Search

Your search for 'dc_creator:( "Troßbach, Werner" ) OR dc_contributor:( "Troßbach, Werner" )' returned 34 results. Modify search

Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Ländliche Gesellschaft

(9,302 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Begriffliche Abgrenzungen: Stadt und Land Während der Begriff Agrargesellschaft – oft als Entwicklungsstufe gefasst – eine Gesamt- Gesellschaft charakterisiert, kann man von einer L. G. erst sprechen, wenn alternative Lebens- und Produktionsformen einem größeren Personenkreis zugänglich sind. Auf das Gebiet nördl. der Alpen trifft dies seit den Städtegründungen des HochMA zu. »Stadt« und »Land« können bis zu den Agrarreformen des 19. Jh.s u. a. durch rechtliche Kriterien voneinander abgegrenzt werden: So waren Formen personengebundener Abhä…

Zehnt

(942 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Die kirchenrechtlichen Grundlagen für die Erhebung des Kirchen-Z. (einer Naturalgabe, die in der Regel den zehnten Teil eines landwirtschaftlichen Produkts umfasste) wurden bereits im 6. und 7. Jh. gelegt. Spätestens im 12. Jh. war diese Abgabe europaweit ein fester Bestandteil des Kanons bäuerlicher Leistungen. Sie betraf als »großer Z.« Getreide und Wein; als »kleiner Z.« umfasste sie den sog. Blut-Z., der auf der Viehwirtschaft lastete, sowie den sog. grünen Z., der auf Garten-Produkte und auf andere Feldpflanzen erhoben wurde [9. 14]. Der große Z. wurde europaweit gef…

Bauernkrieg

(4,343 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Zeitliche Einordnung Der Begriff B. bezeichnet unterschiedliche Ereignisse und Phänomene der Nz. Der Umschlag eines gegen die Türken geplanten Kreuzzuges in eine Erhebung gegen den Adel im Jahr 1514 ist als »ungarischer B.« in die Historiographie eingegangen. Im dt.sprachigen Raum werden Aufstände (Revolte) in Oberösterreich (1626) und Bayern (1705/6) als B. bezeichnet [19. 39 f.]. Es handelte sich dabei um landespatriotische Erhebungen, die gegen eine Besatzungsmacht gerichtet waren; ähnlich 1809 in Tirol. In Oberösterreich 1626 und in Bayern …

Dorf

(2,383 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Definition D. sind topographische, soziale und wirtschaftliche Einheiten. In der histor. Geographie wird ein D. als ländliche Gruppensiedlung definiert. Von einem Gut (vgl. Gutsbetrieb) unterscheidet sich eine dörfliche (= dörfl.) Siedlung durch ein wirtschaftsgeschichtliches Kriterium, nämlich durch die Existenz verschiedener Haushalte, die ihre Entscheidungen im Kern unabhängig voneinander treffen. D. bildeten außerdem eine Basis für die Verankerung von Institutionen, unabhängig davon, ob diese eher auf die Interessen…

Bodenbearbeitung

(870 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Die B. dient der Verbesserung der Nährstoffversorgung, der Unkraut-Regulierung und der Saatbeetbereitung ( Saat). Durch das Wenden der oberen Krume gelangen zuvor ungenutzte Nährstoffe in den Wurzelbereich der Nutzpflanzen und Unkrautsamen bzw. -pflanzen gleichzeitig in tiefere Bodenschichten. Die Struktur des Bodens muss so fein gekrümelt sein (»Gare«), dass der Transfer von Wasser und Nährstoffen in die Saaten ermöglicht wird. Während im Garten | Handgeräte Verwendung fanden, war die Bodenvorbereitung im nzl. Ackerbau in der Regel mechanisiert; man setzte Pflüge und Egg…

Anspannung, tierische

(989 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Transport und Bodenbearbeitung wurden vor der Erfindung von Dampfmaschinen und v. a. Verbrennungsmotoren in den meisten europ. Ländern mit Pferden oder Ochsen als Zugtieren bewältigt. Im Mittelmeerraum konnten Maultiere, seltener auch Esel zum Einsatz kommen, manchmal mit Ochsen zusammengespannt [5. 21]. Um die tierische Zugkraft zu übertragen, gab es verschiedene Möglichkeiten. Bei Ochsen war seit dem FrühMA das Widerristjoch im Einsatz, meist als Doppeljoch ausgeführt. Unter diesem Joch zogen die Ochsen nicht, sondern sie »schoben«, wie der Volksmund richt…

