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Diobolon

(113 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] (διώβολον). Silberne Münze im Wert von zwei oboloí (= 1/3 Drachme, z.B. im att. Münzfuß zu 1,4 g. Das d. besitzt gelegentlich eine Wertmarke (ΔΙΩ, ΔΙΟ, Δ). Die att. diṓbola tragen einen Athenakopf auf der Vs. und eine Eule mit zwei Körpern auf der Rs. Das d. ist im Athen der klass. Zeit der Betrag, der für einen Theaterbesuch aufgewendet werden muß (θεωρικόν) oder dem Teilnehmer an der Volksversammlung ausgezahlt wird (ἐκκλησιαστικόν). Drachme; Münzfüße; Theorikon Mlasowsky, Alexander (Hannover) Bibliography Schrötter, 143f.  M.N. Tod, Epigraphical Notes on Gr…

Bigatus

(84 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] Antike Bezeichnung (Plin. nat. 33,46; Fest. p. 98 u. 347B; Tac. Germ. 5; Liv. 23,15,15; 34,10,4. 7) für den Denar mit der rv. Darstellung eines Zweigespannes, das eine Gottheit (Diana, Herkules, Luna, Victoria u.a.) trägt. Bei Livius (33,23,7. 9; 34,46,12; 36,21,11) Syn. für Denar ( argentum bigatum). Die ersten B. wurden nach neuester Meinung ab 189/180, die letzten etwa 42 v.Chr. geprägt. Denar Mlasowsky, Alexander (Hannover) Bibliography R. Thomsen, Early Roman Coinage. A Study of the Chronology, 1-3, 1957-61, s.v. B.  RRC2, 613f., 630.

Dichalkon

(101 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] (δίχαλκον). Als griech. Gewichtseinheit und Bronzemünze im doppelten Wert eines Chalkus entspricht das d. je nach Stückelung 1/4 (Athen), 1/6 (Delphi, Epidauros) oder 1/8 (Priene) des Obolos [1]. Varianten der Münzwertzeichen lauten z.B. B X (s. Antiochos IV., Seleukeia/Tigris mit ca. 9-6 g) [2. 271f.] oder ΔΙΧΑΛΚ(on) (s. Apollonia Pontika mit ca. 2-1 g) [3]. Chalkus; Obolos Mlasowsky, Alexander (Hannover) Bibliography 1 M.N. Tod, Epigraphical Notes on Greek Coinage, in: NC 6.6, 1946, 47-62 2 E.T. Newell, The coinage of the Eastern Seleucid mints fro…

Chus

(289 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover) | Seidlmayer, Stephan Johannes (Berlin)
(χοῦς, χοεύς). [English version] [1] Gefäß Krug oder Kanne (H etwas über 20 cm); am zweiten Tag der Anthesteria beim Wettrinken des Weines verwendet. Als Hohlmaß in diesem Rahmen wohl die vorgeschriebene Menge an Wein. Am Choentag erhalten die dreijährigen Kinder als symbolisches Zeichen ihres Eintritts in das Leben Choenkännchen (H 6-8 cm). [2, 50f.; 1, 96ff.]. Als Hohlmaß für Flüssigkeiten wird der Ch. in 12 kotýlai und 72 kýathoi unterteilt und beträgt 1/12 des metrētḗs. Je nach Landschaft faßt der Ch. 4,56 l (Lakonien), 3,04 l (Aegina) oder 3,24 l (solonisch), spät…

Abschläge

(112 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] Probeprägungen von Münzen und Medaillen, die in der Regel aus einem geringeren Metall hergestellt sind. Bes. von röm. Gold- und Silbermünzen existieren A. aus Erz und Blei [2.64]. Sie stellen oft den einzigen Beleg von verlorengegangenen Originalen oder einer Emission dar, die nie ausgemünzt wurde [1.1 ff.]. Auch Münzen mit sehr breitem Rand, wohl vereinzelte Sonderprägungen zu besonderen Ereignissen, können als A. beschrieben werden [3.32]. Münzherstellung Mlasowsky, Alexander (Hannover) Bibliography 1 A. Alföldi, Zur Kenntnis der Zeit der römischen…

Exagium

(183 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] (ἐξάγιον, στάγιον). Ursprünglich ein Münzgewicht aus der hell. Zeit (in Babylon 17,00 g schwer), ist das E. vor allem ein Münzgewicht für den Solidus nach der konstantinischen Reform (312 n.Chr.), das in der griech. sprechenden Bevölkerung sogar zum Syn. für diesen und zu stágion verballhornt wurde. Die Gleichsetzung wurde dadurch erleichtert, daß der Solidus wie das E. das Gewicht von 1/72 Pfund (= 4,55 g) besitzt, jedoch in der byz. Zeit ein wenig leichter wird (seit dem 9. Jh.: 4,43 g). Die exágia haben die Form von runden oder viereckigen Bronzescheibe…

