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Your search for 'dc_creator:( "Sokoll, Thomas" ) OR dc_contributor:( "Sokoll, Thomas" )' returned 19 results. Modify search

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Arbeiterbewegung

(1,234 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriff und Gegenstand Unter A. versteht man die organisierte Interessenvertretung der Arbeiterschaft in der Industriegesellschaft durch Gewerkschaften und eine (oder mehrere) eigene polit. Partei(en). Als soziale Massenbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s entstanden, erreichte die A. im 20. Jh. auf der Basis des allgemeinen Wahlrechts ihren polit. Höhepunkt. In allen europ. Ländern (nicht aber in den USA) erlangten Arbeiterparteien immer wieder Regierungsbeteiligung und trugen wesentlich zum Ausbau des modernen Sozialstaates bei. Darüber …

Beruf

(2,731 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Definition Unter B. versteht man heute eine qualifizierte und dauerhafte Erwerbstätigkeit, die innerhalb der arbeitsteiligen Auffächerung der Wirtschaft durch ein mehr oder weniger klar bestimmtes Aufgabenfeld abgegrenzt ist und als solche auf einer spezifischen Ausbildung fußt (Berufsbildung; Professionalisierung). Dem B. stehen zahlreiche Einkommen generierende bzw. Unterhalt stiftende Tätigkeiten gegenüber, die nicht über den Status eines B. verfügen, z. B. Taglöhnerarbeiten oder Heimarbeit. Die Zahl der B. nimmt ständig zu, da im Zuge des technische…

Arbeitsmoral

(718 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
Der griechisch-röm. Antike war die Vorstellung der A. fremd, weil ihr alle Arbeit, zumal im gewerblichen Bereich, als »schmutzig« und – da nur auf die »Notdurft« des Lebens(unterhalts) gerichtet (Aristoteles, Politeia 1278 a 10) – als verachtenswerte Last galt. Demgegenüber zeichnet sich die ma. und frühnzl. Gesellschaft durch eine im Christentum verwurzelte positive Arbeitsethik aus (Wirtschaftsethik). Schon in den frühma. Mönchsregeln wurde die Pflicht zur (Hand-)Arbeit nicht nur als Strafe Gottes nach dem Sündenfall (Genesis 3,17–19) und Heilmittel gegen Laster (eins…

Arbeitshaus

(1,384 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriff Das A. ist eine typisch nzl. Erscheinung. Im 16. Jh. entstanden, war es im 17. und 18. Jh. in ganz Europa verbreitet. Der Intention nach dienten A. der Züchtigung und Bestrafung des »arbeitsscheuen Gesindels« ( Landstreicher, Vagabunden, »Zigeuner«, Obdachlose etc.) durch institutionelle Zwangsarbeit. Sie sollten also potentiell alle – aus welchen Gründen auch immer – »arbeitslosen« Angehörigen der arbeitenden Klassen und unterständischen Schichten treffen (Arbeitslosigkeit). Wegen des Zwangscharakters der A. ist eine klare Abgrenzung gegen Zuchthäuser oder …

Hauswirtschaft

(1,088 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriff Unter H. versteht man heute die (erwerbsmäßige) Versorgung (insbes. Verpflegung) eines größeren Haushaltes oder einer Einrichtung. In diesem Sinne ist H.-Lehre ein Ausbildungs- und Universitätslehrfach, das (zuerst in den USA) ab dem späten 19. Jh. im Rahmen der bürgerlichen Frauen(bildungs)bewegung entstand. Diese moderne Bedeutung von H. setzt die im Zuge der Industrialisierung erfolgte Trennung von Haushalt und Arbeitsplatz (Fabrik, Büro) voraus [12]; [11. 235–314]. In vorindustriellen Gesellschaften dagegen meinte H. die standesgemäße Führung eines Hau…

Subsistenzwirtschaft

(2,302 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriffliche Probleme Der Begriff S. ist in der entwicklungspolit. und modernisierungstheoretischen Diskussion nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, v. a. im Kontext der Frage nach den Ursachen der ländlichen Unterentwicklung, und bezeichnet die Produktion von landwirtschaftlichen Gütern für den Eigenbedarf im Unterschied zur Markt-Produktion. S. wird dem traditionellen (oder informellen) Sektor der Wirtschaft zugerechnet und gilt als typische Produktionsweise von Kleinbauern und Landarbeitern, die technologisch rückständig und in überkomm…