Viehwirtschaft

(2,464 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Rinder 1.1. Allgemein Unter V. versteht man die wirtschaftliche Nutzung von Tieren und tierischen Produkten. In diesem Sinne war V. in der Nz. in ganz Europa integraler Bestandteil landwirtschaftlicher Betriebe. Rinder waren wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit als Zugtiere (Anspannung, tierische), Milch-, Fleisch- und Häutelieferanten sowie als Produzenten hochwertigen Düngers (Düngung) die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere, auf deren Haltung – von tropischen und subtropischen Gebieten abgesehen – kaum ein Betrieb verzichtete. Bis in…

Wiesenbau

(2,139 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Entwicklung und Nutzung Vor dem Übergang zur Landwirtschaft waren große Teile Europas mit Wald bedeckt. Offene Grasflächen bildeten sich erst im Neolithikum unter der Einwirkung menschlicher Tätigkeit, zunächst an Orten, an denen der Wald durch intensive Weidenutzung licht geworden war (Waldweide), später auch in Flusstälern, wo die andauernde Feuchtigkeit den Ackerbau erschwerte. Die Nutzung dieser Flächen als Wiese im engeren Sinne, d. h. durch die Grasmahd zur Gewinnung von Winterfutter, scheint sich jedoch erst in der Römerzeit entwickelt zu h…

Saat

(979 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Der S.-Vorgang gliedert sich in die Auswahl des Saatguts (= Sg.), dessen Behandlung und dessen Ausbringung. Die Sg.-Auswahl hat als Kernelement landwirtschaftlicher Praxis seit dem Neolithikum zur Entstehung domestizierter Pflanzenarten beigetragen (vgl. Pflanzenzucht). Bei Getreide erfolgte sie in der Frühen Nz. vorwiegend innerbetrieblich, d. h. es wurden die jeweils kultivierten Sorten »nachgebaut«. In der Hausväterliteratur wurde z. T. empfohlen, die »schönsten« Körner für die S. zu selektieren [2. 38–42]. Für Buchweizen schlug ein schlesischer Ratgeber 15…

Dorfgemeinde

(1,087 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Begriff Die D. vertrat als juristische Person die Interessen des Dorfes gegenüber Nachbargemeinden, Grundherrschaft und Staat. D. entstanden im 12. Jh. zunächst in England, Nordfrankreich und Flandern, wurden in der Ostkolonisation in die Gebiete östl. der Elbe transferiert [14. 35–38] und breiteten sich seit dem 13. Jh. in allen europ. Ländern aus. 2. Ursprüngliche Aufgaben D. waren ursprünglich aus Haushalten zusammengesetzt, nicht aus Individuen. Aus der Zugehörigkeit zur D. konnten Allmende-Rechte abgeleitet werden. Voraussetzung war meist Hau…

Agrarkredit

(892 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Der A. war in den ländlichen Gesellschaften der Nz. weit verbreitet [3. 339, 343]; [6. 1340]. Kurzfristige Zahlungsaufschübe trugen dem Umstand Rechnung, dass die Bargeldausstattung von Bauern jahreszeitlichen Schwankungen unterlag [4. 285]. In den Quellen ist v. a. langfristig gewährter A. fassbar. Staatliche bzw. territoriale Verordnungen regelten die Rahmenbedingungen. Im Alten Reich beliefen sich die Zinsen bereits im 15. Jh. auf etwa 5 %, bevor dieser Prozentsatz im 16. Jh. [1. 6]; [3. 331] und in Frankreich im 17. Jh. [7. 91–95] für verbindlich erklärt wurde; Auss…

Landwirtschaft

(9,244 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Definition Durch L. wird eine Anpassung pflanzlicher und tierischer Populationen an menschliche Bedürfnisse herbeigeführt, die nicht nur eine Veränderung natürlicher Zusammensetzungen, sondern auch – viel stärker als durch Jagd und Sammelwirtschaft – die Steuerung von Eigenschaften der Bestände (Züchtung) beinhaltet (s. u. 5.5.). Im Ackerbau wurde das Ziel, Nahrungsmittel zu produzieren, seit dem FrühMA nicht mehr primär durch die Erschließung unerschöpfter Böden, sondern durch ausdifferenzierte Formen des Nährstoffmanagements erreic…

