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Your search for 'dc_creator:( "Pfister, Ulrich" ) OR dc_contributor:( "Pfister, Ulrich" )' returned 65 results. Modify search

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Kirchenzucht

(2,468 words)

Author(s): Kampmann, Jürgen | Pfister, Ulrich
1. BegriffUnter dem Begriff K. – auch Kirchendisziplin (Disziplin), Sitten- bzw. Gemeindezucht, »geschwisterliche Ermahnung« – werden im Protestantismus bis zur Gegenwart diverse (im Rahmen der Seelsorge und der kirchlichen Aufsicht ergriffene) Maßnahmen zusammengefasst, die zur Bewahrung der Lehre, zur Einhaltung der kirchl. Ordnung sowie zur Wiederherstellung eines den christl. Normen nicht entgegengesetzten Lebenswandels dienen sollen (zu Fragen der Disziplin in der Römisch-katholischen Kirche und in den Orthodoxen Kirchen vgl. Kirchenrecht).Alle Maßnahmen der…
Date: 2019-11-19

Protoindustrialisierung

(2,987 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. BegriffP. bezieht sich erstens auf die gewerbliche Produktion vom 15. bis zum frühen 19. Jh., d. h. auf die Ära vor der Industrialisierung, die – wohl auch im Vergleich zur technischen Revolution des HochMA – durch geringen technischen Fortschritt gekennzeichnet war. Zweitens beinhaltete protoindustrielle Produktion – im Vergleich zum Betrieb des selbständigen Handwerks – komplexe Organisationsformen, nämlich das Kaufsystem, das Verlagssystem und die Manufaktur. Abgesehen von der Manufaktur fanden die meisten Prod…
Date: 2019-11-19

Webereigewerbe

(1,628 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. UmfangDas W. zählte bis zur Industrialisierung zu den wichtigsten nicht-landwirtschaftlichen Gewerben; nur die Spinnerei war bedeutender, ist jedoch quantitativ schwierig zu fassen ( Textilgewerbe). In Bayern beschäftigte das W. in den 1770er Jahren 13,2 % aller gezählten außerhalb der Landwirtschaft Tätigen [2. 44, 449]. In den auf die exportorientierte Textilproduktion spezialisierten Gewerbestädten konnte dieser Anteil deutlich höher sein: In Augsburg stellten die Weber 1610 etwa ein Fünftel der Steuerzahler und zwei Fünftel der Handwerkerhaushalte [1. 21]. Für …
Date: 2019-11-19

Kaufsystem

(910 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. BegriffDer Begriff des K. bezeichnet ein Produktionsregime, d. h. die institutionelle Ausgestaltung der Organisation von Produktion und Arbeits-Beziehungen im exportorientierten Gewerbe zur Zeit der Protoindustrialisierung. Ein K. beinhaltet eine rein marktförmige Beziehung zwischen selbständigen gewerblichen Produzenten und den Kaufleuten, die das aufgekaufte Erzeugnis auf Exportmärkten absetzten [6. 202–210]. Sobald die Beziehung des weitgehend anonymen Aufkaufs durch einen Produktionsauftrag (Kommission) seitens des Kaufmanns oder durc…
Date: 2019-11-19

Handelsgesellschaft

(1,363 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Pfister, Ulrich
1. Grundlagen Im modernen Handelsrecht ist eine offene H. ein Zusammenschluss von zwei oder mehr natürlichen bzw. juristischen Personen zur Betreibung eines Handelsgewerbes unter einer gemeinsamen Firma. H. in diesem Sinn waren seit dem Ausgang des MA verbreitet. Allerdings finden sich Vertragsvarianten dergestalt, dass zwischen reinen Kapitalgebern, die meist nur mit ihrer Einlage hafteten, und voll haftenden Kapitalführern unterschieden wird oder dass die Rechte und Pflichten der aktiven Geschäf…
Date: 2019-11-19

Sozialstruktur

(2,676 words)

Author(s): Pfister, Ulrich | Fahrmeir, Andreas
1. Ländliche Gesellschaft 1.1. Bauern Bäuerliche Gruppen verfügten in der Regel über Nutzflächen, die mindestens die Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln zum größeren Teil gewährleisteten (vgl. Subsistenzwirtschaft). In sich war die Gruppe der Bauern in der Nz. bei erheblichen regionalen Unterschieden, die sich auch in Besonderheiten der Terminologie niederschlagen, nach unterschiedlichen Gesichtspunkten geschichtet:(1) Beziehung zur Grundherrschaft bzw. Gutsherrschaft: Die Ausgestaltung der Beziehung zwischen Bauern und Grund- bzw. Gutsherren stelle…
Date: 2019-11-19

Metrologie

(2,179 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. BegriffeDie M. ist die Lehre von Maß und Gewicht (= Ma. u. G.). Sie umfasst heute internationale und nationale Organisationen zur Standardisierung und exakten Bestimmung von Ma. u. G., zur Gewährleistung der exakten Eichung von Messgeräten sowie zur Aus- und Weiterbildung von Eichbeamten. Die M. entstand im 19. Jh. mit der internationalen Etablierung des metrischen (= metr.) Systems (s. u. 3.). Als Metrologen bezeichnet die histor. Forschung zudem im 18. Jh. wirkende Autoren – Mathematiker, Physiker…
Date: 2019-11-19

