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Finis

(316 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Grenze, insbes. zw. Grundstücken (z.B. Cels. Dig. 41,2,18,2). Der Grenzstein ( terminus ) war heilig; wer ihn auspflügte, war nach einer dem Numa Pompilius zugesprochenen Bestimmung samt dem Gespann verflucht ( sacer; Paul. Fest. 505,20f. L.). Die Äcker waren durch einen 5 Fuß breiten, nach den Zwölftafeln (tab. VII 4) unersitzbaren (s. usucapio ) Grenzrain getrennt (Cic. leg. 1,12,55f.). Die Grenzbereinigungsklage ( actio finium regundorum) war eine actio in personam (persönliche Klage) und doch pro vindicatione rei (auf Herausgabe, Paul. Dig. 10,1,1).…

Nuncupatio

(177 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Nuncupare ( nomen capere) wird von dem Juristen Cincius treffend gedeutet als “genau, mit den geziemenden Worten aussprechen” (Fest. 176), später von dem Juristen Gaius als “offen benennen”. Die Zwölftafelgesetze (tab. 6,1) und die auf der Burg gesprochene Auguralformel (Varro ling. 7,8) weisen mit lingua nuncupare auf die Zunge als Werkzeug hin, die Gedanken in Worte zu fassen. Verbis nuncupare in der Devotionsformel des P. Decius Mus (Liv. 8,9,8) ist tautologisch, nomen nuncupare (Varro ling. 6,60) figura etymologica (Figuren). Das feierliche Verspreche…

Dominus

(343 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] “Herr” (allg. z.B. Cic. leg. 2,15; Plin. epist. 4,11,6). Domine/domina ist seit alters die Anrede, die Kinder ihren Eltern gegenüber gebrauchen (Suet. Aug. 53,1; CIL X 7457 domine pater); die Anrede begegnet ferner unter Ehegatten (wie bei Scaevola Dig. 32,41 pr. domina uxor, Paulus Dig. 24,1,57 domine carissime), unter nahen Verwandten, Freunden und ansonsten im gesellschaftlichen Verkehr (vgl. Dig. 13,5,26: gegenüber einem Gläubiger). Merkwürdig ist die Verwendung des Wortes in Bezug auf die eigenen Kinder (CIL VI 11511; VI…

Bona

(541 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Das Vermögen einer Person; die genaue Bedeutung hängt vom Zusammenhang ab B. meint zum einen die Gesamtheit der Güter, die einer Person zugeordnet sind, wobei die rechtliche Natur der Zuordnung aber unterschiedlich sein kann: Offen ist die Zuordnung bei der für die honorarrechtliche missio in b. und venditio bonorum maßgeblichen naturalis appellatio bonorum, welche die Etymologie zurückführt auf das Wort beare = glücklich machen (Ulp. Dig. 50,16,49). Näher eingegrenzt und bestimmt ist die Zuordnung dagegen bei der civilis appellatio bonorum; diese meint nur…

Acquisitio

(158 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Substantivisch erst spät (etwa Ulp. Dig. 44,4,4,31; epit. 19), früher und häufiger acquirere, bedeutet den Erwerb. Die Entwicklung vom Verb zum Substantiv entspricht einer allg. Tendenz zum Nominalstil, wie ein Vergleich mit alienatio/alienare (“Veräußerung”, alienatio ) zeigt. Erst wird die Veräußerung, dann die a. begrifflich gefaßt und rechtlich problematisiert. Erworben werden res (“Sachen”), einzeln ( singulae res) oder als Teile einer Gesamtheit ( per universitatem), (Gai. inst. 2,97). Der Erwerb vollzieht sich nach ius civile, z. B. bei mancipatio , i…

Mancipatio

(422 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] begegnet erstmals bei Plinius (nat. 9,35,117 mancupatio) an Stelle von mancipium ( mancupium) zur Bezeichnung eines röm. altzivilen Rechtsakts zur Begründung einer Gewalt über Personen ( mancipium ) oder Sachen ( dominium ). Der Hergang der m. wird für das 2. Jh.n.Chr. wie folgt geschildert (Gai. inst. 1,119): Im Beisein von fünf Zeugen und einem Waagehalter ( libripens), alle mündige röm. Bürger ( quirites ), spricht derjenige, der die Sache empfängt, aus: a) Er sage, daß er quiritischer Eigentümer sei, und: b) Die Sache …

In iure cessio

(197 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Die i.i.c. des röm. Rechts ist ein Akt der Rechtsübertragung in der Form eines Scheinprozesses, der legis actio sacramento in rem . Sie ist - wie die mancipatio - nicht abhängig vom Bestehen eines Rechtsgrundes ( causa), z.B. eines Kaufvertrages, vielmehr “abstrakt”. Die i.i.c. betrifft Gegenstände, an welchen quiritisches Eigentum möglich ist (z.B. nicht Provinzialgrundstücke), und ist nur röm. Bürgern zugänglich (Gai. inst. 2,65). Manche Gegenstände, wie der ususfructus , können nur durch i.i.c. übertragen werden (Gai. inst. 2,30). Vor einem röm. Ma…

