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Your search for 'dc_creator:( "Sieglerschmidt, Jörn" ) OR dc_contributor:( "Sieglerschmidt, Jörn" )' returned 46 results. Modify search

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Zyklizität

(3,505 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff und Überblick Die kreisförmige, sich wiederholende Bewegung war seit der Antike bis weit in die Nz. in Europa wie auch in anderen Kulturen eine gängige Vorstellung vom Verlauf natürlicher wie gesellschaftlicher Entwicklungen. Sie galt als die vollkommenste Bewegung und der Kreis bzw. die Kugel als vollkommenster geometrischer Körper. Zugleich war damit die Vorstellung der ewigen Wiederkehr des Gleichen verbunden, einer Revolution im ursprünglichen Sinne, noch geprägt vom Verständnis des Nikolaus Kopernikus [3]; [15. 69–71]. Die Begründung des heliozentrische…

Nutztiere

(1,635 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition N. werden die domestizierten Haustiere genannt – im Gegensatz zu den (für den Menschen ebenfalls häufig nützlichen) wilden Tieren (Wildtiere). Die Grenzen sind vielfach fließend; so könnten z. B. sämtliche vom Menschen für bestimmte Zwecke gezogenen Tiere als N. bezeichnet werden, darunter nicht nur der Wurm, der dem Fischfang dient, sondern auch die seit dem 18. Jh. zu naturwiss. Versuchszwecken eingesetzten (Tierversuch) sowie die vielen zum menschlichen Vergnügen domestizierten Tiere. Die Bezeichnung N. ist anthropozentrisch (Anthropozentrismus), …

Zodiacus

(1,753 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Grundlagen »Kreis der Tiere« (griech. zōdiakós [ kýklos], lat. zodiacus) war bereits in der Antike die Bezeichnung für die sog. Sonnenstraße, d. h. die zwölf Zeichen, die den Tierkreis bilden: Steinbock, Wassermann, Fische, Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion und Schütze. Im geozentrischen Weltbild teilten diese Sternbilder den Kreisumlauf des Himmels in zwölf gleiche Abschnitte ein, die jeweils durch die Solstitien, d. h. die Sonnenwenden (Tag- und Nachgleichen im Frühjahr und im Herbst, längster und kürzest…

Pflanzenzucht

(1,083 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und frühneuzeitlicher Kenntnisstand Unter P. ist eine gezielte, die erwünschten Eigenschaften verbessernde Vermehrung und Aufzucht einer Pflanze zu verstehen. Höherer Ertrag, häufig über deren Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen (Boden; Klima) erreicht, höherer Nährwert und besserer Geschmack standen auch in der Nz. bei der Veränderung der Eigenschaften insbes. von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen im Vordergrund. Ziel war und ist in jedem Fall eine leichtere – z. B. dank besserer Lagermöglichkeit oder Haltbarkeit – und bes…

Herbarium

(1,019 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff und Formen Eine Sammlung getrockneter und auf Papier aufgezogener Pflanzen und Pflanzenteile wurde in der Nz. als H. im engeren Sinne bezeichnet. Joseph Pitton de Tournefort, der 1700 nicht lange nach Wilhelm Lauremberg und Moritz Hofmann eine Anleitung zur Herstellung getrockneter Pflanzen verfasste, sah deren Vorteil darin, dass sie unabhängig von der Jahreszeit betrachtet werden können [1. 671]. Im weiteren Sinne zählten auch die seit der Antike bekannten gemalten, später gedruckten und zuweilen kolorierten Abbildungen und Beschreibungen vo…

Sterne

(2,737 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick S. waren in der gesamten Menschheitsgeschichte ein Orientierungspunkt im einfachen und im übertragenen Sinne: Sie waren zur (math.) Bestimmung der relig. Festkalender und Feiertage notwendig, bestaunenswerte Naturwunder und als Sternbilder in der Abfolge des Jahres (Zodiacus) Mittel der Gegenwarts- und Zukunftsdeutung; in der Nacht dienten sie der Navigation. In allen Kulturen spielten daher der Himmel und seine Erscheinungen, die S. – d. h. die Gestirne einschließlich der Planeten (Wandel-S.) und Kometen (Schweif-S.) – in der Wahrnehmung der N…

Tier

(5,105 words)

Author(s): Smith, Justin E.H. | Prankel, Dieter | Eckart, Wolfgang Uwe | Sieglerschmidt, Jörn
1. Naturphilosophie 1.1. Abgrenzung zum Menschen Der Begriff des Tierischen wird in der Nz. häufig direkt oder indirekt mit dem des Menschlichen kontrastiert [10]. Anfänglich wurde er verwendet, um das Gebiet der philosophischen Anthropologie abzugrenzen ( Mensch, Menschheit); erst später bezeichnete »T.« die Studienobjekte der Zoologie. Diese anthropozentrische Perspektive findet sich deutlich etwa in den renaissancezeitlichen Druckausgaben von ma. Bestiarien, die alle bekannten T.-Arten aus der realen Welt und dem Reich von Phantasie und Fabel meist…

