Search

Your search for 'dc_creator:( "Prankel, Dieter" ) OR dc_contributor:( "Prankel, Dieter" )' returned 51 results. Modify search

Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Staatskredit

(2,185 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter
1. Allgemein Im 16. Jh. nahmen nur wenige Staaten langfristige Kredite auf. Erste bemerkenswerte Ausnahmen machten manche Stadtstaaten und Spanien; Venedig operierte allerdings schon im ausgehenden 12. Jh. mit einer Dauerverschuldung der öffentlichen Hand. Am Ende des 17. Jh.s war diese fast überall der Regelfall [4. 22–37]. Auch die Verschuldung Venedigs, die bis 1600 noch umsichtig unter Kontrolle gehalten wurde, schoss im 17. Jh. in die Höhe (1641: 8 Mio. Dukaten; 1740: über 50 Mio.). In den »Domänenstaaten« hatte man lediglich kurzfristige Kredite aufgenommen…

Russlandhandel

(1,357 words)

Author(s): Veluwenkamp, Jan Willem | Prankel, Dieter
1. Der Handel nach Westen In MA und Nz. umfasste der R. hauptsächlich Transaktionen von westeurop. Ländern mit Russland, d. h. ab dem 12. Jh. mit dem Fürstentum Nowgorod, dann seit dem 16. Jh. mit dem Fürstentum Moskau und schließlich im 18. und 19. Jh. mit dem zaristischen Russland ( Russländisches Reich). Vom 12. bis zum 16. Jh. trieben Kaufleute der Hanse Handel mit Nowgorod. Lange führte Russland v. a. Pelze und Wachs aus; im 15. Jh. kamen Hanf, Flachs und Talg hinzu (vgl. Osteuropäische Wirtschaft 2.1.). Der Niedergang des Handels in Nowgorod setzte 1581 durch die…

Staatsbank

(1,385 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter
1. Definition und Anfänge in Amsterdam Eine S. oder Zentralbank kann verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Heutzutage reguliert sie normalerweise die Geldpolitik eines Landes, schafft die Zahlungsmittel, fungiert als »letzte Refinanzierungsstelle« für andere Banken und besitzt die allgemeine Aufsichtsbefugnis über den Finanzsektor. In der Nz. nahm keine der öffentlichen Banken all diese Funktionen gleichzeitig wahr, und schon gar nicht in dem heute üblichen Ausmaß. Dennoch hatte die Etablierung gewisser Finanzinstitutionen im Mittelmeerraum, wie z. B. der Taula de Canvi in …

Steuern

(4,809 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter | Troßbach, Werner
1. Begriff Im späten MA besaßen die städt. Kommunen (Stadt) in der Regel besser entwickelte Finanzsysteme als die Staaten ( Staatsfinanzen). Einige ital. Stadtstaaten entwickelten schon relativ früh ein fortschrittliches und ausgeklügeltes S.-Wesen. Die Kommune von Siena führte bereits zwischen 1168 und 1175 den alliramento als eine Form der Reichen-S. ein. Im 15. und 16. Jh. folgten allerdings immer mehr Flächenstaaten dem städt. Beispiel und begannen, selbst S. zu erheben. Man unterscheidet u. a. zwischen direkten und indirekten S. Die Bedeutung dieser Begriffe…

Frauenarbeit

(1,673 words)

Author(s): van de Pol, Lotte | Prankel, Dieter
1. Begriff und Quellen In histor. Studien versteht man unter Arbeit in der Regel Berufs- oder Lohnarbeit, die eine Ausbildung voraussetzt (Berufsbildung) und lebenslange Identität stiftet. Diese auf das 19. Jh. zurückgehende Auffassung marginalisiert F. Außerdem wird übersehen, dass auch ein großer Teil der von Männern in der frühen Nz. verrichteten Arbeit nicht diesen Kriterien entsprach. Normativen Vorstellungen zufolge beschränkten sich die Tätigkeitsbereiche der Frauen auf Ehe, Haushalt und Mutterschaft (Mutter; Mütterlichkeit). Demnach gab es o…