Pignus

(833 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Das röm. Pfandrecht hat sich wesentlich durch die Kreditsicherungspraxis entwickelt. Es ist zunächst Verfallsrecht: Mit der Fälligkeit der gesicherten Forderung erwirbt der Pfandnehmer das (bis dahin aufschiebend bedingte) Eigentum an der Pfandsache mit dem Schutz der rei vindicatio (des Eigentumsanspruchs). Diese Gestalt hat das p. in den von Cato d.Ä. mitgeteilten Formularen (Cat. agr. 146,2,3, 149,2 und 150,2). Der Verfall (in die Sklaverei) ist auch z.B. das Schicksal der im Latinerbündnis 493 v.Chr. gestellten (Pfand-)Geiseln (Fest. 166 s.v. nancitor)…

Accessio

(224 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] (“Hinzufügung”) bedeutet: 1. Vergrößerung (Gegensatz: decessio, s. Dig. 39,3,24,3), 2. Nebensache (Gegensatz: res principalis, Dig. 33,8,2), die das rechtliche Schicksal “Hauptsache” teilt, solange die Verbindung andauert (Dig. 6,1,23,5; auch 34,2,19,13 für in Silber und Gold eingeschlossene Edelsteine), 3. die Besitzzeit eines Vorgängers, die dem Nachfolger für den Besitzschutz ( interdictum utrubi) hinzugerechnet wird ( a. temporis oder possessionis, Gai. inst. 4,151; Dig. 44,3,15,1), quellenmäßig jedoch nicht für die Ersitzung (vgl.…

Praescriptio longi temporis

(148 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Die p.l.t. (“Verteidigung mit der langen Dauer”) ist eine Verteidigung des Besitzers gegenüber dem Eigentümer, weil dieser so lange sein Recht nicht geltend gemacht hat. Einführung oder Anerkennung der p.l.t. verbinden sich mit einem rescriptum des Septimius Severus und des Caracalla von 199 n. Chr., welches an eine bereits vorhandene Praxis anknüpfte. Die p.l.t. betraf Provinzialgrundstücke, die der Ersitzung ( usucapio ) nicht zugänglich waren, wurde jedoch auch auf bewegliche Sachen bezogen (Mod. Dig. 44,3,3; Marcianu…

Mancipium

(255 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] (urspr. mancupium) bezeichnet anfangs den später mancipatio genannten röm. Rechtsakt. M. ist eines der ‘uralten röm. Rechtswörter von durchsichtiger Klarheit’ [2]; es scheint einen Handgriffsakt zu bezeichnen. So sieht es die ant. Etym. (Varro ling. 6,85; Gai. inst. 1,121). Wahrscheinlicher ist jedoch eine andere Deutung: Wie aucupium (Vogelfang) sich von auceps ableitet, so mancupium von manceps; auceps bezeichnet den Vogelfänger ( avem capiens), manceps eher den die Hausgewalt Ergreifenden ( manum capiens) als den mit der Hand Ergreifenden ( manu capiens).…

Hypotheke

(605 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
(ὑποθήκη). [English version] [1] rechtlicher Begriff Juristisch Schanbacher, Dietmar (Dresden) [English version] A. Griechisches Recht Die h. (wörtlich “Unterlage”) begegnet im att. Recht als eine Belastung von Liegenschaften, Häusern, Unternehmen zur Sicherung von Darlehensforderungen. H.-Steine ( hóroi ) zeigten die hypothekarische Belastung an. Die h. war ein gemeingriech. Institut, die Kennzeichnung des belasteten Anwesens durch hóroi wurde jedoch außerhalb von Attika nur auf einigen wenigen Inseln der Ägäis befolgt. Die h. war Verfallsrecht. Dies erweisen den…

Precarium

(273 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] (“das Erbetene”). Die Überlassung einer Sache auf freien Widerruf ( ... quod precibus petenti conceditur tamdiu, quamdiu is qui concessit patitur, Ulp. Dig. 43,26,1 pr.) im röm. Recht. Histor. Ursprung des p. ist die Landleihe patrizischer Grundherren an ihre Klienten. Ansonsten konnte etwa ein Pfandschuldner die Pfandsache als p. behalten (Iulianus Dig. 13,7,29), oder ein Kreditkäufer erhielt die Kaufsache zum p. (Ulp. Dig. 43,26,20). Das p. ist anfangs kein Rechtsverhältnis, sondern nur tatsächliche Überlassung, welche der Gewährende jederze…

Res mancipi

(123 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Als r.m. werden im röm. Recht Gegenstände bezeichnet, die (Gai. inst. 2,22) durch mancipatio auf einen anderen übertragen werden. r. m. sind: Sklaven, Rinder, Pferde, Maultiere, Esel (die letzteren nach sabinianischer Lehre ab ihrer Geburt, nach proculianischer Lehre erst ab ihrer Zähmung; Gai. inst. 2,15); ferner ital. Grundstücke (Gai. inst. 1,120), Felddienstbarkeiten wie via, iter, actus, aquae ductus (Straßen- und Wegerecht, Viehtrift, Wasserrecht; Ulp. reg. 19,1) und Provinzialgrundstücke des ius Italicum (Gai. inst. 2,14a). Mit dem Niedergang der ma…