Assarion

(251 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] (ἀσσάριον). Epigraphisch und durch Wertmarken belegte griech. Bezeichnung für den lat. As [4], wobei 16 a. 1 Denar entsprechen [2. 32]. Neben Chalkus und Obol entwickelt sich im Laufe der Kaiserzeit das bronzene a. bis zur Einstellung der Bronzeprägung um 275 n.Chr. zur wichtigsten Münze des griech. Ostens und deckt den dortigen Kleingeldbedarf. Die Umrechnung der drei Bronzenominale wurde unterschiedlich gehandhabt, für Chios z.B. gilt 1 Obolos = 2 a. = 8 Chalkoi [1. 192, Anm.8]. Nach Gewicht, Münzgröße bzw. Rs.-Motiv festgelegt, gibt es Nominale von 1/2, 1, 1 1/…

Decussis

(149 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] (Decus). Der D. steht im allg. für die Zahl 10 (Zeichen: X) und leitet sich vom entsprechenden Betrag oder Wert in Assen ab. Ausgehend vom libralen Gewicht (1 röm. Pfund = 1 As = 327,45 g) wiegt der D. das Zehnfache eines As und bildet im Wert 5/8 eines Denars von 16 Assen. Numismatisch bedeutsam ist der D. lediglich als brz. 10-As-Stück im semilibralen Standard, gegossen in den Jahren 215-212 v.Chr. ( aes grave ). Die Münze “Roma im phrygischen Helm/Prora” existiert zeitgleich zu dem in dieser Zeit erstmals emittierten silbernen De…

Centenionalis

(179 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] Röm. Kupfer-Mz., die nach dem Edikt des Constantius II. und Julianus im J. 356 n.Chr. mit dem umgangssprachlichen Begriff maiorina gleichgesetzt wird (Cod. Theod. 9,23,1) und nach einem Gesetz von 349 n.Chr. aus Kupfer und Silber bestehen soll (Cod. Theod. 9,21,1). Durch ein Edikt des Honorius und Arcadius 395 n.Chr. wird die Prägung des nun allein genannten c. im Westen ausgesetzt (Cod. Theod. 9,23,2), während sie im Osten bis etwa 425 n.Chr. läuft. Die in der Mz.-Reform von 348 n.Chr. herausgebrachten drei Nominalien in Kupfer mit ei…

Argenteus

(193 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] Wörtlich “silberne Münze” lautend [2.7], stellt der A. in den fragmentarischen Edikten von Aphrodisias und Aezani ein in der Münzreform des Diocletian um 294/6 n. Chr. eingeführtes Silberstück dar, das der kursierenden Münze mit dem Gewicht von etwa 3,0-3,3 g (1/96 des röm. Pfundes in Silber) und damit dem neronischen Denar entspricht. Der Feingehalt beträgt 90% und mehr [1.110]. Der festgesetzte Wert von 50 Denaren wird nach dem Preisedikt 301 n. Chr. verdoppelt [4.94 ff.]. Der A. wird nur in 6 Münzstätten (Aquileia, …

Billon

(63 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] Silberlegierung, die einen Zusatz von mehr als 50 % Kupfer u.a. unedlen Metallen besitzt, während Kupfer mit sehr geringen Silberanteilen Weißkupfer heißt [1. 36]. Das Strecken des Silbers mit Kupfer ist ein bes. in der Spätant. verwendetes Verfahren, um den erhöhten Geldbedarf zu decken [2. 401ff.]. Antoninianus; Inflation; Münzreform; Münzverschlechterung Mlasowsky, Alexander (Hannover) Bibliography 1 Göbl 2 F. de Martino, Wirtschaftsgesch. des alten Rom, 1985.

Damnatio memoriae

(530 words)

Author(s): Gizewski, Christian (Berlin) | Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] I. Historisch D.m. ist die Auslöschung der (öffentlichen) Erinnerung an eine Person (in der Regel eines röm. Kaisers), dessen Name und Bildnisse aus öffentlichen Inschr. und Bauwerken entfernt werden. Grundlage dieser Maßnahme ist die in der röm.-hell. Welt verbreitete rel. Annahme, verdiente Herrscherpersönlichkeiten kämen, wie Heroen, aus der Götterwelt und kehrten nach dem Tod wieder dorthin zurück (Cic. rep., somnium Scipionis; Verg. Aen. 6,734ff.). Zeigt sich jedoch die göttl. Herkunft nicht deutlich genug in den Erfolgen, Wohltaten …

As.

(995 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] Urspr. Bezeichnung für “Einer” oder “Einheit”, im röm. Maßsystem die Grundeinheit im Längenmaß (1 pes = 29,57 cm), im Flächenmaß (1 iugerum = 2523 m2) und im Gewicht (1 libra, »Pfund« = 327,45 g). Im Erb- und Güterrecht wird die gesamte Erbmasse als As bezeichnet; der Gesamterbe heißt daher heres ex asse. Im Gewichtssystem wird der As duodezimal geteilt, wobei einige Teileinheiten auch Münznominale (Aes grave) benennen. Die Nominale Quincunx, Bes, Dodrans und Dextans kommen aber selten vor [1. 39]. Die frühesten im libralen Sta…

Amphora

(234 words)