Textiltechnik

(1,372 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. VerarbeitungsschritteBis zum 19. Jh. wurden Textilien aus pflanzlichen oder tierischen Fasern (Faserpflanzen; Wolle; Seide) meist in der Form von Geweben hergestellt. In einigen kleinen Branchen wurden Garne allerdings nicht gewebt, sondern geknüpft, geklöppelt bzw. gewirkt (vgl. Teppich; Spitzenherstellung; Strumpfwirker). Die Fertigung beinhaltete im Wesentlichen die folgenden vier Verarbeitungsschritte [2]:(1) Vorbereitung der Fasern: Sie beinhaltete unterschiedliche Reinigungsvorgänge, insbes. aber (mit Ausnahme der unverletzten Rohsei…
Date: 2019-11-19

Wirtschaftswachstum

(2,923 words)

Author(s): Hesse, Jan-Otmar | Pfister, Ulrich
1. Begriff und ElementeAls W. wird die Vermehrung der verfügbaren Güter und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft bezeichnet (Ökonomie, politische). Oft wird es als jährliche Wachstumsrate der Wirtschaft (= Ws.) auf Pro-Kopf-Basis angegeben. Die Erhöhung der Ws.-Leistung kann durch drei Vorgänge zustande kommen: (1) Das durch eine Verstärkung des Einsatzes der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Land bewirkte Wachstum wird als extensives W. bezeichnet; eine dauerhafte Steigerung der Ws.-Leistung pro Kopf ist hierbei höchstens begrenzt mög…
Date: 2019-11-19

Leinen

(1,148 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. BegriffDas L.-Gewerbe (= Lg.) produzierte Textilien aus Flachs und Hanf ( Faserpflanzen). Dazu zählte in erster Linie Leinwand, daneben als Luxus-Erzeugnisse Damast und Spitzen (Spitzenherstellung). Da Flachs und Hanf verbreitet in der bäuerlichen Hauswirtschaft produziert wurden, konnte sich das Lg. in vielen Teilen Europas auf einer subsistenzwirtschaftlichen Grundlage entwickeln. Durch Qualitätsverbesserung und Spezialisierung konnte auf dem Weg der »Kommerzialisierung bäuerlicher Technologien« [4] leicht ein Export-Gewerbe entstehen. Begünstigt wurd…
Date: 2019-11-19

Produktivität

(1,018 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Begriff und ForschungsstandP. bezeichnet die Beziehung zwischen Out- und Inputmenge von Produktionsfaktoren (meist Arbeit, Kapital und Boden). Bei der P. der einzelnen Produktionsfaktoren (Faktor-P.) wird zwischen Durchschnitts-P. und Grenzprodukt unterschieden. Die durchschnittliche Arbeits-P. der Landwirtschaft z. B. bemisst sich als Verhältnis der realen landwirtschaftlichen Erzeugung und der Menge geleisteter Arbeitsstunden, etwa bezogen auf ein Jahr. Das Grenzprodukt bezeichnet den Zuwachs des Ertrags, der durch den Einsatz einer jeweils weit…
Date: 2019-11-19

Manufaktur

(2,647 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. BegriffAls M. bezeichnet man Betriebsstätten in vorindustriellen Gewerben, die meist protoindustriellen Exportindustrien zuzurechnen sind (Protoindustrialisierung). Die Arbeitskräfte waren außerhalb ihrer eigenen Hauswirtschaft unter Aufsicht und Koordination einer dritten Person – eines Betriebsleiters, eines Händler-Fabrikanten (engl. merchant-manufacturer) oder Meister-Fabrikanten ( master-manufacturer) – tätig. Die Zentralisierung des Produktionsprozesses konnte sich auf einen einzelnen Produktionsschritt beziehen (horizontale …
Date: 2019-11-19

Handel

(7,180 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Pfister, Ulrich
1. BegriffH. bezeichnet die gehäufte, systematische Übertragung von Verfügungsrechten bzw. von Eigentum an Gütern, in der Regel unter Nutzung von Geld (Geldwirtschaft). H. kann, muss aber nicht institutionell in einen Markt eingebunden sein. Zwar dominierte vor 1850 in den europ. und außereurop. Wirtschaften die Subsistenzwirtschaft (d. h., dass die Produktion landwirtschaftlicher und gewerblicher Güter für den Eigenbedarf im Rahmen der Hauswirtschaft gegenüber der Produktion und Vermarktung gehandelter Güter überwog); dennoch nahm das Vo…
Date: 2019-11-19