Karrieremigration

(1,192 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Begriff Bereits in der europ. Nz. waren Schlüsselinstitutionen wie der Staat, die Universitäten und die Kirchen auf hochspezialisierte »Migranten« angewiesen, die auf einem internationalen Markt rekrutiert wurden. Für die meisten von ihnen waren Ortswechsel eine unverzichtbare Voraussetzung ihrer Karriere; daher lässt sich diese spezifische Form der Migration als institutionelle K. bezeichnen. Abhängig von der jeweiligen Institution bedeutete die staatliche, universitäre oder kirchliche Laufbahn für die betroffenen Gelehrte…

Kaufmannsniederlassung

(899 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Begriff und Ausprägungen Güterbeförderung bedeutete in der Nz. automatisch auch für Menschen einen Ortswechsel (z. B. für Seeleute, Kaufleute) und folglich eine zeitlich befristete oder unbefristete Migration, u. a. zum Zweck des Handels [5. 19–29]. Vier Hauptformen sind zu unterscheiden: (1) Handelskontakte, bei denen die Kaufleute selbst kaum oder gar nicht reisten, sondern die Verbindung mit den Lieferanten, Kunden oder Bevollmächtigten durch Brief-Verkehr (Handelskorrespondenz; Fuggerzeitung) oder gelegentliche Besuche aufrech…

Sklavenverschleppung

(1,021 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Allgemein Die Sklaverei (= Skl.) und die damit verbundene Verschleppung von Menschen auf dem Weg über Sklavenmärkte oder über den direkten Verkauf an Staaten oder Einzelkunden war im MA v. a. in Ost- und Südeuropa weit verbreitet [8]; [4]. Allerdings führte die kath. Kirche einen intensiven Kampf gegen die Skl. und verhinderte im 11. Jh. deren Ausweitung in Italien und Spanien (abgesehen von der Lösegeld-Skl. zwischen Muslimen und Christen). Dies änderte sich, als mit dem Anstieg der Lohnkosten zur Zeit der Pest im 14. Jh. genuesische Händler den riesigen Sklavenmarkt im Schwar…

Kompass

(1,106 words)

Author(s): Jonkers, Art Roeland Theo | Prankel, Dieter
1. Begriff Im modernen Verständnis gilt jede Vorrichtung als K., die die Himmelsrichtung anzeigt. Bis ins späte 19. Jh. waren dies Geräte, die sich am Magnetfeld der Erde ausrichteten ( Magnetismus): z. B. Magnetnadeln, die frei an einem Draht hingen, durch einen auf dem Wasser schwimmenden Strohhalm gesteckt waren oder auf einer Zapfenspitze in einem Behälter frei auflagen. Eisenreiche, dauerhaft magnetisierte Mineralien (meist Magnetstein genannt) waren weithin verfügbar, und in vielen Ländern (wie China, Griechenland, It…

Mobilität

(5,889 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Einleitung 1.1. Forschungsgeschichte Bis in die 1980er Jahre stieß das Thema der geographischen M. in der histor. Nz.-Forschung auf wenig Interesse. Man ging davon aus, dass die Gesellschaften vor 1800 räumlich einigermaßen stabil und Migrationen (= Mig.) Ausnahmen waren. Nur wenn Menschen keine andere Möglichkeit hatten, also im Krieg, bei Hungerkrisen, Naturkatastrophen oder schwerer politischer bzw. religiöser Unterdrückung, seien sie mobil gewesen. Dies erklärt, warum Glaubensflüchtlinge wie die Hugenotten und die iber. …

Materie

(2,080 words)