Sonne und Mond

(2,292 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Allgemein Der Himmel mit S. und M. (den Zentralgestirnen von Tag und Nacht) ist seit dem Beginn der Menschheitsgeschichte in allen Kulturen Gegenstand der mythisch-symbolischen und der wiss. Phantasie wie der Wissbegierde; auch relig. Riten nehmen in vielen Kulturen der Welt bis heute Bezug darauf [21. 9–135]. In der astronomischen Wissenschaft der frühen Kulturen diente die Himmelsbeobachtung der praktischen Erkenntnis und Vorhersage des Laufes von S., M. und Sternen, in den christl. Kulturen dann auch der Berechnung der beweglichen Feiertage im Kirchenjahr [13] (Zeitmessu…

Dimorphismus

(1,147 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition Die Tatsache, dass die Fortpflanzung tierischen und pflanzlichen Lebens für einen großen Teil der bekannten Arten zweigeschlechtlich ist, wird mit dem Begriff D. oder Bimorphismus bezeichnet. Es geht um die binäre Struktur der belebten Welt, die sich in vielfältiger Weise auch in anderen Bereichen, z. B. der Sprache, wiederfindet. Überall dort, wo mit Naturmetaphern und -analogien gearbeitet wird, ist der D. ein gängiges Denk- und Darstellungsmuster weit über die Biologie hinaus. Der D. ist zu allen Zeiten als Denkfigur auch dazu verwandt worden, um di…

Feuer

(1,864 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick Die Beherrschung des F. ist eine Kulturtechnik, die – anders als Hand und Sprache, Werkzeug und Kommunikation, welche auch Tieren zur Verfügung stehen – allein dem Menschen eignet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das F. in den mythologischen und naturphilosophischen Vorstellungen aller Kulturen eine wichtige Rolle einnimmt [7. 11]. In der europ. Denktradition gehörte das F. zu den vier Elementen, aus denen sich sämtliche Dinge der sublunaren, unterhalb der ersten Planetensphäre befindlichen Welt zusammensetzten. Im 17. Jh. z. B. bereits von …

Wildnis

(1,535 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick W. bezeichnet seit jeher die unkultivierte Natur und verweist damit auf die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes Kultur als Kultivierung der Natur, im Sinne des gezielten Eingriffs in die ansonsten chaotisch, d. h. ohne erkennbare Ordnung, existierende oder sich entwickelnde Natur. In der jüd.-christl. Tradition bieten Schöpfung (Schöpfungslehre) und Paradies als Bilder des aus dem Chaos, der ursprünglichen Wüstenei und Leere entstehenden Kosmos und des ursprünglichen Garten Eden Bild…

Erde

(1,827 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Die wichtigsten Vorstellungen und ihre Geschichte Die nzl. Vorstellungen von der E. sind von vorgeschichtlichen und antiken begrifflichen Festlegungen durchdrungen. Wie andere Elemente (Feuer, Luft, Wasser) ist die E. Teil der Schöpfungsmythen und Ergebnis einer Beseitigung des Chaos durch Trennung und damit Ordnung der Elemente (vielfach auch Trennung von Himmel und E., Licht und Dunkelheit). In dem binären, jeweils zwei Gegensatzpaare bildenden tetradischen Aufbau der Elementen-, Substanzen- und Qualitätslehren der Vormoderne spielten auch die Geschlechterzuordn…

Luft

(1,232 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Allgemein Die L. war in dem seit der Antike gültigen tetradischen Aufbau der natürlichen Welt eines der vier Elemente. Sie galt als gewichtsloses Element zwischen Feuer sowie Erde und Wasser. Im Heidelberger Schicksalsbuch wurde bald nach 1491 auf die Verbindung der L. mit den Erscheinungen des Wetters hingewiesen: »Jn dem lufft werden manigerlay verwandelung fewrs wassers vnd windts. Wässerig als regen taw reiff schne hagel nebel« (107 r; [2]). Die zerstörerischen Wirkungen der L. durch Wind und Sturm werden nicht erwähnt und waren in der Nz. auch nur selten das T…

Landschaft

(3,115 words)

Author(s): Blickle, Peter | Lüsebrink, Hans-Jürgen | Sieglerschmidt, Jörn
1. Politisch L. war im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation das Korrelat zu Herrschaft. In dieser Bedeutung ist der Begriff vom 14. Jh. bis zum Ende des Reichs (1806) belegt. Die L. hatte korporativen Charakter und bezeichnete als solche die Gesamtheit der Landstände eines reichsunmittelbaren Territoriums. Wo in einem Territorium Adel und Prälaten als Stände fehlten, diente L. aber auch zur Bezeichnung der Repräsentation von Untertanen, in diesem Fall jenen in der Stadt und auf dem Land. Seit den frühen 1970er Jahren hat sich L. als wiss. Ordnungsbegriff auch für d…