Müßiggang

(876 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
Das schon im Alt- und Mittelhochdt. geläufige Adjektiv »müßig« (» Muße habend«) besaß ein breites Bedeutungsspektrum, das von »frei«, »ledig« bzw. »leer« (lat. vacuum) im zeitlichen wie örtlichen Sinn und »unbeschäftigt« bzw. »ausruhend« über »zwecklos« (noch heute gebräuchlich) bis hin zu » träge« bzw. »faul« reichte. Die Wendung »müßig gehen« (lat. vacare) wurde sowohl wertneutral (mit Genetiv: etwas bzw. jemanden »meiden«) als auch im schroff tadelnden Sinne verwendet (»faulenzen«). Dagegen war das Substantiv M. ausschließlich negativ konnoti…

Merkantilismus

(2,551 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriff und Probleme der Definition Unter M. (von lat. mercator, »Händler«) versteht man (1) die vom späten 16. bis zur Mitte des 18. Jh.s vorherrschende Wirtschafts-Theorie, die darauf zielte, die gewerbliche Produktion und den Export von Fertigwaren zu steigern, um Handelsgewinne zu erzielen und den Reichtum sowie die Edelmetall-Reserven des eigenen Landes auf Kosten anderer zu vermehren; (2) die praktische Umsetzung dieser Ansätze in der Wirtschaftspolitik der europ. Nationalstaaten im Zeitalter des Absolutismus, v. a. auf den Gebieten der Außenhandel…

Sozialpolitik

(1,420 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriff Dem Begriff und der Sache nach ist die S. (engl. social policy, franz. politique sociale) mit der Herausbildung des Sozial- oder Wohlfahrtsstaats seit dem ausgehenden 19. Jh. entstanden (engl. welfare state, franz. État-providence). In ihrer heutigen Gestalt, die sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg durchgesetzt hat, zielt sie v. a. auf die soziale (= soz.) Sicherung des Einzelnen gegen die Risiken der Krankheit, des Alters und der Arbeitslosigkeit, schließt aber auch soz. Dienste sowie Arbeitsmarkt- und Beschäftigun…

Arbeitslosigkeit

(1,002 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriff Aus heutiger Sicht ist endemischer Mangel an Beschäftigung, der in Krisenzeiten akut wird, geradezu typisch für vorindustrielle Gesellschaften, wobei die Grenze zwischen Unterbeschäftigung und A. stets fließend ist. Dies gilt auch für das spätma. und nzl. Europa, und zwar in steigendem Maße. Dazu trugen die Kürze und Unregelmäßigkeit der Arbeitsverhältnisse, die Nachfrageschwankungen in den Saisongewerben, wie z. B. der Schneiderei, die variierende Ergiebigkeit von Lagerstätten im Bergbau (Montanwesen) und…

Poor Law

(1,177 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begrifflichkeit und Chronologie Unter P. L. (› Armenrecht‹) versteht man die gesetzlichen Regelungen der Armenfürsorge in England und Wales vom 16. bis zum 19. Jh. sowie ihre praktische Ausgestaltung im Rahmen der Lokalverwaltung einschließlich des Aufenthalts- und Niederlassungsrechts ( settlement law). Es entstand vor dem Hintergrund der sozialen Probleme, die mit der Ausweitung eines freien Arbeits-Marktes im ›langen‹ 16. Jh. einhergingen (unsichere Beschäftigungsverhältnisse, zyklisch zunehmende Arbeitslosigkeit und Mobilität der unterständischen Sch…

Pauperismus

(1,070 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriffsbildung P. – Bezeichnung der Massen- Armut im Zeitalter der Früh-Industrialisierung – ist ein typischer Bewegungsbegriff der Sattelzeit (Koselleck), der um 1815 zuerst in England ( pauperism) in der Diskussion um die Reform des Armenrechts ( Poor Law) auftauchte [12] und über die polit.-ökonomische Publizistik rasch in andere europ. Sprachen entlehnt wurde (franz. paupérisme, ital./span. pauperismo). In Frankreich fand der Ausdruck durch eine Denkschrift von Alexis de Tocqueville (1835) Verbreitung [3]. Im Englischen hatte pauper (»der Arme«, seit dem 16. Jh…