Alienatio

(277 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] bedeutet Veräußerung, vereinzelt auch Veräußerungsbefugnis, hingegen nicht schon den Verkauf (Dig. 50,16,67 pr.). Cicero (top. 5,28) definiert ab- alienatio als Gattung für traditio alteri nexu (d. h. mancipatio ) und in iure cessio . Gaius (inst. 2,65) fügt dem die usucapio hinzu ( a. iure civili) und unterscheidet hiervon alienare iure naturali, wozu etwa die traditio gehört. Die Bedeutung von a. erfaßt auch die Zuerkennung einer Sache durch Fehlurteil (Dig. 40,7,29,1). Das prätorische Edikt trifft Regelungen über die a. iudicii mutandi causa (zum Zwecke de…

Possessio

(638 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] “Besitz”, v. a. tatsächliche Herrschaft über eine Sache, aber im Gegensatz zum dominium (Eigentum) als voller rechtlicher Macht. Die p. als t.t. des röm. Rechts hat zum Teil tatsächliche, zum Teil rechtliche Züge ( p. non tantum corporis, sed et iuris est, Papin. Dig. 41,2,49,1). Den Erwerb der p. z. B. betrachten Ofilius und Nerva filius (Cocceius [6]) als eine tatsächliche Angelegenheit ( rem facti non iuris, Dig. 41,2,1,3). Daher sollte ein pupillus (Unmündiger, minores ) ohne Zustimmung des Vormunds ( tutoris auctoritas) und sogar ein furiosus (Geisteskranker)…

Habitatio

(200 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] bedeutet zunächst Wohnung, z.B. als Gegenstand von Kauf und Verkauf ( locatio conductio ; Dig. 2,14,4; 19,2,5) oder Schutzobjekt der lex Cornelia de iniuriis (Dig. 47,10,5,5). Weiter bedeutet h. das Wohnrecht, welches u.a. durch Vermächtnis ( legatum ) begründet wird (Dig. 7,8,10 pr.). Das Verhältnis der h. zum usus und zum usus fructus (Nießbrauch) war zweifelhaft. In der Wirkung ( effectu quidem) deckte sich die h. legata “beinahe” ( paene) mit dem usus legatus (Papin./Ulp. Dig. 7,8,10 pr.). Die röm. Juristen beschäftigten sich mit Fragen wie: Wie i…

Interdictum

(744 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Anordnung des Praetors oder Provinzstatthalters aufgrund seines imperium (z.B. Iulianus, Dig. 43,8,7) zur raschen Beendigung von Streitigkeiten, v.a. über possessio (Besitz) oder quasi possessio (Gai. inst. 4,139); dabei sind immer auch öffentliche Interessen berührt. Erste Spuren von interdicta finden sich bei Plautus (Stich. 696; 748-750; Asin. 504-509), Terenz (Eun. 319f.) und in der lex Agraria von 111 v.Chr. (Z. 18); eine Anspielung enthält Cic. de orat. 1,10,41. I. sind teils Gebote: exhibeas (auf Vorweisung) oder restituas (auf Rückgewähr), daher i. …

Fructus

(337 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] (“Früchte”). Sachen, die aus einer anderen Sache (“Muttersache”) gewonnen werden, wie Feld- und Baumfrüchte, Holz, Tierjunge, Haare, Wolle, Milch (Dig. 22,1,28 pr.; 7,1,48,1). F. gehörten vor der Trennung dem Eigentümer der Muttersache (Dig. 6,1,44), grundsätzlich auch danach. Ein Pfandrecht ( pignus ) an der Muttersache setzte sich an den f. grundsätzlich fort, wenn sie mit der Trennung in das Eigentum des Verpfänders fielen (Dig. 20,1,1,2; 29,1); das Verpächterpfandrecht erfaßte obendrein f., die nicht Eigentum des Pächters wurden (Dig. 47,2,62,8…

Fiducia

(645 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] Terminus für “Treuhand”, zuweilen (etwa Paul. sent. 2,13,1) auch für den Gegenstand der Treuhand. F. begegnet in vielen Teilen des röm. Privatrechts: Im Personenrecht gibt es die coemptio der Frau (eine Form der mancipatio , Gai. inst. 3,113) nicht nur zum Zwecke der Ehe ( matrimonii causa), sondern auch zum Zwecke der Treuhand ( fiduciae causa), etwa um eine Vormundschaft ( tutela ) zu vermeiden und eine andere (eines tutor fiduciarius) zu begründen (Gai. inst. 1,114; 115). Personenrecht und Schuldrecht (Schadensersatzrecht) verbinden sich in der …
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