Author(s): Snyder, James G. | Prankel, Dieter | Meinel, Christoph
1. Begriff Bis in die Nz. entwickelten sich Theorien der M. aus weiter ausgreifenden Theorien der Substanz. Bei Überlegungen zu den grundlegenden Entitäten der Wirklichkeit hatten schon die Philosophen der Antike Fragen nach dem unveränderlichen Träger wechselnder Eigenschaften und sich verändernder Substanzen gestellt sowie darüber reflektiert, was (wenn überhaupt etwas) man darüber wissen könne. Die Vorstellung von der M. als der Grundlage der Dinge spiegelt sich in dem griech. Wort hýlē (lat. materia): Wörtlich bedeutet es das Holz eines Baumes, das Material, aus…

Sklavenmarkt

(1,116 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Marktzentren Die Sklaverei und damit auch das Phänomen der S. waren in der europ. Nz. weit verbreitet, v. a. in Süd- und Südosteuropa noch bis ins 19. Jh. [2]. Eine große Zahl von Sklavenverschleppungen nach und aus Europa wurde über Märkte in Zentralasien ( Karakorum, Sarai, Nowgorod) abgewickelt. Im Folgenden geht es aber vorwiegend um die S. innerhalb Europas (zur globalen Interaktion vgl. Sklaverei). Im Südwesten war Lagos an der portug. Algarve der erste Umschlagplatz, an dem ab 1444 westafrikan. Sklaven aus Guinea, Benin und später aus dem Kongo an portug. Kunden verkau…

Transhumanz

(974 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Definition und Grundlagen Der 1892 von dem franz. Geographen Jean-François Bladé geprägte Begriff T. (vgl. türk. yaylag/ yaylak) steht in der westl. Anthropologie für Weidewirtschaft bzw. für eine darauf basierende Lebensweise. Er bezeichnet eine Variante der Arbeitsmigration sowie Viehwirtschaft, der nichtsesshaften Weidewirtschaft [3. 22–23]; [4. 23], die man in Nomadismus, T. und Alpwirtschaft unterteilt. Jedem Typus entspricht eine spezifische Form der Migration. Die hochspezialisierte Viehzucht mit Stallhaltung im Winter konnte mit Arbeitswanderu…

Wissensutilität

(2,301 words)

Author(s): Cormack, Lesley | Ede, Andrew | Prankel, Dieter
1. Begriff Utilität (= Ut.; von lat. utilis, »verwendbar«, »nützlich«; bzw. utilitas, »Tauglichkeit«, »Nützlichkeit«, »Nutzen«) liegt als Konzept schon in der griech. Naturphilosophie vor ( euchrēstía bei den Stoikern). Der Begriff der W. steht entweder für die Nützlichkeit eines wiss. Instruments, einer wiss. Idee bzw. einer Methode für die Forschung oder für den Nutzen der wiss. Erkenntnis in breiterem gesellschaftlichem Zusammenhang. Beide Formen der Ut. trugen zum Wandel des Wissens über die Natur und der Rolle des Gelehrten bei. 2. Der Nutzen von Werkzeugen In der Nz. wu…

Patriotenbewegung

(970 words)

Author(s): Velema, Wyger R.E. | Prankel, Dieter
1. Hintergründe und Forderungen Die niederl. P. – eine in den 1770er Jahren gegründete Protest-Bewegung mit ihrem Höhepunkt um die Mitte der 1780er Jahre – entstand vor dem Hintergrund zweier histor. Faktoren: zum einen der niederl. Aufklärung, zum anderen des Abstiegs der nach dem Niederländischen Aufstand begründeten Niederl. Republik im 18. Jh., der mit der Niederlage im vierten Engl.-Holländ. Krieg (1780–1784) seinen Tiefpunkt erreichte. Diese beiden Gegebenheiten sowie die Vorbildwirkung der N…

Kosmos

(4,015 words)