Author(s): Scheibler, Ingeborg (Krefeld) | Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] [1] Gefäß (ἀμφορεύς). Zweihenkliges, bauchiges Vorrats- und Transportgefäß mit engem Hals. Führende ant. Gefäßform, vorwiegend in Ton erhalten, selten in Bronze, Edelmetall, Glas, Onyx. Im Hausrat zur unverzierten Gebrauchskeramik zählend (Tongefäße II). Bemalte A. dienten rituellen Zwecken als Grabaufsätze, Aschenurnen, Vorratsgefäße der Toten, Wein- u. Ölgefäße für Feste der Lebenden (Panathenäische A.). Att. Töpfereien stellten im 6. u. 5. Jh. v. Chr. Hals- und Bauch-A. sowie an…

Euarchidas

(53 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] (Εὐαρχίδας). Syrakusanischer Stempelschneider, der Ende des 5. Jh. v.Chr. zusammen mit Phrygillos Tetradrachmen signierte. Phrygillos; Tetradrachmon Mlasowsky, Alexander (Hannover) Bibliography L. Forrer, Biographical dictionary of medallists 2, s.v. E., 1904, 50-51 L. Tudeer, Die Tetradrachmenprägung von Syrakus in der Periode der signierenden Künstler, in: ZfN 30, 1913, 1-292, bes. 36ff., 228.

Amma

(94 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] (Ἄμμα). Nach Heron von Alexandria ist A. die gr. Bezeichnung eines wohl ägypt. Längenmaßes, das sich von der Schnur oder dem Seil (Ἄμμα) herleitet. Sie entspricht 40 ägypt. Ellen, also ca. 21 m (1 Elle = etwa 52,5 cm). Heron; Längenmaße; Pechys Mlasowsky, Alexander (Hannover) Bibliography F. Hultsch, Griech. und röm. Metrologie, 21882  ders., s. v.A., RE I 2, 1841  W. Helck, s. v. Maße und Gewichte, LÄ 3, 1199-1214  O. A. W. Dilke, Mathematik, Maße und Gewichte in der Ant., 1991  E. Roik, Das Längenmaßsystem im Alten Ägypten, 1993, 6-25.

Cyathus

(117 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] Ein Schöpf- oder Trinkgefäß, das, hergeleitet vom griech. κύαθος, speziell ein röm. Hohlmaß für Trockenes und Flüssigkeiten zu 45,6 ml darstellt. Der c. bildet 1/12 des sextarius (= 0,55 l). Die Anzahl der getrunkenen c. wird nach dem Vielfachen der uncia gezählt, z.B. 4 c. werden trientes (= 1/3 des Sextarius) oder 11 c. deunx genannt. Eine beim Gelage beliebte röm. Sitte sieht vor, daß soviel c. getrunken werden müssen wie der Name des zu Ehrenden Buchstaben hat. Es werden auch größere Kelche benutzt, die ein Mehrfaches des c. bilden. Deunx; Gas…

Decempeda

(102 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] Eine zehn Fuß lange Meßstange ( pertica), hergeleitet von lat. decem (zehn) und pes (Fuß), die in der Architektur und bes. in der Landvermessung eingesetzt wird. Die Länge beträgt 2,96 m (10 x 1 röm. Fuß à 29,6 cm). 12 D. gehen auf einen actus. Als Flächenmaß bildet die d. quadrata als scripulum iugeri die kleinste Einheit in der Landvermessung = 1/2888 des iugerum (8,76 m2). Es sind Meßstangen von mehr als zehn Fuß belegt, die nicht als D. bezeichnet werden. Actus; Iugerum; Längenmaße; Pes; Scripulum Mlasowsky, Alexander (Hannover) Bibliography F. Hultsch, Griech. …

Barren

(633 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover) | Pingel, Volker (Bochum)
[English version] I. Östlicher Mittelmeerraum, Griechenland und Rom In verschiedene Formen gegossenes, unbearbeitetes Metall unterschiedlichen Gewichts, das seit der Br.-Zeit als Rohmaterial für die Weiterverarbeitung oder als prämonetäres Zahlungsmittel dient. Gold, Silber und Elektron kommen seit frühester Zeit im östl. Mittelmeerraum als Gußklumpen, kleine Rund-B. (vielleicht Tiegelrückstände) und runde oder eckige Stäbe vor, die bereits Einkerbungen für das Zerteilen aufweisen. Legierte Bronze, Zinn…

Dupondius

(453 words)

Author(s): Mlasowsky, Alexander (Hannover)
[English version] ( dupondium). Als Verdoppelung des As steht der D. im röm. Maßsystem für die zweifache “Einheit” im Längenmaß (zwei pes) und im Gewicht für zwei röm. Pfund (eine libra = 327,45 g). Der D. bezeichnet auch einfach die Zahl zwei und im röm. Recht das verdoppelte Ganze. Die frühesten D. sind als zwei librale Asse (daher auch dussis) mit dem Wertzeichen II in den Jahren zwischen 269 und 240 v.Chr. in der Roma/Rad-Serie (Aes grave) in Bronze mit Bleizusatz gegossen worden [1. 23]. Unter dem Einfluß der Münzfußreduktion in der 2. H. des 3. J…
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