Kosmos

(4,015 words)

Author(s): Danielson, Dennis | Prankel, Dieter | Sieglerschmidt, Jörn
1. Kosmos und Ordnung »Die Griechen haben den Namen [K.] für das Weltall dem Begriff für Schmuck entliehen, wegen der Vielfalt der Elemente und der Schönheit der Sterne, … weil wir mit unseren sterblichen Augen nichts Schöneres wahrnehmen als das Weltall« ( Isidor von Sevilla, De mundo 13,1; um 600). So hat auch die Kosmologie (= Kl.), d. h. das Studium des K. (als Synonym für »Weltall« und »Welt« im umfassenden Sinn), der Nz. nicht nur den Bezug zur Physik und zur Astronomie beibehalten, sondern auch zu Vorstellungen von Ordnung, Verlässlichkeit, Eleganz und Schönheit. Im Gegens…

Anthropozentrismus

(1,399 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff und christliches Erbe In der Frage des Verhältnisses des Menschen zur Natur gibt es unterschiedliche Haltungen, die sich dadurch unterscheiden, wie die Bedeutung des Menschen dabei gewichtet wird. Der A. stellt dabei die Sichtweise und die Interessen des Menschen in den Mittelpunkt seiner Betrachtung, nicht selten in der utilitaristischen Form einer Nutzenbeziehung (Utilitarismus; Utilität): Die Natur ist für den Menschen geschaffen und daher ausschließlich in Hinsicht auf seine Nutzenbewertung bedeutsam. Alternative Modelle sind der Physiozentrismus, der d…

Physiognomik

(2,344 words)

Author(s): Kanz, Roland | Sieglerschmidt, Jörn
1. Etymologie und Definition Ph. (auch Physiognomie, mittelengl. fisnomy) leitet sich von griech. physiognōmonikḗ téchnē her und meint die Kunst, das Wesen eines Körpers aus äußeren Zeichen zu erkennen (wörtlich »Erkenntnis nach der Natur«). Während die Ph. eher den engeren Bereich der körperlichen Zeichen behandelt, ist Physiognomie als in SpätMA und Nz. entwickelte, umfassende Lehre vom Zusammenhang aller natürlichen Dinge aufzufassen. Allerdings ist der Wortgebrauch bis heute nicht einheitlich. Die Ph. beschäftigt sich mit den lebenszeitlich eher wenig verände…

Wasser

(4,383 words)

Author(s): Meyer, Torsten | Sieglerschmidt, Jörn | Klippel, Diethelm | Niedermayer, Benedikt | Kirschke, Martin
1. Allgemein W. (engl. water, franz. eau) ist die chemische Verbindung aus W.- und Sauerstoff (H2O). Es kann auch in der Natur alle drei Aggregatzustände aufweisen; gewöhnlich ist allerdings dann von W. die Rede, wenn es sich um den flüssigen Aggregatzustand handelt. In flüssiger Form ist W. in unserem Sonnensystem bisher nur auf der Erde nachgewiesen, die es zu gut 70 % bedeckt. W. spielt für die menschliche Kultur eine herausragende Rolle; die Verfügbarkeit von Brauch- sowie Trinkwasser (Wasserversorgung) ist existentiell und Ausdruck der Abhängigkeit von der Natur [5. 15–28] (zu…

Vegetarismus

(1,580 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition Der Verzicht auf Fleischkonsum ist seit der Antike und in vielen Kulturen als eine Form der Theriophilie (der einfühlenden Rücksichtnahme auf Tiere) bekannt (vgl. Abb. 1) und ist zuweilen als relig. oder diätetische Regel vertreten worden (Naturheilkunde). Dieser Verzicht erstreckte sich teilweise auch auf die Nutzung tierischer Produkte z. B. für die Kleidung. Nur selten sind im nzl. Europa jedoch Formen der Ablehnung des Gebrauchs sämtlicher tierischer Produkte nachweisbar ( Veganismus, Lacto-Ovo-V.). In Europa und unter christl. Einfluss blieb d…

Tierzucht

(1,399 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick T. umfasst im engeren Sinne die mehr oder weniger gezielte Auswahl von Elterntieren zur Erzielung einer Nachkommenschaft mit erwünschten, meist ökonomisch erfolgreich verwertbaren Eigenschaften. Im weiteren Sinne wird dazu auch alles gezählt, was zur Aufzucht der Jungtiere notwendig und förderlich ist. T. im engen Sinn setzt eine detaillierte Kenntnis der Reproduktionsformen und Vererbungsregeln der Tiere voraus ( Zeugungslehre). Diese entwickelte sich erst im Lauf des 19. Jh.s, während der Zusammenhang von guter Aufzucht und…
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