektüre und Erklärung der Schriften von Historikern wie Polybios und Livius sowie der mil. Dienstanweisungen, die unter Augustus und Hadrianus in Kraft gesetzt worden und noch unter Severus Alexander gültig waren (Veg. mil. 1,27: Augusti atque Hadriani constitutiones; Suet. Aug. 24f.; vgl. Cass. Dio 69,9,4). Daneben wurden auch Schriften von Cato, Marius [I 1], Rutilius Rufus (Val. Max. 2,3,2) und Arrius [II 5] Menander gelesen. Unter Constant…

Decimatio

(203 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die d. ist eine im röm. Heer selten angewandte Form der Bestrafung einer ganzen Einheit (Pol. 6,38; Frontin. strat. 4,1,34; 4,1,37; Quint. decl.348). Die Tribunen wählten durch Los jeden zehnten Mann aus; die Züchtigung konnte auch abgeschwächt werden, indem man nur einen Mann von hundert auswählte (SHA Opil. 12,2). Die auf diese Weise bestimmten Opfer wurden nicht durch das Beil, sondern durch Stockschläge hingerichtet (Tac. ann. 3,21,1). Diese als sehr streng geltende Strafe wur…

Bucinatores

(116 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die b. waren neben den tubicines und cornicines Musiker im röm. Heer; die bucina war ein Blasinstrument aus Bronze (Veg. mil. 2,11; 3,5), dessen genaue Form strittig ist. Signale der bucina regelten in der Zeit der Republik den Wachdienst bei Nacht (Pol. 6,35; Liv. 7,36; Frontin. strat. 1,5,17). Während des Principats wurde im Lager das convivium durch das Signal der bucina beendet (Tac. ann. 15,30,1), in der Spätant. gaben die b. bei der Hinrichtung von Soldaten das Signal. aeneatores Le Bohec, Yann (Lyon) Bibliography 1 R. Meucci, Riflessioni di archeologia mus…

Militärrecht

(605 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In Rom war der Militärdienst durch eine Vielzahl von Gesetzen geregelt, wobei die tradierten rel. Vorstellungen und kollektiven Mentalitäten die Rechtsentwicklung entscheidend beeinflußt haben. Die röm. Bürger waren seit der Frühzeit der Stadt zum Militärdienst verpflichtet; das Bürgeraufgebot wurde von den auxilia (Hilfstruppen) der socii verstärkt. Wenn ein Bürger als Soldat eingezogen wurde, unterstand er nicht mehr der väterlichen Gewalt ( patria potestas ), sondern er hatte sich der disciplina militaris unterzuordnen. Die Be…

Corniculum, cornicularii

(173 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In der Zeit der Republik gehörte das c. zu den dona militaria (Liv. 10,44,5; Suet. gramm. 9; CIL I2 709 = ILS 8888); in der Prinzipatszeit sind die cornicula nur noch ein Rangabzeichen. Die genaue Bed. des Wortes ist umstritten. Entweder wird es von cornus (Kornellkirsche) oder von cornu(Horn) hergeleitet. Es handelte sich dementsprechend entweder um zwei kleine Speere (vgl. Pol. 6,39) oder aber um kleine Hörner, die von den Helmen herunterhingen. Die c. stellten die Elite der principales und erfüllten ohne Zweifel Verwaltungsaufgaben, denn es sind zivile c. nachgew…

Marschgepäck

(384 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Zwei lat. Wörter, impedimenta und sarcina, bezeichneten das M. der röm. Legionen. Bei den impedimenta handelte es sich um das schwere Gepäck, das der Versorgung und Ausrüstung der gesamten Legion diente und von Tragtieren befördert wurde (Pol. 6,27; 6,40; Liv. 28,45; Caes. Gall. 5,31,6). Es umfaßte die Zelte, das Gepäck der Offiziere, die Handmühlen für das Getreide, die Nahrungsmittel, die Waffen und, nach einem Sieg, das Geld und die Kriegsbeute. Anfangs bezog sich das Wort impedimenta nur auf Sachen, im Verlauf der Entwicklung wurde es auch für Mensc…