Kameralismus

(3,276 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriffsgeschichte und Forschungstradition Unter K. versteht man zum einen die Wirtschaftspolitik und Verwaltung der Staatsfinanzen der dt. Territorialstaaten im Zeitalter des Absolutismus. In diesem Sinne gilt der K. als dt. Variante des Merkantilismus. Entsprechend schwierig ist die Abgrenzung zu Letzterem (als europ. Phänomen) wie auch zur allgemeinen Staats- und Verwaltungslehre des 17. und 18. Jh.s (als spezifisch dt. Angelegenheit; vgl. Polizeiwissenschaft) [8]; [18]. Zum andern werden K. und Merkantilismus auch als Epochenbegriffe für die Wirtsch…

Unterbeschäftigung

(809 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Moderne Begrifflichkeit U. (engl. under-employment, franz. sous-emploi) ist ein moderner Begriff erst des frühen 20. Jh.s: Er wird in einer engeren und einer weiteren Bedeutung verwendet, je nachdem, ob jemand geringfügig oder überhaupt nicht beschäftigt ist ( Arbeitslosigkeit). Die engere Bedeutung ist histor. zuerst belegt und bezieht sich zunächst auf marginale Beschäftigungsformen und unstete Arbeits-Verhältnisse, die ein für die Subsistenzsicherung unzureichendes Einkommen abwerfen, weil die Arbeitszeit und/oder der Lohn unterhalb der für das Normal…

Household economy

(1,147 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. DefinitionToday,  “household economy” refers to the supply (especially of provisions) of a large household or institution on a commercial basis. In this sense, home economics is an academic and university-taught subject that came into existence (initially in the USA) in the late-19th century in the context of the bourgeois women’s education movement. This modern sense of the term takes for granted the division between household and place of work (factory, office) that resulted from industrialization [12]; [11. 235–314].In contrast, in preindustrial societies househol…
Date: 2019-10-14

Mercantilism

(2,686 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Concept and problems of definitionMercantilism (from the Latin  mercator, “trader”) refers to (1) the theory of political economics that prevailed from the late 16th to the mid-18th century (Economy, political), which aimed to increase industrial production and the export of finished goods in order to achieve trading profits and to increase wealth and precious metals reserves at the expense of other countries; (2) the practical implementation of this approach in the economic policies of the European n…
Date: 2019-10-14

Cameralism

(3,542 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Terminology and historiography The term  cameralism is used in two senses. First, it denotes the economic policy and administration of the public finances of the German territorial state in the age of absolutism.  In this sense, cameralism can be considered the German variant of mercantilism. It is correspondingly difficult to distinguish it from the latter (as a European phenomenon) and from the general political science of public administrations in the 17th and 18th centuries (as a specifically German concern; see Polizeiwissenschaft) [8]; [18]. Second,  cameralism and …
Date: 2019-10-14

Labor movement

(1,411 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Concept and terminologyThe term labor movement refers to the organised representation of the interests of workers in an industrial society by trade unions and by one or more political parties of their own. After emerging as a social mass movement in the second half of the 19th century the labor movement reached its political zenith in the 20th century, based on universal suffrage. In all the European countries (but not in the United States of America) workers’ parties repeatedly participated in …
Date: 2019-10-14

Idleness

(954 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
The modern English “idle” derives from the Old English idel (“empty; worthless”; cf. Old Dutch idil, OHG ital, modern German eitel “vain, useless”). Alongside its original meaning of “worthless” or “purposeless,” it subsequently acquired a range of accents ranging from the neutral to the pejorative: “not employed” (of people, late OE); “lazy” or “slothful” (of people, from 14th century); “not doing work” (of things, from 1520s); “foolish; delirious; wandering in the mind” (from late 16th century; cf. “idle threat”).Precisely the same range of meanings, significantly, i…
Date: 2019-10-14