Author(s): Danielson, Dennis | Prankel, Dieter | Sieglerschmidt, Jörn
1. Kosmos und Ordnung »Die Griechen haben den Namen [K.] für das Weltall dem Begriff für Schmuck entliehen, wegen der Vielfalt der Elemente und der Schönheit der Sterne, … weil wir mit unseren sterblichen Augen nichts Schöneres wahrnehmen als das Weltall« ( Isidor von Sevilla, De mundo 13,1; um 600). So hat auch die Kosmologie (= Kl.), d. h. das Studium des K. (als Synonym für »Weltall« und »Welt« im umfassenden Sinn), der Nz. nicht nur den Bezug zur Physik und zur Astronomie beibehalten, sondern auch zu Vorstellungen von Ordnung, Verlässlichkeit, Eleganz und Schönheit. Im Gegens…

Steuerpacht

(2,067 words)

Author(s): ’t Hart, Marjolein | Prankel, Dieter | Meier, Astrid
1. Europa 1.1. Charakteristika Die S. ist ein semiprivates Verfahren der Erhebung von Steuern: Für eine an die Behörden gezahlte Pauschalsumme darf der Steuerpächter (= Stp.) diese auf eigene Rechnung eintreiben. In der Regel setzten Stp. hierfür ihr eigenes Personal ein; möglich waren aber auch Organisationsformen, bei denen die Regierung Büro und Beamte dafür stellte. Die Stp. handelten den entsprechenden Vertrag entweder selbst aus oder bekamen ihn bei einer öffentlichen Auktion [1]. Die S. war eine in der Frühen Nz. weit verbreitete Praxis und eine Spezialform v…

Skeptizismus

(1,658 words)

Author(s): Maia Neto, José Raimundo | Prankel, Dieter
1. Wiederaufleben des antiken Skeptizismus Der S. ist der philosophische Standpunkt, der Zweifel an Wissensansprüchen erhebt und sich die Frage stellt, was der Mensch erkennen oder wissen kann (Erkenntnistheorie). Als philosophische Schule entstand er im Hellenismus; Hauptvertreter waren u. a. Karneades im 2. Jh. v. Chr. als Vertreter der akademischen Skepsis und Pyrrhon von Elis im 3. Jh. v. Chr. als Begründer der radikaleren Ausrichtung, nach der nichts wissbar ist, man sich daher eines Urteils enthalten muss und die Dinge folglich moralis…

Methodisten

(863 words)

Author(s): O’Malley, Steve | Prankel, Dieter
1. Entstehung in Großbritannien Methodismus (= Ms.) bezeichnet eine Gruppe von Evangelischen Kirchen, die heute mit ca. 35 Millionen festen Mitgliedern (und 70 Millionen »Freunden«) zu den größten weltweit zählt. Der (zunächst als Spottname gebrauchte) Begriff leitet sich von der strengen Disziplin »methodischer« geistlicher Rechenschaft her. Der Ms. war der Kulminationspunkt verschiedener im europ. Pietismus wurzelnder religiöser Strömungen, die im 18. Jh. eine laizistische Erweckungsbewegung ( First Great Awakening ) innerhalb der Kirche von England beeinflu…

Magnetismus

(2,951 words)

Author(s): Jonkers, Art Roeland Theo | Steinle, Friedrich | Prankel, Dieter
1. Begriff Über die anziehende Wirkung des Magnetsteins (lat. magnes; engl. magnet oder lodestone; franz. aimant; ital. magnete) wurde schon in der Antike berichtet. Als im 12. Jh. auch die Nord-Süd-Ausrichtung von magnetisierten Eisennadeln in Europa bekannt wurde, erhielt der M. in Form des Kompasses erstmals eminente praktische Bedeutung. In der Antike häufig in einem Atemzug genannt, wurden in der Nz. M. und Elektrizität deutlich unterschieden. Erst durch die Entdeckung des Elektromagnetismus im 19. Jh. rückte ihre tatsächliche Verbindung in den Blick, und i…
▲   Back to top   ▲