Zwangsanleihe

(748 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
Eine Anleihe ist ein verbrieftes Zahlungsversprechen; Festlegungen betreffen die Höhe der Verzinsung (Zins), die Laufzeit sowie den Rückzahlungsmodus. Im Unterschied zum Kredit bzw. Darlehen ist eine Anleihe handelbar, d. h. an andere weiterverkaufbar. Darin ist die Anleihe dem Wechsel vergleichbar, doch weist dieser in der Regel eine Laufzeit unter einem Jahr, die Anleihe eine solche darüber auf. Entsprechend wird zwischen Geld- und Kapitalmärkten unterschieden. Seit Letztere im 17. Jh. entstanden, stellt der Anleihenhandel ihren Hauptgegenstand dar.Die Höhe des Zah…
Date: 2019-11-19

Textilgewerbe

(1,717 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Umfang, Struktur und langfristige Entwicklung Die T. der Nz. verarbeiteten pflanzliche bzw. tierische Fasern zu in der Regel gewebten Textilien, meist zu Stoffen, z. T. auch zu kleineren Artikeln wie Kopf- und Taschentüchern, Schleiern, Bändern, Tressen, Borten, Schnüren und Knöpfen. Die Endprodukte konnten roh, gebleicht, gefärbt und/oder bedruckt sowie appretiert sein (vgl. Textiltechnik). Gegenüber dem Bekleidungsgewerbe sind die T. als vorgelagerte Verarbeitungsstufen aufzufassen.Bis ins 19. Jh. waren die T. in den meisten Volkswirtschaften der wich…
Date: 2019-11-19

Wolle

(4,391 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. EinleitungZusammen mit dem Leinen-Gewerbe war die Wollverarbeitung (= Wv.) in der Frühen Nz. die wichtigste einheimische Fasern nutzende Branche des europ. Textilgewerbes. Gewerberegionen entstanden oft aufgrund einer »Kommerzialisierung bäuerlicher Technologien« [3]. Erst der Aufstieg der Baumwoll- und Seiden-Verarbeitung im Verlauf des 18. Jh.s beendete die dominierende Stellung des Wollgewerbes (= Wg.). In England stellte es aber noch 1801 hinsichtlich der Wertschöpfung den bedeutendsten Wirtschaftszweig dar; erst 1831 wurde es von Baugewer…
Date: 2019-11-19

Wirtschaftsgeschichte

(9,520 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. AllgemeinesDer Begriff der Wirtschaft bezieht sich auf den Umgang einer Gesellschaft mit knappen Gütern. Dies können sowohl Produkte in Form von Gewerbe-Erzeugnissen, Agrarprodukten oder Edelmetallen als auch Produktionsfaktoren sein (d. h. im Produktionsprozess benötigte Güter), nämlich nutzbarer Boden, Arbeit und Kapital. Zu beachten ist, dass die Definition eines Gutes als einer knappen und damit zu bewirtschaftenden Ressource eine gesellschaftliche Festlegung ist, die ambivalent und konfliktträchtig sein kann. Grenz…
Date: 2019-11-19

Werksiedlung

(829 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Entwicklung W. sind Familienunterkünfte für Mitglieder der Belegschaft eines Unternehmens, deren Bau durch dieses selbst angestoßen und finanziert wurde. Meist lagen W. auf betriebseigenem Land wurden durch das Unternehmen bewirtschaftet. In frühen Einzelfällen lagen Betriebsstätten und Wohngebäude auf demselben Areal; rasch setzte sich jedoch eine Trennung von Arbeiten und – allerdings möglichst nahem – Wohnen durch. Neben W. unterhielten Industrieunternehmen im 19. Jh. auch Wohnheime für ledige Arbeiter/innen, die oft kasernenartigen Charakter hatten.Bereits di…
Date: 2019-11-19

Silber

(2,580 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Allgemeines und langfristige EntwicklungNoch vor Gold war S. das wichtigste Edelmetall der Nz. Seine überragende Bedeutung lag in seiner Verwendung als Währungs-Metall; daneben wurde es zu kultischen Zwecken – die kath. Kirche sah nach dem Trienter Konzil (1545–1563) die Verwendung von S. für die Ausschmückung von Tabernakeln und anderen Gegenständen der Kirchenausstattung vor –, für luxuriöse Haushaltsgegenstände und zur Schmuck-Herstellung verwendet (vgl. Silberschmied).Die weltweite S.-Produktion erlebte in der Nz. bis 1850 zwei langfristige Zyklen (v…
Date: 2019-11-19

Calvinismus

(2,555 words)

Author(s): Koch, Ernst | Pfister, Ulrich
1. Konfession 1.1. Begriff und VerbreitungDer durch den Hamburger Pastor und Lutherschüler J. Westphal ursprünglich in abwertendem Sinne geprägte Begriff C. bezeichnet neben Werk und Wirkung des Genfer Reformators Johannes Calvin (1509–1564) auch die Wirkungsgeschichte der von Ulrich Zwingli (1484–1531) und seinen Schülern getragenen Zürcher Reformationsbewegung. »Calvinistisch« kann also Synonym zu »reformiert« sein, so z. B. im reichsrechtlichen Sprachgebrauch seit dem Westfälischen Frieden (1648).Einfluss gewann der C. seit dem 16./17. Jh. außer in der Schweiz v.…
Date: 2019-11-19
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