Brache

(750 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Die B. war ein prägendes Element des Ackerbaus vor den epochalen Veränderungen, die als Agrarrevolution bezeichnet werden. In die Fruchtfolgen war meist ein Jahr integriert, in dem ein jeweils wechselnder, prozentual gleichbleibender Teil des Ackerlandes unbebaut blieb (in Zweifelderwirtschaften die Hälfte, in Dreifelderwirtschaften ein Drittel etc.) [2. 13 f.]. Die Ruhephase ermöglichte bodenbiologische Regenerationsprozesse und den Eintrag von Stickstoff aus der Atmosphäre ( Boden). Das Umpflügen der B. (von »brechen«), zuerst im Juni (»B.-Monat«) durc…

Düngung

(904 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Begriff Unter D. versteht man die Zufuhr von Nährstoffen in den Boden. Im Ackerbau geschah dies durch Einbringung organischer und anorganischer Stoffe sowie durch Grün-D. (Leguminosen). Wiesen erhielten Dungstoffe v. a. durch Bewässerung. 2. Tierische Fäkalien Stallmist wurde durch die Mischung von tierischen Fäkalien mit Einstreustoffen – neben Stroh vielfach mit Laub, Baumnadeln und -zweigen – gewonnen. Er enthält alle für den Anbau von Getreide erforderlichen Nährstoffe und reichert Humus im Boden an. Nährstoffverluste können bei…

Manuring

(964 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Concept Manuring is the addition of nutrients to the soil. In arable farming, this was done by adding organic and inorganic substances, and by so-called green manuring (Leguminosae). Meadows received nutrients primarily through irrigation.Werner Troßbach 2. Animal feces Farmyard manure was obtained by mixing animal feces with strewing materials, such as straw, leaves, conifer needles, and twigs. It contains all the nutrients required for the cultivation of grain and enriches the soil humus. Degradation of nutrients ca…
Date: 2019-10-14

Agriculture

(9,948 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Definition Agriculture is the adaptation of plant and animal populations to human needs, entailing not just the alteration of natural conditions, but – and to a far greater extent than in hunting and foraging - the manipulation of the qualities of the stock (see Plant breeding and Animal breeding) (see below, 5.5.). In arable farming, the aim of producing food was from the early Middle Ages no longer primarily achieved by the exploitation of unexhausted soil, but by sophisticated forms of nutri…
Date: 2019-10-14

Fallow

(788 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Letting fields lie fallow was a defining element of agriculture prior to the epochal changes called the agricultural revolution. Generally a year was integrated into the crop rotation in which a fixed proportion of the acreage remained unplanted (half in two-field rotation, a third in three-field rotation, etc.) [2. 13 f.]. The dormant phase enabled soil-biological processes of regeneration and the introduction of nitrogen from the atmosphere (Soil). Plowing up the fallow (cf. German  Felge, “plowed-up fallow land”), carried on in June (also called fallow-month)…
Date: 2019-10-14

Harness

(1,057 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Before the invention of the steam engine and above all the internal-combustion engine, in most European countries transport and tillage were accomplished with horses or oxen as draft animals. In the Mediterranean world, mules could be employed, less frequently donkeys, sometimes teamed with oxen [5. 21]. There were various ways of harnessing the animal traction. In the case of oxen, the withers yoke had been in use since the early Middle Ages, usually in the form of a double yoke. Under such a  yoke, the oxen did not actually pull but pushed, as the German vernacular verb  schieben sug…
Date: 2019-10-14

Agricultural credit

(913 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Agricultural credit was a common phenomenon in the rural societies of the modern period [3. 339, 343]; [6. 1340]. Short-term payment deferrals took into account the circumstance that the financial resources of peasants were subject to seasonal fluctuations [4. 285]. The sources refer primarily to long-term agricultural credit. National or territorial regulations governed the general system. In the Holy Roman Empire, interest was generally set at around 5% by the 15th century; this percentage was made mandatory in the Empire in the 16th century [1. 6]; [3. 331] and in France i…
Date: 2019-10-14

Meadow cultivation

(2,285 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Development and useBefore the transition to agriculture, large parts of Europe were covered in forest. Only during the Neolithic period did open grassland areas emerge as a result of human activity, initially in places where intensive grazing had thinned woodland (Woodland pasture), later also in river valleys, where persistently soggy ground hampered field cultivation. The use of these areas as meadows in the strict sense, however, that is, for harvesting grass for winter fodder, seems only to …
Date: 2019-10-14
▲   Back to top   ▲