Auszeichnungen, militärische

(811 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Um die Tapferkeit und den Mut von Soldaten zu belohnen, wurden im röm. Heer - wie in allen anderen Heeren auch - A. vergeben, die den Vorteil hatten, daß sie das Gemeinwesen wenig kosteten und gleichzeitig das Bewußtsein soldatischer Ehre verstärkten (Pol. 6,39). Das starke Empfinden für hierarchische Strukturen hatte auch Einfluß auf derartige A., denn sie wurden abhängig vom Dienstgrad des Empfängers vergeben ( dona militaria ). Wie A. Büttner gezeigt hat, waren die röm. A. sicherlich ital., daneben aber auch kelt., griech. …

Disciplina militaris

(849 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Das lat. Wort disciplina bezeichnet a) ein Wissensgebiet oder eine Wissenschaft und b) Gehorsam. In Verbindung mit dem röm. Militärwesen erscheint disciplina meist in der zweiten Bed.; bei Frontinus wird die Kenntnis des Militärwesens rei militaris scientia genannt (Frontin. strat. 1 praef. 1). Die Wendung disciplina militaris wird von Valerius Maximus sowie Plinius gebraucht und ist überdies epigraphisch belegt (Val.Max. 2,7; Plin. epist. 10,29; S.c. de Cn. Pisone patre, 52; ILS 3809). Tacitus charakterisiert mit den Worten militia disciplinaque nostra de…

Panzer

(645 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Bereits die Helden der homerischen Epen schützten sich mit P. aus Br. oder Leinen (Hom. Il. 3,830; 11,15-28). Der Brust-P. (θώραξ/ thṓrax ) gehörte in archa. Zeit zur Ausrüstung griech. hoplítai ; allerdings wurde der Metall-P. in der klass. Zeit zunehmend durch P. aus leichterem Material ersetzt. Im röm. Heer gehörte der P. ( lorica) zur Ausrüstung der prima classis (nach Liv. 1,43,2 in der röm. Frühzeit die Klasse der reichsten Bürger mit einem Vermögen von 100000 As oder mehr). Es wurden verschiedene Typen des Brust-P. verwendet, wobe…

Beneficiarii

(113 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] wurden bereits bei Caesar (civ. 1,75,2; 3,88,5) erwähnt; nach Vegetius (mil. 2,7) handelte es sich um Soldaten, die ihre Beförderung einem beneficium ihrer Vorgesetzten verdankten und von den munera befreit waren. Sie waren einem Offizier zugeordnet, in dessen Diensten sie rechtliche und finanzielle Funktionen ausübten, die eine gewisse Kompetenz erforderten. Man findet die b. in allen Einheiten, in der Marine, in den auxilia, in den Legionen und in Rom. Einige von ihnen nahmen auch Aufgaben im zivilen Bereich wahr und wurden in den stationes zum Schutz der Fer…

Pilum

(536 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] In einer kurzen Erwähnung bei Servius (Serv. Aen. 7,664: pilum proprie est hasta Romana) wurde das p., ein Wurfspeer, für den typischen röm. Speer gehalten. Zu den frühsten Zeugnissen für die Verwendung des p. im röm. Heer gehört die Darstellung der Schlacht bei Panormos 250 v.Chr. (Pol. 1,40). Bei Livius werden die ersten beiden Schlachtreihen der Legionen der Zeit um 340 v.Chr. als antepilani (“Soldaten vor den Trägern des p.”) bezeichnet (Liv. 8,8). Polybios spricht in seiner Darstellung des röm. Heeres von γρόσφοι/ grósphoi als den Speeren der jüngsten Sold…

Armamentaria

(167 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die a., Arsenale, die sich in der Frühzeit in Rom selbst befanden, wurden mit der Expansion des Imperium Romanum auch in die Städte nahe der Kriegsschauplätze verlagert. In den Legionslagern der Principatszeit befanden sich die a. in den principia, für die Marine in den Häfen (CIL VI 999, 2725; VIII 2563); in Rom existierte ein a. in den castra praetoria. Die Waffen wurden nach Typ, nicht nach Einheiten gelagert und von den armorum custodes bewacht; das a. unterstand einem curator operis armamentarii und einem magister, der von einem scriba armamentarii und einem archit…
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